Allgemeine Hinweise

 

Quellen

Für alle Angaben haben wir in den Fachinformationen des Arzneimittelkompendiums der Schweiz recherchiert (sofern in der Schweiz vertrieben), da dieses direkt von der behördlichen Medikamentenzulassungs-Stelle (swissmedic) betrieben wird und somit immer auf dem neusten Stand ist. Die Fachinformationen für Ärzte der Arzneimittelbehörden Deutschlands und Österreichs sind hingegen nicht öffentlich zugänglich.

Bei der Indikation wurde nur die offizielle Zulassung gemäss den Fachinformationen des Arzneimittelkompendiums der Schweiz angegeben. Fast alle Medikamente werden auch im off-lable use bei anderen Störungen eingesetzt.

 

Packungsbeilagen

Für die Packungsbeilage haben wir ebenfalls den Link zum Schweizer Arzneimittelkompendium gewählt. Dieses wird von der staatlichen Zulassungsstelle (swissmedic) betrieben und ist immer auf dem neusten Stand. Es kann sein, dass der Schweizer Handelsname eines Medikamentes nicht mit jenem von Deutschland oder Österreich übereinstimmt. Dass Medikament ist jedoch genau dasselbe! Wichtig ist die internationale Bezeichnung des Inhaltsstoffes. Falls Sie unsicher sind, vergleichen Sie die aufgeführten Handelsnamen mit der Packungsbeilage.

 

Weitere Hinweise

Für Medikamente gibt es verschiedenste Handelsnamen. Desshalb sind hier primär die Wirk- bzw. Inhaltsstoffe aufgelistet. Falls der Inhaltsstoff nicht bereits im Namen des Medikamentes enthalten ist, findest Sie ihn meist auf der Packungsbeschriftung in unmittelbarer Nähe zum Handelsnamen.

Benzodiazepine und Z-Drugs wirken bei fast allen Menschen gleich gut. Diese Medikamente sind hoch effektiv und werden normalerweise sehr gut vertragen. Dennoch sind sie aufgrund ihres Abhängigkeitspotenzials und der Toleranzenwicklung nicht für eine Dauermedikation geeignet. Diese ergeben sich jedoch nicht sofort sondern erst nach längerer und regelmässiger Einnahme in kurzen Zeitabständen (nach ca. 4-8 Wochen).

Für mehr Informationen zum jeweiligen Medikament wie allen Nebenwirkungen, Wirkungseintritt, Einnahmefrequenz, Altersfreigaben, Anwendung bei Schwangerschaft und Stillzeit etc. klicken Sie bitte auf Detailinformationen.

Benzodiazepin & Z-Drug Entzug

Bei längerer und regelmässiger Einnahme können Benzodiazepine sowie Z-Drugs schwer abhängig machen. Eine Abhängigkeit ergibt sich jedoch nicht sofort (nach ca. 4-8 Wochen intensivem Konsum). Dadurch ist eine enge ärztliche Überwachung notwendig. Benzodiazepine und Z-Drugs gelegentlich zu konsumieren ergibt meist keine Probleme.

Menschen die Benzodiazepine und Z-Drugs nicht brauchen, sondern Missbrauchen, werden in der Regel früher abhängig als solche, welche diese Medikamente zum Lindern ihrer psychischen Beschweren einnehmen. Ebenfall schneller werden Personen abhängig, welche bereits Suchterfahrungen (z.B. Alkohol) haben.

Die häufigsten Symptome bei einem Benzodiazepin- und/oder Z-Drug Entzug sind:

Psychische Entzugserscheinungen

  • innere Unruhezustände/Agitiertheit
  • Schlafstörungen
  • Angstzustände (inkl. Panikattacken, Agoraphobie, Soziophobie etc.)
  • Depersonalisation und/oder Derealisation
  • Halluzinationen (seltener)
  • Depressionen
  • Zwänge
  • Paranoide Gedanken
  • Wut/Agression
  • Gedächnis- und/oder Konzentrationsstörungen
  • Aktives verlangen nach dem Suchtmittel

 

Körperliche Entzugserscheinungen

  • Schmerzen (inkl. Kopf-, Rücken- und Halsschmerzen etc.)
  • Kribbeln und Taubheitsgefühle (nicht nur an den Extremitäten)
  • Schwächeanfälle
  • Grippensymptome
  • Muskelzuckungen
  • Tics
  • Elektrische Schocks
  • Tremor
  • Schwindel und/oder Gleichgewichtsstörungen
  • Verschwommenes Sehen
  • Doppelbilder
  • Entzündete und/oder trockene Augen
  • Tinnitus
  • Hypersensitivität (z.B. Licht, Geräusche etc.)
  • Übelkeit und/oder Erbrechen
  • Durchfall
  • Juckreiz
  • Schwitzen
  • Flush
  • Mundtrockenheit
  • Hyperventilation
  • Gewichtsveränderungen und/oder Appetitstörungen
  • Hautausschläge

Zudem kann es (bei Abhängigkeit bzw. einem Entzug) zu einem Rebound-Effekt kommen. Dass heisst, dass die urspünglichen Beschwerden in verstärkter Form zurückkehren.

Ein weiteres Problem ist die Toleranzentwicklung. Toleranzentwicklung heisst, dass der Betroffene immer mehr von der Substanz (Medikament) braucht, um den gleichen Effekt wie zu Beginn der Einnahme zu erzielen. Dies kann soweit gehen, dass die Wirkung nach längerer Zeit ganz verschwindet. Eine Toleranzentwicklung verläuft meist zu Beginn der Medikation sehr schnell, bis sie nach wenigen Tagen abflacht und nur noch leicht verläuft. Bis die Medikamente nicht mehr wirken dauert es längere Zeit (Monate) und ist meist mit einer Abhängigkeit verbunden.

Bei Angst- und Panikattacken sind Benzodiazepine alternativlos. Sie werden meist sporadisch solange genommen, bis der Effekt eines anderen angstlösenden Medikamentes (z.B. eines Antidepressiva) eintritt.

Bei Schlafstörungen gibt es die Möglichkeit auf ein sedierendes Antidepressivum (z.B. Mirtazapin, Trimipramin, Amitriptylin) oder ein sedierendes Neuroleptikum (z.B. Quetiapin, Olanzapin) zurückzugreifen.

 

Primäre Verwendung gegen Angststörungen
Primäre Verwendung als Beruhigungsmittel
Primäre Verwendung als Schlafmittel

Alle Benzodiazepine (kurz „Benzos“) wirken innert Kürze angstlösend, beruhigend, antikonvulsiv (antiepileptisch), muskelrelaxierend und schlafanstossend bzw. erzwingend.

Z-Drugs wirken primär schlafanstossend, in höheren Dosen schlaferzwingend.

Die Einnahme muss aufgrund der Suchtgefahr und der Toleranzentwicklung ärztlich eng überwacht werden.

Eine Abhängigkeit ergibt sich jedoch nicht sofort, sondern erst nach längerer regelmässiger Einnahme (ca. 4-8 Wochen).