Allgemeine Informationen
  • Handelsnamen: Cipralex, div. Generika
  • Kategorie: Selektiver Serotonin Wiederaufnahme-Hemmer (SSRI)
  • Indikation: Depressionen, Panikstörung, generalisierte Angststörung (GAS), Soziophobie und Zwangsstörungen
  • Libidoverlust: Ja (häufig)
  • Gewichtsveränderung: Zu- oder Abnahme (beides häufig)
Dosierung & Anwendung

Einnahme: 1x täglich Morgens unabhängig der Mahlzeiten.
Die Einnahme muss täglich erfolgen (also nicht nur bei unmittelbarem Bedarf).

Tablettenform
Depressionen, generalisierte Angststörung, Soziophobie & Zwangsstörung: 10-20mg
Panikstörung: 5- 20mg

Tropfenform
Depressionen, generalisierte Angststörung, Soziophobie & Zwangsstörung: 10-20 Tropfen
Panikstörung: 5- 20 Tropfen

Die Dosierung muss von einem Arzt individuel festgelegt werden. Die Dosis kann somit von der Standartdosierung abweichen. Je nachdem ist eine höhere oder tiefere Dosis erforderlich.

Antidepressiva werden grundsätzlich langsam „eingeschlichen“. Das heisst, dass im Normalfall mit der niederigsten Dosis angefangen und diese (nach einigen Tagen/Wochen) schrittweise bis zur Zieldosis erhöht wird. So sollen die Nebenwirkungen minimiert werden.

Gleich verhält es sich beim Absetzen des Medikamentes. Die Dosis wird über Tage bis Wochen hinweg langsam reduziert (auch bekannt als das „Ausschleichen“). So sollen Absetzerscheinungen verhindert werden.

Wirkungseintritt & Halbwertszeit

Wirkungseintritt

Nach ca. 2-4 Wochen bei Depressionen
Nach ca. 4-6 Wochen bei Panikstörungen, generalisierter Angststörung (GAS), Soziophobie und Zwangsstörungen

 

Halbwertszeit

Die Halbwertszeit von Escitalopram beträgt ca. 30 Stunden. Die kombinierte Einnahme gewisser Medikamente kann die Halbwertszeit verändern.

Nebenwirkungen im Detail

Sehr häufig (mehr als 10%): Übelkeit

Häufig (1-10%): Gewichtsabnahme, Gewichtszunahme, Müdigkeit, Fieber, Gelenkschmerzen, Muskelschmerzen, vermehrtes Schwitzen, Durchfall, Verstopfung, Erbrechen, Mundtrockenheit, Nasennebenhöhlenentzündung, Gähnen, Schlaflosigkeit, Schläfrigkeit, Schwindel, Kribbeln auf der Haut, Zittern, Angst, Unruhe, abnormale Träume, Libidoverlust.

Gelegentlich (0.1-1%): Blutungen aus der Gebärmutter ausserhalb des Menstruationszyklus, verlängerte Monatsblutungsdauer, Nesselfieber, Haarausfall, Ausschlag, Juckreiz, Blutungen aus dem Verdauungstrakt, Nasenbluten, Herzrasen, Tinnitus, Erweitung der Pupillen, Sehstörungen, Geschmacksstörungen, Schlafstörungen, kurze spontane Bewusstlosigkeit, nächtliches Zähneknirschen, Agitation, Nervosität, Panikattacken, Verwirrung, Ödeme.

Selten (0.01-0.1%): Niederige Herzfrequenz, Serotonin-Syndrom, Aggression, Depersonalisation, Halluzinationen, krankhafte Reaktionen des Immunsystems.

 

Menschen mit Depressionen und/oder Angststörungen gehen meist automatisch davon aus, sämtliche und/oder die schwersten Nebenwirkungen zu entwickeln. Hierbei kann ein Nocebo-Effekt (ein negativer Placebo-Effekt) entstehen.

Eine solche Annahme ist objektiv nicht begründet. Die meisten Menschen entwickeln gar keine bis nur wenige Nebenwirkungen.

Die meisten Nebenwirkungen verschwinden zudem 3-4 Wochen nach Beginn der Therapie.

Die Nebenwirkungen wurden von den medizinischen Fachbegriffen in eine für Laien möglichst verständliche Sprache übersetzt. Trotz grösster Mühe kann die medizinische Exaktheit teilweise nicht 1:1 wiedergegeben werden. Für Ärzte empfehlen wir das Arzneimittelverzeichnis bzw. Arzneimittelkompendium zu verwenden.

Altersfreigabe

Escitalopram ist für alle Indikationen ab 18 Jahren zugelassen.

Ein Arzt darf dieses Medikament auch an jüngere Patienten verschreiben.
Die Altersfreigabe sagt nichts über die Wirksamkeit bei Minderjährigen aus.

Kontraindikationen (Gegenanzeigen)
  • 7 Tage vor, während und 14 Tage nach irreversiblen, nicht selektiven MAO-Hemmern
  • während und 1 Tag nach reversiblen, selektiven MAO-A-Hemmern
  • gleichzeitig mit Linezolid, Selegilin, Pimozid oder QT-verlängernden Arzneimitteln
  • verlängertes QT-Intervall
  • Schwangerschaft & Stillzeit

Fragen Sie, bevor Sie Medikamente einnehmen immer Ihren Arzt oder Apotheker bezüglich Nebenwirkungen, Kontraindikationen (Gegenanzeigen) und Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten.

Schwangerschaft & Stillzeit

Escitalopram sollte während der Schwangerschaft nur verabreicht werden, wenn es zwingend erforderlich ist.

Nach Einnahme von Escitalopram bzw. anderen SSRI’s am Ende der Schwangerschaft, traten bei einigen Neugeborenen folgende Absetzsymptome auf: Ess- und Schlafstörungen, Atmungsschwierigkeiten, bläuliche Verfärbung der Haut, Atemunterbrüche, Krampfanfälle, Temperaturschwankungen, zu niederiger Blutzuckerspiegel, Tremor, abnormale Muskelspannungen, gesteigerte Reflexbereitschaft, Erbrechen, abnormale Irritabilität, Überspanntheit, Lethargie, Schläfrigkeit und anhaltendes Weinen.

Eine SSRI-Exposition in der späten Schwangerschaft kann das Risiko für eine persistierende pulmonale Hypertonie beim Neugeborenen (PPHN) erhöhen.

Kontrollierte Studien an stillenden Frauen liegen nicht vor. Es wird angenommen, dass Escitalopram in die Muttermilch übertritt. Falls eine Behandlung mit Escitalopram notwendig ist, soll abgestillt werden.

Studien

Bei der Beurteilung der Wirksamkeit stützt man sich einerseits auf die Studien mit rund 1000 Personen, die mit dem SEnantiomer durchgeführt wurden, anderseits auf die klinischen Erfahrungen mit dem razemischen Citalopram. Das letztere gilt besonders für die Langzeittherapie, die bei Escitalopram noch kaum geprüft worden ist.

Drei Doppelblindstudien, die jeweils nur acht Wochen gedauert hatten, sind in vollem Umfang veröffentlicht. Sie umfassten Personen, die an einer depressiven Störung («Major Depression») litten. Als Hauptmessinstrument wurde die «Montgomery-Åsberg Depression Rating Scale» (MADRS) verwendet, mit der depressive Symptome auf einer Skala von 0 bis 60 gewichtet werden; auch andere Skalen wie zum Beispiel die «Hamilton Rating Scale for Depression» (HAM-D, von 0 bis 64 reichend) kamen zur Anwendung.

In einer Studie, die 380 Personen zählte, half Escitalopram (10 mg/Tag) gegen depressive Symptome signifikant besser als Placebo. In einer zweiten Untersuchung erhielten 468 Personen entweder Escitalopram (10 bis 20 mg/Tag), Citalopram (20 bis 40 mg/Tag) oder Placebo. Bei zum Studienende nach 8 Wochen betrug die Differenz auf der MADRS-Skala zwischen Escitalopram und Placebo 2,9 Punkte, zwischen Citalopram und Placebo 1,5 Punkte.

In einer weiteren Studie wurden 491 Personen in vier Gruppen unterteilt: in zwei Gruppen verordnete man Escitalopram in unterschiedlichen Dosierungen (entweder 10 oder 20 mg/Tag), in einer Citalopram (40 mg/Tag) und in einer Placebo. Mit der 10-mg-Dosis von Escitalopram sank die mittlere Punktezahl auf der MADRS-Skala von 28 auf 15, mit der 20-mg-Dosis von 29 auf 15 und mit Citalopram von 29 auf 17 Punkte. Entsprechend fielen auch die Resultate auf der HAM-D-Skala aus. Die Ansprechrate – der Anteil der Behandelten, bei denen sich die MADRS-Punktezahl um mindestens 50% reduziert hatte –
betrug mit der 10-mg-Dosis von Escitalopram 50%, mit der 20-mg-Dosis 51%, mit Citalopram 46% und mit Placebo 28%.

Somit zeigten sich Escitalopram und Citalopram als deutlich wirksamer als Placebo; die Unterschiede zwischen dem Razemat (Citalopram) und dem S-Enantiomer (Escitalopram) waren dagegen nicht signifikant.

In einer achtwöchigen Doppelblindstudie, die lediglich in Kurzform publiziert ist, erwies sich Escitalopram (10 bis 20 mg/Tag) im Vergleich mit Venlafaxin (75 bis 150 mg/Tag) als leicht überlegen.

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C20H21FN2O

(S)-1-(3-Dimethylaminopropyl)-1-(4-fluorphenyl)-1,3- dihydro-2- benzofuran-5-carbonitril