Die graphische und inhaltliche Aktualisierung dieser Seite wurde aufgrund dessen eingestellt, da das Medikament entweder sehr selten gebraucht wird oder ausser Handel ist.

Klassisches Neuroleptikum | Indikation: Erregungszustände bei Depressionen oder Akuttherapie bei Manie
Handelsname: Truxal

Allgemeine Informationen

Chlorprothixen wurde Ende der 1950er Jahre auf dem deutssprachigen Markt von der Firma Lundbeck eingeführt.

Das Medikament ist ein klassisches Neuroleptikum welches unter dem Handelsnamen Truxal vertrieben wird, auch als Generikum ist es erhältlich. Es besitzt ein relativ weites Wirkspektrum und ist zur Behandlung von Erregungszuständen mit Depressionen, akuten Manien, Neurosen, Psychosen, Entzugserscheinungen bei einer Alkoholentgiftung, schwerer Verhaltensstörung bei geistiger Behinderung und chronischen Schmerzen zugelassen. Es wirkt sedierend und schränkt die Fahrtüchtigkeit und das Bedienen von Maschienen ein. Zugelassen ist Chlorprothixen ab 18 Jahren.

Dosierung & Anwendung

Einnahme: 1-3x täglich unabhängig der Mahlzeiten.
Die Einnahme muss täglich erfolgen (also nicht nur bei unmittelbarem Bedarf).

Dosierung Manie: 300mg (in hohen Dosen mehrmals täglich / stationär bis 1200mg)
Dosierung Depressionen: 90-150mg (in 2-3 Gaben)

Die Dosierung muss von einem Arzt individuel festgelegt werden. Die Dosis kann somit von der Standartdosierung abweichen. Je nachdem ist eine höhere oder tiefere Dosis erforderlich.

Neuroleptika werden meist langsam „eingeschlichen“. Das heisst, dass im Normalfall mit der niederigsten Dosis angefangen und diese (nach einigen Tagen/Wochen) schrittweise bis zur Zieldosis erhöht wird. So sollen die Nebenwirkungen minimiert werden. Selten (z.B. bei akuter Manie) wird von Anfang an die Zieldosis verabreicht.

Gleich verhält es sich beim Absetzen des Medikamentes. Die Dosis wird über Tage bis Wochen hinweg langsam reduziert (auch bekannt als das „Ausschleichen“). So sollen Absetzerscheinungen verhindert werden.

Wirkungseintritt & Pharmakokinetik

max. Plasmakonzentration: nach 2-3 Stunden

Halbwertszeit: 815 Stunden

Bioverfügbarkeit: 5-32%

Wirkungseintritt: nach 1-2 Tagen bei Manie / keine Angaben zu Depressionen

Diese Werte sind als Durchschnittswerte anzusehen. Je nach Alter, Nahrungsaufnahme und der Kombination mit anderen Medikamenten können diese Werte (teilweise stark) varieren.

Nebenwirkungen im Detail

Sehr häufig (mehr als 10%): Schläfrigkeit, Schwindel, Mundtrockenheit, verstärkter Speichelfluss.

Häufig (1-10%): Erhöhter Appetit, Gewichtszunahme, Schlaflosigkeit, Nervosität, Erregung, verminderte Libido, Bewegungsstörungen, Kopfschmerzen, Probleme beim Anpassen der Sehschärfe, abnormales Sehvermögen, Herzrasen, Herzklopfen, Verstopfung, Verdauungsstörungen, Übelkeit, Schwitzen, Muskelschmerzen, Kraftlosigkeit, Müdigkeit.

Gelegentlich (0.1-1%): Verminderter Appetit, Gewichtsabnahme, Störungen des Bewegungsablaufes, Parkinsonismus, Krampfanfälle, motorische Unruhe, Kreisbewegung der Augen, tiefer Blutdruck, Wallungen, Erbrechen, Durchfall, abnormale Leberfunktionstests, Ausschlag, Juckreiz, Lichtempfindlichkeit, Hautentzündungen, steife Muskeln, Störung der Blasenentleerung, Ejakulationsprobleme, Erektionsstörung.

Selten (0.01-0.1%): Hypersensibilität, Probleme des Imunsystems, Blutwert-Probleme (Hyperprolaktinämie, Thrombozytopenie, Neutropenie, Leukopenie, Agranulozytose, Hyperglykämie), beeinträchtigte Glukosetoleranz, QT-Verlängerung im EKG, Kurzatmigkeit, Vergrösserung der Brustdrüsen beim Mann, Austritt von Muttermilch aus der Brust ohne Schwangerschaft/Stillzeit, Menstruationsprobleme.

Menschen mit Depressionen und/oder Angststörungen gehen meist automatisch davon aus, sämtliche und/oder die schwersten Nebenwirkungen zu entwickeln. Hierbei kann ein Nocebo-Effekt (ein negativer Placebo-Effekt) entstehen. Diese Annahme ist objektiv nicht begründet. Die meisten Nebenwirkungen verschwinden 3-4 Wochen nach Beginn der Therapie.

Manische Personen haben oft keine Krankheitseinsicht und verweigern die Einnahme von Medikamenten. Nehmen sie schlussendlich doch welche und ihre Stimmung stabilisiert sich (oder kippt gar ins Depressive) gehen sie davon aus, dass sie die schlimmsten und stärksten Nebenwirkungen haben. Dies ist objektiv nicht begründet. Viele Nebenwirkungen verschwinden nach einigen Wochen der Therapie.

 

Kontraindikationen (Gegenanzeigen)
  • Bewusstseinstrübung verschiedener Ursachen
  • klinisch signifikante Herz-Kreislaufstörungen
  • Hypokaliämie
  • Hypomagnesiämie
  • verlängertes QT-Intervall oder gleichzeitig mit QT-verlängernden Arzneimitteln
  • Schwangerschaft & Stillzeit

Fragen Sie, bevor Sie Medikamente einnehmen immer Ihren Arzt oder Apotheker bezüglich Nebenwirkungen, Kontraindikationen (Gegenanzeigen) und Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten.

Schwangerschaft & Stillzeit

Es liegen nur wenige klinische Erfahrungen von Chlorprothixen bei Schwangeren vor.

Bei Neugeborenen, deren Mütter während des dritten Trimenons der Schwangerschaft Antipsychotika (einschliesslich Chlorprothixen) einnahmen, besteht nach der Geburt das Risiko für extrapyramidalmotorische Symptome und/oder Entzugssymptome. Diese Symptome bei Neugeborenen können Agitation, ungewöhnlich erhöhten oder verminderten Muskeltonus, Tremor, Schläfrigkeit, Schwierigkeiten beim Atmen oder Probleme beim Füttern einschliessen.

Obwohl Chlorprothixen nur in geringen Mengen durch die Muttermilch ausgeschieden wird sollte bei einer zwingenden Behandlung durch Chlorprothixen abgestillt werden.

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