Ich hasse es keine Energie zu haben. Gestern abend hätte ich auf die Party eines Freundes gehen sollen, aber denkste. Diese Antriebslosigkeit lässt das Sozialleben den Bach runter gehen. Blieb lieber Zuhause und warf mir Mirtazapin ein. Schlafen ist der einzige Zeitpunkt wo ich Ruhe vor den Depressionen habe.

Sam

Ich leide seit ich denken kann an einer rezidivierenden Depression. Diese Krankheit ist das absolut letzte. Sobald es mir ein wenig besser geht kommt das nächste Tief. Medikamente habe ich schon etliche durch, auch EKT habe ich probiert, alles ohne Erfolg. Im Dezember habe ich den Eingriff einer THS (Tiefe-Hirn-Stimulation), meine letzte Hoffnung. Ich halte euch auf dem laufenden 🙁

Annette

Ich habe jetzt seit 3 Jahren eine starke Angststörung mit Panikattacken. Ich habe verschiedene Medikamente wie Sertralin, Venlafaxin, Opipramol etc. durchprobiert. Diese helfen ein wenig, aber nicht wirklich. Heute bin ich wieder mal am Ende. Hatte am Morgen eine Panikattacke und konnte anschliessend nicht auf Arbeit. Gibt es hier irgendwer, der Tipps für mich hat?

Thomas

 

Deprimed-Team

Hallo Thomas

Da du Medikamente nimmst gehen wir davon aus, dass du in professioneller ärzlicher Behandlung bist. Es ist selten, dass Menschen mit einer Angststörung nicht auf Antidepressiva ansprechen, dies kann jedoch vorkommen.

Wir nehmen an, dass du bereits das ganze Training in Enspannungsübungen etc. hinter dir hast. Dieses muss regelmässig praktiziert bzw. geübt werden. Wichtig ist auch, dass du eine Psychotherapie machst. Medikamente können im Idealfall die Symptome unterdrücken (was schonmal nen Segen ist), doch heilen tun sie nicht.

Medikamentös der Hinweis, dass du es einmal mit Pregabalin (Lyrica) versuchen könntest. Pregabalin ist ein Antiepileptikum, welches auch gegen Angststörungen zugelassen ist. Es hat einen völlig anderen Wirkmechanismus als Antidepressiva was bei dir die Chancen erhöhen könnte positiv dadrauf zu reagieren. Mehr zu Pregabalin findest du hier. Sprich deinen Arzt darauf an und erörtere mit ihm die weitere Vorgehensweise, vielleicht hat auch er noch Ideen.

Hat sonst noch jemand Tipps für Thomas? Schreibt uns per Mail oder Kontaktformular (siehe rechte Spalte).

 

Dana

Ich habe noch den Tipp Sport zu machen. Sport wirkt gemäss diverser wissenschaftlichen Studien bei Angststörungen sehr gut. Viel Glück 🙂

Heute ist es soweit. Ich habe das „Vorstellungsgespräch“ für meine Invalidenrente, bzw. deren Ergänzungsleistungen weil mir die Rente alleine nicht zum Leben reicht. Dafür musste ich einen ganzen Stapel Papiere zusammentragen.

Es ist einfach unangenehmt zu einer Behörde zu gehen und um Almosen zu betteln. Von jetzt an darf ich also neben der Frage, ob ich jemals in einer psychiatrischen Klinik war und ob ich eine Invalidenrente beziehe auch noch das Ja bei der Frage ob ich eine Zusatzrente habe ankreuzen. Wirklich phantastisch 🙁

Sam

Hallo zusammen

Ich leide seit Monaten unter Depressionen und Panikattacken. Es ist der absolute Horror. Vor kurzem bin ich Auto gefahren und hatte eine Panikattacke. Konnte natürlich nicht mehr weiterfahren. Habe dann ne Tavor (Lorazepam, dm) genommen. Nach 20min. wars vorbei, doch weiterfahren konnte ich natürlich nicht und dies auf einer Autobahn-Raststätte.

Ich hasse diese Krankheit, es ist das absolut hinterletzte was man erleben kann. Hinzu kommen noch die Depressionen, wenn auch im vergleich zu anderen hier nicht so stark. Muss wohl mit meinem AD wieder hoch, doch dann habe ich wieder die ganzen Nebenwirkungen.

Mein Leben besteht nur noch aus diesen scheiss Panikattacken. Grosse Plätze und viele Menschen gehen gar nicht mehr (die Ärzte nennen dies Agoraphobie), da ich immer Angst habe, dass eine neue Attacke kommt und ich mich dann nicht zurück ziehen kann.

Jaja, das sei normal, soll doch mein Arzt mal mit mir tauschen und dann reden wir weiter…

Sorry, wollte nur Dampf ablassen.

PS: geile Website 😉

Johanna

Ach, heute ist wieder so ein Tag. Es geht mir nicht richtig schlecht (also nicht so richtig, dass ich nur rumheule) aber ich krieg trotzdem keinen Fuss aus dem Bett.

Diese Antriebslosigkeit ist zum davonrennen. Wenn mans mal geschaft hat aufzustehen, dann gehts einigermassen, doch sich einen Tritt in den Allerwertesten zu geben da habberts noch.

Ich nerve mich ab allen die mir sagen „reiss dich mal zusammen“. Diese Menschen haben keinen Plan wie es sich anfühlt eine Depression zu haben. Wenns einfach nicht geht sosehr mans auch will. Doch ich selbst sage mir ja immer wieder „du musst“, „reiss dich zusammen“ und „mach jetzt einfach“. Heute war es eine gute Freundin, welche mir einen Tritt verpasst hat. Bei Ihr kann ich es akzeptieren. Sie hatte auch Depressionen und weiss, wie es sich anfühlt.

Sam

Seit drei Tagen habe ich wieder einen totalen Absturz. Ich dachte, dass es vielleicht endlich mal nen bisschen besser geht, aber denkste. Meine Antriebslosigkeit ist einfach zum wahnsinnig werden. Habe ein Kind (8 Jahre) und schaffe es nicht mehr einkaufen zu gehen. Ich weiss nicht, ob ihr dies kennt wenns einfach nicht mehr geht auch wenn man sich so anstrengt.

Vielleicht hat es auch mit den Medis zu tun, ich wechselte von Venlafaxin auf Citalopram. Keine Ahnung.

 

Anmerkung von deprimed:

Hallo Beatrice

Einerseits wissen wir alle, dass Depressionen ihre „hochs“ und „tiefs“ haben. Ein zusätzlicher Medikamentenwechsel kann dabei die eigene Unsicherheit und den Botenstoffhaushalt im Gehrin zusätzilich „destabilisieren“. Die könnte damit zu tun haben, dass Venlafaxin (ab einer Dosis von über 150-225mg) zur Serotoninwiederaufnahme noch zusätzlich die Aufnahme von Noradrenalin hemmt. Dies ist bei Citalopram nicht der Fall. Aber auch ohne Medis kanns immer wieder Einbrüche geben, dass kennen die Meisten von uns. Wir sind jedoch keine Ärzte. Wenn es zu schwierig wird wende dich bitte an deinen Arzt.

Antwort mit Einwilligung von Beatrice veröffentlicht

Beatrice

Ich leide jetzt dann 5 Jahre unter schweren Depressionen und Angststörungen in Komorbidität (also im Zusammenhang) mit ADHS und zwar mit allem was dazu gehört. 2 Klinikaufenthalte habe ich hinter mir. Ich probierte 24 Psychopharmaka (nicht alles Antidepressiva) in verschiedensten Kombinationen durch, ohne grossen Erfolg. Ich erhielt 32 Elektro-Krampf-Therapien (EKT) Injektionen mit Botox, alternativmedizinische Behandlungen und stehe immer noch am Punkt wo ich mich Frage wies weiter gehen soll.

Das perfideste an meiner Krankheit fand ich immer, dass es einem nicht nur völlig beschissen geht, sondern man dazu auch noch komplett hoffnungslos ist und kein Ende dieser Katastrophe sieht. Diese Hölle kann nur jemand wirklich nachvollziehen der diese einmal erleben „durfte.“

Heute geht es mir durch neue Medikamente  (Cymbalta, Lamortigin, Aripiprazol und Ritalin) und Sport ein wenig besser. Ich habe mich auch persönlich verändert und versuche in meiner Psychotherapie die Ursachen meiner Krankheit zu ergründen.

Ich bin wie man so schön sagt stabil, jedoch keineswegs über dem Berg. Selbst wenn ich irgendwann symptomfrei werde sage ich immer: Man wird nicht wieder gesund, man wird ex-depressiv. Denn diese Hölle zu erfahren wird einem das ganze Leben lang begleiten, auch wenn man nicht mehr direkt davon betroffen ist.

Sam

Ich wurde ca. ein halbes Jahr wegen Depressionen behandelt. Ich nahm diverse Medikamente ein, mit -diplomatisch formuliert- mässigem Erfolg. Mein Arzt hatte nur von Psychopharmaka eine Ahnung, von Psychotherapie leider nicht. Aber wie sollte ich als Depressions-Neuling den Unterschied zwischen einer Psychotherapie und einer Medikations-Therapie erkennen?

Nach 6 Monaten wurde ich in eine Klinik eingeliefert. Eine Psychologin (kein Arzt) hatte das erste Mal den Verdacht einer Borderline-Persönlichkeitsstörung. Zu diesem Zeitpunkt habe ich mich noch nicht sehr oft geritzt. Ein Arzt bestätigte bei mir eine Borderline-Persönlichkeitsstörung und empfahl mir eine Psychotherapie bei einem spezialisierten Psychologen, da man Persönlichkeitsstörungen nur beschränkt medikamentös Behandeln könne.

Mittlerweile ging es mir so schlecht, dass ich akut Selbstmordgefährdet war und auch einen Versuch unternahm. Die Schnittwunden wurden immer tiefer. Ich konnte nichts gegen dieses Verlangen tun. Wenn ich mich schnitt spürte ich wenigstes ein bisschen. Um es kurz zu machen: Ich wurde in eine geschlossene Abteilung eingeliefert. Nach diversen Medikamenten Umstellungen ging es mir ein wenig besser und ich wurde entlassen.

Kurz darauf ein erneuter Zusammenbruch. Ein zweiter Klinikaufenthalt stand bevor. Ich wurde aufgrund meiner Suizidabsichten in eine allgemeine Station eingewiesen, der absolute Horror. Wie man sich eine Psychiatrische Klinik aus irgendwelchen schlechten Filmen vorstellt. Nach 2 Wochen wurde ich in die Spezialstation für Persönlichkeitsstörungen überwiesen. Diese war total anders uns sehr angenehm.

Einen Medikamenten-Cocktail habe ich immer noch, doch die Psychtherapie hilft mir glaube ich mehr als die ganze Chemie. Leider dauert es so lange bis das Gequatsche endlich was hilft.

Anna

Zuerst ging ich zu einem Psychiater, welcher trotz meiner schweren Depression auf Psychoanalyse setze. Es wurde immer schlimmer. Schlussendlich wechselte ich den Arzt und landete bei einem Medikamenten-Doktor, also von einem extrem ins andere.

Es folgten über 2 Jahre Behandlungen mit Antidepressiva und anderen Medikamenten. Leider ohne irgendwelche Resultate zu erzielen. Ich kam mir vor wie eine Labormaus der Pharmaindustrie. Nach zwei Jahren der erste Klinikaufenthalt. Nach erneuten völlig erfolglosen und überflüssigen Medikations-Umstellungen wurde mir eine Elektro-Krampf-Therapie (EKT) empfohlen.

Nach anfänglichem Misstrauen willigte ich ein. Tatsächlich spürt man von den Stromschlägen absolut nichts und die Narkose fand ich sehr angenehm, fast zu angenehm. Nach ca. 8 Behandlungen machte es plötzlich „klick.“ Wie ein Knoten der sich löst. Nach 12 Behandlungen war ich komplett Symptomfrei und konnte wieder arbeiten gehen.

Medikamente nehme ich heute keine mehr. Dies ist auch insofern gut, dass ich keine Libidoprobleme mehr habe. Diese sexuellen Probleme sind eine einzige Katastrophe. Man ist ohnehin schon depressiv und kann das, was einem vielleicht gut tun würde auch nicht mehr machen. Eine Psychotherapie mache ich auch keine mehr, nur noch alle 12 Wochen eine EKT. Ich bin froh wieder auf den Beinen zu sein. Es gibt nichts schlimmeres als eine Depression.

Jean


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