Panikattacken sind die häufigste Erkrankung aus der Gruppe der Angststörungen. Die betroffene Person erlebt eine solche Attacke als lebensbedrohlich. Von einer behandlungswürdigen Panikstörung spricht man jedoch erst, wenn Panikattacken regelmässig auftreten sowie körperliche Ursachen (z.B. eine Dysfuntkion der Schilddrüse) ausgeschossen wurden.

Panikattacken sind wie Wellen, welche ohne ersichtlichen Grund auftreten (werden Panikattacken aufgrund eines bestimmten Umstandes ausgelöst, so spricht man von einer Phobie). Folgende Symptome sind für eine Panikattacke typisch (es müssen nicht bei jeder Attacke alle Symptome auftreten):

  • Atemnot (bis hin zur Angst zu ersticken)
  • Hyperventilation (als Folge können Kribbelgefühle in Gesicht und Händen sowie Muskelkrämpfe auftreten)
  • Schmerzen/Engegefühl im Brustbereich
  • Engegefühl im Bereich der Kehle
  • Herzrasen/hoher Puls/Herzstolpern/Herzstechen
  • Schweissausbrüche/kalter Schweiss
  • Zittern
  • Schwindel und/oder Erbrechen
  • Angstgedanken („das ist ein Herzinfarkt“, „jetzt sterbe ich gleich“, „ich werde verrückt“, „ich ersticke“)
  • Depersonalisations- und/oder Derealisationsgefühle
  • Innere Spannungszustände/Innere Unruhe

Das eine Problem ist die Panikattacke selbst, dass andere die tiefgreifende Verunsicherung die zurück bleibt. Oft entwickelt sich eine Angst vor der Angst. Jede Gefühlsregung wird fortlaufend interpretiert und bei jeder Unregelmässigkeit „schrillen die Alarmglocken,“ dass eine erneute Attacke bevorstehen könnte.

Des Weitern entwickeln Menschen mit einer Panikstörung häufig (nicht immer) zusätzlich Symptome einer Agoraphobie. Eine Agroaphobie zeichnet sich vor allem durch die Angst vor Menschenmassen, öffentlichen Plätzen und dem Reisen aus. Sie kann sich soweit steigern, dass die betroffene Person Angst vor dem Verlassen der eigenen Wohnung hat.

Das in der EU sowie in der Schweiz gültige internationale Diagnoseverzeichnis ICD-10 umschreibt eine Panikstörung wie folgt, Zitat: „Als wesentliche Kennzeichen sind wiederkehrende schwere Angstattacken (Panik), die sich nicht auf eine spezifische Situation oder besondere Umstände beschränken und deshalb auch nicht vorhersehbar sind. Wie bei anderen Angsterkrankungen zählen zu den wesentlichen Symptomen plötzlich auftretendes Herzklopfen, Brustschmerz, Erstickungsgefühle, Schwindel und Entfremdungsgefühle (Depersonalisation oder Derealisation). Oft entsteht sekundär auch die Furcht zu sterben, vor Kontrollverlust oder die Angst, wahnsinnig zu werden.“

Eine Selbstdiagnose zu erstellen ist nicht möglich. Dazu bedarf es der Begutachtung einer Fachperson (Psychiater oder Psychologe). Bei Verdacht auf eine Angststörung sollte eine solche aufgesucht werden. Panikstörungen -so schlimm sie sich anfühlen- lassen sich in der Regel gut behandeln, medikamentös wie psychotherapeutisch.