Allgemeine Informationen
  • Handelsnamen: Zyprexa, Zypadhera, div. Generika
  • Kategorie: Atypisches Neuroleptikum
  • Indikation: Bipolare Störungen, Manie, Psychosen, Rezidivprophylaxe
  • Sedierend: Ja
  • Libidoverlust: Ja (häufig)
  • Gewichtsveränderung: Zunahme (sehr häufig, bis 25% des ursprünglichen Körpergewichts)
Dosierung & Anwendung

Einnahme: 1x täglich Abends 1-2 Stunden vor dem Schlafengehen unabhängig der Mahlzeiten.
Die Einnahme gegen bipolare Störungen und Manie sollte täglich erfolgen.

Bipolare Störungen, Manie/Hypomanie und Rezidivprophylaxe: 5-20mg

Die Dosierung muss von einem Arzt individuel festgelegt werden. Die Dosis kann somit von der Standartdosierung abweichen. Je nachdem ist eine höhere oder tiefere Dosis erforderlich.

Neuroleptika werden meist langsam „eingeschlichen“. Das heisst, dass im Normalfall mit der niederigsten Dosis angefangen und diese (nach einigen Tagen/Wochen) schrittweise bis zur Zieldosis erhöht wird. So sollen die Nebenwirkungen minimiert werden. Selten (z.B. bei akuter Manie) wird von Anfang an die Zieldosis verabreicht.

Gleich verhält es sich beim Absetzen des Medikamentes. Die Dosis wird über Tage bis Wochen hinweg langsam reduziert (auch bekannt als das „Ausschleichen“). So sollen Absetzerscheinungen verhindert werden.

Wirkungseintritt & Halbwertszeit

Wirkungseintritt

Nach ca. 1-2 Tage bei Depressionen, Manie/Hypomanie und als Rezidivprophylaxe
Sedation ca. 1-2 Stunden nach der ersten Einnahme

Halbwertszeit

Die Halbwertszeit von Olanzapin liegt zwischen 29 und 55 Stunden. Die kombinierte Einnahme gewisser Medikamente kann die Halbwertszeit verändern.

Nebenwirkungen im Detail

Sehr häufig (mehr als 10%): Blutwert-Probleme (erhöhte Plasmaprolaktinspiegel), Blutdruck-Probleme, Schläfrigkeit, Gewichtszunahme.

Häufig (1-10%): Erhöhung der alkalischen Phosphatase, hohe Kreatin-Phosphokinase Werte, hohe Gamma-Glutamyltransferase Werte, hohe Harnsäure Werte, Kraflosigkeit, Ödeme, Müdigkeit, Fieber, Ausschlag, Gelenkschmerzen, vorübergehende Erhöhungen von Leberaminotransferasen, Verstopfungen, Mundtrockenheit, Schwindelgefühl, motorische Unruhe, Parkinsonismus, Störungen des Bewegungsablaufes, Zunahme des Appetits, erhöhte Glukosespiegel, erhöhte Triglyceridspiegel, erhöhte Cholesterinspiegel, Ausscheidung des Traubenzuckers (Glukose) über den Harn, abnormale Blutwerte (Eosinophilie, Leukopenie, Neutropenie).

Gelegentlich (0.1-1%): Erhöhung des Gesamtbilirubins, spontanes Wasserlassen, Probleme beim Entleeren der Harnblase (Schwierigkeiten beim Wasserlassen), Lichtüberempfindlichkeitsreaktionen, Haarausfall, Blähungen, tiefe Herzschlagfrequenz, QTc-Verlängerung, Nasenbluten, Krampfanfälle, Bewegungsstörungen, Störung des Bewegunsablaufes, Amnesie, Auftreten oder  Verschlechterung eines Diabetes, allergische Reaktion (z.B. anaphylaktoide Reaktion, Angioödem, Juckreiz oder Nesselsucht).

Selten (0.01-0.1%): Dauererrektion, Auflösung quergestreifter Muskelfasern, Hepatitis, Bauchspeicheldrüse-Entzündung, Thrombose, Herzrasen, plötzlicher Tod, malignes neuroleptisches Syndrom, Unterkühlung, Blutwert-Probleme (Thrombozytopenie).

Menschen mit Depressionen und/oder Angststörungen gehen meist automatisch davon aus, sämtliche und/oder die schwersten Nebenwirkungen zu entwickeln. Hierbei kann ein Nocebo-Effekt (ein negativer Placebo-Effekt) entstehen.

Eine solche Annahme ist objektiv nicht begründet. Die meisten Menschen entwickeln gar keine bis nur wenige Nebenwirkungen.

Die meisten Nebenwirkungen verschwinden zudem nach 3-4 Wochen.

Die Nebenwirkungen wurden von den medizinischen Fachbegriffen in eine für Laien möglichst verständliche Sprache übersetzt. Trotz grösster Mühe kann die medizinische Exaktheit teilweise nicht 1:1 wiedergegeben werden. Für Ärzte empfehlen wir das Arzneimittelverzeichnis bzw. Arzneimittelkompendium zu verwenden.

Altersfreigabe

Olanzapin ist ab 18 Jahren zugelassen.

Ein Arzt darf dieses Medikament auch an jüngere Patienten verschreiben.
Die Altersfreigabe sagt nichts über die Wirksamkeit bei Minderjährigen aus.

Kontraindikationen (Gegenanzeigen)
  • Engwinkelglaukomrisiko
  • Schwangerschaft & Stillzeit

Fragen Sie, bevor Sie Medikamente einnehmen immer Ihren Arzt oder Apotheker bezüglich Nebenwirkungen, Kontraindikationen (Gegenanzeigen) und Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten.

Schwangerschaft & Stillzeit

Es liegen keine ausreichenden und kontrollierten Studien bei schwangeren Frauen vor. Da die Erfahrung bei Menschen begrenzt ist, darf Olanzapin in der Schwangerschaft nur angewendet werden, wenn dies absolut erforderlich ist.

Sehr selten gab es Spontanberichte über Zittern, Hypertonie, Lethargie und Schläfrigkeit bei Kindern, deren Mütter während des 3. Trimenon der Schwangerschaft Olanzapin angewendet hatten.

In einer Studie mit stillenden Frauen wurde Olanzapin in der Muttermilch ausgeschieden. Die Patientin sollte desshalb abstillen.

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C17H20N4S

2-Methyl-10- (4-methylpiperazin-1-yl) -4H-3-thia-4,9- diazabenzo[f]azulen