Trizyklisches Antidepressivum | Indikation: Depression und Angstzustände
Handelsnamen: Aponal & Sinquan

Allgemeine Informationen

Doxepin wurde 1968 in Europa zugelassen und wird heute von der Firma Pfizer vertrieben.

Das Medikament ist ein trizyklisches Antidepressivum (Trizyklika), genauer ein nicht-selektiver Serotonin und Noradrenalin Wiederaufnahme-Hemmer. Es wird unter diversen Handelsnamen wie Aponal und Sinquan vertrieben. Zusätzlich ist es als Generikum erhältlich. Zugelassen ist Doxepin zur Behandlung von Depressionen und Angstzuständen. Manchmal wird es im off-lable use auch gegen Schlafstörungen eingesetzt. Dementsprechend wirkt es sedierend und kann zur Beeinträchtigung der Fahrtüchtigkeit und dem Bedienen von Maschinen kommen. Doxepin ist ab dem 18. Altersjahr zugelassen. Die Wirkung von Alkohol kann durch Doxepin verstärkt werden, weshalb die Einnahme von Alkohol während der Behandlung zu vermeiden ist. ​

Durch Interaktion des UV-Anteils des natürlichen Sonnenlichts oder künstlicher UV-Quellen (Solarium oder UV-Therapiegeräte) mit Doxepin, kann eine phototoxische Reaktion (Lichtempfindlichkeit) auftreten. Dies selbst bei einer UV-Dosis, die normalerweise problemlos vertragen wird. Die Symptome entsprechen (Im Ausprägungsgrad abhängig von der UV-Dosis, der Doxepin-Dosis und dem Hauttyp) eines akuten Sonnenbrands mit Rötung, Ödem, Blasenbildung und Schuppung.

Dosierung & Anwendung

Einnahme: ca. 1 Stunde vor dem Schlafengehen. Bei höherer Dosierung 2-3x täglich (max. Einzeldosis 150mg).
Die Einnahme muss täglich erfolgen (also nicht nur bei unmittelbarem Bedarf).

Dosierung: 75-300mg

Die Dosierung muss von einem Arzt individuel festgelegt werden. Die Dosis kann somit von der Standartdosierung abweichen. Je nachdem ist eine höhere oder tiefere Dosis erforderlich.

Antidepressiva werden grundsätzlich langsam „eingeschlichen“. Das heisst, dass im Normalfall mit der niederigsten Dosis angefangen und diese (nach einigen Tagen/Wochen) schrittweise bis zur Zieldosis erhöht wird. So sollen die Nebenwirkungen minimiert werden.

Gleich verhält es sich beim Absetzen des Medikamentes. Die Dosis wird über Tage bis Wochen hinweg langsam reduziert (auch bekannt als das „Ausschleichen“). So sollen Absetzerscheinungen verhindert werden.

Wirkungseintritt & Pharmakokinetik

max. Plasmakonzentration: nach 2-4 Stunden

Halbwertszeit: 8-24 Stunden

Bioverfügbarkeit: 30%

Wirkungseintritt: nach 2-4 Wochen bei Depressionen / 3-5 Wochen bei Angststörungen / 1-2 Stunden Sedation

Diese Werte sind als Durchschnittswerte anzusehen. Je nach Alter, Nahrungsaufnahme und der Kombination mit anderen Medikamenten können diese Werte (teilweise stark) varieren.

Nebenwirkungen im Detail

Sehr häufig (mehr als 10%): Schläfrigkeit, Mundtrockenheit.

Häufig (1-10%): Schlaflosigkeit, Agitiertheit, Unruhe, Benommenheit, Störungen der Bewegungskoordination, Tremor, verschwommenes Sehen,Herzrasen, tiefer Blutdruck, Verstopfungen, Übelkeit, Schwitzen, Müdigkeit, Gewichtszunahme.

Gelegentlich (0.1-1%): Verminderter Appetit, Erregung, Verwirrungszustand, Depression, Kopfschmerzen, Kribbeln auf der Haut, Tinnitus, kurze spontane Bewusstlosigkeit, Herzklopfen, tiefe Herzschlagfrequenz, Erröten, Durchfall, Verdauungsstörungen, Erbrechen, Rash, Juckreiz, Harnverhaltung, Kraftlosigkeit.

Selten (0.01-0.1%): Verminderte Libido, extrapyramidale Erkrankung, Brustvergrösserung, Frösteln.

Menschen mit Depressionen und/oder Angststörungen gehen meist automatisch davon aus, sämtliche und/oder die schwersten Nebenwirkungen zu entwickeln. Hierbei kann ein Nocebo-Effekt (ein negativer Placebo-Effekt) entstehen. Diese Annahme ist objektiv nicht begründet. Einige Nebenwirkungen verschwinden 3-4 Wochen nach Beginn der Therapie.

 

Kontraindikationen & Wechselwirkungen

Fragen Sie, bevor Sie Medikamente einnehmen immer Ihren Arzt oder Apotheker bezüglich Nebenwirkungen, Kontraindikationen (Gegenanzeigen) und Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten. Absolut kontraindiziert sind:

  • akute Intoxikation mit Alkohol, Hypnotika, Opioide oder Psychopharmaka
  • akutes Delir
  • Glaukom
  • Harnverhaltung
  • paralytischer Ileus
  • Schwangerschaft & Stillzeit

 

Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten

Eine gleichzeitige Verabreichung von Antiarrhythmika (beispielsweise Chinidin, Amiodaron), Neuroleptika, Mittel gegen Malaria, H1-Antihistaminika und Antibiotika sollte wegen der Möglichkeit der Verstärkung von Herzrhythmusstörungen vermieden werden.

So genannte irreversible MAO-Hemmer sollten mindestens 14 Tage vor Beginn der Therapie mit Doxepin abgesetzt werden. Andernfalls muss mit schweren Nebenwirkungen wie Erregung, Delirium, Koma, Fieber von über 40°C, epileptischen Krampfanfällen und starken Blutdruckschwankungen gerechnet werden. Bei schwer zu behandelnden Depressionen ist im Einzelfall die zusätzliche Gabe von MAO-Hemmern möglich. Dabei sollte die Dosierung der MAO-Hemmer vom Arzt langsam gesteigert werden.

Mit anderen Antidepressiva, Neuroleptika, Barbituraten, Schmerzmitteln, H1-Antihistaminika (gegen Allergien), Antiepileptika, Narkotika und Alkohol ergibt sich eine wechselseitige Verstärkung der zentral dämpfenden Wirkung.

Mit Anticholinergika wie Mitteln zur Behandlung der Parkinsonkrankheit und anderen tri- und tetrazyklischen Antidepressiva ergibt sich eine wechselseitige Verstärkung der anticholinergen Wirkung.

Cimetidin (gegen Magengeschwüre) verstärkt die zentral dämpfenden und anticholinergen Wirkungen.

Bei gleichzeitiger Einnahme von Sympathomimetika oder Noradrenalin (auch als gefässzusammenziehender Zusatz bei örtlicher Betäubung) wird die sympathomimetische Wirkung verstärkt.

Bei gefässerweiternden Mitteln auf Nitro-Basis und Blutdrucksenkern wie den Beta-Blockern wird die blutdrucksenkende Wirkung verstärkt.

Bei gleichzeitiger Einnahme von Guanethidin, Reserpin, Clonidin und Guanfacin ergibt sich eine Abschwächung der blutdrucksenkenden Wirkung. Bei Clonidin besteht zusätzlich die Gefahr eines Blutdruckanstiegs bei Absetzen des Wirkstoffs.

Werden gleichzeitig Wirkstoffe eingenommen, die die Kaliumkonzentration im Blut vermindern (beispielsweise Entwässerungsmittel) sinkt die Kaliumkonzentration im Blut weiter ab. Dies muss vermieden werden.

 

Schwangerschaft & Stillzeit

Es liegen keine Daten mit Doxepin aus klinisch kontrollierten Studien bei schwangeren Frauen vor. Der Gebrauch von Doxepin wird daher nicht empfohlen.

Falls Doxepin bis zur oder kurz vor der Geburt verabreicht wird, wird eine postnatale Überwachung des Neugeborenen empfohlen, um möglichen Entzugserscheinungen Rechnung zu tragen.

Ist eine Behandlung während der Stillzeit notwendig, soll abgestillt werden.

Studien

Vergleich mit Clomipramin und Mirtazapin: Doxepin wurde in einer weiteren Studien über 6 Wochen lang mit Mirtazapin und Clomipramin verglichen. Die Medikamente waren bezüglich ihrer Wirksamkeit ebenbürdig.

Bedenken Sie, dass die Studien keine Aussage über das Ansprechen einer individuellen Person aussagt.

Dieses Medikament ist rezeptpflichtig. Die Einnahme muss ärztlich überwacht werden!

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