Allgemeine Informationen
  • Handelsnamen: Valdoxan
  • Kategorie: Melatonerger und serotogener Antagonist
  • Indikation: Depressionen
  • Sedierend: möglich
  • Libidoverlust: Nein
  • Gewichtsveränderung: Zu- oder Abnahme (beides selten)
Dosierung & Anwendung

Einnahme: 1x täglich Abends unabhängig der Mahlzeiten.
Die Einnahme muss täglich erfolgen (also nicht nur bei unmittelbarem Bedarf).

Depressionen: 25-50mg

Die Dosierung muss von einem Arzt individuel festgelegt werden. Die Dosis kann somit von der Standartdosierung abweichen. Je nachdem ist eine höhere oder tiefere Dosis erforderlich.

Antidepressiva werden grundsätzlich langsam „eingeschlichen“. Das heisst, dass im Normalfall mit der niederigsten Dosis angefangen und diese (nach einigen Tagen/Wochen) schrittweise bis zur Zieldosis erhöht wird. So sollen die Nebenwirkungen minimiert werden.

Gleich verhält es sich beim Absetzen des Medikamentes. Die Dosis wird über Tage bis Wochen hinweg langsam reduziert (auch bekannt als das „Ausschleichen“). So sollen Absetzerscheinungen verhindert werden.

Wirkungseintritt & Halbwertszeit

Wirkungseintritt

Nach ca. 1-3 Wochen bei Depressionen
Sedation ca. 1-2 Stunden nach der ersten Einnahme

 

Halbwertszeit

Die Halbwertszeit von Agomelation beträgt 1 bis 2 Stunden. Die kombinierte Einnahme gewisser Medikamente kann die Halbwertszeit verändern.

Nebenwirkungen im Detail

Sehr häufig (mehr als 10%): keine

Häufig (1-10%): Angst, Müdigkeit, Rückenschmerzen, vermehrtes Schwitzen, erhöhte AST- und/oder ALT-Werte, Übelkeit, Durchfall, Verstopfungen, Bauchschmerzen, Erbrechen, Kopfschmerzen, Schwindel, Schläfrigkeit, Schlaflosigkeit, Migräne.

Gelegentlich (0.1-1%): Ekzem, Juckreiz, Nesselfieber, Tinnitus, verschwommenes Sehen, Kribbeln auf der Haut, Restless leg Syndrom, Agitiertheit, Aggression, Alpträume, ungewöhnliche Träume, Verwirrtheit.

Selten (0.01-0.1%): Manie/Hypomanie, Halluzinationen, Gewichtszunahme, Gewichtsabnahme, erythematöser Ausschlag, Gesichtsödem, Angioödem, Hepatitis, erhöhte γ-GT, Leberinsuffizienz, Gelbsucht.

 

Menschen mit Depressionen und/oder Angststörungen gehen meist automatisch davon aus, sämtliche und/oder die schwersten Nebenwirkungen zu entwickeln. Hierbei kann ein Nocebo-Effekt (ein negativer Placebo-Effekt) entstehen.

Eine solche Annahme ist objektiv nicht begründet. Die meisten Menschen entwickeln gar keine bis nur wenige Nebenwirkungen.

Die meisten Nebenwirkungen verschwinden zudem 3-4 Wochen nach Beginn der Therapie.

Die Nebenwirkungen wurden von den medizinischen Fachbegriffen in eine für Laien möglichst verständliche Sprache übersetzt. Trotz grösster Mühe kann die medizinische Exaktheit teilweise nicht 1:1 wiedergegeben werden. Für Ärzte empfehlen wir das Arzneimittelverzeichnis bzw. Arzneimittelkompendium zu verwenden.

Altersfreigabe

Agomelatin ist ab 18 Jahren zugelassen.

Ein Arzt darf dieses Medikament auch an jüngere Patienten verschreiben.
Die Altersfreigabe sagt nichts über die Wirksamkeit bei Minderjährigen aus.

Kontraindikationen (Gegenanzeigen)
  • Leberinsuffizienz
  • Transaminasen-Anstieg >3× des oberen Normwertes
  • gleichzeitig mit starken CYP1A2-Inhibitoren
  • Schwangerschaft & Stillzeit

Fragen Sie, bevor Sie Medikamente einnehmen immer Ihren Arzt oder Apotheker bezüglich Nebenwirkungen, Kontraindikationen (Gegenanzeigen) und Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten.

Schwangerschaft & Stillzeit

Bisher liegen keine oder nur sehr begrenzte Erfahrungen mit der Anwendung von Agomelatin bei Schwangeren vor. Eine Anwendung in der Schwangerschaft wird nicht empfohlen.

Es ist nicht bekannt, ob Agomelatin in die Muttermilch beim Menschen übergeht. Zur Sicherheit sollte abgestillt werden.

klicken um zu vergrössern

C15H17NO2

N-(2-(7-Methoxy-1-naphthyl)ethyl)acetamid