Allgemeine Informationen
  • Handelsnamen: Elontril, Wellbutrin, Zyban
  • Kategorie: Selektiver Noradrenalin  und Dopamin Wiederaufnahme-Hemmer (SNDRI)
  • Indikation: Depressionen und Nikotinentzug
  • Libidoverlust: Nein
  • Gewichtsveränderung: Abnahme (häufig)
  • Hinweis: Die Tabletten dürfen nicht gespalten, zerkaut oder zerdrückt werden
Dosierung & Anwendung

Einnahme: 1x täglich Morgens unabhängig der Mahlzeiten.
Die Einnahme muss täglich erfolgen (also nicht nur bei unmittelbarem Bedarf).

Depressionen: 150-300mg

Die Dosierung muss von einem Arzt individuel festgelegt werden. Die Dosis kann somit von der Standartdosierung abweichen. Je nachdem ist eine höhere oder tiefere Dosis erforderlich.

Antidepressiva werden grundsätzlich langsam „eingeschlichen“. Das heisst, dass im Normalfall mit der niederigsten Dosis angefangen und diese (nach einigen Tagen/Wochen) schrittweise bis zur Zieldosis erhöht wird. So sollen die Nebenwirkungen minimiert werden.

Gleich verhält es sich beim Absetzen des Medikamentes. Die Dosis wird über Tage bis Wochen hinweg langsam reduziert (auch bekannt als das „Ausschleichen“). So sollen Absetzerscheinungen verhindert werden.

Wirkungseintritt & Halbwertszeit

Wirkungseintritt

Nach ca. 2-4 Wochen bei Depressionen

 

Halbwertszeit

Die Halbwertszeit von Bupropion beträgt ca. 20 Stunden. Die kombinierte Einnahme gewisser Medikamente kann die Halbwertszeit verändern.

 

Nebenwirkungen im Detail

Sehr häufig (mehr als 10%): Schlafstörungen und Kopfschmerzen

Häufig (1-10%): Muskelschwäche, Benommenheit, Schwitzen, Verstopfungen, Übelkeit, Erbrechen, tiefer Blutdruck, Ohnmacht, Schwindel.

Gelegentlich (0.1-1%): keine

Selten (0.01-0.1%): Blutwertprobleme (Erhöhung der Transaminasen), Hepatitis mit Gelbsucht, oberflächlies/zu langsames Atmen, Halluzinationen.

 

Menschen mit Depressionen und/oder Angststörungen gehen meist automatisch davon aus, sämtliche und/oder die schwersten Nebenwirkungen zu entwickeln. Hierbei kann ein Nocebo-Effekt (ein negativer Placebo-Effekt) entstehen.

Eine solche Annahme ist objektiv nicht begründet. Die meisten Menschen entwickeln gar keine bis nur wenige Nebenwirkungen.

Die meisten Nebenwirkungen verschwinden zudem 3-4 Wochen nach Beginn der Therapie.

Die Nebenwirkungen wurden von den medizinischen Fachbegriffen in eine für Laien möglichst verständliche Sprache übersetzt. Trotz grösster Mühe kann die medizinische Exaktheit teilweise nicht 1:1 wiedergegeben werden. Für Ärzte empfehlen wir das Arzneimittelverzeichnis bzw. Arzneimittelkompendium zu verwenden.

Altersfreigabe

Bupropion ist ab 18 Jahren zugelassen.

Ein Arzt darf dieses Medikament auch an jüngere Patienten verschreiben.
Die Altersfreigabe sagt nichts über die Wirksamkeit bei Minderjährigen aus.

Kontraindikationen (Gegenanzeigen)
  • Anfallserkrankung
  • ZNS-Tumor
  • akuter Entzug von Alkohol oder Arzneimitteln mit Anfallsrisiko
  • schwere Leberzirrhose
  • Bulimie oder Anorexia nervosa (inkl. Anamnese)
  • gleichzeitig mit anderen Bupropion-haltigen Arzneimitteln
  • während und 14 Tage nach Therapie mit irreversiblen MAO-Hemmern
  • während und 24 h nach Therapie mit reversiblen MAO-Hemmern
  • Schwangerschaft & Stillzeit

Fragen Sie, bevor Sie Medikamente einnehmen immer Ihren Arzt oder Apotheker bezüglich Nebenwirkungen, Kontraindikationen (Gegenanzeigen) und Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten.

Schwangerschaft & Stillzeit

Aus einigen epidemiologischen Studien zu den Schwangerschaftsergebnissen nach maternaler Bupropion-Exposition im ersten Trimenon wurde über einen Zusammenhang mit einem erhöhten Risiko einiger kongenitaler kardiovaskulärer Fehlbildungen berichtet.

Der prospektiv beobachtete Anteil angeborener Herzfehler bei Schwangerschaften mit pränataler Bupropion-Exposition im ersten Trimenon lag im internationalen Schwangerschaftsregister bei 1,3%

Da Bupropion und seine Metaboliten in die Muttermilch übergehen, sollte Müttern geraten werden, während der Einnahme von Bupropion nicht zu stillen.

Studien

In mehreren Studien konnte gezeigt werden, dass die Wirksamkeit von Bupropion mit der Wirksamkeit der Antidepressiva aus der Klasse der sogenannten selektiven Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI) vergleichbar ist. Während Bupropion bei ängstlicher Depression schlechter wirksam ist als SSRI, gibt es Hinweise darauf, dass es bei gesteigerter körperlicher und psychischer Ermüdbarkeit (Fatigue), die mit einem depressiven Syndrom einhergehen kann, besser wirksam ist.

Vergleich mit Venlafaxin: Bezogen auf Response und Remission wirkt es im Vergleich schlechter als Venlafaxin. Die unter der Behandlung mit vielen SSRI häufig auftretende sexuelle Dysfunktion kommt unter Bupropion seltener vor.

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C13H18ClNO

(RS)-1-(3-Chlorphenyl)-2-tert-butylamino- propan-1-on