bipolare Störungen

Allgemeine Informationen

Als bipolare Störung (früher auch manisch-depressive Erkrankung genannt) bezeichnet man eine affektive Störung, welche durch krankhafte Stimmungs- und Antriebsschwankungen gekennzeichnet ist. Die Betroffenen pendeln dabei zwischen extremen emotionalen Hochs (Manie/Hypomanie) und Tiefs (Depression) hin und her, ohne diesen Vorgang kontrollieren zu können. Zwischendurch kommt es häufig zu neutralen Phasen, in welchen sich keine Krankheitssyptome bemerkbar machen. Bei schnellen Wechseln (mind. 4x pro Jahr) zwischen beiden Polen spricht man von einem sogenannten „rapid cycling“.

Bipolare Störungen werden in den Typ I und Typ II unterteilt. Unter einer bipolar-I-Störung wird der Wechsel zwischen Manie und Depression verstanden, unter einer bipolar-II-Störung der Wechsel zwischen Hypomanie und Depression. Die Hypomanie ist vereinfacht formuliert eine schwächere Ausprägung der klassischen Manie (siehe Diagnosekriterien).

Neurobiologisch gesehen ist bei einer Depression der Mangel an gewissen Botenstoffen (allen voran Serotonin) das Problem, bei Manien/Hypomanien soll es genau umgekehrt sein; es herrscht ein Überangebot gewisser Neurotransmitter. Zentral dabei sind die Botenstoffe Serotonin, Noradrenalin und Dopamin. Diese These wurde in Tierversuchen und in-vitro-Studien belegt, ist jedoch teilweise immer noch Umstritten.

Des Weitern gibt es klare Indizien, dass eine bipolare Störung genetische Ursachen hat. Menschen mit familiärer Vorbelastung haben ein 7 Mal höheres Risiko an einer bipolaren Störung zu erkranken.

In einer Studie wurden eineige Zwillinge untersucht, die folglich die gleichen Erbanlagen haben, und hatte der eine Zwilling eine bipolare Erkrankung, so hatte der andere dies in 60% bis 80% der Fälle auch. Umgekehrt ließe sich sagen, dass 20-40% der Zwillinge trotz gleicher Erbanlage gesund oder nicht bipolar waren. Es spielen also offenbar viele andere Faktoren eine Rolle. Außerdem ist zu bedenken, dass auch die Gene nicht „deterministisch“ (einseitig bestimmend) wirken, sondern z. B. durch Belastungsfaktoren „geweckt“ werden können. Umwelt- und Erbfaktoren stehen also in Wechselwirkung. Zu den Umweltfaktoren zählen vor allem Stress, Traumata und Rauschmittelkonsum.

Grundsätzlich sind Manien/Hypomanien meist besser unter Kontrolle zu bringen als Depressionen, dies sagt jedoch nichts über den Einzelfall aus.

Bipolare Störung Typ I

Bipolare Störungen (früher auch manisch-depressive Erkrankung genannt) werden in dem in allen deutschsprachigen Ländern gültigen Diagnoseverzeichnis ICD-10 wie folgt beschrieben, Zitat: „Bei einer bipolaren Störung handelt es sich um eine Störung, die durch wenigstens zwei Episoden charakterisiert ist, in denen Stimmung und Aktivitätsniveau des Betroffenen deutlich gestört sind. Diese Störung besteht einmal in gehobener Stimmung, vermehrtem Antrieb und Aktivität (Manie/Hypomanie), dann wieder in einer Stimmungssenkung und vermindertem Antrieb und Aktivität (Depression).“

Des Weitern werden bipolare Störungen in den Typ I und den Typ II unterteilt. Unter einer bipolar-I-Störung versteht man den Wechsel zwischen Manie und Depression; unter einer bipolar-II-Störung den Wechsel zwischen Hypomanie und Depression. Eine Hypomanie ist -sehr vereinfacht formuliert- eine abgeschwächte Form der Manie. Die Kriterien einer Depression sind bei beiden Krankheitstypen die selben.

Damit es zur Diagnose „bipolare Störung I“ kommt ist folglich die Manie als Kriterium elementar. Das ICD-10 definiert die Manie wie folgt, Zitat: „Im Zuge einer manischen Episode ist die Stimmung situationsinadäquat gehoben und kann zwischen sorgloser Heiterkeit und fast unkontrollierbarer Erregung schwanken. Die gehobene Stimmung ist mit vermehrtem Antrieb verbunden, dies führt zu Überaktivität, Rededrang und vermindertem Schlafbedürfnis. Die Aufmerksamkeit kann nicht mehr aufrechterhalten werden, es kommt oft zu starker Ablenkbarkeit. Die Selbsteinschätzung ist mit Größenideen oder übertriebenem Optimismus häufig weit überhöht. Der Verlust normaler sozialer Hemmungen kann zu einem leichtsinnigen, rücksichtslosen oder in Bezug auf die Umstände unpassenden und persönlichkeitsfremden Verhalten führen.“ In einigen Fällen kann es im Zuge einer Manie zu psychotischen Symptomen (Wahnvorstellungen, Halluzinationen etc.) kommen (a.d.R.).

Offizielle Diagnosekriterien einer Manie nach ICD-10:

 

  • Eine ausgeprägte Periode abnormer und ständiger gehobener, überschwänglicher oder gereizter Stimmung, die über eine Woche dauert (oder Krankenhausaufenthalt).
  • Während der Periode der Stimmungsstörung halten drei (oder mehr) der folgenden Symptome bis zu einem bedeutsamen Grad beharrlich an:
  1. Übertriebenes Selbstbewusstsein oder Grössenwahn
  2. Verringertes Schlafbedürfnis (z. B. Erholungsgefühl nach nur drei Stunden Schlaf)
  3. Gesprächiger als üblich oder Drang zum Reden
  4. Ideenflucht oder subjektives Gefühl, dass die Gedanken rasen
  5. Zerstreutheit (Aufmerksamkeit wird zu leicht zu unwichtigen oder belanglosen externen Reizen gezogen)
  6. Zunahme zielgerichteter Aktivitäten (entweder sozial, am Arbeitsplatz oder in der Schule oder sexuell) oder psychomotorische Unruhe
  7. Exzessive Beschäftigung mit angenehmen Tätigkeiten, die höchstwahrscheinlich negative Folgen hat (z. B. ungehemmter Kaufrausch, sexuelle Taktlosigkeiten oder törichte geschäftliche Investitionen)
  • Die Stimmungsstörung ist hinlänglich schwer, um eine ausgeprägte Beeinträchtigung in beruflichen Aufgabengebieten oder unübliche soziale Aktivitäten oder Beziehungen mit anderen zu bewirken oder sie erfordern einen Krankenhausaufenthalt, um Selbst- oder Fremdschädigung zu verhindern, oder es gibt andere psychotische Merkmale.
  • Die Symptome sind nicht durch direkte physiologische Effekte einer Substanz (z. B. Drogenmissbrauch, Medikamente oder andere Behandlungen) oder eine generelle medizinische Verfassung (z. B. Überfunktion der Schilddrüse) verursacht.

 

Wie der Name „bipolar“ bereits sagt, ist die Krankheit von zwei völlig entgegen gesetzten Zuständen geprägt. Auf das Hoch der Manie folgt das Tief der Depression.

Bei Depressionen wird gemäss ICD-10 zwischen 3 Haupt- und 7 Nebensymptomen unterschieden. Diese Symptome müssen in klinischer Relevanz (ausreichender Stärke) für mindestens 2 Wochen dauerhaft vorhanden sein, bevor man von einer Depression spricht. Je nach Anzahl und Ausgeprägtheit werden Depressionen in „leicht“, „mittelschwer“ oder „schwer“ eingeteilt.

  • Leichte Depression: mind. 2 Haupt- und 2 Nebensymptome. Der betroffene Patient ist im Allgemeinen davon beeinträchtigt, aber oft in der Lage, die meisten Aktivitäten fortzusetzen.
  • Mittelschwere Depression: mind. 2 Haupt- und 3-4 Nebensymptome. Der betroffene Patient hat meist grosse Schwierigkeiten, alltägliche Aktivitäten fortzusetzen.
  • Schwere Depression: 3 Haupt- und 5 oder mehr Nebensymptome. Der betroffene Patient ist nicht im Stande, alltäglichen Aktivitäten nachzugehen.

Hauptsymptome gemäss ICD-10 sind:

  • Depressive Stimmung, in einem für die Betroffenen deutlich ungewöhnlichen Ausmass, die meiste Zeit des Tages, fast jeden Tag, im Wesentlichen unbeeinflusst von den Umständen.
  • Interessens- und Freudeverlust an Aktivitäten, die normalerweise angenehm waren.
  • Verminderter Antrieb oder erhöhte Ermüdbarkeit

Nebensymptome gemäss ICD-10:

  • Verlust des Selbstvertrauens oder Selbstwertgefühls
  • Unbegründete Selbstvorwürfe oder ausgeprägte, unangemessene Schuldgefühle
  • Wiederkehrende Gedanken an den Tod oder an Suizid sowie suizidales Verhalten
  • Klagen über oder Nachweis eines verminderten Denk- oder Konzentrationsvermögens, Unschlüssigkeit oder Unentschlossenheit
  • Psychomotorische Agitiertheit oder Hemmung (subjektiv oder objektiv)
  • Schlafstörungen jeder Art
  • Appetitverlust oder gesteigerter Appetit mit entsprechender Gewichtsveränderung

Patienten erwähnen ebenfalls eine Vielzahl anderer Symptome, welche hier nicht aufgeführt sind. Dazu gehören vor allem Hoffnungslosigkeit, negatives Denken/Gedankenkreisen, Depersonalisation/Derealisation, sexuelles Desinteresse, selbstverletzendes Verhalten (SVV) und körperliche Beschwerden (z.B. Schmerzen).

Des Weitern beschreibt das ICD-10 eine Depression wie folgt, Zitat: „Bei den typischen leichten, mittelgradigen oder schweren Episoden leidet der betroffene Patient unter einer gedrückten Stimmung und einer Verminderung von Antrieb und Aktivität. Die Fähigkeit zu Freude, das Interesse und die Konzentration sind vermindert. Ausgeprägte Müdigkeit kann nach jeder kleinsten Anstrengung auftreten. Der Schlaf ist meist gestört, der Appetit vermindert. Selbstwertgefühl und Selbstvertrauen sind fast immer beeinträchtigt. Sogar bei der leichten Form kommen Schuldgefühle oder Gedanken über eigene Wertlosigkeit vor. Die gedrückte Stimmung verändert sich von Tag zu Tag wenig, reagiert nicht auf Lebensumstände und kann von so genannten „somatischen“ Symptomen begleitet werden, wie Interessenverlust oder Verlust der Freude, Früherwachen, Morgentief, deutliche psychomotorische Hemmung, Agitiertheit, Appetitverlust, Gewichtsverlust und Libidoverlust. Abhängig von Anzahl und Schwere der Symptome ist eine depressive Episode als leicht, mittelgradig oder schwer zu bezeichnen.“

Eine Selbstdiagnose zu erstellen ist nicht möglich. Dazu bedarf es der Begutachtung einer Fachperson (Psychiater oder Psychologe). Bei Verdacht auf eine bipolare Erkrankung sollte eine solche aufgesucht werden.

Bipolare Störung Typ II

Bipolare Störungen (früher auch manisch-depressive Erkrankung genannt) werden in dem in allen deutschsprachigen Ländern gültigen Diagnoseverzeichnis ICD-10 wie folgt beschrieben, Zitat: „Bei einer bipolaren Störung handelt es sich um eine Störung, die durch wenigstens zwei Episoden charakterisiert ist, in denen Stimmung und Aktivitätsniveau des Betroffenen deutlich gestört sind. Diese Störung besteht einmal in gehobener Stimmung, vermehrtem Antrieb und Aktivität (Manie/Hypomanie), dann wieder in einer Stimmungssenkung und vermindertem Antrieb und Aktivität (Depression).“

Des Weitern werden bipolare Störungen in den Typ I und den Typ II unterteilt. Unter einer bipolar-I-Störung versteht man den Wechsel zwischen Manie und Depression; unter einer bipolar-II-Störung den Wechsel zwischen Hypomanie und Depression. Eine Hypomanie ist -sehr vereinfacht formuliert- eine abgeschwächte Form der Manie. Die Kriterien einer Depression sind bei beiden Krankheitstypen die selben.

Damit es zur Diagnose „bipolare Störung I“ kommt ist folglich die Hypomanie als Kriterium elementar. Das ICD-10 definiert die Hypomanie wie folgt, Zitat: „Eine Störung, charakterisiert durch eine anhaltende, leicht gehobene Stimmung, gesteigerten Antrieb und Aktivität und in der Regel auch ein auffallendes Gefühl von Wohlbefinden und körperlicher und seelischer Leistungsfähigkeit. Gesteigerte Geselligkeit, Gesprächigkeit, übermäßige Vertraulichkeit, gesteigerte Libido und vermindertes Schlafbedürfnis sind häufig vorhanden, aber nicht in dem Ausmaß, dass sie zu einem Abbruch der Berufstätigkeit oder zu sozialer Ablehnung führen. Reizbarkeit, Selbstüberschätzung und flegelhaftes Verhalten können an die Stelle der häufigen euphorischen Geselligkeit treten. Die Störungen der Stimmung und des Verhaltens werden nicht von Halluzinationen oder Wahn begleitet.“

Offizielle Diagnosekriterien einer Hypomanie nach ICD-10:

 

  • Eine mindestens vier Tage andauernde, ausgeprägte Periode ständig gehobener, überschwänglicher oder gereizter Stimmung, die eindeutig verschieden von der üblichen nichtdepressiven Stimmung ist.
  • Während der Phase der Stimmungsstörung sind drei (oder mehr) der folgenden Symptome (vier, wenn die Stimmung nur gereizt ist) bis zu einem gewissen Grad ständig vorhanden:
  1. Überhöhtes Selbstwertgefühl oder Grössenwahn
  2. Vermindertes Schlafbedürfnis (z. B. Erholungsgefühl nach nur drei oder weniger Stunden Schlaf)
  3. Gesprächiger als üblich oder Rededrang
  4. Ideenflucht oder subjektive Erfahrung des Gedankenrasens
  5. Zerstreutheit (das bedeutet Fokussierung auf unwichtige oder unerhebliche externe Reize)
  6. Zunahme zielgerichteter Aktivitäten (entweder sozial, beruflich oder in der Schule, oder sexuelle oder psychomotorische Unruhe)
  7. Übertriebenes Engagement bei Vergnügungen, die in einem hohen Masse schmerzhafte Konsequenzen nach sich ziehen (z. B. hemmungsloser Kaufrausch, sexuelle Indiskretionen oder leichtsinnige geschäftliche Investitionen)
  • Die Episode wird begleitet von Veränderungen der Leistungsfähigkeit oder des Verhaltens, die für die Person in symptomfreien Phasen uncharakteristisch ist.
  • Die Stimmungsstörung und der Wechsel des Auftretens werden durch Andere beobachtet.
  • Die Episode ist nicht schwer genug, um eine ausgeprägte Beeinträchtigung in sozialen oder beruflichen Aufgabenbereichen zu verursachen oder einen Krankenhausaufenthalt zu erfordern, und es gibt keine psychotischen Merkmale. Die Symptome sind nicht durch direkte physiologische Effekte einer Substanz (z. B. Drogenmissbrauch, Medikamente oder andere Behandlungen) oder eine generelle medizinische Verfassung (z. B. Überfunktion der Schilddrüse) verursacht.

 

Wie der Name „bipolar“ bereits sagt, ist die Krankheit von zwei völlig entgegen gesetzten Zuständen geprägt. Auf das Hoch der Hypomanie folgt das Tief der Depression.

Bei Depressionen wird gemäss ICD-10 zwischen 3 Haupt- und 7 Nebensymptomen unterschieden. Diese Symptome müssen in klinischer Relevanz (ausreichender Stärke) für mindestens 2 Wochen dauerhaft vorhanden sein, bevor man von einer Depression spricht. Je nach Anzahl und Ausgeprägtheit werden Depressionen in „leicht“, „mittelschwer“ oder „schwer“ eingeteilt.

  • Leichte Depression: mind. 2 Haupt- und 2 Nebensymptome. Der betroffene Patient ist im Allgemeinen davon beeinträchtigt, aber oft in der Lage, die meisten Aktivitäten fortzusetzen.
  • Mittelschwere Depression: mind. 2 Haupt- und 3-4 Nebensymptome. Der betroffene Patient hat meist grosse Schwierigkeiten, alltägliche Aktivitäten fortzusetzen.
  • Schwere Depression: 3 Haupt- und 5 oder mehr Nebensymptome. Der betroffene Patient ist nicht im Stande, alltäglichen Aktivitäten nachzugehen.

Hauptsymptome gemäss ICD-10 sind:

  • Depressive Stimmung, in einem für die Betroffenen deutlich ungewöhnlichen Ausmass, die meiste Zeit des Tages, fast jeden Tag, im Wesentlichen unbeeinflusst von den Umständen.
  • Interessens- und Freudeverlust an Aktivitäten, die normalerweise angenehm waren.
  • Verminderter Antrieb oder erhöhte Ermüdbarkeit

Nebensymptome gemäss ICD-10:

  • Verlust des Selbstvertrauens oder Selbstwertgefühls
  • Unbegründete Selbstvorwürfe oder ausgeprägte, unangemessene Schuldgefühle
  • Wiederkehrende Gedanken an den Tod oder an Suizid sowie suizidales Verhalten
  • Klagen über oder Nachweis eines verminderten Denk- oder Konzentrationsvermögens, Unschlüssigkeit oder Unentschlossenheit
  • Psychomotorische Agitiertheit oder Hemmung (subjektiv oder objektiv)
  • Schlafstörungen jeder Art
  • Appetitverlust oder gesteigerter Appetit mit entsprechender Gewichtsveränderung

Patienten erwähnen ebenfalls eine Vielzahl anderer Symptome, welche hier nicht aufgeführt sind. Dazu gehören vor allem Hoffnungslosigkeit, negatives Denken/Gedankenkreisen, Depersonalisation/Derealisation, sexuelles Desinteresse, selbstverletzendes Verhalten (SVV) und körperliche Beschwerden (z.B. Schmerzen).

Des Weitern beschreibt das ICD-10 eine Depression wie folgt, Zitat: „Bei den typischen leichten, mittelgradigen oder schweren Episoden leidet der betroffene Patient unter einer gedrückten Stimmung und einer Verminderung von Antrieb und Aktivität. Die Fähigkeit zu Freude, das Interesse und die Konzentration sind vermindert. Ausgeprägte Müdigkeit kann nach jeder kleinsten Anstrengung auftreten. Der Schlaf ist meist gestört, der Appetit vermindert. Selbstwertgefühl und Selbstvertrauen sind fast immer beeinträchtigt. Sogar bei der leichten Form kommen Schuldgefühle oder Gedanken über eigene Wertlosigkeit vor. Die gedrückte Stimmung verändert sich von Tag zu Tag wenig, reagiert nicht auf Lebensumstände und kann von so genannten „somatischen“ Symptomen begleitet werden, wie Interessenverlust oder Verlust der Freude, Früherwachen, Morgentief, deutliche psychomotorische Hemmung, Agitiertheit, Appetitverlust, Gewichtsverlust und Libidoverlust. Abhängig von Anzahl und Schwere der Symptome ist eine depressive Episode als leicht, mittelgradig oder schwer zu bezeichnen.“

Eine Selbstdiagnose zu erstellen ist nicht möglich. Dazu bedarf es der Begutachtung einer Fachperson (Psychiater oder Psychologe). Bei Verdacht auf eine bipolare Erkrankung sollte eine solche aufgesucht werden.

Gemischte Episode

Eine Selbstdiagnose zu erstellen ist nicht möglich. Dazu bedarf es der Begutachtung einer Fachperson (Psychiater oder Psychologe). Bei Verdacht auf eine bipolare Erkrankung sollte eine solche aufgesucht werden. Die offiziellen Diagnosekriterien der gemischten Episode einer bipolaren Störung sind im internationalen Diagnoseverzeichnis ICD-10 festgehalten, welches auch in allen deutschsprachigen Ländern gültig ist.

Allgemeine Definition einer bipolaren Störung nach ICD-10: „Bei einer bipolaren Störung handelt es sich um eine Störung, die durch wenigstens zwei Episoden charakterisiert ist, in denen Stimmung und Aktivitätsniveau des Betroffenen deutlich gestört sind. Diese Störung besteht einmal in gehobener Stimmung, vermehrtem Antrieb und Aktivität (Manie/Hypomanie), dann wieder in einer Stimmungssenkung und vermindertem Antrieb und Aktivität (Depression).“

Spezifische Definition einer gemischten bipolaren Episode nach ICD-10: „Der betroffene Patient hatte wenigstens eine eindeutig diagnostizierte hypomanische, manische, depressive oder gemischte affektive Episode in der Anamnese und zeigt gegenwärtig entweder eine Kombination oder einen raschen Wechsel von manischen und depressiven Symptomen.“

Offizielle Diagnosekriterien einer gemischten Episode nach ICD-10:

 

  • Für mindestens eine Woche werden fast jeden Tag sowohl die Kriterien für eine manische Phase als auch für eine depressive Phase erfüllt (abgesehen vom Kriterium der Dauer).
  • Die Störung der Stimmung ist schwer genug, um eine ausgeprägte Beeinträchtigung in beruflichen Aufgabengebieten oder unübliche soziale Aktivitäten oder Beziehungen mit anderen zu bewirken, oder sie erfordert einen Krankenhausaufenthalt, um Selbst- oder Fremdschädigung zu verhindern.
  • Die Symptome sind nicht durch direkte physiologische Effekte einer Substanz (z. B. Drogenmissbrauch, Medikamente oder andere Behandlungen) oder eine generelle medizinische Verfassung (z. B. Überfunktion der Schilddrüse) verursacht.
Statistik
  • Die Wahrscheinlichkeit einmal im Leben an einer bipolaren Störung zu erkranken liegt bei 1-5%
  • Männer sind gleich häufig betroffen wie Frauen
  • Das durchschnittliche Alter der Ersterkrankung liegt bei ca. 18 Jahren
  • Ungefähr 25 % bis 50 % aller Menschen mit bipolarer Störung unternehmen mindestens einen Suizidversuch
  • Die Suizidrate bei manisch-depressiven Erkrankungen, also bipolaren Störungen, liegt bei 10-20%
  • Die bipolare Störung I (Manie) kommt gleich häufig vor wie der Typ II (Hypomanie)
  • Die Wechselfrequenz zwischen Depression und Manie erhöht sich im Laufe der Krankheit.
  • 81% der Patienten, die eine affektive Störung (Depression und bipolare Störung) haben, leiden unter einer weiteren psychischen Störung ( z.B. Angststörung, Persönlichkeitsstörung, Suchterkrankung, ADHS etc.).