Diese Informationen stammen nicht aus dem Schweizer Arzneimittelkompendium und können demnach unzutreffend und/oder unvollständig sein! Die Fachinformationen der Deutschen oder Österreichischen Arzneimittelkompendien sind nicht öffentlich zugänglich.

Allgemeine Informationen
  • Handelsnamen: Ixel, MILNAneuraX
  • Kategorie: Selektiver Serotonin und Noradrenalin Wiederaufnahme-Hemmer (SSNRI)
  • Indikation: Depressionen
  • Libidoverlust: Ja (häufig)
  • Gewichtsveränderung: Zu- oder Abnahme (beides häufig)
Dosierung & Anwendung

Einnahme: 1x täglich Morgens unabhängig der Mahlzeiten.
Die Einnahme muss täglich erfolgen (also nicht nur bei unmittelbarem Bedarf).

Depressionen: 25-200mg

Die Dosierung muss von einem Arzt individuel festgelegt werden. Die Dosis kann somit von der Standartdosierung abweichen. Je nachdem ist eine höhere oder tiefere Dosis erforderlich.

Antidepressiva werden grundsätzlich langsam „eingeschlichen“. Das heisst, dass im Normalfall mit der niederigsten Dosis angefangen und diese (nach einigen Tagen/Wochen) schrittweise bis zur Zieldosis erhöht wird. So sollen die Nebenwirkungen minimiert werden.

Gleich verhält es sich beim Absetzen des Medikamentes. Die Dosis wird über Tage bis Wochen hinweg langsam reduziert (auch bekannt als das „Ausschleichen“). So sollen Absetzerscheinungen verhindert werden.

Wirkungseintritt & Halbwertszeit

Wirkungseintritt

Nach ca. 2-4 Wochen bei Depressionen

 

Halbwertszeit

Die Halbwertszeit von Milnacipran beträgt ca. 8 Stunden. Die kombinierte Einnahme gewisser Medikamente kann die Halbwertszeit verändern.

Nebenwirkungen im Detail

Sehr häufig (mehr als 10%): Übelkeit, Kopfschmerzen.

Häufig (1-10%): Migräne, Zittern, Schwindel, Empfindungsstörungen, Schläfrigkeit, Spüren des Herzschlags, beschleunigter Herzschlag, erhöhter Blutdruck, Hitzewallungen, Agitiertheit, Angst, Essstörungen, Schlafstörungen, suizidales Verhalten, Schmerzen, Durchfall, Verstopfung, Mundtrockenheit, Verdauungsstörung, Erbrechen, Juckreiz, Ausschlag, sehr starkes Schwitzen, Muskelschmerzen, Schwierigkeiten beim Harnlassen, häufiger Harndrang, Erektions- und Ejakulationsschwierigkeiten, Hodenschmerzen, Müdigkeit.

Gelegentlich (0.1-1%): Erhöhte Fettwerte im Blut, Gewichtsabnahme, Panikgefühl, Verwirrtheit, Wahnvorstellungen, seltsame Bilder oder Geräusche (Halluzinationen), hyperaktives Verhalten oder Gedanken (Manie), verringertes Lustgefühl, abnormale Träume, Suizidgedanken, Gedächtnisstörungen, Gefühl der Ruhelosigkeit, Gleichgewichtsstörungen, Geschmacksveränderungen, plötzlich einsetzende, kurz andauernde Bewusstlosigkeit, verschwommenes Sehen, trockene Augen, Augenschmerzen, verringertes Scharfsehen, erweiterte Pupillen, Gefühl von Schwindel oder Drehen, Klingeln in den Ohren, Herzprobleme wie zu niedriger Blutdruck oder Erregungsleitungsstörungen

Selten (0.01-0.1%): keine Daten vorhanden

 

Menschen mit Depressionen und/oder Angststörungen gehen meist automatisch davon aus, sämtliche und/oder die schwersten Nebenwirkungen zu entwickeln. Hierbei kann ein Nocebo-Effekt (ein negativer Placebo-Effekt) entstehen.

Eine solche Annahme ist objektiv nicht begründet. Die meisten Menschen entwickeln gar keine bis nur wenige Nebenwirkungen.

Die meisten Nebenwirkungen verschwinden zudem 3-4 Wochen nach Beginn der Therapie.

Die Nebenwirkungen wurden von den medizinischen Fachbegriffen in eine für Laien möglichst verständliche Sprache übersetzt. Trotz grösster Mühe kann die medizinische Exaktheit teilweise nicht 1:1 wiedergegeben werden. Für Ärzte empfehlen wir das Arzneimittelverzeichnis bzw. Arzneimittelkompendium zu verwenden.

Altersfreigabe

Milnacipran ist ab 18 Jahren zugelassen.

Ein Arzt darf dieses Medikament auch an jüngere Patienten verschreiben.
Die Altersfreigabe sagt nichts über die Wirksamkeit bei Minderjährigen aus.

Kontraindikationen (Gegenanzeigen)
  • Bei Verwendung von nichtselektiven MAO-Hemmern sowie selektiven MAO-A-Hemmern
  • selektiven MAO-B-Hemmern, Digitalis, 5-HT1D-Agonisten (z. B. Sumatriptan), parenteralem Adrenalin und Noradrenalin sowie Clonidin und verwandten Stoffen
  • bei Benigne Prostatahyperplasie und anderen urogenitalen Störungen
  • während der Schwangerschaft & Stillperiode

Fragen Sie, bevor Sie Medikamente einnehmen immer Ihren Arzt oder Apotheker bezüglich Nebenwirkungen, Kontraindikationen (Gegenanzeigen) und Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten.

Schwangerschaft & Stillzeit

Es liegen keine hinreichenden Daten zur Anwendung von Milnacipran bei schwangeren Frauen vor. Milnacipran darf nur dann in der Schwangerschaft angewendet werden, wenn es zwingend erforderlich ist.

Nach Einnahme von Milnacipran bzw. anderen SSNRI’s am Ende der Schwangerschaft, traten bei einigen Neugeborenen folgende Absetzsymptome auf: Ess- und Schlafstörungen, Atmungsschwierigkeiten, bläuliche Verfärbung der Haut, Atemunterbrüche, Krampfanfälle, Temperaturschwankungen, zu niederiger Blutzuckerspiegel, Tremor, abnormale Muskelspannungen, gesteigerte Reflexbereitschaft, Erbrechen, abnormale Irritabilität, Überspanntheit, Lethargie, Schläfrigkeit und anhaltendes Weinen.

Eine SSNRI-Exposition in der späten Schwangerschaft kann das Risiko für eine persistierende pulmonale Hypertonie beim Neugeborenen (PPHN) erhöhen.

Milnacipran geht in die Muttermilch über. Ein Risiko für das gestillte Kind kann nicht ausgeschlossen werden. Daher darf während der Behandlung mit Milnacipran nicht gestillt werden.

Studien

Wir haben keine Studien gefunden. Dies bedeutet nicht, dass es generell keine Studien gibt.

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C15H22N2O

(±)-cis-2-(Aminomethyl)- N,N-diethyl-1-phenyl cyclopropancarbamid