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Trizyklisches Antidepressivum | Indikation: Depression
Handelsname: Nortrilen

Allgemeine Informationen

Nortriptylin wurde im Jahre 1964 in Europa zugelassen. Es wird vom Pharmaunternehmen Lundbeck hergstellt.

Nortriptylin ist ein trizyklisches Antidepressivum (Trizyklika) und wird unter dem Handelsnamen Nortrilen vertrieben. Zugelassen ist es zur Behandlung von Depressionen und apathischen Zuständen. Obwohl es als sehr effektives Medikament gilt wurde der Vertrieb in den meisten Ländern Europas eingestellt. Das Medikament ist ab 18 Jahren zugelassen. Sedierend wirkt es nicht und auch keine Beeintächtigung der Fahrtüchtigkeit oder dem Bedienen von Maschinen ist bekannt. Dennoch sollten Sie damit warten, bis Sie wissen wie Sie auf das Medikament reagieren.

Nortriptylin ist der aktive Metabolit von Amitriptylin (ebenfalls ein trizyklisches Antidepressivum, welches jedoch sedierend wirkt). Nortriptylin wird auch gegen therapieresistente Depressionen eingesetzt, also dann, wenn andere Antidepressiva versagt haben.

Studien

Wir haben keine Studien gefunden. Dies bedeutet nicht, dass es generell keine Studien gibt.

Dosierung & Anwendung

Einnahme: 2-3x täglich unabhängig der Mahlzeiten.
Die Einnahme muss täglich erfolgen (also nicht nur bei unmittelbarem Bedarf).

Dosierung: 50-150mg (bei hoher Dosis in 2-3 Gaben / stationär bis 225mg)

Die Dosierung muss von einem Arzt individuel festgelegt werden. Die Dosis kann somit von der Standartdosierung abweichen. Je nachdem ist eine höhere oder tiefere Dosis erforderlich.

Antidepressiva werden grundsätzlich langsam „eingeschlichen“. Das heisst, dass im Normalfall mit der niederigsten Dosis angefangen und diese (nach einigen Tagen/Wochen) schrittweise bis zur Zieldosis erhöht wird. So sollen die Nebenwirkungen minimiert werden.

Gleich verhält es sich beim Absetzen des Medikamentes. Die Dosis wird über Tage bis Wochen hinweg langsam reduziert (auch bekannt als das „Ausschleichen“). So sollen Absetzerscheinungen verhindert werden.

Wirkungseintritt & Pharmakologie

max. Plasmakonzentration: nach 4-8 Stunden

Halbwertszeit: 18-44 Stunden

Bioverfügbarkeit: 64%

Wirkungseintritt: nach 2-4 Wochen

Diese Werte sind als Durchschnittswerte anzusehen. Je nach Alter, Nahrungsaufnahme und der Kombination mit anderen Medikamenten können diese Werte (teilweise stark) varieren.

Nebenwirkungen im Detail

Sehr häufig (mehr als 10%): Müdigkeit, vermehrtes Schwitzen, Mundtrockenheit, Verstopfung, Übelkeit, Herzrasen, Herzklopfen, Akkommodationsstörungen, Kopfschmerzen, Schwindel, Tremor.

Häufig (1-10%): Geschmacksveränderung, Blutdruck-Probleme, EKG-Veränderungen, AV-Block, myokardiale Reizleitungsstörungen, Erweiterung der Pupillen, Verwirrtheit, Konzentrationsschwierigkeiten, Libidoverminderung, Gewichtszunahme.

Gelegentlich (0.1-1%): Harnretention, Ausschlag, Nesselfieber, Gesichtsödem, Zungenödem, Durchfall, Erbrechen, Hypertonie, Tinnitus, erhöhter Augeninnendruck, Kribbeln auf der Haut, Störung der Bewegungskoordination, Hypomanie, Manie, Ängstlichkeit, Schlaflosigkeit, Albträume.

Selten (0.01-0.1%): Fieber, Haarausfall, Lichtempfindlichkeit, Leberfunktionsstörungen, Gelbsucht, Vergrösserung der Speicheldrüsen, Darmverschluss, Herzrhythmusstörungen, Konvulsionen, Magersucht, Delir, Halluzinationen, Vergrösserung der Brustdrüse beim Mann, Gewichtsverminderung, Thrombozytopenie, Knochenmarkdepression.

Menschen mit Depressionen und/oder Angststörungen gehen meist automatisch davon aus, sämtliche und/oder die schwersten Nebenwirkungen zu entwickeln. Hierbei kann ein Nocebo-Effekt (ein negativer Placebo-Effekt) entstehen. Diese Annahme ist objektiv nicht begründet. Einige Nebenwirkungen verschwinden 3-4 Wochen nach Beginn der Therapie.

 

Kontraindikationen (Gegenanzeigen)
  • frischer Herzinfarkt
  • Herzblock
  • AV-Erregungsleitungsstörungen
  • Koronarinsuffizienz
  • akute Intoxikation mit Alkohol, Barbituraten oder Opiaten
  • Harnverhaltung
  • akute Delirien
  • unbehandeltes Engwinkelglaukom
  • BPH mit Restharn
  • Pylorusstenose
  • paralytischer Ileus
  • 14 Tage vor, während und bis 14 Tage nach Therapie mit irreversiblen nicht selektiven MAO-Hemmern
  • 14 Tage vor, während und bis 1 Tag nach Therapie mit Moclobemid oder Selegilin
  • Schwangerschaft & Stillzeit

Fragen Sie, bevor Sie Medikamente einnehmen immer Ihren Arzt oder Apotheker bezüglich Nebenwirkungen, Kontraindikationen (Gegenanzeigen) und Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten.

Schwangerschaft & Stillzeit

Bisherige Beobachtung haben keine Hinweise für teratogene Wirkungen therapeutischer Dosen von Nortriptylin ergeben. Trotzdem sollte Nortriptylin während der Schwangerschaft und insbesondere im ersten und letzten Trimenon nicht angewendet werden.

Nortriptylin sollte nicht während der Stillzeit eingenommen werden, da es in geringen Mengen in die Muttermilch übertritt. Bei zwingender Indikation sollte abgestillt werden.

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