Allgemeine Informationen
  • Handelsnamen: Truxal, div. Generika
  • Kategorie: Klassisches Neuroleptikum
  • Indikation: Manie, Depression, Alkoholentzug, Psychosen, Neurosen
  • Sedierend: Ja
  • Libidoverlust: Ja (gelegentlich)
  • Gewichtsveränderung: Zunahme (häufig), Abnahme (gelegentlich)
Dosierung & Anwendung

Einnahme: 1-3x täglich unabhängig der Mahlzeiten.
Die Einnahme muss täglich erfolgen (also nicht nur bei unmittelbarem Bedarf).

Manie: 50-1200mg (in hohen Dosen mehrmals täglich, höchste Dosis Abends)
Depressionen: 60-450mg (in 2-3 Gaben, höchste Dosis Abends)

Die Dosierung muss von einem Arzt individuel festgelegt werden. Die Dosis kann somit von der Standartdosierung abweichen. Je nachdem ist eine höhere oder tiefere Dosis erforderlich.

Neuroleptika werden meist langsam „eingeschlichen“. Das heisst, dass im Normalfall mit der niederigsten Dosis angefangen und diese (nach einigen Tagen/Wochen) schrittweise bis zur Zieldosis erhöht wird. So sollen die Nebenwirkungen minimiert werden. Selten (z.B. bei akuter Manie) wird von Anfang an die Zieldosis verabreicht.

Gleich verhält es sich beim Absetzen des Medikamentes. Die Dosis wird über Tage bis Wochen hinweg langsam reduziert (auch bekannt als das „Ausschleichen“). So sollen Absetzerscheinungen verhindert werden.

Wirkungseintritt & Halbwertszeit

Wirkungseintritt

Bei Manie nach 1-2 Tagen
Bei Depressionen sind keine eindeutigen Angaben im Arzneimittelkompendium ersichtlich.

 

Halbwertszeit

Die Halbwertszeit von Chlorprothixen liegt zwischen 3 und 29 Stunden (meist 15 Stunden). Die kombinierte Einnahme gewisser Medikamente kann die Halbwertszeit verändern.

Nebenwirkungen im Detail

Sehr häufig (mehr als 10%): Schläfrigkeit, Schwindel, Mundtrockenheit, verstärkter Speichelfluss.

Häufig (1-10%): Erhöhter Appetit, Gewichtszunahme, Schlaflosigkeit, Nervosität, Erregung, verminderte Libido, Bewegungsstörungen, Kopfschmerzen, Probleme beim Anpassen der Sehschärfe, abnormales Sehvermögen, Herzrasen, Herzklopfen, Verstopfung, Verdauungsstörungen, Übelkeit, Schwitzen, Muskelschmerzen, Kraftlosigkeit, Müdigkeit.

Gelegentlich (0.1-1%): Verminderter Appetit, Gewichtsabnahme, Störungen des Bewegungsablaufes, Parkinsonismus, Krampfanfälle, motorische Unruhe, Kreisbewegung der Augen, tiefer Blutdruck, Wallungen, Erbrechen, Durchfall, abnormale Leberfunktionstests, Ausschlag, Juckreiz, Lichtempfindlichkeit, Hautentzündungen, steife Muskeln, Störung der Blasenentleerung, Ejakulationsprobleme, Erektionsstörung.

Selten (0.01-0.1%): Hypersensibilität, Probleme des Imunsystems, Blutwert-Probleme (Hyperprolaktinämie, Thrombozytopenie, Neutropenie, Leukopenie, Agranulozytose, Hyperglykämie), beeinträchtigte Glukosetoleranz, QT-Verlängerung im EKG, Kurzatmigkeit, Vergrösserung der Brustdrüsen beim Mann, Austritt von Muttermilch aus der Brust ohne Schwangerschaft/Stillzeit, Menstruationsprobleme.

 

Menschen mit Depressionen und/oder Angststörungen gehen meist automatisch davon aus, sämtliche und/oder die schwersten Nebenwirkungen zu entwickeln. Hierbei kann ein Nocebo-Effekt (ein negativer Placebo-Effekt) entstehen.

Eine solche Annahme ist objektiv nicht begründet. Die meisten Menschen entwickeln gar keine bis nur wenige Nebenwirkungen.

Die meisten Nebenwirkungen verschwinden zudem nach 3-4 Wochen.

Die Nebenwirkungen wurden von den medizinischen Fachbegriffen in eine für Laien möglichst verständliche Sprache übersetzt. Trotz grösster Mühe kann die medizinische Exaktheit teilweise nicht 1:1 wiedergegeben werden. Für Ärzte empfehlen wir das Arzneimittelverzeichnis bzw. Arzneimittelkompendium zu verwenden.

Altersfreigabe

Chlorprothixen ist ab 18 Jahren zugelassen.

Ein Arzt darf dieses Medikament auch an jüngere Patienten verschreiben.
Die Altersfreigabe sagt nichts über die Wirksamkeit bei Minderjährigen aus.

Kontraindikationen (Gegenanzeigen)
  • Bewusstseinstrübung verschiedener Ursachen
  • klinisch signifikante Herz-Kreislaufstörungen
  • Hypokaliämie
  • Hypomagnesiämie
  • verlängertes QT-Intervall oder gleichzeitig mit QT-verlängernden Arzneimitteln
  • Schwangerschaft & Stillzeit

Fragen Sie, bevor Sie Medikamente einnehmen immer Ihren Arzt oder Apotheker bezüglich Nebenwirkungen, Kontraindikationen (Gegenanzeigen) und Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten.

Schwangerschaft & Stillzeit

Es liegen nur wenige klinische Erfahrungen von Chlorprothixen bei Schwangeren vor.

Bei Neugeborenen, deren Mütter während des dritten Trimenons der Schwangerschaft Antipsychotika (einschliesslich Chlorprothixen) einnahmen, besteht nach der Geburt das Risiko für extrapyramidalmotorische Symptome und/oder Entzugssymptome. Diese Symptome bei Neugeborenen können Agitation, ungewöhnlich erhöhten oder verminderten Muskeltonus, Tremor, Schläfrigkeit, Schwierigkeiten beim Atmen oder Probleme beim Füttern einschliessen.

Obwohl Chlorprothixen nur in geringen Mengen durch die Muttermilch ausgeschieden wird sollte bei einer zwingenden Behandlung durch Chlorprothixen abgestillt werden.

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C18H18ClNS

(Z)-3-(2-Chlor-9H-thioxanthen-9-yliden)-N,N-dimethylpropan-1-amin