Erster Ansprechpartner für Ihre medikamentöse Behandlung ist Ihr Arzt/Psychiater. Jeder Fall muss
individuell beurteilt werden, folglich sind unsere Antworten nicht in ausnahmslos zutreffend!

Was tun bei Suizidgedanken?

Suizidgedanken, insbesondere wenn sie akut sind, müssen zwingend ernstgenommen werden. Die Betroffenen befinden sich in einem Zustand, in welchem sie keinen Ausweg mehr sehen. In einer solchen Situation ist es schwierig das rationale Denken einzuschalten, welches sehr wohl weiss, dass es selbst in der Depression einfachere und schwierigere Phasen gibt bzw. die akute Phase nicht für ewig anhält. Geschweige denn sieht man in einem solchen Zustand das Licht am Ende des Tunnels. Beachten Sie in Krisensituationen unsere Notfallseite. Bei akuter Suizidgefahr können Sie sich auch an jedes beliebige Krankenhaus und jede beliebige psychiatrische Klinik wenden.

Was tun bei Verdacht auf eine Erkrankung (Erwachsene)?

Eine Depression hat mit dem, was man im Alltag unter „depri sein“ versteht nicht sehr viel zu tun. Eine Manie hat mit einem gewöhnlichen Hoch der Stimmung nicht viel gemein und auch die Angst einer Angststörung ist etwas völlig anderes als die alltägliche Angst. Doch wo ist die Trennlinie zwischen einer Erkrankung und einer normalen -wenn auch heftigen- Gefühlsreaktion?

Diese Frage kann nicht pauschal beantwortet werden und nur eine Fachperson kann im individuellen Fall eine solche Beurteilung zuverlässig vornehmen. Allerdings gibt es diverse Anhaltspunkte bei welchen die Konsultation eines Psychiaters oder Psychologen notwendig ist. Grundsätzlich sind diese Krankheitsbilder nicht an einem einzelnen Symptom festzumachen, sondern diverse Beschwerden treten gemeinsam auf. Zudem ist der Leidensdruck einer Krankheit nicht mit dem von alltäglichen Beschwerden vergleichbar.

Nehmen Ihre Beschwerden ein Ausmass an, welches stark über die gewohnten Gefühlsreaktionen hinausgeht und bleibt dieser Zustand mehrere Tage/Wochen bestehen, dann suchen Sie sich professionelle Hilfe. Der erste Schritt beinhaltet meist, sich an seinen Hausarzt zu wenden. Dieser wird Sie untersuchen um körperliche Ursachen (wie z.B. eine Dysfunktion der Schilddrüse) für Ihr Leiden auszuschliessen. Erhärtet sich der Verdacht auf eine psychische Erkrankung, wird Sie der Hausarzt an einen Facharzt für Psychiatrie, also einen Psychiater überweisen. Je nach Versicherungstarif, kann man sich auch direkt an einen Psychiater wenden, wird jedoch für die körperliche Untersuchung ohnehin eher früher als später zum Hausarzt müssen.

Was tun bei Verdacht auf eine Erkrankung (Minderjährige)?

Oft erreichen uns Fragen von Minderjährigen, die wissen wollen, wie man professionelle Hilfe in Anspruch nehmen kann ohne dass die Eltern davon in Kenntnis gesetzt werden. Dies ist grundsätzlich nicht möglich. Fachpersonen unterliegen zwar einer Schweigepflicht, doch spätestens auf der nächsten Krankenkassen-Abrechnung werden die Eltern feststellen, dass irgendwas nicht stimmt. Dennoch gibt es Mittel und Wege wie man vorgehen kann, um den sogenannt „Erziehungsberechtigten“ schonend beizubringen das man psychische Probleme hat.

Ideal ist eine offene und ehrliche Kommunikation. Dies bedingt natürlich auch die Bereitschaft der Eltern die gegebenen Umstände zu akzeptieren und aktiv zu deren Lösung beizutragen. Dies ist meist der Fall, auch wenn man gerade in der Pubertät manchmal das Gefühl hat, dass die Eltern sich gegen einem wenden. Manche zeigen von Beginn weg Verständnis, andere müssen sich erst mit den Tatsachen „anfreunden“, doch schlussendlich helfen (fast) alle mit das Übel anzugehen. Nur sehr selten gibt es Fälle, dass Eltern kein Verständnis für eine psychische Erkrankung aufbringen bzw. die Inanspruchnahme professioneller Hilfe verhindern.

Ist keine offene und ehrliche Kommunikation möglich bzw. getraut man sich nicht, ist es ratsam sich an eine kostenlose Beratungsstelle zu wenden, welche die eigene Anonymität garantiert. Dies kann eine Anlaufstelle für psychische Erkrankungen oder die Jugendberatung im Allgemeinen sein. Die erste Kontaktaufnahme ist meist auch per Mail oder Telefon möglich. Mit den Beratern kann eine Strategie entwickelt werden, wie genau man seinen Eltern die herrschenden Umstände beibringen kann. Auch können sie (die Berater) in gewissen Fällen selbst mit den Eltern sprechen.

Im Extremfall bzw. Einzelfall kann man sich unter einem Vorwand beim Hausarzt anmelden und diesem die aktuellen Probleme schildern. Kommt der Hausarzt zum Schluss, dass eine psychische Erkrankung vorliegen könnte wird er eine Überweisung an einen Psychiater ausstellen. Sagt der Arzt, dass man professionelle Hilfe braucht, können die Eltern keine grossen Einwände hervorbringen. Doch wie bereits erwähnt, ist ein offene und ehrliche Kommunikation der erste und beste Weg, den man einschlagen sollte.

Wie lange dauert eine Depression?

Dies hängt primär von der Art bzw. Form der Depression ab. Theoretisch dauert eine depressive Episode ca. sechs Monate ohne Behandlung, dies sagt jedoch nichts über den Einzelfall aus. Es gibt Menschen die leiden markant länger oder kürzer darunter. Zudem kommt es bei der Mehrheit aller Depressionen (leider) immer wieder zu Rückfällen bzw. wiederholen sich die Episoden in gewissen Zeitabständen. Dies nennt sich in der Fachsprache eine rezidivierende Depression. Eine Minderheit entwickelt zudem eine Dysthymie, also eine chronische Depression auf leichterem bis mittelschwerem Niveau, welche nach über zwei Jahren Krankheitsdauer diagnostiziert wird.

Die schwierig zu erstellende Prognose gepaart mit dem Symptom der Hoffnungslosigkeit und dem negativen Denken ist ein Grund, warum Depressionen in einigen Fällen tödlich verlaufen können (Suizid).

Ist eine Psychotherapie notwendig?

Die blosse Einnahme von Psychopharmaka reicht in den seltensten Fällen aus, um eine psychische Erkrankung erfolgreich zu therapieren. Eine Psychotherapie ist ein elementarer Bestandteil jeder Behandlung. Sie wirkt in Krisensituationen unterstützend und ist die einzige Behandlungsmethode die längerfristig eine wirkliche Heilung bewirken kann. Dafür braucht es jedoch Geduld und Durchhaltewillen, denn bis eine Psychotherapie eine grundlegende Verbesserung der Krankheitssymptome bewirken kann dauert es Monate, in einigen Fällen sogar Jahre.

Welches Medikament wirkt bei mir?

Diese Frage kann leider unmöglich beantwortet werden, da jeder Mensch auf jedes Medikament etwas anders reagiert. Selbst innerhalb einer Wirkstoffgruppe ist ein unterschiedliches Ansprechen auf eine jeweils andere Substanz möglich. Folglich kann man auch nicht (oder im besten Falle nur sehr eingeschränkt) von den Erfahrungen anderer Betroffener profitieren.

Seit kurzer Zeit gibt es Gentests, welche die Wahrscheinlichkeit des Ansprechens auf ein bestimmtes Antidepressivum berechnen. Allerdings sind diese Tests enorm teuer, die Erfahrungswerte fehlen noch und die Genauigkeit ist umstritten.

Bei Depressionen werden zunächst primär Antidepressiva aus der Gruppe der SSRI/SNRI verschrieben. Sie haben im Vergleich zu den älteren Trizyklika weniger Nebenwirkungen, obwohl die unerwünschten Wirkungen immer noch beträchtlich sein können. Ihre Wirksamkeit ist allerdings nicht besser als jene der älteren Substanzen. MAO-Hemmer werden aufgrund ihrer starken, gefährlichen und zahlreichen Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten heute nur noch in vereinzelt eingesetzt. Atypische Antidepressiva dienen meist entweder zur Ergänzungsmedikation oder wenn andere Substanzen keine befriedigende Resultate erzielt haben.

Gegen akute Angstzustände sind Benzodiazepine alternativlos. Aufgrund ihres Abhängigkeitspotenzials und der Toleranzentwicklung können sie jedoch nur als Notfallmedikamente bzw. nur für eine kurze Zeitspanne eingesetzt werden. Zur längerfristigen Behandlung kommen vor allem Antidepressiva aus der Gruppe der SSRI/SNRI zum Einsatz. Sie wirken bezüglich Angststörungen in der Regel sogar besser als alle anderen Medikamentengruppen (ausg. Opipramol, ein Trizyklika). Bei Therapieresistenz gibt es weitere Möglichkeiten wie Buspiron, Pregabalin oder Hydroxyzin zu verwenden.

Bei bipolaren Störungen gilt der mood-stabilizer Lithium als das Mass der Dinge. Er wird mit Abstand am häufigsten eingesetzt. Bei Unverträglichkeit von Lithium können im Bezug auf manische Episoden vor allem Valproinsäure sowie diverse Neuroleptika Abhilfe verschaffen. Bei depressiven Episoden bieten zudem Antidepressiva sowie Lamotrigin eine Alternative.

Wie zuverlässig wirken Antidepressiva?

Studien im Bezug auf die Wirksamkeit von Antidepressiva bei Depressionen haben ergeben, dass nur rund 30% der Betroffenen auf ihre Erstmedikation (das erste Medikament) angesprochen haben. Etwa 40% der Probanden mussten mehrere Wirkstoffe durchprobieren bis sie eine (oder eine Kombination) fanden die half und die restlichen ca. 30% sprachen generell nur unzureichend auf Antidepressiva an.

Mit der Hinzugabe von Phasenprophylaktika (mood-stabilizers) und/oder gewissen Neuroleptika konnte die Anzahl der medikamentös erfolgreich therapierten Personen gesteigert werden. Dennoch bleibt immer noch eine zweistellige Prozentzahl von Depressionsbetroffenen übrig, welche nicht oder nur stark unzureichend auf medikamentöse Therapien ansprechen.

Weitere Studien haben ergeben, dass Antidepressiva bei schweren Depressionen* bedeutend besser wirken als bei leichteren Beschwerden. Somit ist eine Psychotherapie und Sport bei leichten Depressionen häufig effektiver als Medikamente (und deren Nebenwirkungen), während bei mittelschweren und vor allem bei schweren Depressionen chemische Präparate faktisch unausweichlich sind.

Die Erfolgsrate dieser Medikamente bei Angststörungen hingegen sieht besser aus. Insbesondere bei der Behandlung von Panikstörungen (Panikattacken) haben sich Medikamente aus der Gruppe der SSRI/SNRI als äusserst wirksam erwiesen.

Auch manische Episoden sind mittels Phasenprophylaktika sowie Neuroleptika in der Regel (wenigstens ansatzweise) besser unter Kontrolle zu kriegen als Depressionen. Dies sagt jedoch nichts über den Einzelfall aus.

*Mit der Einteilung der Schweregrade ist eine fundierte Diagnose bzw. nicht ausschliesslich die Selbstwahrnehmung gemeint.

Gibt es Antidepressiva ohne Gewichtszunahme und sexuelle Nebenwirkungen?

Grundsätzlich gilt auch hier, dass jeder Mensch auf jedes Medikament anders reagiert. Dennoch gibt es Substanzen bei denen eine Gewichtszunahme und sexuelle Nebenwirkungen eher unwahrscheinlich sind. Insbesondere Bupropion, Tianeptin, Agomelatin, Trazodon, Vortioxetin und Moclobemid sind in diesem Kontext zu erwähnen.

Wer sich mit Antidepressiva ein wenig auskennt erkennt jedoch bald, dass diese Medikamente keine klassischen Serotonin Wiederaufnahme-Hemmer sind und somit nicht zu den Mitteln erster Wahl gehören. Die angstlösende Komponente ist bei den erwähnten Substanzen zudem nur sehr schwach ausgeprägt bis in existent (ausg. Tianeptin).

Was also kann man tun gegen sexuelle Nebenwirkungen? Leider kann man nur eine Antwort darauf geben: Nichts. Seien es Erektionsstörungen, Anorgasmie, Einschränkungen des sexuellen Verlangens oder kompletter Libidoverlust… die absolute Mehrheit aller Antidepressiva hat einen negativen Einfluss auf die Sexualität. Auch Potenzmittel wie Viagra (Sildenafil) helfen nicht weiter. Sie fördern die Durchblutung des Gliedes, das Problem liegt jedoch im Gehirn bzw. im Austausch dessen Neurotransmitter.

Und was tun gegen eine medikationsbedingte Gewichtszunahme? Im Prinzip das Gleiche wie bei einer nicht medikationsbedingten Gewichtszunahme, mit dem Unterschied, dass eine Gewichtsreduktion viel länger dauern kann, viel schwieriger ist und es geschweige denn eine Erfolgsgarantie gibt. Kurz: Sport und eine gesunde Ernährung. Diese Massnahmen können zudem einen antidepressiven Effekt haben.

Allerdings ist es so, dass -wie bereits mehrmals erwähnt- jeder Mensch auf jedes Medikament etwas anders reagiert. Ein Medikamentenwechsel kann also unter Umständen Erleichterung verschaffen. Allerdings bringt dieser das Risiko einer gesamtgesundheitlichen Zustandsverschlechterung mit sich und muss sorgfältig durch den Arzt sowie Patienten abgewogen werden.

Machen Psychopharmaka abhängig?

Psychopharmaka ist ein Sammelbegriff für alle Medikamente mit einer sogenannt psychoaktiven Wirkung, also Medikamente, welche in den Botenstoffhaushalt des Gehirns eingreifen. Darunter gibt es sowohl Substanzen die abhängig machen als auch solche bei jenen eine Suchtentwicklung keine Gefahr darstellt.

Konkret auf die Medikamente auf dieser Website bezogen: Antidepressiva, Phasenprophylaktika (mood-stabilizers) und Neuroleptika machen nicht abhängig*. Bei einigen Medikamenten kann es jedoch zu Absetzsymptomen kommen.

Anders sieht es bei den Benzodiazepinen und Z-Drugs aus. Sämtliche Präparate dieser Medikamentengruppen machen bereits nach kurzer und regelmässiger Einnahme (nach ca. 4-8 Wochen) auch in der vom Arzt vorgeschriebenen Dosierung schwer körperlich sowie psychisch abhängig. Hinzu kommt ein Gewöhnungseffekt (Toleranzentwicklung) bzw. verlieren die Tabletten mit der Zeit ihre Wirkung.

*Selten kommt es im Zuge einer Therapie mit den Antidepressiva Tianeptin und Tranylcypromin zu einer Suchtentwicklung.

Was tun bei einer Therapieresistenz?

In erster Linie ist es wichtig nie aufzugeben. Beispielsweise hat ein Beteiligter von deprimed.de über 20 Medikamente in verschiedenen Kombinationen durchprobieren müssen bevor er eine Kombination fand, die seine Depression (zumindest) ansatzweise stabilisierte bzw. immer noch stabilisiert. Dies ist ein Extremfall, soll jedoch verdeutlichen wie wichtig der Durchhaltewillen ist.

Bei fehlgeschlagenen Medikationen muss man sich bzw. dem Arzt zunächst mehrere Fragen stellen: Waren es Medikamente aus verschiedenen Wirkstoffgruppen? War die Dosis ausreichend hoch? Wurde je nach Beschwerdebild eine geeignete Zusatztherapie mit weiteren Medikamentengruppen versucht (z.B. mood-stabilizer oder atypische Neuroleptika)?

Ist eine sogenannte Therapieresistenz offensichtlich, gibt es wiederum je nach Beschwerdebild weitere Behandlungsmöglichkeiten. Während die Betroffenen bei Angststörungen auf Psychotherapie und Medikamente vertrauen müssen, gibt es bei Depressionen weitere Verfahren, die jedoch nur bei einem sehr schweren Krankheitsverlauf eingesetzt werden. Allen voran die Elektrokonvulsionstherapie (EKT). In wenigen Einzelfällen sind auch operative Eingriffe im Rahmen einer Vagusnervstimulation oder tiefen Hirnstimulation möglich.

Eine Manie hingegen wird nur in Ausnahmefällen mit einer EKT behandelt. Auch da müssen die betroffenen primär Vertrauen in die medikamentöse und psychotherapeutische Behandlung haben.

Was ist ein "off-label use"?

Medikamente besitzen Zulassungen zur Behandlung spezifischer Krankheitsbilder. Ein off-label use ist der Einsatz eines Medikaments bezüglich einem Krankheitsbild, für welches es keine spezifische bzw. offizielle Zulassung hat.

Das Fehlen einer Zulassung kann mehrere Gründe haben: Erstens kann ein Unternehmen nicht bereit sein, den enormen finanziellen Aufwand für gewisse Studien aufzuwenden. Zweitens kann es sein, dass in den erfolglos verlaufenen Studien eine Minderheit auf das Medikament angesprochen hat, es jedoch nicht für eine Zulassung ausreichte. Drittens ist es eine Tatsache, dass gewisse -vor allem ältere- Medikamente bereits so erfolgreich und lange im off-label use verwendet werden, dass weitere Studien für das Unternehmen lediglich Aufwand bedeuten würde.

Ein solcher off-label use ist gesetzlich erlaubt, einige Krankenkassen weigern sich jedoch die Kosten dafür zu übernehmen.

Wechselwirkungen mit Tabak, Alkohol und anderen Drogen?

Bezüglich Nikotin (Tabak) sind keine Wechselwirkungen bekannt. Betreffend Alkohol hängt dies vom einzelnen Medikament ab. Fragen Sie unbedingt Ihren Arzt oder Apotheker bevor sie ein Bier kippen oder sich ein Glas Wein genehmigen.

Was illegale Substanzen angeht ist von deren Konsum dringend abzuraten. Diese Aussage hat nichts mit den üblichen Präventionswarnungen zu tun sondern gleich zwei Gründe: Erstens wirken sowohl Psychopharmaka als auch illegale Drogen oftmals auf die selben Neurotransmitter (Serotonin, Noradrenalin, Dopamin). Dabei kann es zu unkontrollierbaren und gefährlichen Wechselwirkungen kommen. Zweitens sind psychische Erkrankungen bzw. deren Verschlechterung eine häufige Folge des Konsums gewisser Wirkstoffe.

Bestimmt, gewisse psychoaktive Substanzen können vorübergehend eine Erleichterung verschaffen, doch der sogenannte Rebound (die verstärkte Rückkehr der ursprünglichen Beschwerden bei nachlassender Wirkung) ist oftmals gnadenlos und spätestens bei Langzeitkonsum sind psychische Komplikationen bei einer Mehrheit der Konsumenten vorprogrammiert.

Kann ich die Medikamente absetzen?

Grundsätzlich sollten Sie nie eigenständig etwas an der Dosis ändern oder die Medikamente gar komplett absetzen, auch nicht wenn Sie sich wieder völlig gesund fühlen. Veränderungen diesbezüglich müssen zwingend mit dem behandelnden Arzt abgesprochen werden.

Psychopharmaka können nicht heilen, sie unterdrücken im Idealfall die Symptome. In allen ärztlichen Schulungsunterlagen ist vermerkt, dass man die Medikamente mind. sechs Monate nach der Remission (erlangen völliger Symptomfreiheit) weiter einnehmen soll. In vielen Fällen, insbesondere bei von Rückfällen begleiteten Krankheitsverläufen, ist eine noch länger andauernde Einnahme notwendig.

Bei den meisten Psychopharmaka wird die Dosis -wenn es soweit ist- unter ärztlicher Kontrolle langsam reduziert. Dies hat zwei Gründe: Erstens können so in der Regel Absetzsymptome reduziert oder sogar verhindert werden. Zweitens kann man bei einer sehr langsamen Dosisreduktion beobachten, ob gewisse Krankheitssymptome erneut auftreten. Es ist um ein vielfaches Einfacher die Dosis ggf. wieder zu erhöhen als mit der Medikation neu zu beginnen.

Wirken Antidepressiva auch ohne Erkrankung?

Nein, bis auf die Nebenwirkungen. Antidepressiva besitzen weder eine rauscherzeugende Wirkung noch haben sie irgend einen positiven Effekt auf gesunde Personen. Lediglich die (teilweise schweren) Nebenwirkungen treten auf. Antidepressiva sind für einen missbräuchlichen Konsum absolut ungeeignet.