Die graphische und inhaltliche Aktualisierung dieser Seite wurde aufgrund dessen eingestellt, da das Medikament entweder sehr selten gebraucht wird oder ausser Handel ist.

Stimmungsstabilisator | Indikation: Akuttherapie gegen Manie bei bipolarer Störung
Handelsnamen: Carsol, Tegretal, Timonil etc.

Allgemeine Informationen

Carbamazepin wurde Mitte der 1960er Jahre im deutschsprachigen Raum zugelassen, wird bei affektiven Störungen jedoch fast nicht mehr verwendet.

Das Medikament ist ein Stimmungsstabilisator (mood-stabilizer) bzw. ein Antiepileptikum mit antimanischer Wirkung. Es wird unter diversen Handelsnamen vertrieben, dazu gehören Carbaflux, Carbagamma, Carsol, Deleptin, Finlepsin, Neurotop, Tegretal, Tegretol und Timonil, auch als Generikum ist es erhältlich. Zugelassen ist Carbamazepin als Akuttherapie gegen Manie bei einer bipolaren Störung, Epilepsie, Neuralgie und leichten Entzugserscheinungen bei einer Alkoholentgiftung. Das Medikament ist ab 18 Jahren verfügbar. Carbamazepin kann die Fahrtüchtigkeit und das Bedienen von Maschinen einschränken.

Der Wirkmechanismus ist noch nicht vollständig geklärt. Es wird jedoch angenommen, dass Carbamazepin durch Blockade von Natriumkanälen in den Axonen der Nervenzellen wirkt.

Dosierung & Anwendung

Einnahme: 2-3x täglich unabhängig der Mahlzeiten.
Die Einnahme muss täglich erfolgen (also nicht nur bei unmittelbarem Bedarf).

Dosierung: 400-600mg (in 2-3 Gaben / stationär bis 1600mg)

Die Dosierung muss von einem Arzt individuel festgelegt werden. Die Dosis kann somit von der Standartdosierung abweichen. Je nachdem ist eine höhere oder tiefere Dosis erforderlich.

Mood-Stabilizers werden grundsätzlich langsam „eingeschlichen“. Das heisst, dass im Normalfall mit der niederigsten Dosis angefangen und diese (nach einigen Tagen/Wochen) schrittweise bis zur Zieldosis erhöht wird. So sollen die Nebenwirkungen minimiert werden.

Gleich verhält es sich beim Absetzen des Medikamentes. Die Dosis wird über Tage bis Wochen hinweg langsam reduziert (auch bekannt als das „Ausschleichen“). So sollen Absetzerscheinungen verhindert werden.

Wirkungseintritt & Pharmakokinetik

max. Plasmakonzentration: nach 2-8 Stunden

Halbwertszeit: 8-24 Stunden

Bioverfügbarkeit: 80%

Wirkungseintritt: nach 1-3 Wochen bei Manie/Hypomanie und als Phasenprophylaktika

Diese Werte sind als Durchschnittswerte anzusehen. Je nach Alter, Nahrungsaufnahme und der Kombination mit anderen Medikamenten können diese Werte (teilweise stark) varieren.

Nebenwirkungen im Detail

Sehr häufig (mehr als 10%): Leukopenie, Schwindel, Störungen der Bewegungskoordination, Bewusstseinsstörungen, Übelkeit, Erbrechen, Hautentzündungen, Juckreiz, Nesselfieber, Erschöpfung, Gamma-GT-Erhöhungen.

Häufig (1-10%): Eosinophilie, Thrombozytopenie, Ödeme, Flüssigkeitsretention, Gewichtszunahme, Hyponatriämie, Lethargie, Übelkeit, Erbrechen, Kopfschmerzen, Konfusion, neurologischen Störungen, Krampfanfällen, Desorientiertheit, verminderte Wahrnehmung, Sehstörungen, Kopfschmerzen, Sehen von Doppelbildern, Schwierigkeiten beim Anpassen der Sehschärfe, Mundtrockenheit, erhöhte alkalische Phosphatase,

Gelegentlich (0.1-1%): Tremor, Muskelzuckungen, Augenzittern, Durchfall, Verstopfungen, erhöhte Transaminasen.

Selten (0.01-0.1%): Fieber, Rash, Entzündungen, Schwellung der Lymphknoten, Gelenkschmerzen, Vergrösserung der Leber und Milz, abnormale Leberfunktionstests, Syndrom der verschwindenden Gallengänge, Folsäuremangel, Appetitlosigkeit, Halluzinationen, Depression, Unruhe, aggressives Verhalten, Agitation, Verwirrtheit, Störungen der Augenmotilität, Sprachstörungen, choreoathetische Störungen, periphere Neuropathie, Kribbeln auf der Haut, paretische Symptome, kardiale Überleitungsstörungen, Bluthoch- oder Tiefdruck, Bauchschmerzen, Gelbsucht, Hepatitis, systemischer Lupus erythematodes, Muskelschwäche.

Manische Personen haben oft keine Krankheitseinsicht und verweigern die Einnahme von Medikamenten. Nehmen sie schlussendlich doch welche und ihre Stimmung stabilisiert sich (oder kippt gar ins Depressive) gehen sie davon aus, dass sie die schlimmsten und stärksten Nebenwirkungen haben. Dies ist objektiv nicht begründet. Viele Nebenwirkungen verschwinden nach einigen Wochen der Therapie.

Kontraindikationen (Gegenanzeigen)
  • AV-Block
  • Knochenmarkdepression
  • hepatische Porphyrie
  • während und bis min. 14 Tage nach MAO-Hemmer-Therapie
  • Schwangerschaft & Stillzeit

Fragen Sie, bevor Sie Medikamente einnehmen immer Ihren Arzt oder Apotheker bezüglich Nebenwirkungen, Kontraindikationen (Gegenanzeigen) und Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten.

Schwangerschaft & Stillzeit

Es gibt klare Hinweise für Risiken für den menschlichen Foetus. Carbamazepin sollte deshalb während der Schwangerschaft und Stillzeit nicht angewendet werden.

share it!Share on FacebookTweet about this on TwitterShare on Google+
Zur Werkzeugleiste springen