Depressive Episode

Als eine depressive Episode bezeichnet man auch die „klassische“ Depression. Meistens haben die Betroffenen selbst bis zu diesem Zeitpunkt keine Erfahrungen mit Depressionen oder diese liegen bereits länger zurück. Die Dauer einer depressiven Episode beträgt im Durchschnitt 6 Monate ohne Behandlung. Mit einer Behandlung ev. kürzer (z.B. bei Ansprechen auf ein Medikament). Dies sagt jedoch nichts über den Einzelfall aus. Es gibt Menschen, die leiden markant länger oder kürzer an dieser Form der Depression.

Nach erfolgreicher Therapie verschwinden die Symptome meist gänzlich und der Patient kann sein Leben ohne grössere Einschränkungen weiterführen. Zu einem Rückfall kommt es nicht oder nur in sehr grossen Zeitabständen.

 

Rezidivierende Depression

Rezidivierende Depressionen sind zyklisch immer wiederkehrende depressive Episoden. Die symptomfreie Zeit zwischen diesen Schüben ist unterschiedlich lang. Im Durchschnitt beträgt sie 4-6 Jahre. Rezidivierende Depressionen sind die häufigste Form der Erkrankung. Meist wird versucht durch die kontinuierliche Einnahme von Medikamenten (vor allem Antidepressiva und Phasenprophylaktika bzw. mood-stabilizers) einen Rückfall zu verhindern. Dies bedeutet folglich, dass viele Menschen mit einer rezidivierenden Depression ihr Leben lang Medikamente einnehmen müssen, also auch dann, wenn sie symptomfrei sind. Zudem soll eine intensive Psychotherapie helfen den Patienten zu stabilisieren.

 

Dysthymie (chronische Depression)

Bei einer Dysthymie ist der Patient nie symptomfrei, anders als z.B. bei der rezidivierenden Depression. Diese Form der Erkrankung verläuft oft auf dem Niveau einer leichten Depression. Sehr selten sind chronische Depressionen, welche über Jahre hinweg als „schwer“ eingestuft werden. Die Behandlung einer Dysthymie bzw. einer chronischen Depression gilt als schwierig (aber nicht unmöglich), nicht zuletzt, da die Patienten meist pharmakotherapie-resistent sind (also nicht auf Medikamente ansprechen). Von einer Dysthymie spricht man in der Regel erst, wenn die Depression mindestens zwei Jahre oder länger andauert.

Wenn zusätzlich zur Dysthymie noch Episoden hinzukommen, bei denen der Patient zeitweise schwer depressive Symptome aufweist, spricht man von einer sogenannten „double depression“ (dt. „Doppeldepression“ bzw. einer Dysthymie plus einer rezidivierenden Depression).

 

Psychotische Depression

Von einer psychotischen Depression spricht man, wenn neben der depressiven Episode zusätzlich psychotische Anzeichen wie Wahnideen auftreten. Diese können sich u.a. in einem Verarmungswahn, Verschuldungswahn, Versündigungs- oder Verkleinerungswahn äussern. Beispielsweise kann jemand mit einer psychotischen Depression felsenfest von Dingen überzeugt sein (z.B. das Verschulden der Krankheit AIDS), die er unmöglich begangen haben kann (Verschuldungswahn). Durch realitätsbezogene Gespräche ist der Betroffene nicht von seinen Wahnideen abzubringen.

Die Symptomatik ist oft schwerer und die Dauer der depressiven Episoden länger als bei einer Depression ohne zusätzliche wahnhafte Anzeichen. Diese schwere Form der Depression kommt äusserst selten vor. Eine psychotische Depression kann einmalig auftreten oder rezidivierend verlaufen.