Nortriptylin

trizyklisches Antidepressivum | Handelsname: Nortriptylin (ehem. Nortrilen)

Allgemeine Informationen

Nortriptylin wurde ab dem Jahre 1964 unter dem Handelsnamen Nortrilen in Europa vertrieben. Es galt lange Zeit als eines der effektivsten Antidepressiva. Zu Beginn des Jahres 2017 wurde die Produktion aufgrund marktwirtschaftlicher Kriterien durch den Hersteller Lundbeck eingestellt. In Österreich und der Schweiz ist das Medikament bis Dato nicht mehr erhältlich, in Deutschland hingegen brachte nach einem Jahr Abstinenz das Pharmaunternehmen Glenmark ein Generikum auf den Markt.

Bei Nortriptylin handelt es sich um den aktiven Metaboliten des ebenfalls immer noch erhältlichen Trizyklikas Amitriptylin. Allerdings hemmt es die Wiederaufnahme von Noradrenalin stärker und jene von Serotonin schwächer als Amitriptylin.

Nortriptylin ist ausschliesslich zur Behandlung von Depressionen im Erwachsenenalter zugelassen. Obwohl es keine schlaffördernde Wirkung hat, kann das Medikament die Fahrtauglichkeit sowie das Bedienen von Maschinen stark beeinträchtigen. Die Wirkung von Alkohol kann durch Nortriptylin verstärkt werden, weshalb von Alkoholkonsum während der Behandlung abzusehen ist.

 

Indikation
  • Depression (inkl. Rezidivprophylaxe)
Dosierung & Anwendung

Einnahme: 2-4x täglich unabhängig der Mahlzeiten (höchste Dosis vorzugsweise Morgens).
Die Einnahme muss täglich erfolgen (also nicht nur bei unmittelbarem Bedarf).

Zieldosis: 50-150mg (pro Tag)

Die hier erwähnte Dosierung bezieht sich auf Erwachsene ohne körperliche Einschränkungen im Alter zwischen 18 und 65 Jahren deren Behandlung ambulant erfolgt. Grundsätzlich muss die Dosis von einem Arzt individuell festgelegt werden. Sie kann somit von den hier erwähnten Angaben abweichen.

Antidepressiva werden langsam „eingeschlichen“. Das heisst, dass zu Beginn die niedrigste Dosis verabreicht und diese anschliessend (nach einigen Tagen/Wochen) schrittweise bis zur Zieldosis gesteigert wird. Bei einem positiven Ansprechen auf das Medikament, sollte die Einnahme mind. 6 Monate nach dem Abklingen sämtlicher Symptome weitergeführt werden. Ist anschliessend keine Rezidivprophylaxe (vorsorgliche Einnahme zur Verhütung eines Rückfalls) notwendig, kann das Antidepressivum schrittweise unter ärztlicher Kontrolle wieder abgesetzt werden.

Ändern Sie nie die Dosis im Alleingang (weder erhöhen noch reduzieren), auch wenn sich Ihr Gesundheitszustand verändert hat. Halten Sie immer zunächst Rücksprache mit Ihrem Arzt!

Pharmakokinetik

max. Plasmakonzentration: nach ca. 5 Stunden

Halbwertszeit: 18-44 Stunden

Bioverfügbarkeit: 46-56%

Wirkungseintritt: nach 2-4 Wochen täglicher Einnahme

Diese Werte sind als Durchschnittswerte anzusehen. Je nach Alter, Nahrungsaufnahme und der Kombination mit anderen Medikamenten können diese Werte (teilweise stark) variieren.

Nebenwirkungen

Sehr häufig (mehr als 10%): Kopfschmerzen, Schwindel, Zittern (Tremor), verringertes Scharfsehen, Herzrasen, Herzklopfen, Mundtrockenheit, Verstopfung, Übelkeit, Schwitzen, Müdigkeit.

Häufig (1-10%): Gewichtszunahme, Verwirrtheit, Konzentrationsschwierigkeiten, sexuelle Funktonsstörungen (inkl. Libidoverlust), grosse Pupillen, Funktionsstörungen des Herzens (orthostatische Hypotonie, EKG-Veränderungen, AV-Block, myokardiale Reizleitungsstörungen), Veränderungen des Geschmacksempfindens.

Gelegentlich (0.1-1%): Hypomanie/Manie, Ängstlichkeit, Schlaflosigkeit, Albträume, Missempfindungen der Haut (Kribbeln, Taubheitsgefühle etc.), Störungen der Bewegungskoordination, erhöhter Augeninnendruck, Tinnitus, Bluthochdruck, Durchfall, Erbrechen, Hautausschläge, Nesselsucht, Zungenödem, Gesichtsödem, Probleme beim Wasserlassen (Harnretention).

Selten (0.01-0.1%): Veränderte Blutwerte (Thrombozytopenie, Agranulozytose, Leukopenie, Eosinophilie), Vergrösserung der Brustdrüse beim Mann, Gewichtsabnahme, Appetitverlust, Delirium, Halluzinationen, epileptische Anfälle, Herzrhythmusstörungen, Vergrösserung der Bauchspeicheldrüse, Darmverschluss, Leberfunktionsstörungen (Erhöhung von Transaminasen und alkalischer Phosphatase im Serum), Gelbsucht, bleibender Haarausfall, Lichtempfindlichkeit der Haut, Fieber.

Weitere (sehr seltene Nebenwirkungen/Einzelfälle/Häufigkeit unbekannt): Erhöhtes Risiko von Knochenbrüchen, Suizidgedanken.

Warnung: Eine gravierendere Nebenwirkung vor allem zu Beginn der Einnahme oder bei einer Dosiserhöhung kann das Auftreten bzw. die Verstärkung von Suizidgedanken sein. Suizidalität als vorübergehende Nebenwirkung ist bei tri- und tetrazyklischen Antidepressiva nicht die Regel, kann jedoch auch nicht vollständig ausgeschlossen werden. Wenden Sie sich gesetztenfalls sofort an einen Arzt!

Menschen mit Depressionen und/oder Angststörungen gehen meist automatisch davon aus, sämtliche und/oder die schwersten Nebenwirkungen zu entwickeln. Hierbei kann ein Nocebo-Effekt (ein negativer Placebo-Effekt) entstehen. Diese Annahme ist objektiv nicht begründet. Einige Nebenwirkungen verschwinden 3-4 Wochen nach Beginn der Therapie.

Kontraindikationen & Wechselwirkungen

Fragen Sie, bevor Sie Medikamente einnehmen immer Ihren Arzt oder Apotheker bezüglich Nebenwirkungen, Kontraindikationen (Gegenanzeigen) und Wechselwirkungen mit anderen (auch frei verkäuflichen) Medikamenten.

 

Nicht einnehmen dürfen Sie Nortriptylin:

  • Wenn Sie allergisch gegenüber einem Inhaltsstoff Ihres Nortriptylin-Präparates sind.
  • Wenn Sie gleichzeitig MAO-Hemmer einnehmen oder in den vergangenen 14 Tagen eingenommen haben. Dazu gehören unter anderem Selegilin (zur Behandlung der Parkinson Krankheit), Moclobemid oder Tranylcypromin (zur Behandlung von Depressionen), Linezolid (ein Antibiotikum zur Behandlung schwerster, komplizierter Infektionen).
  • Wenn Sie kürzlich einen Herzinfarkt hatten oder an einer Herzkrankheit leiden.
  • Bei akuter Manie.

 

Bei der Einnahme von Nortriptylin ist Vorsicht geboten…

  • Wenn Sie agitiert oder hyperaktiv sind.
  • Wenn Sie unter einer Schizophrenie leiden.
  • Wenn Sie eine Schilddrüsenerkrankung haben.
  • Wenn Sie unter Epilepsie leiden oder früher Krampfanfälle hatten.
  • Wenn bei Ihnen ein erhöhter Augeninnendruck (Glaukom) festgestellt wurde.
  • Wenn Ihre Prostata vergrössert ist.
  • Wenn Sie eine Elektrokonvulsionstherapie (EKT) erhalten.
  • Wenn Sie Diabetiker/in sind.
  • Wenn Sie eine Narkose erhalten.
  • Wenn Sie Probleme beim Wasserlassen haben.
  • Wenn Sie früher manische Zustände hatten.
  • Wenn Sie unter einer Verengung des Magenausgangs (Pylorusstenose) leiden.
  • Wenn Sie unter Darmverschluss (paralytischem Illeus) leiden.
  • Wenn Sie hohes Fieber haben.
  • Wenn bei Ihnen eine schwere Lebererkrankung festgestellt wurde.

 

Nortriptylin soll mit den folgenden Arzneimitteln nur mit Vorsicht angewendet werden:

  • Andere Antidepressiva (inkl. Johannniskraut)
  • Schilddrüsenhormone
  • Adrenalin, Ephedrin, Isoprenalin, Noradrenalin, Phenylephrin und Phenylpropanolamin (diese können in Husten- oder Schnupfenarzneimitteln sowie in manchen Narkosemitteln enthalten sein).
  • Arzneimittel zur Behandlung von hohem Blutdruck, wie z.B. Calciumkanalblocker (z.B. Diltiazem und Verapamil), Guanethidin, Debrisoquin, Bethanidin, Clonidin, Reserpin und Methyldopa.
  • Anticholinergika wie bestimmte Arzneimittel zur Behandlung der Parkinson-Erkrankung und Magen-Darm-Erkrankungen (z.B. Atropin, Hyoscyamin).
  • Thioridazin (zur Behandlung von Schizophrenie)
  • Tramadol (Schmerzmittel)
  • Arzneimittel zur Behandlung von Pilzinfektionen (z.B. Fluconazol, Terbinafi , Ketoconazol und Itraconazol)
  • Barbiturate
  • Benzodiazepine
  • Arzneimittel zur Behandlung bestimmter Herzerkrankungen (z.B. Betablocker und Antiarrhythmika)
  • Cimetidin (zur Behandlung von Magengeschwüren)
  • Methylphenidat (z.B. Ritalin)
  • Orale Verhütungsmittel („Pille“)
  • Rifampicin (zur Behandlung von Infektionen)
  • Phenytoin und Carbamazepin (zur Behandlung von Epilepsie)
  • Arzneimittel, welche sich auf den Herzrhythmus auswirken können wie z.B. Chinidin, Sotalol
  • Astemizol und Terfenadin (zur Behandlung von Allergien und Heuschnupfen)
  • Arzneimittel zur Behandlung bestimmter psychiatrischer Erkrankungen (z.B. Pimozid und Sertindol)
  • Cisaprid (zur Behandlung bestimmter Arten von Verdauungsstörungen)
  • Halofantrin (zur Behandlung von Malaria)
  • Methadon (zur Behandlung von Schmerzen und zur Entzugsbehandlung)
  • Diuretika („Wassertabletten“ wie z.B. Furosemid)
  • Anästhetika (inkl. Lokalanästhetika) bzw. Narkosemittel (auch nur lokal wirksame)

Diese Liste entspricht den aktuell verfügbaren Informationen, weitere Interaktionen und Kontraindikationen sind allerdings keineswegs auszuschliessen! Sprechen Sie unbedingt Ihren Arzt auf bestehende Erkrankungen und Veränderungen Ihrer Medikation (betrifft auch rezeptfreie Präparate) an, auch wenn auf dieser Liste keine Informationen vermerkt sind.

 

Schwangerschaft & Stillzeit

Zur Anwendung von Nortriptylin in der Schwangerschaft liegen keine ausreichenden Erfahrungen vor.

Nortriptylin sollte während der Schwangerschaft, insbesondere im ersten sowie im letzten Trimenon nicht angewendet werden, es sei denn, dies ist dringend erforderlich. Nach Gabe höherer Dosierungen von Antidepressiva vor der Geburt wurden beim Neugeborenen Entzugserscheinungen in Form von Störungen der Herz- und Atemfunktion, Harn- und Stuhlentleerung sowie Unruhe beobachtet.

Nortriptylin geht zu einem geringen Anteil in die Muttermilch über. Mütter, bei denen die Anwendung von Nortriptylin indiziert ist, sollten deshalb nicht stillen.

Studien

Es wurden leider keine aktuellen Studien zu Nortriptylin gefunden.

Der Autor hat keine Beziehungen zu den Herstellern und ist nicht am Verkauf der erwähnten Produkte beteiligt.
Dieses Medikament ist rezeptpflichtig. Die Einnahme muss ärztlich überwacht werden.

Nortriptylin

trizyklisches Antidepressivum | Handelsname: Notriptylin (ehem. Nortrilen)

Allgemeine Informationen

Nortriptylin wurde ab dem Jahre 1964 unter dem Handelsnamen Nortrilen in Europa vertrieben. Es galt lange Zeit als eines der effektivsten Antidepressiva. Zu Beginn des Jahres 2017 wurde die Produktion aufgrund marktwirtschaftlicher Kriterien durch den Hersteller Lundbeck eingestellt. In Österreich und der Schweiz ist das Medikament bis Dato nicht mehr erhältlich, in Deutschland hingegen brachte nach einem Jahr Abstinenz das Pharmaunternehmen Glenmark ein Generikum auf den Markt.

Bei Nortriptylin handelt es sich um den aktiven Metaboliten des ebenfalls immer noch erhältlichen Trizyklikas Amitriptylin. Allerdings hemmt es die Wiederaufnahme von Noradrenalin stärker und jene von Serotonin schwächer als Amitriptylin.

Nortriptylin ist ausschliesslich zur Behandlung von Depressionen im Erwachsenenalter zugelassen. Obwohl es keine schlaffördernde Wirkung hat, kann das Medikament die Fahrtauglichkeit sowie das Bedienen von Maschinen stark beeinträchtigen. Die Wirkung von Alkohol kann durch Nortriptylin verstärkt werden, weshalb von Alkoholkonsum während der Behandlung abzusehen ist.

 

Indikation
  • Depression (inkl. Rezidivprophylaxe)
Dosierung & Anwendung

Einnahme: 2-4x täglich (höchste Dosis Morgens).
Die Einnahme muss täglich erfolgen.

Zieldosis: 50-150mg (pro Tag)

Die hier erwähnte Dosierung bezieht sich auf Erwachsene ohne körperliche Einschränkungen im Alter zwischen 18 und 65 Jahren deren Behandlung ambulant erfolgt. Grundsätzlich muss die Dosis von einem Arzt individuell festgelegt werden. Sie kann somit von den hier erwähnten Angaben abweichen.

Antidepressiva werden langsam „eingeschlichen“. Das heisst, dass zu Beginn die niedrigste Dosis verabreicht und diese anschliessend (nach einigen Tagen/Wochen) schrittweise bis zur Zieldosis gesteigert wird. Bei einem positiven Ansprechen auf das Medikament, sollte die Einnahme mind. 6 Monate nach dem Abklingen sämtlicher Symptome weitergeführt werden. Ist anschliessend keine Rezidivprophylaxe (vorsorgliche Einnahme zur Verhütung eines Rückfalls) notwendig, kann das Antidepressivum schrittweise unter ärztlicher Kontrolle wieder abgesetzt werden.

Ändern Sie nie die Dosis im Alleingang (weder erhöhen noch reduzieren), auch wenn sich Ihr Gesundheitszustand verändert hat. Halten Sie immer zunächst Rücksprache mit Ihrem Arzt!

Pharmakokinetik

max. Plasmakonzentration: 5 Stunden

Halbwertszeit: 18-44 Stunden

Bioverfügbarkeit: 46-56%

Wirkungseintritt: 2-4 Wochen

Diese Werte sind als Durchschnittswerte anzusehen. Je nach Alter, Nahrungsaufnahme und der Kombination mit anderen Medikamenten können diese Werte (teilweise stark) variieren.

Nebenwirkungen

Sehr häufig (mehr als 10%):

  • Kopfschmerzen
  • Schwindel
  • Zittern (Tremor)
  • Verringertes Scharfsehen
  • Herzrasen
  • Herzklopfen
  • Mundtrockenheit
  • Verstopfung
  • Übelkeit
  • Schwitzen
  • Müdigkeit

Häufig (1-10%):

  • Gewichtszunahme
  • Verwirrtheit
  • Konzentrationsschwierigkeiten
  • Sexuelle Funktonsstörungen (inkl. Libidoverlust)
  • Grosse Pupillen
  • Funktionsstörungen des Herzens (orthostatische Hypotonie, EKG-Veränderungen, AV-Block, myokardiale Reizleitungsstörungen)
  • Veränderungen des Geschmacksempfindens

Gelegentlich (0.1-1%):

  • Hypomanie/Manie
  • Ängstlichkeit
  • Schlaflosigkeit
  • Albträume,
  • Missempfindungen der Haut (Kribbeln, Taubheitsgefühle etc.)
  • Störungen der Bewegungskoordination
  • Erhöhter Augeninnendruck
  • Tinnitus
  • Bluthochdruck
  • Durchfall
  • Erbrechen
  • Hautausschläge
  • Nesselsucht
  • Zungenödem
  • Gesichtsödem
  • Probleme beim Wasserlassen

Selten (0.01-0.1%):

  • Veränderte Blutwerte (Thrombozytopenie, Agranulozytose, Leukopenie, Eosinophilie)
  • Vergrösserung der Brustdrüse beim Mann
  • Gewichtsabnahme
  • Appetitverlust
  • Delirium
  • Halluzinationen
  • Epileptische Anfälle
  • Herzrhythmusstörungen
  • Vergrösserung der Bauchspeicheldrüse
  • Darmverschluss
  • Leberfunktionsstörungen (Erhöhung von Transaminasen und alkalischer Phosphatase im Serum)
  • Gelbsucht
  • Bleibender Haarausfall
  • Lichtempfindlichkeit der Haut
  • Fieber

Weitere (sehr seltene Nebenwirkungen/Einzelfälle/Häufigkeit unbekannt):

  • Erhöhtes Risiko von Knochenbrüchen
  • Suizidgedanken

Warnung: Eine gravierendere Nebenwirkung vor allem zu Beginn der Einnahme oder bei einer Dosiserhöhung kann das Auftreten bzw. die Verstärkung von Suizidgedanken sein. Suizidalität als vorübergehende Nebenwirkung ist bei tri- und tetrazyklischen Antidepressiva nicht die Regel, kann jedoch auch nicht vollständig ausgeschlossen werden. Wenden Sie sich gesetztenfalls sofort an einen Arzt!

Menschen mit Depressionen und/oder Angststörungen gehen meist automatisch davon aus, sämtliche und/oder die schwersten Nebenwirkungen zu entwickeln. Hierbei kann ein Nocebo-Effekt (ein negativer Placebo-Effekt) entstehen. Diese Annahme ist objektiv nicht begründet. Einige Nebenwirkungen verschwinden 3-4 Wochen nach Beginn der Therapie.

Kontraindikationen & Wechselwirkungen

Fragen Sie, bevor Sie Medikamente einnehmen immer Ihren Arzt oder Apotheker bezüglich Nebenwirkungen, Kontraindikationen (Gegenanzeigen) und Wechselwirkungen mit anderen (auch frei verkäuflichen) Medikamenten.

 

Nicht einnehmen dürfen Sie Nortriptylin:

  • Wenn Sie allergisch gegenüber einem Inhaltsstoff Ihres Nortriptylin-Präparates sind.
  • Wenn Sie gleichzeitig MAO-Hemmer einnehmen oder in den vergangenen 14 Tagen eingenommen haben. Dazu gehören unter anderem Selegilin (zur Behandlung der Parkinson Krankheit), Moclobemid oder Tranylcypromin (zur Behandlung von Depressionen), Linezolid (ein Antibiotikum zur Behandlung schwerster, komplizierter Infektionen).
  • Wenn Sie kürzlich einen Herzinfarkt hatten oder an einer Herzkrankheit leiden.
  • Bei akuter Manie.

 

Bei der Einnahme von Nortriptylin ist Vorsicht geboten…

  • Wenn Sie agitiert oder hyperaktiv sind.
  • Wenn Sie unter einer Schizophrenie leiden.
  • Wenn Sie eine Schilddrüsenerkrankung haben.
  • Wenn Sie unter Epilepsie leiden oder früher Krampfanfälle hatten.
  • Wenn bei Ihnen ein erhöhter Augeninnendruck (Glaukom) festgestellt wurde.
  • Wenn Ihre Prostata vergrössert ist.
  • Wenn Sie eine Elektrokonvulsionstherapie (EKT) erhalten.
  • Wenn Sie Diabetiker/in sind.
  • Wenn Sie eine Narkose erhalten.
  • Wenn Sie Probleme beim Wasserlassen haben.
  • Wenn Sie früher manische Zustände hatten.
  • Wenn Sie unter einer Verengung des Magenausgangs (Pylorusstenose) leiden.
  • Wenn Sie unter Darmverschluss (paralytischem Illeus) leiden.
  • Wenn Sie hohes Fieber haben.
  • Wenn bei Ihnen eine schwere Lebererkrankung festgestellt wurde.

 

Nortriptylin soll mit den folgenden Arzneimitteln nur mit Vorsicht angewendet werden:

  • Andere Antidepressiva (inkl. Johannniskraut)
  • Schilddrüsenhormone
  • Adrenalin, Ephedrin, Isoprenalin, Noradrenalin, Phenylephrin und Phenylpropanolamin (diese können in Husten- oder Schnupfenarzneimitteln sowie in manchen Narkosemitteln enthalten sein).
  • Arzneimittel zur Behandlung von hohem Blutdruck, wie z.B. Calciumkanalblocker (z.B. Diltiazem und Verapamil), Guanethidin, Debrisoquin, Bethanidin, Clonidin, Reserpin und Methyldopa.
  • Anticholinergika wie bestimmte Arzneimittel zur Behandlung der Parkinson-Erkrankung und Magen-Darm-Erkrankungen (z.B. Atropin, Hyoscyamin).
  • Thioridazin (zur Behandlung von Schizophrenie)
  • Tramadol (Schmerzmittel)
  • Arzneimittel zur Behandlung von Pilzinfektionen (z.B. Fluconazol, Terbinafi , Ketoconazol und Itraconazol)
  • Barbiturate
  • Benzodiazepine
  • Arzneimittel zur Behandlung bestimmter Herzerkrankungen (z.B. Betablocker und Antiarrhythmika)
  • Cimetidin (zur Behandlung von Magengeschwüren)
  • Methylphenidat (z.B. Ritalin)
  • Orale Verhütungsmittel („Pille“)
  • Rifampicin (zur Behandlung von Infektionen)
  • Phenytoin und Carbamazepin (zur Behandlung von Epilepsie)
  • Arzneimittel, welche sich auf den Herzrhythmus auswirken können wie z.B. Chinidin, Sotalol
  • Astemizol und Terfenadin (zur Behandlung von Allergien und Heuschnupfen)
  • Arzneimittel zur Behandlung bestimmter psychiatrischer Erkrankungen (z.B. Pimozid und Sertindol)
  • Cisaprid (zur Behandlung bestimmter Arten von Verdauungsstörungen)
  • Halofantrin (zur Behandlung von Malaria)
  • Methadon (zur Behandlung von Schmerzen und zur Entzugsbehandlung)
  • Diuretika („Wassertabletten“ wie z.B. Furosemid)
  • Anästhetika (inkl. Lokalanästhetika) bzw. Narkosemittel (auch nur lokal wirksame)

Diese Liste entspricht den aktuell verfügbaren Informationen, weitere Interaktionen und Kontraindikationen sind allerdings keineswegs auszuschliessen! Sprechen Sie unbedingt Ihren Arzt auf bestehende Erkrankungen und Veränderungen Ihrer Medikation (betrifft auch rezeptfreie Präparate) an, auch wenn auf dieser Liste keine Informationen vermerkt sind.

 

Schwangerschaft & Stillzeit

Zur Anwendung von Nortriptylin in der Schwangerschaft liegen keine ausreichenden Erfahrungen vor.

Nortriptylin sollte während der Schwangerschaft, insbesondere im ersten sowie im letzten Trimenon nicht angewendet werden, es sei denn, dies ist dringend erforderlich. Nach Gabe höherer Dosierungen von Antidepressiva vor der Geburt wurden beim Neugeborenen Entzugserscheinungen in Form von Störungen der Herz- und Atemfunktion, Harn- und Stuhlentleerung sowie Unruhe beobachtet.

Nortriptylin geht zu einem geringen Anteil in die Muttermilch über. Mütter, bei denen die Anwendung von Nortriptylin indiziert ist, sollten deshalb nicht stillen.

Studien

Es wurden leider keine aktuellen Studien zu Nortriptylin gefunden.

Der Autor hat keine Beziehungen zu den Herstellern und ist nicht am Verkauf der erwähnten Produkte beteiligt. Dieses Medikament ist rezeptpflichtig. Die Einnahme muss ärztlich überwacht werden.