Alprazolam

Benzodiazepine | Handelsnamen: Tafil, Xanax, Xanor sowie div. Generika

Allgemeine Informationen

Alprazolam wurde in den 1970er Jahre von der Firma Upjohn (heute Pfizer) entwickelt. Die Markteinführung in Europa fand Anfangs der 1980er Jahre statt. Alprazolam ist das in den USA am häufigsten verschriebene Benzodiazepin. In Europa wird es seltener (jedoch immer noch häufig) eingesetzt.

Alprazolam ist ein Medikament aus der Gruppe der Benzodiazepine und wird unter den Handelsnamen Xanax, Xanor und Tafil vertrieben. Ebenfalls sind Generika erhältlich. Zugelassen ist es ab 18 Jahren zur Behandlung jeglicher Formen von Angststörungen (inkl. Panikattacken). In Deutschland wurde die Indikation zusätzlich auf Erregungs- und Spannungszustände ausgedehnt, wird diesbezüglich jedoch eher selten eingesetzt. Allgemein sind die weiteren benzodiazepin-typischen Effekte (Sedierung, Antikonvulsion, Muskelrelaxans etc.) bei Alprazolam vergleichsweise schwach ausgeprägt.

Das führen eines Fahrzeuges oder das Bedienen von Maschinen ist unter Alprazolam-Einfluss enorm gefährlich! Alprazolam darf -wie alle Benzodiazepine- auf keinen Fall zusammen mit Alkohol eingenommen werden.

Das Medikament bindet sich im Gehirn an die GABA-Rezeptoren. GABA ist jener Botenstoff, welcher für die Beruhigung des Menschen zuständig ist. Benzodiazepine können allerdings sehr selten Paradoxreaktionen (Angstzustände, Schlaflosigkeit etc.) auslösen, insbesondere bei älteren Menschen.

Abgesehen von diesen wenigen Einzelfällen sind Benzodiazepine jedoch hoch effektive Medikamente und für die unmittelbare Behandlung gewisser Beschwerden schlicht alternativlos. Sie haben viel zur Humanisierung der Psychiatrie beigetragen und ein Verzicht auf sie ist heute undenkbar. Bei einem verantwortungsvollen Umgang unter ärztlicher Kontrolle ist die Einnahme von Benzodiazepinen in der Regel mit keinerlei Komplikationen verbunden.

Schwere Komplikationen können sich jedoch bei Missachtung der ärztlichen Einnahmeverordnung oder bei missbräuchlichem Konsum ergeben… insbesondere im Hinblick auf eine Benzodiazepin-Abhängigkeit, welche einer schweren Suchterkrankung in Nichts nachsteht. Ein aktives körperliches und/oder psychisches Verlangen kann bereits nach 4-8 Wochen (Richtwert) des regelmässigen Konsums entstehen, bei Missbrauch oder Suchterkrankungen in der Vorgeschichte sogar noch früher. Grundsätzlich gilt: Je häufiger der Konsum und je höher die Dosis desto schneller entsteht eine Suchterkrankung. Hinzu kommt die Toleranzentwicklung (Gewöhnungseffekt) bzw. verliert das Medikament nach und nach seine Wirksamkeit.

Benzodiazepine sind also unverzichtbare Medikamente, welche schwerste Beschwerden innert Kürze lindern können. Doch bei verantwortungslosem Umgang wird der anfängliche Segen zum Fluch.

 

Indikation
  • Angstzustände
  • Spannungszustände (Zulassung nur in Deutschland)
  • Erregungszustände (Zulassung nur in Deutschland)
Dosierung & Anwendung

Einnahme: Bei Bedarf (so selten wie möglich).
Die Einnahme sollte so niedrig wie möglich dosiert werden (Standartdosis 0,5mg).
Maximale Dosis pro Gabe: 2mg (sofortige Wirkstofffreigabe) / 4mg (verzögerte Wirkstofffreigabe)

Dosierung: 0,25-6mg (pro Tag)

Die hier erwähnte Dosierung bezieht sich auf Erwachsene ohne körperliche Einschränkungen im Alter zwischen 18 und 65 Jahren deren Behandlung ambulant erfolgt. Grundsätzlich muss die Dosis von einem Arzt individuell festgelegt werden. Sie kann somit von den hier erwähnten Angaben abweichen.

Halten Sie sich immer an die Dosisvorgaben des Arztes. Eine potenziell tödliche Überdosis (Atemdepression) kann auch in der hier erwähnten Dosierungsspanne auftreten, insbesondere wenn man die Einnahme von Benzodiazepinen nicht gewöhnt ist.

Pharmakokinetik

max. Plasmakonzentration: nach 1-2 Stunden

Halbwertszeit: 12-15 Stunden

Bioverfügbarkeit: 80-90%

Wirkungseintritt: nach 20-30 Minuten einmaliger Einnahme

Wirkdauer: ca. 4-6 Stunden (sofortige Wirkstofffreigabe) / ca. 12-14 Stunden (verzögerte Wirkstofffreigabe)

Diese Werte sind als Durchschnittswerte anzusehen. Je nach Alter, Nahrungsaufnahme und der Kombination mit anderen Medikamenten können diese Werte (teilweise stark) variieren.

Nebenwirkungen

Alle Benzodiazepine (inkl. Alprazolam) besitzen bei regelmässigem Konsum ein hohes Abhängigkeitspotenzial mit entsprechender Toleranzentwicklung. Halten Sie sich genau an die Einnahmeverordnung Ihres Arztes!

Sehr häufig (mehr als 10%): Depression, Müdigkeit, Kopfschmerzen, Gedächtnisschwäche, Schwindel, Sprechstörungen, Störung der Bewegungskoordination, Mundtrockenheit, Verstopfungen, Erschöpfung, Reizbarkeit.

Häufig (1-10%): Verminderter Appetit, Verwirrtheit, Desorientiertheit, sexuelle Funktionsstörungen (inkl. Libidoverlust), Angstgefühl, Schlaflosigkeit, Nervosität, erhöhte Libido, Gleichgewichtsstörungen, Aufmerksamkeitsstörung, Tagesschläfrigkeit, Lethargie, Zittern (Tremor), verschwommenes Sehen, Übelkeit, Hautausschläge, Gewichtsveränderungen.

Gelegentlich (0.1-1%): Muskelschwäche, spontanes Wasserlassen (Einnässen), unregelmässige Menstruation, Manie, Halluzinationen, Zorn, Unruhe, Erinnerungslücken.

Selten (0.01-0.1%): Allergische Reaktionen

Weitere (sehr seltene Nebenwirkungen/Einzelfälle/Häufigkeit unbekannt): Nesselsucht, Schwellungen im Kehlkopfbereich, Pharynxödem, veränderte Blutwerte (Hyperprolaktinämie), Hypomanie, Aggression, Feindseligkeit, paradoxe Reaktionen, abwegiges Denken, psychomotorische Unruhe, Bewegungsstörungen, Störungen des vegetativen Nervensystems, erhöhter Augendruck, Verdauungsstörungen, Hepatitis, Leberfunktionsstörungen, Gelbsucht, Anigoödem, Lichtempfindlichkeit der Haut, Harnverhalt, Ödeme.

Menschen mit Depressionen und/oder Angststörungen gehen meist automatisch davon aus, sämtliche und/oder die schwersten Nebenwirkungen zu entwickeln. Hierbei kann ein Nocebo-Effekt (ein negativer Placebo-Effekt) entstehen. Diese Annahme ist objektiv nicht begründet (ausg. Abhängigkeit bei zu häufigem Konsum).

Kontraindikationen & Wechselwirkungen

Fragen Sie, bevor Sie Medikamente einnehmen immer Ihren Arzt oder Apotheker bezüglich Nebenwirkungen, Kontraindikationen (Gegenanzeigen) und Wechselwirkungen mit anderen (auch frei verkäuflichen) Medikamenten.

 

Nicht einnehmen dürfen Sie Alprazolam:

  • Wenn Sie allergisch gegenüber einem Inhaltsstoff Ihres Alprazolam-Präparates sind.
  • Bei einer Benzodiazepin-Unverträglichkeit.
  • Wenn Sie unter krankhafter Muskelschwäche (Myasthenia gravis) leiden.
  • Wenn Ihre Atemfunktion stark beeinträchtigt ist.
  • Wenn Sie unter Schlafapnoe (Atemaussetzer während des Schlafes) leiden.
  • Wenn bei Ihnen eine starke Beeinträchtigung der Leberfunktion festgestellt wurde.
  • Zusammen mit Alkohol.
  • Zusammen mit gewissen Mitteln gegen Pilzinfektionen.
  • Zusammen mit gewissen Mitteln zur Behandlung von HIV/AIDS (Proteasehemmer).

 

Bei der Einnahme von Alprazolam ist Vorsicht geboten…

  • Wenn Sie an einer Nierenfunktionsstörung leiden.
  • Wenn Sie zu Suchterkrankungen neigen, suchtkrank sind oder früher waren (inkl. Alkohol).
  • Wenn Sie manische Zustände aufweisen oder früher aufgewiesen haben.
  • Wenn Sie unter 18 oder über 65 Jahre alt sind.
  • Wenn Sie unter einer Galactose-Unverträglichkeit leiden.
  • Wenn bei Ihnen ein Lactase-Mangel festgestellt wurde.
  • Wenn Sie eine Glucose-Galactose-Malabsorption aufweisen.

 

Alprazolam soll mit den folgenden Arzneimitteln nur mit Vorsicht angewendet werden:

  • Opiaten/Opioiden-Schmerzmittel (nur in Ausnahmefällen unter strengster ärztlicher Überwachung erlaubt)
  • Andere Benzodiazepine
  • Barbituriate
  • Z-Drugs
  • Gewisse Antibiotika
  • Mittel gegen Bluthochdruck
  • Antidepressiva
  • Lithium
  • Digoxin
  • Antiepileptika
  • H1-Antihistaminika (gegen Allergien/Juckreiz)
  • Muskelrelaxanzien
  • Neuroleptika
  • Cimetidin
  • Omeprazol
  • Empfängnisverhütung („Pille“)

Diese Liste entspricht den aktuell verfügbaren Informationen, weitere Interaktionen und Kontraindikationen sind allerdings keineswegs auszuschliessen! Sprechen Sie unbedingt Ihren Arzt auf bestehende Erkrankungen und Veränderungen Ihrer Medikation (betrifft auch rezeptfreie Präparate) an, auch wenn auf dieser Liste keine Informationen vermerkt sind.

 

Schwangerschaft & Stillzeit

Aus einigen früheren Studien mit anderen Benzodiazepinen gibt es klare Hinweise für ein erhöhtes Risiko für Missbildungen des menschlichen Fötus.

Werden Benzodiazepine in der Schwangerschaft oder während des Geburtvorgangs verabreicht, sind beim Neugeborenen pharmakologische Wirkungen wie Hypothermie, niedriger Blutdruck, niedriger Muskeltonus, Trinkschwäche, Atemdepression und neonatale Entzugssymptome zu erwarten. Kinder von Müttern, die während der Spätschwangerschaft chronisch Benzodiazepine einnahmen, können eine physische Abhängigkeit entwickeln und deshalb nach der Geburt Entzugssymptome zeigen.

Da Benzodiazepine in die Muttermilch übertreten, soll Alprazolam während der Stillperiode nicht angewendet werden bzw. muss abgestillt werden.

Der Autor hat keine Beziehungen zu den Herstellern und ist nicht am Verkauf der erwähnten Produkte beteiligt.
Dieses Medikament ist rezeptpflichtig. Die Einnahme muss ärztlich überwacht werden.

Alprazolam

Benzodiazepine | Handelsnamen: Tafil, Xanax, Xanor sowie div. Generika

Allgemeine Informationen

Alprazolam wurde in den 1970er Jahre von der Firma Upjohn (heute Pfizer) entwickelt. Die Markteinführung in Europa fand Anfangs der 1980er Jahre statt. Alprazolam ist das in den USA am häufigsten verschriebene Benzodiazepin. In Europa wird es seltener (jedoch immer noch häufig) eingesetzt.

Alprazolam ist ein Medikament aus der Gruppe der Benzodiazepine und wird unter den Handelsnamen Xanax, Xanor und Tafil vertrieben. Ebenfalls sind Generika erhältlich. Zugelassen ist es ab 18 Jahren zur Behandlung jeglicher Formen von Angststörungen (inkl. Panikattacken). In Deutschland wurde die Indikation zusätzlich auf Erregungs- und Spannungszustände ausgedehnt, wird diesbezüglich jedoch eher selten eingesetzt. Allgemein sind die weiteren benzodiazepin-typischen Effekte (Sedierung, Antikonvulsion, Muskelrelaxans etc.) bei Alprazolam vergleichsweise schwach ausgeprägt.

Das führen eines Fahrzeuges oder das Bedienen von Maschinen ist unter Alprazolam-Einfluss enorm gefährlich! Alprazolam darf -wie alle Benzodiazepine- auf keinen Fall zusammen mit Alkohol eingenommen werden.

Das Medikament bindet sich im Gehirn an die GABA-Rezeptoren. GABA ist jener Botenstoff, welcher für die Beruhigung des Menschen zuständig ist. Benzodiazepine können allerdings sehr selten Paradoxreaktionen (Angstzustände, Schlaflosigkeit etc.) auslösen, insbesondere bei älteren Menschen.

Abgesehen von diesen wenigen Einzelfällen sind Benzodiazepine jedoch hoch effektive Medikamente und für die unmittelbare Behandlung gewisser Beschwerden schlicht alternativlos. Sie haben viel zur Humanisierung der Psychiatrie beigetragen und ein Verzicht auf sie ist heute undenkbar. Bei einem verantwortungsvollen Umgang unter ärztlicher Kontrolle ist die Einnahme von Benzodiazepinen in der Regel mit keinerlei Komplikationen verbunden.

Schwere Komplikationen können sich jedoch bei Missachtung der ärztlichen Einnahmeverordnung oder bei missbräuchlichem Konsum ergeben… insbesondere im Hinblick auf eine Benzodiazepin-Abhängigkeit, welche einer schweren Suchterkrankung in Nichts nachsteht. Ein aktives körperliches und/oder psychisches Verlangen kann bereits nach 4-8 Wochen (Richtwert) des regelmässigen Konsums entstehen, bei Missbrauch oder Suchterkrankungen in der Vorgeschichte sogar noch früher. Grundsätzlich gilt: Je häufiger der Konsum und je höher die Dosis desto schneller entsteht eine Suchterkrankung. Hinzu kommt die Toleranzentwicklung (Gewöhnungseffekt) bzw. verliert das Medikament nach und nach seine Wirksamkeit.

Benzodiazepine sind also unverzichtbare Medikamente, welche schwerste Beschwerden innert Kürze lindern können. Doch bei verantwortungslosem Umgang wird der anfängliche Segen zum Fluch.

Indikation
  • Angstzustände
  • Spannungszustände (Zulassung nur in DE)
  • Erregungszustände (Zulassung nur in DE)
Dosierung & Anwendung

Einnahme: Bei Bedarf (so selten und so niedrig dosiert wie möglich). Standartdosis 0,5mg.

Maximale Dosis pro Gabe: 2mg (sofortige Wirkstofffreigabe) / 4mg (verzögerte Wirkstofffreigabe).

Dosierung: 0,25-6mg (pro Tag)

Die hier erwähnte Dosierung bezieht sich auf Erwachsene ohne körperliche Einschränkungen im Alter zwischen 18 und 65 Jahren deren Behandlung ambulant erfolgt. Grundsätzlich muss die Dosis von einem Arzt individuell festgelegt werden. Sie kann somit von den hier erwähnten Angaben abweichen.

Halten Sie sich immer an die Dosisvorgaben des Arztes. Eine potenziell tödliche Überdosis (Atemdepression) kann auch in der hier erwähnten Dosierungsspanne auftreten, insbesondere wenn man die Einnahme von Benzodiazepinen nicht gewöhnt ist.

Pharmakokinetik

max. Plasmakonzentration: 1-2 Stunden

Halbwertszeit: 12-15 Stunden

Bioverfügbarkeit: 80-90%

Wirkungseintritt: 20-30 Minuten

Wirkdauer: 4-6 Stunden (sofortige Wirkstofffreigabe) / 12-14 Stunden (verzögerte Wirkstofffreigabe)

Diese Werte sind als Durchschnittswerte anzusehen. Je nach Alter, Nahrungsaufnahme und der Kombination mit anderen Medikamenten können diese Werte (teilweise stark) variieren.

Nebenwirkungen

Alle Benzodiazepine (inkl. Alprazolam) besitzen bei regelmässigem Konsum ein hohes Abhängigkeitspotenzial mit entsprechender Toleranzentwicklung. Halten Sie sich genau an die Einnahmeverordnung Ihres Arztes!

Sehr häufig (mehr als 10%):

  • Depression
  • Müdigkeit
  • Kopfschmerzen
  • Gedächtnisschwäche
  • Schwindel
  • Sprechstörungen
  • Störung der Bewegungskoordination
  • Mundtrockenheit
  • Verstopfungen
  • Erschöpfung
  • Reizbarkeit

Häufig (1-10%):

  • Verminderter Appetit
  • Verwirrtheit
  • Desorientiertheit
  • Sexuelle Funktionsstörungen (inkl. Libidoverlust)
  • Angstgefühl
  • Schlaflosigkeit
  • Nervosität
  • Erhöhte Libido
  • Gleichgewichtsstörungen
  • Aufmerksamkeitsstörung
  • Tagesschläfrigkeit
  • Lethargie
  • Zittern (Tremor)
  • Verschwommenes Sehen
  • Übelkeit
  • Hautausschläge
  • Gewichtsveränderungen

Gelegentlich (0.1-1%):

  • Muskelschwäche
  • Spontanes Wasserlassen (Einnässen)
  • Unregelmässige Menstruation
  • Manie
  • Halluzinationen
  • Zorn
  • Unruhe
  • Erinnerungslücken

Selten (0.01-0.1%):

  • Allergische Reaktionen

Weitere (sehr seltene Nebenwirkungen / Einzelfälle / Häufigkeit unbekannt):

  • Nesselsucht
  • Schwellungen im Kehlkopfbereich
  • Pharynxödem
  • Veränderte Blutwerte (Hyperprolaktinämie)
  • Hypomanie
  • Aggression
  • Feindseligkeit
  • Paradoxe Reaktionen
  • Abwegiges Denken
  • Psychomotorische Unruhe
  • Bewegungsstörungen
  • Störungen des vegetativen Nervensystems
  • Erhöhter Augendruck
  • Verdauungsstörungen
  • Hepatitis
  • Leberfunktionsstörungen
  • Gelbsucht
  • Anigoödem
  • Lichtempfindlichkeit der Haut
  • Harnverhalt
  • Ödeme

Menschen mit Depressionen und/oder Angststörungen gehen meist automatisch davon aus, sämtliche und/oder die schwersten Nebenwirkungen zu entwickeln. Hierbei kann ein Nocebo-Effekt (ein negativer Placebo-Effekt) entstehen. Diese Annahme ist objektiv nicht begründet (ausg. Abhängigkeit bei zu häufigem Konsum).

Kontraindikationen & Wechselwirkungen

Fragen Sie, bevor Sie Medikamente einnehmen immer Ihren Arzt oder Apotheker bezüglich Nebenwirkungen, Kontraindikationen (Gegenanzeigen) und Wechselwirkungen mit anderen (auch frei verkäuflichen) Medikamenten.

 

Nicht einnehmen dürfen Sie Alprazolam:

  • Wenn Sie allergisch gegenüber einem Inhaltsstoff Ihres Alprazolam-Präparates sind.
  • Bei einer Benzodiazepin-Unverträglichkeit.
  • Wenn Sie unter krankhafter Muskelschwäche (Myasthenia gravis) leiden.
  • Wenn Ihre Atemfunktion stark beeinträchtigt ist.
  • Wenn Sie unter Schlafapnoe (Atemaussetzer während des Schlafes) leiden.
  • Wenn bei Ihnen eine starke Beeinträchtigung der Leberfunktion festgestellt wurde.
  • Zusammen mit Alkohol.
  • Zusammen mit gewissen Mitteln gegen Pilzinfektionen.
  • Zusammen mit gewissen Mitteln zur Behandlung von HIV/AIDS (Proteasehemmer).

 

Bei der Einnahme von Alprazolam ist Vorsicht geboten…

  • Wenn Sie an einer Nierenfunktionsstörung leiden.
  • Wenn Sie zu Suchterkrankungen neigen, suchtkrank sind oder früher waren (inkl. Alkohol).
  • Wenn Sie manische Zustände aufweisen oder früher aufgewiesen haben.
  • Wenn Sie unter 18 oder über 65 Jahre alt sind.
  • Wenn Sie unter einer Galactose-Unverträglichkeit leiden.
  • Wenn bei Ihnen ein Lactase-Mangel festgestellt wurde.
  • Wenn Sie eine Glucose-Galactose-Malabsorption aufweisen.

 

Alprazolam soll mit den folgenden Arzneimitteln nur mit Vorsicht angewendet werden:

  • Opiaten/Opioiden-Schmerzmittel (nur in Ausnahmefällen unter strengster ärztlicher Überwachung erlaubt)
  • Andere Benzodiazepine
  • Barbituriate
  • Z-Drugs
  • Gewisse Antibiotika
  • Mittel gegen Bluthochdruck
  • Antidepressiva
  • Lithium
  • Digoxin
  • Antiepileptika
  • H1-Antihistaminika (gegen Allergien/Juckreiz)
  • Muskelrelaxanzien
  • Neuroleptika
  • Cimetidin
  • Omeprazol
  • Empfängnisverhütung („Pille“)

Diese Liste entspricht den aktuell verfügbaren Informationen, weitere Interaktionen und Kontraindikationen sind allerdings keineswegs auszuschliessen! Sprechen Sie unbedingt Ihren Arzt auf bestehende Erkrankungen und Veränderungen Ihrer Medikation (betrifft auch rezeptfreie Präparate) an, auch wenn auf dieser Liste keine Informationen vermerkt sind.

 

Schwangerschaft & Stillzeit

Aus einigen früheren Studien mit anderen Benzodiazepinen gibt es klare Hinweise für ein erhöhtes Risiko für Missbildungen des menschlichen Fötus.

Werden Benzodiazepine in der Schwangerschaft oder während des Geburtvorgangs verabreicht, sind beim Neugeborenen pharmakologische Wirkungen wie Hypothermie, niedriger Blutdruck, niedriger Muskeltonus, Trinkschwäche, Atemdepression und neonatale Entzugssymptome zu erwarten. Kinder von Müttern, die während der Spätschwangerschaft chronisch Benzodiazepine einnahmen, können eine physische Abhängigkeit entwickeln und deshalb nach der Geburt Entzugssymptome zeigen.

Da Benzodiazepine in die Muttermilch übertreten, soll Alprazolam während der Stillperiode nicht angewendet werden bzw. muss abgestillt werden.

Der Autor hat keine Beziehungen zu den Herstellern und ist nicht am Verkauf der erwähnten Produkte beteiligt. Dieses Medikament ist rezeptpflichtig. Die Einnahme muss ärztlich überwacht werden.