Allgemeine Informationen

 

  • Handelsnamen: Tavor, Temesta, Tolid, Merlit, Sedazin, Lorasifar, div. Generika
  • Kategorie: Benzodiazepin
  • Indikation: Angstzustände (inkl. Panikattacken), Erregungszustände, Spannungszustände, Schlafstörungen

 

Dosierung & Anwendung

Einnahme: Bei Bedarf (so selten wie möglich).*
Die Einnahme sollte so niederig wie möglich Dosiert werden.*

Alle Indikationen: 1-7,5 mg täglich (in mehreren Gaben bei hoher Dosierung)

Die Dosierung muss von einem Arzt individuel festgelegt werden. Die Dosis kann somit von der Standartdosierung abweichen. Je nachdem ist eine höhere oder tiefere Dosis erforderlich.

*Wie alle Benzodiazepine kann Lorazepam nach längerer und regelmässiger Anwendung (auch in der vom Arzt vorgeschriebenen Dosierung) abhängig machen. Zudem tritt mit der Zeit sehr häufig eine Toleranzentwicklung auf.

Wirkungseintritt & Halbwertszeit

Wirkungseintritt

Ca. 20-40 Minuten nach der ersten Einnahme

 

Halbwertszeit

Die Halbwertszeit von Lorazepam beträgt 12 bis 16 Stunden. Die kombinierte Einnahme gewisser Medikamente kann die Halbwertszeit verändern.

Nebenwirkungen im Detail

Sehr häufig (mehr als 10%): Sedierung, Erschöpfung, Schläfrigkeit.

Häufig (1-10%): Ataxie, Verwirrtheit, Depression, Benommenheit, Muskelschwäche, Kraftlosigkeit.

Gelegentlich (0.1-1%): Veränderung der Libido, Impotenz, Ausbleiben des Orgasmus, Übelkeit.

Selten (0.01-0.1%): Tiefer Blutdruck.

 

Menschen mit Depressionen und/oder Angststörungen gehen meist automatisch davon aus, sämtliche und/oder die schwersten Nebenwirkungen zu entwickeln. Hierbei kann ein Nocebo-Effekt (ein negativer Placebo-Effekt) entstehen.

Eine solche Annahme ist objektiv nicht begründet. Die meisten Menschen entwickeln gar keine bis nur wenige Nebenwirkungen.

Wie alle Benzodiazepine kann Lorazepam nach längerer und regelmässiger Anwendung (auch in der vom Arzt vorgeschriebenen Dosierung) abhängig machen. Zudem tritt mit der Zeit sehr häufig eine Toleranzentwicklung auf.

Die Nebenwirkungen wurden von den medizinischen Fachbegriffen in eine für Laien möglichst verständliche Sprache übersetzt. Trotz grösster Mühe kann die medizinische Exaktheit teilweise nicht 1:1 wiedergegeben werden. Für Ärzte empfehlen wir das Arzneimittelverzeichnis bzw. Arzneimittelkompendium zu verwenden.

Altersfreigabe

Lorazepam ist ab 12 Jahren zugelassen.

Ein Arzt darf dieses Medikament auch an jüngere Patienten verschreiben.
Die Altersfreigabe sagt nichts über die Wirksamkeit bei Minderjährigen aus.

Kontraindikationen (Gegenanzeigen)
  • Myasthenia gravis
  • schwere Ateminsuffizienz
  • Schlafapnoe
  • schwere Leberinsuffizienz
  • schwere Niereninsuffizienz
  • Schock
  • Kollaps
  • Koma
  • akute Alkohol-, Psychopharmaka-, Schlafmittel- oder Schmerzmittelintoxikation
  • Abhängigkeit
  • Schwangerschaft & Stillzeit

Fragen Sie, bevor Sie Medikamente einnehmen immer Ihren Arzt oder Apotheker bezüglich Nebenwirkungen, Kontraindikationen (Gegenanzeigen) und Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten.

Schwangerschaft & Stillzeit

Es gibt klare Hinweise für Risiken des menschlichen Fötus durch Benzodiazepine. Lorazepam darf während der Schwangerschaft nicht verabreicht werden.

Die Anwendung von Benzodiazepinen während der Schwangerschaft oder während der Entbindung kann zu neonatalen Entzugssymptomen führen. Symptome wie z.B. tiefer Blutdruck, Unterkühlung, Atemdepression, Atemstillstand, verminderte Aktivität, Probleme beim Stillen oder Trinken und gestörte metabolische Effekte im Zusammenhang mit Kälte sind bei Säuglingen festgestellt worden.

Da Benzodiazepine und deren Metaboliten in die Muttermilch übertreten, soll Lorazepam in der Stillzeit nicht eingenommen werden.

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C15H10Cl2N2O2

(RS)-7-Chlor-5- (2-chlorphenyl)-3-hydroxy -2,3-dihydro-1H-1,4- benzodiazepin-2-on