Die Elektro-Krampf-Therapie, kurz EKT, ist die mit Abstand wirksamste Methode zur Behandlung von Depressionen. Auf Angststörungen hat die EKT keinen Einfluss. Die heutige Form der EKT ist nicht mit jener der frühen 60er Jahre zu vergleichen, als Elektroschocks auch zur Disziplinierungs-Massnahme eingesetzt wurden. Vor der Behandlung wird der Patient vollnarkotisiert (meistens Mittels Propofol und Ketamin), damit er von der eigentlichen Behandlung nichts mitbekommt und so auch keine Schmerzen hat. Zudem erhält er ein muskelrelaxierenden Mittel, so dass es zu keinen Verletzungen kommt. Anschliessen wird ein Stromstoss durch das Gehrin geleitet, welcher ein künstlicher Krampfanfall auslöst.

In den ersten Wochen sind jeweils 2-3 EKT-Sitzungen nötig, danach werden die Intervalle zwischen den Behandlungsterminen grösser. Üblich sind als Erstbehandlung rund 6-12 Sitzungen. Im Anschluss muss, selbst wenn der Patient symptomfrei ist, alle 2-3 Monate eine Erhaltungs-EKT gemacht werden. Der Nachteil an einer EKT ist, dass die Betroffenen oft unter Erinnerungslücken leiden. Elementares wird dabei nicht vergessen, vorwiegend das Kurzzeitgedächtnis ist betroffen. Wie genau ein Elektrokrampf funktioniert ist nicht abschliessend erforscht, sicher ist jedoch, dass durch den Krampfanfall im Gehirn massiv unzählige Botenstoffe ausgeschüttet werden. Da das Gehirn plastisch ist, also sich die Nervenbahnen wieder neu formieren, besteht auch die Möglichkeit, dass Medikamente und Psychotherapien besser wirken.

Bei Patienten, welche zuvor keine Medikamente eingenommen haben, beträgt die Ansprechrate ca. 90%. Bei Patienten, welche zuvor diverse Therapieversuche mittels Psychopharmaka hinter sich haben etwa 50- 70%. EKT wird nur dann eingesetzt, wenn die Behandlung mittels Psychotherapie und Medikamenten versagt hat. EKT basiert immer auf freiwilliger Basis bzw. muss der Patient in die Behandlung einwilligen.