Eine generalisierte Angststörung (GAS) zeichnet sich dadurch aus, dass die Ängste dauerhaft vorhanden sind und nicht durch eine spezifische Umgebung (z.B. öffentliche Verkehrsmittel) ausgelöst werden. Sorgenbereiche sind vor allem die familiären/sozialen Beziehungen, Arbeit und Leistung, Gesundheitssorgen, Finanzen, Alltägliches.

Inhalt der Angst ist in den meisten Fällen eine unbegründete Sorge und Befürchtungen vor zukünftigen Unglücken oder Erkrankungen, die einen selbst oder Angehörige betreffen, sowie eine grosse Anzahl weiterer Sorgen und Vorahnungen. Der Betroffene hat meist somatische (körperliche) sowie psychische Symptome. Diese reichen von Zittern über Herzrasen, Schwindel, innere Unruhe Nervosität, Kopfschmerzen, Muskelverspannungen, Benommenheit bis hin zu Schlafstörungen etc.

Gemäss dem internationalen Diagnoseverzeichnis (ICD-10) müssen über mindestens 6 Monate lang folgende Symptome an den meisten Tagen vorhanden sein:

  • Befürchtungen (Sorge über zukünftiges Unglück, Nervosität, Konzentrationsprobleme etc.)
  • Motorische Spannung (körperliche Unruhe, Spannungskopfschmerz, Zittern, Unfähigkeit sich zu entspannen)
  • Vegetative Symptome (Benommenheit, Schwitzen, Frieren, hoher Puls oder erhöhte Atemfrequenz, Oberbauchbeschwerden, Schwindelgefühle, Mundtrockenheit etc.)
  • Psychische Symptome (Gefühl von Schwindel, Unsicherheit und Benommenheit, Derealisation und Depersonalisation, Angst vor Kontrollverlust, Angst zu sterben)
  • Symptome in Thorax oder Abdomen (Atembeschwerden, Beklemmung, Schmerzen, Übelkeit)

Bei einer GAS ist es häufig der Fall, dass der Betroffene erst wegen körperlichen Beschwerden einen Arzt aufsucht und die Krankheit je nachdem lange verkannt wird.

Das in der EU sowie in der Schweiz gültige internationale Diagnoseverzeichnis ICD-10 umschreibt die generalisierte Angststörung wie folgt, Zitat: „Die Angst ist generalisiert und anhaltend. Sie ist nicht auf bestimmte Umgebungsbedingungen beschränkt, oder auch nur besonders betont in solchen Situationen, sie ist vielmehr „frei flottierend“. Die wesentlichen Symptome sind variabel, Beschwerden wie ständige Nervosität, Zittern, Muskelspannung, Schwitzen, Benommenheit, Herzklopfen, Schwindelgefühle oder Oberbauchbeschwerden gehören zu diesem Bild. Häufig wird die Befürchtung geäußert, der Patient selbst oder ein Angehöriger könnten demnächst erkranken oder einen Unfall haben.“

Eine Selbstdiagnose zu erstellen ist nicht möglich. Dazu bedarf es der Begutachtung einer Fachperson (Psychiater oder Psychologe). Bei Verdacht auf eine Angststörung sollte eine solche aufgesucht werden.