Allgemeine Hinweise

 

Quellen

Für alle Angaben haben wir in den Fachinformationen des Arzneimittelkompendiums der Schweiz recherchiert (sofern in der Schweiz vertrieben), da dieses direkt von der behördlichen Medikamentenzulassungs-Stelle (swissmedic) betrieben wird und somit immer auf dem neusten Stand ist. Die Fachinformationen für Ärzte der Arzneimittelbehörden Deutschlands und Österreichs sind hingegen nicht öffentlich zugänglich.

Bei der Indikation wurde nur die offizielle Zulassung gemäss den Fachinformationen des Arzneimittelkompendiums der Schweiz angegeben. Fast alle Medikamente werden auch im off-lable use bei anderen Störungen eingesetzt.

 

Häufigkeitsangaben

Nebenwirkungen werden in Häufigkeitsangaben gegliedert. Die Eingliederung entsteht durch medizinische Studien. Diese Gliederung sieht auf den ersten Blick oft ein wenig kompliziert aus. Wir haben uns erlaubt, etwas zu rechnen und somit zur Verständlichkeit beizutragen:

  • Sehr häufig heisst mehr als 10%
  • Häufig heisst  1%-10%
  • Gelegentlich heisst 0.1%-1%
  • Selten heisst 0.01%-0.1%

Auf der Übersichts-Seite sind nur die Nebenwirkungen der Kategorie „sehr häufig“ aufgeführt. Dies bedeutet nicht, dass bei allen Personen automatisch die erwähnten unerwünschten Wirkungen auftreten, es bedeutet jedoch auch nicht, dass keine anderen Nebenwirkungen auftreten können. Menschen reagieren sehr individuell auf Psychopharmaka. In den Detailinformationen finden Sie ausführlichere Informationen betreffend Nebenwirkungen.

Die Häufigkeit sagt zudem nichts über die Stärke und Ausgeprägtheit der Nebenwirkungen aus. Die Angaben zu Gewichtsveränderungen beinhalten auch Anorexie, Wassereinlagerungen und verminderter bzw. verstärkter Appetit. Die Informationen zum Libidoverlust beinhalten alle Nebenwirkungen mit sexuellen Funktionsstörungen. Die Angaben zur Sedierung enthalten die Informationen zu Sedierung, Müdigkeit und Schläfrigkeit.

 

Packungsbeilagen

Für die Packungsbeilage haben wir ebenfalls den Link zum Schweizer Arzneimittelkompendium gewählt. Dieses wird von der staatlichen Zulassungsstelle (swissmedic) betrieben und ist immer auf dem neusten Stand. Es kann sein, dass der Schweizer Handelsname eines Medikamentes nicht mit jenem von Deutschland oder Österreich übereinstimmt. Dass Medikament ist jedoch genau dasselbe! Wichtig ist die internationale Bezeichnung des Inhaltsstoffes. Falls Sie unsicher sind, vergleichen Sie die aufgeführten Handelsnamen mit der Packungsbeilage.

 

Weitere Hinweise

Für Medikamente gibt es verschiedenste Handelsnamen. Desshalb sind hier primär die Wirk- bzw. Inhaltsstoffe aufgelistet. Falls der Inhaltsstoff nicht bereits im Namen des Medikamentes enthalten ist, finden Sie ihn meist auf der Packungsbeschriftung in unmittelbarer Nähe zum Handelsnamen.

Die Reihenfolge der Medikamente ist alphabetisch geordnet und hat weder mit der Häufigkeit der Verordnungen, noch mit dem Einführungsdatum, noch mit der Wirksamkeit etwas zu tun.

Es ist unmöglich vorherzusagen, welche Person auf welches Medikament anspricht. Sie sind kein Einzelfall, wenn Sie mehrere Medikamente durchprobieren müssen bis eines wirklich hilft. Sprechen Sie Ihren Arzt auf Nutzen und Kosten (Wirkungen und Nebenwirkungen) an und wechseln Sie wenn nötig das Medikament. Im Zentrum steht dabei immer Ihre Gesundheit.

Maligenes Neuroleptika-Syndrom

Sehr selten kommt es bei der Einnahme von (vor allem hochpotenten) Neuroleptika zu einem maligenen Neuroleptika-Syndrom, welches protenziell lebensgefährlich ist. Ein solches Syndrom titt jedoch nicht einfach so auf, sondern es gibt dafür mehrere Risikofaktoren:

  • Zu einem früheren Zeitpunkt bereits einmal ein maligenes Neuroleptika-Syndrom erlitten
  • rasche Dosiserhöhung eines Neuroleptikums
  • Überdosis
  • bestehende Gehrinschäden
  • Neuroleptika-Verabreichung an Kinder oder Jugendliche
  • Wenn das Neuroleptika nicht oral eingenommen wird sondern gespritzt wird

Ein maligenes Neurolaptika-Syndrom kann verschiedene Symptome auslösen:

  • Muskelsteife
  • Zittern (Tremor)
  • Nachlassen der Eigenreflexe
  • Muskelkrämpfe (besonder im Rücken- und Mundbereich)
  • Blickkrämpfe
  • Fieber mit starkem Schwitzen
  • Herzrasen
  • schnelle Atmung
  • Blutdruckveränderungen
  • Starrezustand des ganzen Körpers bei wachem Bewusstsein (Stupor)
  • Verwirrtheit
  • schwierigkeiten beim Sprechen
  • Bewusstseinsstörungen bis hin zum Koma
  • psychomotorische Probleme (Katatonie)
  • abnormale Laborbefunde
Aripiprazol (Abilify, Generika)
  • Handelsname: Abilify, div. Generika
  • Kategorie: Atypisches Neuroleptikum
  • Indikation: Bipolare Störungen, Manie, Psychosen und Rezidivprophylaxe
  • Sedierend: Nein
  • Libidoverlust: Nein
  • Gewichtsveränderung: Zunahme (ohne Häufigkeitsangabe, post-marketing Erfahrungen)
  • Sehr häufige Nebenwirkungen vor allem zu Beginn der Behandlung: Schlaflosigkeit, Kopfschmerzen, Übelkeit

Detailinformationen
Packungsbeilage

Erfahrungen

Asenapin (Sycrest, Generika)
  • Handelsnamen: Sycrest, div. Generika
  • Kategorie: Atypisches Neuroleptikum
  • Indikation: Manie bei bipolaren Störungen
  • Sedierend: Möglich
  • Libidoverlust: Ja (gelegentlich)
  • Gewichtsveränderung: Zunahme (häufig)
  • Sehr häufige Nebenwirkungen vor allem zu Beginn der Einnahme: Angst, Bewusstseinsstörungen

Detailinformationen
Packungsbeilage
Erfahrungen

Chlorprothixen (Truxal, Generika)
  • Handelsnamen: Truxal, div. Generika
  • Kategorie: Klassisches Neuroleptikum
  • Indikation: Manie, Depression, Alkoholentzug, Psychosen, Neurosen
  • Sedierend: Ja
  • Libidoverlust: Ja (gelegentlich)
  • Gewichtsveränderung: Zunahme (häufig), Abnahme (gelegentlich)
  • Sehr häufige Nebenwirkungen vor allem zu Beginn der Behandlung: Schläfrigkeit, Schwindel, Mundtrockenheit, verstärkter Speichelfluss

Detailinformationen
Packungsbeilage
Erfahrungen

Olanzapin (Zyprexa, Zypadhera, Generika)
  • Handelsname: Zyprexa, Zypadhera, div. Generika
  • Kategorie: Atypisches Neuroleptikum
  • Indikation: Bipolare Störungen, Manie, Psychosen und Rezidivprophylaxe
  • Sedierend: Ja
  • Libidoverlust: Ja (häufig)
  • Gewichtsveränderung: Zunahme (sehr häufig, bis 25% des ursprünglichen Körpergewichts)
  • Sehr häufige Nebenwirkungen vor allem zu Beginn der Behandlung: Schläfrigkeit, Blutdruck-Probleme, erhöhter Plasmaprolaktinspiegel

Detailinformationen
Packungsbeilage

Erfahrungen

Quetiapin (Seroquel)
  • Handelsname: Seroquel
  • Kategorie: Atypisches Neuroleptikum
  • Indikation: Bipolare Störungen, Manie, Depressionen, Psychosen, Rezidivprophylaxe
  • Sedierend: Ja
  • Libidoverlust: Nein
  • Gewichtsveränderung: Zunahme (sehr häufig), Abnahme (gelegentlich)
  • Sehr häufige Nebenwirkungen vor allem zu Beginn der Behandlung: Benommenheit, Mundtrockenheit, Kopfschmerzen, Müdigkeit, hoher Blutdruck, Erbrechen, erhöhtes Serumprolaktin, Absetzerscheinungen

Detailinformationen
Packungsbeilage

Erfahrungen

Risperidon (Risperdal, Generika)
  • Handelsname: Risperdal, div. Generika
  • Kategorie: Atypisches Neuroleptikum
  • Indikation: Bipolare Störungen, Manie, Psychosen, Autismus, Demenz mit Agressivität und Rezidivprophylaxe
  • Sedierend: Möglich
  • Libidoverlust: Ja (gelegentlich)
  • Gewichtsveränderungen: Zu- oder Abnahme (häufig)
  • Sehr häufige Nebenwirkungen vor allem zu Beginn der Behandlung: Schlaflosigkeit, Parkinsonismus, Bewusstseinsstörungen, Kopfschmerzen

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Erfahrungen

Sulpirid (Dogmatil, Generika)
  • Handelsnamen: Dogmatil, div. Generika
  • Kategorie: Atypisches Neuroleptikum
  • Indikation: Depressionen, bipolare Störungen, Psychosen
  • Sedierend: Möglich
  • Libidoverlust: Ja (häufig)
  • Gewichtsveränderung: Zunahme (häufig)
  • Sehr häufige Nebenwirkungen vor allem zu Beginn der Behandlung: Schläfrigkeit
  • Hinweis: Die Zulassung zur Behandlung Depressionen und bipolaren Störungen ist nur in Deutschland gegeben

Detailinformationen
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Erfahrungen

Ziprasidon (Zeldox)
  • Handelsname: Zeldox
  • Kategorie: Atypisches Neuroleptikum
  • Indikation: Bipolare Störungen, Manie, Psychosen
  • Sedierend: Nein
  • Libidoverlust: Nein
  • Gewichtsveränderung: keine
  • Sehr häufige Nebenwirkungen vor allem zu Beginn der Behandlung: Benommenheit

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Erfahrungen

 

Neuroleptika werden im Normalfall gegen Psychosen bzw. Schizophrenie
eingesetzt.

Heute jedoch werden sie gegen bipolare Störungen, Depressionen und Manien häufiger verschrieben als man denkt. Zudem werden sie als Rezidivprophylaktika (Verhinderung eines Rückfalls durch kontinuierliche Einnahme) verwendet.

Die meisten Neuroleptika wirken sedierend und werden deshalb im off-lable use gegen Schlafstörungen verschrieben.

Viele (nicht alle) Neuroleptika werden zudem als off-lable use auch gegen unipolare Depressionen eingesetzt.

Meistens werden heute sogenannt „atypische Neuroleptika“ verwendet, diese haben weniger Nebenwirkungen als die klassischen Neuroleptika.

Bei manchen Neuroleptika kann es nach längerem Konsum zu Absetzsymptomen (wie Schlafstörungen, Ruhelosigkeit, Appetitverlust etc.) kommen.