Elektrokonvulsionstherapie (EKT)

ehem. Elektrokrampftherapie (EKT)

 

Elektrokonvulsionstherapie (EKT)

Die Elektrokonvulsionstherapie (EKT), früher Elektrokrampftherapie (ebenfalls EKT) genannt, ist die mit Abstand wirksamste Methode zur Behandlung von Depressionen. Sie wird vor allem bei schwerem und/oder therapieresistentem Krankheitsverlauf eingesetzt. Auf Angststörungen hat die EKT keinen Einfluss.

Im Vorfeld der Behandlung müssen eine ganze Reihe medizinischer Untersuchungen stattfinden. EKG (Herzuntersuchung), MRI (Hirnscan), Laborwerte und ev. ein EEG (Messung der Hirnströme) werden benötigt. Auch müssen unter Umständen gewisse Medikamente abgesetzt oder zumindest reduziert werden.

Die heutige Form der Elektrokonvulsionstherapie (die so genannt modifizierte EKT) ist nicht mit jener der frühen 60er Jahre zu vergleichen. Kurz bevor die Behandlung durchgeführt wird, wird der Patient anästhesiert (Vollnarkose). So bekommt er von der eigentlichen Behandlung nichts mit und hat auch keine Schmerzen. Zudem erhält er ein muskelrelaxierendes Mittel um Verletzungen vorzubeugen. Anschliessen wird -wenn er entspannt und ohne Empfinden ist- ein schwacher Stromstoss durch sein Gehirn geleitet, welcher künstlich ein generalisierter Krampfanfall auslöst.

In den ersten 1-2 Wochen sind wöchentlich 2-3 EKT-Sitzungen notwendig, danach werden die Intervalle zwischen den Behandlungsterminen grösser. Üblich sind als Erstbehandlung rund 8-12 Sitzungen (Richtwert). Im Anschluss bzw. in den ersten Monaten nach der EKT-Serie muss, selbst wenn der Patient symptomfrei ist, mind. alle 1-2 Monate eine Erhaltungs-EKT (eine einzelne Behandlung, also keine ganze Serie) durchgeführt werden.

Bezüglich Nebenwirkungen wurde die EKT eingehend untersucht. Am häufigsten leiden die Patienten unter Erinnerungslücken, welche die Behandlungstage betreffen. Des Weitern kann im Behandlungszeitraum das Kurzzeitgedächnis in Mitleidenschaft gezogen werden. Diese kognitiven Nebenwirkungen sind vorübergehend. Eine weitere sehr häufige Nebenwirkungen sind Spannungskopfschmerzen, welche bis zu einigen Stunden nach der Therapie anhalten können.

Die EKT wurde in unzähligen Studien mit Scheinbehandlungen (Narkose ohne Behandlung) und Medikamenten verglichen. Bei sämtlichen Studien war sie sowohl gegenüber den Scheinbehandlungen sowie den Medikamenten signifikant überlegen.

Das Risiko bezüglich Mortalität (tödlicher Ausgang) einer Elektrokonvulsionstherapie ist im Vergleich zu anderen Eingriffen unter Vollnarkose relativ gering. Statistisch gesehen liegt die narkosebedingte Sterblichkeit im Zuge einer EKT je nach Studie bei 1:10’000 bis hin zu 1:100’000 und ist damit auf sehr tiefem Niveau. Neben der Effektivität ein weiterer Grund, warum die EKT in der Fachwelt -anders als in der breiten Bevölkerung- fast unumstritten ist. Gemäss den Gesundheitsbehörden diverser Länder würde ein Verzicht auf die EKT eine medizinisch nicht zumutbare Situation für schwer erkrankte Patienten ergeben.

Es gibt jedoch auch Kontraindikationen (Gegenanzeigen) bei einer EKT. Dazu gehören:

  • kürzlich überstandener Herzinfarkt (3 Monate)
  • Lungenprobleme die eine Narkose verunmöglichen
  • erhöhter Hirndruck
  • frischer Schlaganfall (3 Monate)
  • Gehirntumor
  • grüner Star mit erhöhtem Augeninnendruck
  • schwere Blutgerinnungsstörung
  • gewisse Medikamente

Erstaunlicherweise sind Schwangerschaft, Alter und ein Herzschrittmacher keine Gründe um auf eine EKT zu verzichten.

Bei Patienten, welche zuvor keine Medikamente eingenommen haben, beträgt die Ansprechrate rund 80-90%. Bei Patienten, welche zuvor diverse Therapieversuche mittels Psychopharmaka hinter sich haben etwas mehr als 50%. EKT wird nur dann eingesetzt, wenn die Behandlung mittels Psychotherapie und Medikamenten versagt hat. Eine Elektrokonvulsionstherapie basiert immer auf freiwilliger Basis bzw. muss der Patient (oder ggf. auch Vormund) in die Behandlung einwilligen.

Warum ein Krampfanfall antidepressiv wirkt ist nicht abschliessend erforscht. Sicher ist, dass durch einen solchen Anfall massiv unzählige Botenstoffe ausgeschüttet werden. Da das Gehirn plastisch ist, also sich die Nervenbahnen wieder neu formieren, besteht auch die Möglichkeit, dass Medikamente und Psychotherapie besser wirken.

Patienteninformationen (PDF)
Broschüre der DGPPN (PDF)

 

Elektrokonvulsionstherapie (EKT)

ehem. Elektrokrampftherapie (EKT)

 

Elektrokonvulsionstherapie (EKT)

Die Elektrokonvulsionstherapie (EKT), früher Elektrokrampftherapie (ebenfalls EKT) genannt, ist die mit Abstand wirksamste Methode zur Behandlung von Depressionen. Sie wird vor allem bei schwerem und/oder therapieresistentem Krankheitsverlauf eingesetzt. Auf Angststörungen hat die EKT keinen Einfluss.

Im Vorfeld der Behandlung müssen eine ganze Reihe medizinischer Untersuchungen stattfinden. EKG (Herzuntersuchung), MRI (Hirnscan), Laborwerte und ev. ein EEG (Messung der Hirnströme) werden benötigt. Auch müssen unter Umständen gewisse Medikamente abgesetzt oder zumindest reduziert werden.

Die heutige Form der Elektrokonvulsionstherapie (die so genannt modifizierte EKT) ist nicht mit jener der frühen 60er Jahre zu vergleichen. Kurz bevor die Behandlung durchgeführt wird, wird der Patient anästhesiert (Vollnarkose). So bekommt er von der eigentlichen Behandlung nichts mit und hat auch keine Schmerzen. Zudem erhält er ein muskelrelaxierendes Mittel um Verletzungen vorzubeugen. Anschliessen wird -wenn er entspannt und ohne Empfinden ist- ein schwacher Stromstoss durch sein Gehirn geleitet, welcher künstlich ein generalisierter Krampfanfall auslöst.

In den ersten 1-2 Wochen sind wöchentlich 2-3 EKT-Sitzungen notwendig, danach werden die Intervalle zwischen den Behandlungsterminen grösser. Üblich sind als Erstbehandlung rund 8-12 Sitzungen (Richtwert). Im Anschluss bzw. in den ersten Monaten nach der EKT-Serie muss, selbst wenn der Patient symptomfrei ist, mind. alle 1-2 Monate eine Erhaltungs-EKT (eine einzelne Behandlung, also keine ganze Serie) durchgeführt werden.

Bezüglich Nebenwirkungen wurde die EKT eingehend untersucht. Am häufigsten leiden die Patienten unter Erinnerungslücken, welche die Behandlungstage betreffen. Des Weitern kann im Behandlungszeitraum das Kurzzeitgedächnis in Mitleidenschaft gezogen werden. Diese kognitiven Nebenwirkungen sind vorübergehend. Eine weitere sehr häufige Nebenwirkungen sind Spannungskopfschmerzen, welche bis zu einigen Stunden nach der Therapie anhalten können.

Die EKT wurde in unzähligen Studien mit Scheinbehandlungen (Narkose ohne Behandlung) und Medikamenten verglichen. Bei sämtlichen Studien war sie sowohl gegenüber den Scheinbehandlungen sowie den Medikamenten signifikant überlegen.

Das Risiko bezüglich Mortalität (tödlicher Ausgang) einer Elektrokonvulsionstherapie ist im Vergleich zu anderen Eingriffen unter Vollnarkose relativ gering. Statistisch gesehen liegt die narkosebedingte Sterblichkeit im Zuge einer EKT je nach Studie bei 1:10’000 bis hin zu 1:100’000 und ist damit auf sehr tiefem Niveau. Neben der Effektivität ein weiterer Grund, warum die EKT in der Fachwelt -anders als in der breiten Bevölkerung- fast unumstritten ist. Gemäss den Gesundheitsbehörden diverser Länder würde ein Verzicht auf die EKT eine medizinisch nicht zumutbare Situation für schwer erkrankte Patienten ergeben.

Es gibt jedoch auch Kontraindikationen (Gegenanzeigen) bei einer EKT. Dazu gehören:

  • kürzlich überstandener Herzinfarkt (3 Monate)
  • Lungenprobleme die eine Narkose verunmöglichen
  • erhöhter Hirndruck
  • frischer Schlaganfall (3 Monate)
  • Gehirntumor
  • grüner Star mit erhöhtem Augeninnendruck
  • schwere Blutgerinnungsstörung
  • gewisse Medikamente

Erstaunlicherweise sind Schwangerschaft, Alter und ein Herzschrittmacher keine Gründe um auf eine EKT zu verzichten.

Bei Patienten, welche zuvor keine Medikamente eingenommen haben, beträgt die Ansprechrate rund 80-90%. Bei Patienten, welche zuvor diverse Therapieversuche mittels Psychopharmaka hinter sich haben etwas mehr als 50%. EKT wird nur dann eingesetzt, wenn die Behandlung mittels Psychotherapie und Medikamenten versagt hat. Eine Elektrokonvulsionstherapie basiert immer auf freiwilliger Basis bzw. muss der Patient (oder ggf. auch Vormund) in die Behandlung einwilligen.

Warum ein Krampfanfall antidepressiv wirkt ist nicht abschliessend erforscht. Sicher ist, dass durch einen solchen Anfall massiv unzählige Botenstoffe ausgeschüttet werden. Da das Gehirn plastisch ist, also sich die Nervenbahnen wieder neu formieren, besteht auch die Möglichkeit, dass Medikamente und Psychotherapie besser wirken.

Patienteninformationen (PDF)
Broschüre der DGPPN (PDF)