Allgemeine Informationen
  • Handelsnamen: Carbaflux, Carbagamma, Carsol, Deleptin, Finlepsin, Neurotop, Tegretal, Tegretol, Timonil,
    div. Generika
  • Kategorie: Antikonvulsiva (Antiepileptika)
  • Indikation: Phasenprophylaktika gegen Manie bei bipolaren Störungen, Epilepsie, Neuralgie und Alkoholentzug
  • Libidoverlust: Nein
  • Gewichtsveränderung: Zunahme (häufig), Abnahme (selten)
Dosierung & Anwendung

Einnahme: 2-3x täglich unabhängig der Mahlzeiten.
Die Einnahme muss täglich erfolgen (also nicht nur bei unmittelbarem Bedarf).

Tablettenform
Bipolare Störungen und Manie: 400-1600mg

Sirup
Bipolare Störungen und Manie: da die Dosierung asymetisch verläuft muss ein Arzt genaueres bestimmten.

Die Dosierung muss von einem Arzt individuel festgelegt werden. Die Dosis kann somit von der Standartdosierung abweichen. Je nachdem ist eine höhere oder tiefere Dosis erforderlich.

Mood-Stabilizers werden grundsätzlich langsam „eingeschlichen“. Das heisst, dass im Normalfall mit der niederigsten Dosis angefangen und diese (nach einigen Tagen/Wochen) schrittweise bis zur Zieldosis erhöht wird. So sollen die Nebenwirkungen minimiert werden.

Gleich verhält es sich beim Absetzen des Medikamentes. Die Dosis wird über Tage bis Wochen hinweg langsam reduziert (auch bekannt als das „Ausschleichen“). So sollen Absetzerscheinungen verhindert werden.

Wirkungseintritt & Halbwertszeit

Wirkungseintritt

Nach ca. 1-3 Wochen bei Manie/Hypomanie und als Phasenprophylaktika

 

Halbwertszeit

Die Halbwertszeit von Carbamazepin beträgt ca. 16 bis 24 Stunden. Die kombinierte Einnahme gewisser Medikamente kann die Halbwertszeit verändern.

Nebenwirkungen im Detail

Sehr häufig (mehr als 10%): Leukopenie, Schwindel, Störungen der Bewegungskoordination, Bewusstseinsstörungen, Übelkeit, Erbrechen, Hautentzündungen, Juckreiz, Nesselfieber, Erschöpfung, Gamma-GT-Erhöhungen.

Häufig (1-10%): Eosinophilie, Thrombozytopenie, Ödeme, Flüssigkeitsretention, Gewichtszunahme, Hyponatriämie, Lethargie, Übelkeit, Erbrechen, Kopfschmerzen, Konfusion, neurologischen Störungen, Krampfanfällen, Desorientiertheit, verminderte Wahrnehmung, Sehstörungen, Kopfschmerzen, Sehen von Doppelbildern, Schwierigkeiten beim Anpassen der Sehschärfe, Mundtrockenheit, erhöhte alkalische Phosphatase,

Gelegentlich (0.1-1%): Tremor, Muskelzuckungen, Augenzittern, Durchfall, Verstopfungen, erhöhte Transaminasen.

Selten (0.01-0.1%): Fieber, Rash, Entzündungen, Schwellung der Lymphknoten, Gelenkschmerzen, Vergrösserung der Leber und Milz, abnormale Leberfunktionstests, Syndrom der verschwindenden Gallengänge, Folsäuremangel, Appetitlosigkeit, Halluzinationen, Depression, Unruhe, aggressives Verhalten, Agitation, Verwirrtheit, Störungen der Augenmotilität, Sprachstörungen, choreoathetische Störungen, periphere Neuropathie, Kribbeln auf der Haut, paretische Symptome, kardiale Überleitungsstörungen, Bluthoch- oder Tiefdruck, Bauchschmerzen, Gelbsucht, Hepatitis, systemischer Lupus erythematodes, Muskelschwäche.

 

Menschen mit Depressionen und/oder Angststörungen gehen meist automatisch davon aus, sämtliche und/oder die schwersten Nebenwirkungen zu entwickeln. Hierbei kann ein Nocebo-Effekt (ein negativer Placebo-Effekt) entstehen.

Eine solche Annahme ist objektiv nicht begründet. Die meisten Menschen entwickeln gar keine bis nur wenige Nebenwirkungen.

Die meisten Nebenwirkungen verschwinden zudem 3-4 Wochen nach Beginn der Therapie.

Die Nebenwirkungen wurden von den medizinischen Fachbegriffen in eine für Laien möglichst verständliche Sprache übersetzt. Trotz grösster Mühe kann die medizinische Exaktheit teilweise nicht 1:1 wiedergegeben werden. Für Ärzte empfehlen wir das Arzneimittelverzeichnis bzw. Arzneimittelkompendium zu verwenden.

Altersfreigabe

Carbamazepin ist bei bipolaren Störungen, Manie/Hypomanie und als Phasenprophylaktika ab 6 Jahren zugelassen.

Ein Arzt darf dieses Medikament auch an jüngere Patienten verschreiben.
Die Altersfreigabe sagt nichts über die Wirksamkeit bei Minderjährigen aus.

Kontraindikationen (Gegenanzeigen)
  • AV-Block
  • Knochenmarkdepression
  • hepatische Porphyrie
  • während und bis min. 14 Tage nach MAO-Hemmer-Therapie
  • Schwangerschaft & Stillzeit

Fragen Sie, bevor Sie Medikamente einnehmen immer Ihren Arzt oder Apotheker bezüglich Nebenwirkungen, Kontraindikationen (Gegenanzeigen) und Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten.

Schwangerschaft & Stillzeit

Es gibt klare Hinweise für Risiken für den menschlichen Foetus. Carbamazepin sollte deshalb während der Schwangerschaft und Stillzeit nicht angewendet werden.

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C15H12N2O

5H-Dibenz[b,f]azepin-5-carbamid