Antidepressivum (SSRI) | Indikation: Depression, Panikstörung, GAS, soziale Phobie und Zwangsstörung
Handelsname: Cipralex

Allgemeine Informationen

Ecitalopram wurde von der Frima Lundbeck entwickelt und 2003 auf dem europäischen Markt zugelassen. Das Medikament wird unter dem Handelsnamen Cipralex vertrieben. Heute gibt es jedoch auch diverse Generika.

Escitalopram ist ein Antidepressivum aus der Gruppe der „selektiven Serotonin Wiederaufnahme-Hemmer“ (SSRI) und ist zur Behandlung von Depressionen, Panikstörungen, generalisierten Angststörungen, sozialer Phobie und Zwangsstörungen zugelassen. Das Medikament ist ab 18 Jahren freigegeben. Die Fahrtüchtigkeit und das Bedienen von Maschinen kann durch Escitalopram beeintächtigt werden.

Escitalopram ist ein Abkömmling (bzw. Eutromer) des Citaloprams, welches ebenfalls ein SSRI ist und gegen Depressionen sowie Panik- und Zwangsstörungen eingesetzt wird.

Dosierung & Anwendung

Einnahme: 1x täglich Morgens unabhängig der Mahlzeiten.
Die Einnahme muss täglich erfolgen (also nicht nur bei unmittelbarem Bedarf).

Dosierung: 10-20mg

Die Dosierung muss von einem Arzt individuel festgelegt werden. Die Dosis kann somit von der Standartdosierung abweichen. Je nachdem ist eine höhere oder tiefere Dosis erforderlich.

Antidepressiva werden grundsätzlich langsam „eingeschlichen“. Das heisst, dass im Normalfall mit der niederigsten Dosis angefangen und diese (nach einigen Tagen/Wochen) schrittweise bis zur Zieldosis erhöht wird. So sollen die Nebenwirkungen minimiert werden.

Gleich verhält es sich beim Absetzen des Medikamentes. Die Dosis wird über Tage bis Wochen hinweg langsam reduziert (auch bekannt als das „Ausschleichen“). So sollen Absetzerscheinungen verhindert werden.

Wirkungseintritt & Pharmakokinetik

max. Plasmakonzentration: nach 4 Stunden

Halbwertszeit: 27-32 Stunden

Bioverfügbarkeit: unklar / es wurden keine Daten publiziert

Wirkungseintritt: nach 2-4 Wochen bei Depressionen / 3-5 Wochen bei Angststörungen

Diese Werte sind als Durchschnittswerte anzusehen. Je nach Alter, Nahrungsaufnahme und der Kombination mit anderen Medikamenten können diese Werte (teilweise stark) varieren.

Nebenwirkungen im Detail

Sehr häufig (mehr als 10%): Übelkeit

Häufig (1-10%): Gewichtsabnahme, Gewichtszunahme, Müdigkeit, Fieber, Gelenkschmerzen, Muskelschmerzen, vermehrtes Schwitzen, Durchfall, Verstopfung, Erbrechen, Mundtrockenheit, Nasennebenhöhlenentzündung, Gähnen, Schlaflosigkeit, Schläfrigkeit, Schwindel, Kribbeln auf der Haut, Zittern, Angst, Unruhe, abnormale Träume, Libidoverlust.

Gelegentlich (0.1-1%): Blutungen aus der Gebärmutter ausserhalb des Menstruationszyklus, verlängerte Monatsblutungsdauer, Nesselfieber, Haarausfall, Ausschlag, Juckreiz, Blutungen aus dem Verdauungstrakt, Nasenbluten, Herzrasen, Tinnitus, Erweitung der Pupillen, Sehstörungen, Geschmacksstörungen, Schlafstörungen, kurze spontane Bewusstlosigkeit, nächtliches Zähneknirschen, Agitation, Nervosität, Panikattacken, Verwirrung, Ödeme.

Selten (0.01-0.1%): Niederige Herzfrequenz, Serotonin-Syndrom, Aggression, Depersonalisation, Halluzinationen, krankhafte Reaktionen des Immunsystems.

Menschen mit Depressionen und/oder Angststörungen gehen meist automatisch davon aus, sämtliche und/oder die schwersten Nebenwirkungen zu entwickeln. Hierbei kann ein Nocebo-Effekt (ein negativer Placebo-Effekt) entstehen. Diese Annahme ist objektiv nicht begründet. Die meisten Nebenwirkungen verschwinden 3-4 Wochen nach Beginn der Therapie.

Kontraindikationen (Gegenanzeigen)
  • 7 Tage vor, während und 14 Tage nach irreversiblen, nicht selektiven MAO-Hemmern
  • während und 1 Tag nach reversiblen, selektiven MAO-A-Hemmern
  • gleichzeitig mit Linezolid, Selegilin, Pimozid oder QT-verlängernden Arzneimitteln
  • verlängertes QT-Intervall
  • Schwangerschaft & Stillzeit

Fragen Sie, bevor Sie Medikamente einnehmen immer Ihren Arzt oder Apotheker bezüglich Nebenwirkungen, Kontraindikationen (Gegenanzeigen) und Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten.

Schwangerschaft & Stillzeit

Escitalopram sollte während der Schwangerschaft nur verabreicht werden, wenn es zwingend erforderlich ist.

Nach Einnahme von Escitalopram bzw. anderen SSRI’s am Ende der Schwangerschaft, traten bei einigen Neugeborenen folgende Absetzsymptome auf: Ess- und Schlafstörungen, Atmungsschwierigkeiten, bläuliche Verfärbung der Haut, Atemunterbrüche, Krampfanfälle, Temperaturschwankungen, zu niederiger Blutzuckerspiegel, Tremor, abnormale Muskelspannungen, gesteigerte Reflexbereitschaft, Erbrechen, abnormale Irritabilität, Überspanntheit, Lethargie, Schläfrigkeit und anhaltendes Weinen.

Eine SSRI-Exposition in der späten Schwangerschaft kann das Risiko für eine persistierende pulmonale Hypertonie beim Neugeborenen (PPHN) erhöhen.

Kontrollierte Studien an stillenden Frauen liegen nicht vor. Es wird angenommen, dass Escitalopram in die Muttermilch übertritt. Falls eine Behandlung mit Escitalopram notwendig ist, soll abgestillt werden.

Studien

Vergleich mit Placebo: In einer Studie, die 380 Personen zählte, half Escitalopram (10 mg/Tag) gegen depressive Symptome signifikant besser als Placebo. In einer zweiten Untersuchung erhielten 468 Personen entweder Escitalopram (10 bis 20 mg/Tag), Citalopram (20 bis 40 mg/Tag) oder Placebo. Bei zum Studienende nach 8 Wochen betrug die Differenz auf der MADRS-Skala zwischen Escitalopram und Placebo 2,9 Punkte, zwischen Citalopram und Placebo 1,5 Punkte.

Vergleich mit Citalopram: Bei der Beurteilung der Wirksamkeit stützt man sich einerseits auf die Studien mit rund 1000 Personen, die mit dem SEnantiomer durchgeführt wurden, anderseits auf die klinischen Erfahrungen mit dem razemischen Citalopram. Das letztere gilt besonders für die Langzeittherapie, die bei Escitalopram noch kaum geprüft worden ist.

Drei Doppelblindstudien, die jeweils nur acht Wochen gedauert hatten, sind in vollem Umfang veröffentlicht. Sie umfassten Personen, die an einer depressiven Störung («Major Depression») litten. Als Hauptmessinstrument wurde die «Montgomery-Åsberg Depression Rating Scale» (MADRS) verwendet, mit der depressive Symptome auf einer Skala von 0 bis 60 gewichtet werden; auch andere Skalen wie zum Beispiel die «Hamilton Rating Scale for Depression» (HAM-D, von 0 bis 64 reichend) kamen zur Anwendung.

In einer weiteren Studie wurden 491 Personen in vier Gruppen unterteilt: in zwei Gruppen verordnete man Escitalopram in unterschiedlichen Dosierungen (entweder 10 oder 20 mg/Tag), in einer Citalopram (40 mg/Tag) und in einer Placebo. Mit der 10mg Dosis von Escitalopram sank die mittlere Punktezahl auf der MADRS-Skala von 28 auf 15, mit der 20mg Dosis von 29 auf 15 und mit Citalopram von 29 auf 17 Punkte. Entsprechend fielen auch die Resultate auf der HAM-D-Skala aus. Die Ansprechrate –der Anteil der Behandelten, bei denen sich die MADRS-Punktezahl um mindestens 50% reduziert hatte– betrug mit der 10mg Dosis von Escitalopram 50%, mit der 20mg Dosis 51%, mit Citalopram 46% und mit Placebo 28%.

Somit zeigten sich Escitalopram und Citalopram als deutlich wirksamer als Placebo; die Unterschiede zwischen dem Razemat (Citalopram) und dem S-Enantiomer (Escitalopram) waren dagegen nicht signifikant.

Vergleich mit Venlafaxin: In einer achtwöchigen Doppelblindstudie, die lediglich in Kurzform publiziert ist, erwies sich Escitalopram (10 bis 20 mg/Tag) im Vergleich mit Venlafaxin (75 bis 150 mg/Tag) als leicht überlegen.

Bedenken Sie, dass die Studien keine Aussage über das Ansprechen einer individuellen Person aussagt.

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