Eine Selbstdiagnose zu erstellen ist nicht möglich. Dazu bedarf es der Begutachtung einer Fachperson (Psychiater oder Psychologe). Bei Verdacht auf eine bipolare Erkrankung sollte eine solche aufgesucht werden. Die offiziellen Diagnosekriterien der gemischten Episode einer bipolaren Störung sind im internationalen Diagnoseverzeichnis ICD-10 festgehalten, welches auch in allen deutschsprachigen Ländern gültig ist.

Allgemeine Definition einer bipolaren Störung nach ICD-10: „Bei einer bipolaren Störung handelt es sich um eine Störung, die durch wenigstens zwei Episoden charakterisiert ist, in denen Stimmung und Aktivitätsniveau des Betroffenen deutlich gestört sind. Diese Störung besteht einmal in gehobener Stimmung, vermehrtem Antrieb und Aktivität (Manie/Hypomanie), dann wieder in einer Stimmungssenkung und vermindertem Antrieb und Aktivität (Depression).“

Spezifische Definition einer gemischten bipolaren Episode nach ICD-10: „Der betroffene Patient hatte wenigstens eine eindeutig diagnostizierte hypomanische, manische, depressive oder gemischte affektive Episode in der Anamnese und zeigt gegenwärtig entweder eine Kombination oder einen raschen Wechsel von manischen und depressiven Symptomen.“

Offizielle Diagnosekriterien einer gemischten Episode nach ICD-10:

 

  • Für mindestens eine Woche werden fast jeden Tag sowohl die Kriterien für eine manische Phase als auch für eine depressive Phase erfüllt (abgesehen vom Kriterium der Dauer).
  • Die Störung der Stimmung ist schwer genug, um eine ausgeprägte Beeinträchtigung in beruflichen Aufgabengebieten oder unübliche soziale Aktivitäten oder Beziehungen mit anderen zu bewirken, oder sie erfordert einen Krankenhausaufenthalt, um Selbst- oder Fremdschädigung zu verhindern.
  • Die Symptome sind nicht durch direkte physiologische Effekte einer Substanz (z. B. Drogenmissbrauch, Medikamente oder andere Behandlungen) oder eine generelle medizinische Verfassung (z. B. Überfunktion der Schilddrüse) verursacht.