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Atypisches Neuroleptikum | Indikation: Akuttherapie gegen Manie bei bipolarer Störung
Handelsname: Sycrest

Allgemeine Informationen

Asenapin wurde 2012 in Europa zugelassen. Zulassungsinhaberin in die Firma Lundbeck.

Asenapin ist ein atypisches Neuroleptikum, welches unter dem Handelsnamen Sycrest vertrieben wird. Das Medikament ist Zugelassen zur Akutbehandlung von Manien bei einer bipolaren Störung, jedoch nicht gegen Psychosen. Obwohl Asenapin nicht bei allen Personen sedierend wirkt, kann es die Fahrtüchtigkeit und das Bedienen von Maschinen einschränken. Zugelassen ist die Substanz für Personen ab dem 18. Altersjahr.

Der genaue Wirkmechanismus ist, ebenso wie von anderen bei bipolarer Störung wirksamen Arzneimitteln, nicht vollständig geklärt. Asenapin wirkt im Gehirn an vielen verschiedenen Rezeptoren. Ein antagonistischer Effekt an D2– und 5-HT2A-Rezeptoren scheint im Vordergrund zu stehen.

Dosierung & Anwendung

Einnahme: 2x täglich unabhängig der Mahlzeiten.
Die Einnahme muss täglich erfolgen (also nicht nur bei unmittelbarem Bedarf).

Dosierung: 10-20mg

Die Dosierung muss von einem Arzt individuel festgelegt werden. Die Dosis kann somit von der Standartdosierung abweichen. Je nachdem ist eine höhere oder tiefere Dosis erforderlich.

Neuroleptika werden meist langsam „eingeschlichen“. Das heisst, dass im Normalfall mit der niederigsten Dosis angefangen und diese (nach einigen Tagen/Wochen) schrittweise bis zur Zieldosis erhöht wird. So sollen die Nebenwirkungen minimiert werden. Selten (z.B. bei akuter Manie) wird von Anfang an die Zieldosis verabreicht.

Gleich verhält es sich beim Absetzen des Medikamentes. Die Dosis wird über Tage bis Wochen hinweg langsam reduziert (auch bekannt als das „Ausschleichen“). So sollen Absetzerscheinungen verhindert werden.

Wirkungseintritt & Pharmakokinetik

max. Plasmakonzentration: nach 1-2 Stunden

Halbwertszeit: 20-24 Stunden

Bioverfügbarkeit: 2% (oral) / 30% (sublingual)

Wirkungseintritt: nach 1-2 Tagen bei bipolaren Störungen mit Manie / 1-2 Stunden Sedation

Diese Werte sind als Durchschnittswerte anzusehen. Je nach Alter, Nahrungsaufnahme und der Kombination mit anderen Medikamenten können diese Werte (teilweise stark) varieren.

Nebenwirkungen im Detail

Sehr häufig (mehr als 10%): Angst, Bewusstseinsstörungen.

Häufig (1-10%): Erhöhtes Gewicht, Appetitsteigerung, Bewegungsstörungen, motorische Unruhe, Störung des Bewegungsablaufes, Parkinsonismus, Sedierung, Schwindelgefühl, Geschmacksstörung, Druckempfindlichkeit im Maul, erhöhte Leberwertenzyme (Alaninaminotransferase), Verhärtung der Muskulatur, Ermüdung.

Gelegentlich (0.1-1%): Erhöhter Blutzucker, kurze spontane Bewusstlosigkeit, Krampfanfall, Störung der Motorik, Sprechstörungen, Herz-Probleme (Sinusbradykardie, Sinustachykardie), Herzfunktionsstörungen, QT-Verlängerung im EKG, Blutdruck-Probleme, geschwollene Zunge, Schluckstörungen, Schmerzen auf der Zungenoberfläche, Kribbeln im Mund, sexuelle Funktionsstörung, Probleme bei der Menstruation.

Selten (0.01-0.1%): Blutwert-Probleme (Neutropenie), malignes neuroleptisches Syndrom, Probleme beim Anpassen der Sehschärfe, Lungenembolie, Auflösung quergestreifter Muskelfasern, Vergrösserung der Brustdrüsen beim Mann, Austritt von Muttermilch aus der Brust ohne Schwangerschaft/Stillzeit.

Manische Personen haben oft keine Krankheitseinsicht und verweigern die Einnahme von Medikamenten. Nehmen sie schlussendlich doch welche und ihre Stimmung stabilisiert sich (oder kippt gar ins Depressive) gehen sie davon aus, dass sie die schlimmsten und stärksten Nebenwirkungen haben. Dies ist objektiv nicht begründet. Viele Nebenwirkungen verschwinden nach einigen Wochen der Therapie.

 

Kontraindikationen (Gegenanzeigen)
  • schwere Leberinsuffizienz
  • Schwangerschaft & Stillzeit

Fragen Sie, bevor Sie Medikamente einnehmen immer Ihren Arzt oder Apotheker bezüglich Nebenwirkungen, Kontraindikationen (Gegenanzeigen) und Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten.

Schwangerschaft & Stillzeit

Bisher liegen keine ausreichenden Erfahrungen mit der Anwendung von Asenapin bei Schwangeren vor.

Bei Neugeborenen, deren Mütter während des dritten Trimenons der Schwangerschaft Antipsychotika (einschliesslich Asenapin) einnahmen, besteht nach der Geburt das Risiko für extrapyramidalmotorische Symptome und/oder Entzugssymptome. Diese Symptome bei Neugeborenen können Agitation, ungewöhnlich erhöhten oder verminderten Muskeltonus, Tremor, Schläfrigkeit, Schwierigkeiten beim Atmen oder Probleme beim Füttern einschliessen. Dementsprechend sollten Neugeborene sorgfältig überwacht werden.

Es ist nicht bekannt, ob Asenapin oder seine Metaboliten beim Menschen in die Muttermilch ausgeschieden werden. Es wird empfohlen, dass Frauen, die Asenapin einnehmen, nicht stillen.

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