Allgemeine Informationen
  • Handelsnamen: Nortrilen, div. Generika
  • Kategorie: Trizyklisches Antidepressivum
  • Indikation: Depressionen und apathische Zustände
  • Sedierend: Nein
  • Libidoverlust: Ja (häufig)
  • Gewichtsveränderung: Zunahme (häufig), Abnahme (selten)
Dosierung & Anwendung

Einnahme: 2-3x täglich unabhängig der Mahlzeiten.
Die Einnahme muss täglich erfolgen (also nicht nur bei unmittelbarem Bedarf).

Depressionen: 50-225mg

Die Dosierung muss von einem Arzt individuel festgelegt werden. Die Dosis kann somit von der Standartdosierung abweichen. Je nachdem ist eine höhere oder tiefere Dosis erforderlich.

Antidepressiva werden grundsätzlich langsam „eingeschlichen“. Das heisst, dass im Normalfall mit der niederigsten Dosis angefangen und diese (nach einigen Tagen/Wochen) schrittweise bis zur Zieldosis erhöht wird. So sollen die Nebenwirkungen minimiert werden.

Gleich verhält es sich beim Absetzen des Medikamentes. Die Dosis wird über Tage bis Wochen hinweg langsam reduziert (auch bekannt als das „Ausschleichen“). So sollen Absetzerscheinungen verhindert werden.

Wirkungseintritt & Halbwertszeit

Wirkungseintritt

Nach ca. 2-4 Wochen bei Depressionen

 

Halbwertszeit

Die Halbwertszeit von Nortriptylin beträgt 28 bis 44 Stunden. Die kombinierte Einnahme gewisser Medikamente kann die Halbwertszeit verändern.

Nebenwirkungen im Detail

Sehr häufig (mehr als 10%): Müdigkeit, vermehrtes Schwitzen, Mundtrockenheit, Verstopfung, Übelkeit, Herzrasen, Herzklopfen, Akkommodationsstörungen, Kopfschmerzen, Schwindel, Tremor.

Häufig (1-10%): Geschmacksveränderung, Blutdruck-Probleme, EKG-Veränderungen, AV-Block, myokardiale Reizleitungsstörungen, Erweiterung der Pupillen, Verwirrtheit, Konzentrationsschwierigkeiten, Libidoverminderung, Gewichtszunahme.

Gelegentlich (0.1-1%): Harnretention, Ausschlag, Nesselfieber, Gesichtsödem, Zungenödem, Durchfall, Erbrechen, Hypertonie, Tinnitus, erhöhter Augeninnendruck, Kribbeln auf der Haut, Störung der Bewegungskoordination, Hypomanie, Manie, Ängstlichkeit, Schlaflosigkeit, Albträume.

Selten (0.01-0.1%): Fieber, Haarausfall, Lichtempfindlichkeit, Leberfunktionsstörungen, Gelbsucht, Vergrösserung der Speicheldrüsen, Darmverschluss, Herzrhythmusstörungen, Konvulsionen, Magersucht, Delir, Halluzinationen, Vergrösserung der Brustdrüse beim Mann, Gewichtsverminderung, Thrombozytopenie, Knochenmarkdepression.

 

Menschen mit Depressionen und/oder Angststörungen gehen meist automatisch davon aus, sämtliche und/oder die schwersten Nebenwirkungen zu entwickeln. Hierbei kann ein Nocebo-Effekt (ein negativer Placebo-Effekt) entstehen.

Eine solche Annahme ist objektiv nicht begründet. Die meisten Menschen entwickeln gar keine bis nur wenige Nebenwirkungen.

Die meisten Nebenwirkungen verschwinden zudem 3-4 Wochen nach Beginn der Therapie.

Die Nebenwirkungen wurden von den medizinischen Fachbegriffen in eine für Laien möglichst verständliche Sprache übersetzt. Trotz grösster Mühe kann die medizinische Exaktheit teilweise nicht 1:1 wiedergegeben werden. Für Ärzte empfehlen wir das Arzneimittelverzeichnis bzw. Arzneimittelkompendium zu verwenden.

Altersfreigabe

Nortiptylin ist ab 18 Jahren zugelassen.

Ein Arzt darf dieses Medikament auch an jüngere Patienten verschreiben.
Die Altersfreigabe sagt nichts über die Wirksamkeit bei Minderjährigen aus.

Kontraindikationen (Gegenanzeigen)
  • frischer Herzinfarkt
  • Herzblock
  • AV-Erregungsleitungsstörungen
  • Koronarinsuffizienz
  • akute Intoxikation mit Alkohol, Barbituraten oder Opiaten
  • Harnverhaltung
  • akute Delirien
  • unbehandeltes Engwinkelglaukom
  • BPH mit Restharn
  • Pylorusstenose
  • paralytischer Ileus
  • 14 Tage vor, während und bis 14 Tage nach Therapie mit irreversiblen nicht selektiven MAO-Hemmern
  • 14 Tage vor, während und bis 1 Tag nach Therapie mit Moclobemid oder Selegilin
  • Schwangerschaft & Stillzeit

Fragen Sie, bevor Sie Medikamente einnehmen immer Ihren Arzt oder Apotheker bezüglich Nebenwirkungen, Kontraindikationen (Gegenanzeigen) und Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten.

Schwangerschaft & Stillzeit

Bisherige Beobachtung haben keine Hinweise für teratogene Wirkungen therapeutischer Dosen von Nortriptylin ergeben. Trotzdem sollte Nortriptylin während der Schwangerschaft und insbesondere im ersten und letzten Trimenon nicht angewendet werden.

Nortriptylin sollte nicht während der Stillzeit eingenommen werden, da es in geringen Mengen in die Muttermilch übertritt. Bei zwingender Indikation sollte abgestillt werden.

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C19H21N

N-Methyl-3-(10,11-dihydro-5H-dibenzo [a,d]cyclohepten-5-yliden)propylamin