Allgemeine Informationen
  • Handelsnamen: Remergil, Remeron, div. Generika
  • Kategorie: Tetrazyklisches Antidepressivum
  • Indikation: Depressionen
  • Sedierend: Ja
  • Libidoverlust: Nein
  • Gewichtsveränderung: Zunahme (sehr häufig)
Dosierung & Anwendung

Einnahme: 1x täglich ca. 1-2 Stunden vor dem Schlafengehen unabhängig der Mahlzeiten.
Die Einnahme muss täglich erfolgen (also nicht nur bei unmittelbarem Bedarf).

Depressionen: 15-45mg

Die Dosierung muss von einem Arzt individuel festgelegt werden. Die Dosis kann somit von der Standartdosierung abweichen. Je nachdem ist eine höhere oder tiefere Dosis erforderlich.

Antidepressiva werden grundsätzlich langsam „eingeschlichen“. Das heisst, dass im Normalfall mit der niederigsten Dosis angefangen und diese (nach einigen Tagen/Wochen) schrittweise bis zur Zieldosis erhöht wird. So sollen die Nebenwirkungen minimiert werden.

Gleich verhält es sich beim Absetzen des Medikamentes. Die Dosis wird über Tage bis Wochen hinweg langsam reduziert (auch bekannt als das „Ausschleichen“). So sollen Absetzerscheinungen verhindert werden.

Wirkungseintritt & Halbwertszeit

Wirkungseintritt

Nach ca. 2-4 Wochen bei Depressionen
Sedation ca. 1-2 Stunden nach der ersten Einnahme

 

Halbwertszeit

Die Halbwertszeit von Mirtazapin beträgt 20-40 Stunden. Die kombinierte Einnahme gewisser Medikamente kann die Halbwertszeit verändern.

Nebenwirkungen im Detail

Sehr häufig (mehr als 10%): Gewichtszunahme, Schläfrigkeit, Kopfschmerzen und Mundtrockenheit.

Häufig (1-10%): Abnormale Träume, Verwirrtheit, Angstgefühle, Schlaflosigkeit, Lethargie, Schwindel, Tremor, Blutdruck-Probleme, Übelkeit, Druchfall, Erbrechen, Hautausschlag, Gelenkschmerzen, Muskelschmerzen, Rückenschmerzen, periphere Ödeme und Erschöpfung.

Gelegentlich (0.1-1%): Manie, Agitiertheit, Halluzinationen, psychomotorische Unruhe, Kribbeln auf der Haut, unruhige Beine, kurze spontane Bewusstlosigkeit, Hypotonie und orale Hypoästhesie.

Selten (0.01-0.1%): Aggression, Muskelzuckungen, Myokardinfarkt, Bauspeicheldrüse-Entzündung, Transaminasen-Anstieg.

 

Menschen mit Depressionen und/oder Angststörungen gehen meist automatisch davon aus, sämtliche und/oder die schwersten Nebenwirkungen zu entwickeln. Hierbei kann ein Nocebo-Effekt (ein negativer Placebo-Effekt) entstehen.

Eine solche Annahme ist objektiv nicht begründet. Die meisten Menschen entwickeln gar keine bis nur wenige Nebenwirkungen.

Die meisten Nebenwirkungen verschwinden zudem 3-4 Wochen nach Beginn der Therapie.

Die Nebenwirkungen wurden von den medizinischen Fachbegriffen in eine für Laien möglichst verständliche Sprache übersetzt. Trotz grösster Mühe kann die medizinische Exaktheit teilweise nicht 1:1 wiedergegeben werden. Für Ärzte empfehlen wir das Arzneimittelverzeichnis bzw. Arzneimittelkompendium zu verwenden.

Altersfreigabe

Mirtazapin ist ab 18 Jahren zugelassen.

Ein Arzt darf dieses Medikament auch an jüngere Patienten verschreiben.
Die Altersfreigabe sagt nichts über die Wirksamkeit bei Minderjährigen aus.

Kontraindikationen (Gegenanzeigen)
  • 2 Wochen vor, während und bis 2 Wochen nach MAO-Hemmer-Therapie
  • Fortpflanzung bei der Frau
  • Schwangerschaft & Stillzeit

Fragen Sie, bevor Sie Medikamente einnehmen immer Ihren Arzt oder Apotheker bezüglich Nebenwirkungen, Kontraindikationen (Gegenanzeigen) und Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten.

Schwangerschaft & Stillzeit

Es liegen keine Daten mit Mirtazapin aus klinisch kontrollierten Studien bei schwangeren Frauen vor. Begrenzte Daten über die Anwendung von Mirtazapin bei schwangeren Frauen weisen nicht auf ein erhöhtes Risiko für angeborene Missbildungen hin.

Falls Mirtazapin bis zur oder kurz vor der Geburt verabreicht wird, wird eine postnatale Überwachung des Neugeborenen empfohlen, um möglichen Entzugserscheinungen Rechnung zu tragen.

Ist eine Behandlung während der Stillzeit notwendig, soll abgestillt werden.

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C17H19N3

(RS)-(±)-2-Methyl- 1,2,3,4,10,14b-hexahydropyrazino [2,1-a]pyrido[2,3-c][2]benzazepin