Allgemeine Informationen
  • Handelsnamen: Insidon, div. Generika
  • Kategorie: Trizyklisches Antidepressivum
  • Indikation: Depressionen, Angststörungen und psychosomatische Erkrankungen
  • Sedierend: Möglich
  • Libidoverlust: Ja (gelegentlich)
  • Gewichtsveränderung: Zu- oder Abnahme (beides gelegentlich)
Dosierung & Anwendung

Einnahme: 2-3x täglich unabhängig der Mahlzeiten (bei niederiger Dosierung vorzugsweise Abends).
Die Einnahme muss täglich erfolgen (also nicht nur bei unmittelbarem Bedarf).

Alle Indikationen: 50-300mg

Die Dosierung muss von einem Arzt individuel festgelegt werden. Die Dosis kann somit von der Standartdosierung abweichen. Je nachdem ist eine höhere oder tiefere Dosis erforderlich.

Antidepressiva werden grundsätzlich langsam „eingeschlichen“. Das heisst, dass im Normalfall mit der niederigsten Dosis angefangen und diese (nach einigen Tagen/Wochen) schrittweise bis zur Zieldosis erhöht wird. So sollen die Nebenwirkungen minimiert werden.

Gleich verhält es sich beim Absetzen des Medikamentes. Die Dosis wird über Tage bis Wochen hinweg langsam reduziert (auch bekannt als das „Ausschleichen“). So sollen Absetzerscheinungen verhindert werden.

Wirkungseintritt & Halbwertszeit

Wirkungseintritt

Nach 2-4 Wochen bei Depressionen
Nach 4-6 Wochen bei Angststörungen
Sedation ca. 1-2 Stunden nach der ersten Einnahme

 

Halbwertszeit

Die Halbwertszeit von Opipramol beträgt 7 bis 11 Stunden. Die kombinierte Einnahme gewisser Medikamente kann die Halbwertszeit verändern.

Nebenwirkungen im Detail

Sehr häufig (mehr als 10%): keine

Häufig (1-10%): Sehstörungen bei Therapiebeginn, Schwindel, Schläfrigkeit/Benommenheit, Müdigkeit.

Gelegentlich (0.1-1%): Gewichtsveränderungen, Libido- und Potenzstörungen, Übelkeit, Erbrechen, Magenbeschwerden, Geschmacksstörungen, Mundtrockenheit, Blutdruck-Probleme, verstopfte Nase, beschleunigte Herzfrequenz, Herzklopfen, EKG Veränderungen, Schlafstörungen, Erregung, Unruhe, allergische Hautreaktionen, Ausschlag, Exantheme, Nesselsucht, Juckreiz, Ödeme.

Selten (0.01-0.1%): Schwitzen, Störungen beim Entleeren der Harnblase, Verstopfungen, Herzrhythmusstörungen, Blutdruckerhöhung, verschwommenes Sehen, Erweiterung der Pupillen, Kopfschmerzen, Tremor, Kribbeln auf der Haut.

 

Menschen mit Depressionen und/oder Angststörungen gehen meist automatisch davon aus, sämtliche und/oder die schwersten Nebenwirkungen zu entwickeln. Hierbei kann ein Nocebo-Effekt (ein negativer Placebo-Effekt) entstehen.

Eine solche Annahme ist objektiv nicht begründet. Die meisten Menschen entwickeln gar keine bis nur wenige Nebenwirkungen.

Die meisten Nebenwirkungen verschwinden zudem 3-4 Wochen nach Beginn der Therapie.

Die Nebenwirkungen wurden von den medizinischen Fachbegriffen in eine für Laien möglichst verständliche Sprache übersetzt. Trotz grösster Mühe kann die medizinische Exaktheit teilweise nicht 1:1 wiedergegeben werden. Für Ärzte empfehlen wir das Arzneimittelverzeichnis bzw. Arzneimittelkompendium zu verwenden.

Altersfreigabe

Opipramol ist ab 18 Jahren zugelassen.

Ein Arzt darf dieses Medikament auch an jüngere Patienten verschreiben.
Die Altersfreigabe sagt nichts über die Wirksamkeit bei Minderjährigen aus.

Kontraindikationen (Gegenanzeigen)
  • Myokardinfarkt
  • höhergradige AV-Blockierungen
  • diffusen supraventrikulären oder ventrikulären Reizleitungsstörungen
  • akute Intoxikation mit zentraldämpfenden Pharmaka (wie z.B. Schlafmittel, starke Analgetika und Psychopharmaka) sowie Alkohol.
  • akutes Delir.
  • akuter Harnverhalt
  • unbehandeltes Engwinkelglaukom.
  • Prostatahypertrophie mit Restharnbildung
  • paralytischer Ileus
  • zusammen, mit und 14 Tage nach oder vor der Behandlung mit einem MAO-Hemmer

Fragen Sie, bevor Sie Medikamente einnehmen immer Ihren Arzt oder Apotheker bezüglich Nebenwirkungen, Kontraindikationen (Gegenanzeigen) und Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten.

Schwangerschaft & Stillzeit

Es gibt klare Hinweise für Risiken von Entwicklungsstörungen für den menschlichen Fötus. Daher ist die Anwendung von Opipramol während der Schwangerschaft zu vermeiden und nur dann in Betracht zu ziehen, wenn der therapeutische Nutzen das potentielle Risiko für den Föten überwiegt.

Opipramol soll in der Stillzeit nicht angewendet werden, da der Wirkstoff in geringen Mengen in die Muttermilch übertritt. Bei zwingender Indikation ist abzustillen.

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C23H29N3O

4-[3-(5H-Dibenz[b,f]-azepin-5-yl)- propyl]-1-piperazinethanol