Allgemeine Informationen

 

  • Handelsnamen: Seroquel, Sequase, div. Generika
  • Kategorie: Atypisches Neuroleptikum
  • Indikation: Bipolare Störungen, Manie/Hypomanie, Depressionen, Psychosen, Rezidivprophylaxe
  • Sedierend: Ja
  • Libidoverlust: Nein
  • Gewichtsveränderung: Zunahme (sehr häufig), Abnahme (gelegentlich)

 

Dosierung & Anwendung

Einnahme: 1x täglich Abends unabhängig der Mahlzeiten.
Die Einnahme sollte täglich (also nicht nur bei Bedarf) erfolgen.

Bipolare Störung und Depressionen: 50-300mg
Bipolare Störung und Manie: 100-800mg

Die Dosierung muss von einem Arzt individuel festgelegt werden. Die Dosis kann somit von der Standartdosierung abweichen. Je nachdem ist eine höhere oder tiefere Dosis erforderlich.

Neuroleptika werden meist langsam „eingeschlichen“. Das heisst, dass im Normalfall mit der niederigsten Dosis angefangen und diese (nach einigen Tagen/Wochen) schrittweise bis zur Zieldosis erhöht wird. So sollen die Nebenwirkungen minimiert werden. Selten (z.B. bei akuter Manie) wird von Anfang an die Zieldosis verabreicht.

Gleich verhält es sich beim Absetzen des Medikamentes. Die Dosis wird über Tage bis Wochen hinweg langsam reduziert (auch bekannt als das „Ausschleichen“). So sollen Absetzerscheinungen verhindert werden.

Wirkungseintritt & Halbwertszeit

Wirkungseintritt

Nach ca. 1-4 Tage bei bipolaren Störungen, Depressionen, Manien/Hypomanien und als Rezidivprophylaxe
Sedation ca. 1-2 Stunden nach der ersten Einnahme

 

Halbwertszeit

Die Halbwertszeit von Quetiapin liegt zwischen 7 und 12 Stunden. Die kombinierte Einnahme gewisser Medikamente kann die Halbwertszeit verändern.

 

Nebenwirkungen im Detail

Sehr häufig (mehr als 10%): Kopfschmerzen, Entzugssymptome, trockener Mund, Erbrechen, erhöhter Blutdruck, Bewustseinsstörungen, Schwindel, muskuläre Störungen, Gewichtszunahme.

Häufig (1-10%): Kraftlosigkeit, Ödeme, Reizbarkeit, Fieber, Hautausschlag, Anstieg der abnormale Lerberenzymwerte (Serum-Alaninaminotransferase), Anstiege der γ-GT-Spiegel, Verstopfung, Verdauungsstörungen, Bauchschmerzen, Erbrechen, Rachenentzündung, verstärkter Husten, Kurzatmigkeit, Schnupfen, Herzrasen, Herzklopfen, Blutdruck-Probleme, unscharfes Sehen, Sprechstörungen, kurze spontane Bewusstlosigkeit, ungewöhnliche Träume und Albträume, Suizidgedanken und suizidales Verhalten, erhöhter Appetit, Blutwert-Probleme (Leukopenie, Neutropenie).

Gelegentlich (0.1-1%): Probleme beim Entleeren der Harnblase, Asthma, Nasenbluten, Erweiterung der Blutgefässe, Migräne, tiefe Herzschlagfrequenz, Minderdurchblutung der Organe, unregelmässiger Puls, T-Welle Abnormalität, Herzrhythmusstörungen, zerebrovaskuläres Ereignis, tiefe Venenthrombose, T‑Welle Inversion, Krampfanfälle, Restless legs Syndrom, akute Bewegungsstörungen, Störung des Bewegungsablaufes, kurze spontane Bewusstlosigkeit, Gewichtsverlust, Hypersensitivität, Blutarmut, Blutwert-Probleme (Thrombozytopenie), Anstieg der Serum-Aspartataminotransferase.

Selten (0.01-0.1%): Malignes neuroleptisches Syndrom, Unterkühlung, Dauererrektion, Austritt von Muttermilch aus der Brust ohne Schwangerschaft/Stillzeit, Hepatitis, CPK-Erhöhung, Darmverschluss, Hyperventilation, Schluckauf, Angina Pectoris, Herzprobleme (Vorhofflimmern, AV-Block ersten Grades, kongestive Herzinsuffizienz, ST-Hebung), Thrombose, Abflachung der T-Welle, ST-Abnormalität, QRS-Verlängerung, QTc-Verlängerungen, Schlafwandeln und andere ähnliche Aktivitäten während des Schlafens, Blutwert-Probleme (Agranulozytose).

Menschen mit Depressionen und/oder Angststörungen gehen meist automatisch davon aus, sämtliche und/oder die schwersten Nebenwirkungen zu entwickeln. Hierbei kann ein Nocebo-Effekt (ein negativer Placebo-Effekt) entstehen.

Eine solche Annahme ist objektiv nicht begründet. Die meisten Menschen entwickeln gar keine bis nur wenige Nebenwirkungen.

Die meisten Nebenwirkungen verschwinden zudem nach 3-4 Wochen.

Die Nebenwirkungen wurden von den medizinischen Fachbegriffen in eine für Laien möglichst verständliche Sprache übersetzt. Trotz grösster Mühe kann die medizinische Exaktheit teilweise nicht 1:1 wiedergegeben werden. Für Ärzte empfehlen wir das Arzneimittelverzeichnis bzw. Arzneimittelkompendium zu verwenden.

Altersfreigabe

Quetiapin ist ab 18 Jahren zugelassen.

Ein Arzt darf dieses Medikament auch an jüngere Patienten verschreiben.
Die Altersfreigabe sagt nichts über die Wirksamkeit bei Minderjährigen aus.

Kontraindikationen (Gegenanzeigen)
  • Gleichzeitig mit CYP3A4-Inhibitoren wie Azol-Antimykotika, HIV-Proteasehemmer, Erythromycin, Clarithromycin, Nefazodon
  • Schwangerschaft & Stillzeit

Fragen Sie, bevor Sie Medikamente einnehmen immer Ihren Arzt oder Apotheker bezüglich Nebenwirkungen, Kontraindikationen (Gegenanzeigen) und Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten.

Schwangerschaft & Stillzeit

Es liegen keine klinischen Daten mit Anwendung bei Schwangeren vor. Quetiapin sollte deshalb während der Schwangerschaft nicht angewendet werden, es sei denn, es ist klar notwendig.

Bei Neugeborenen, deren Mütter während des dritten Trimenons der Schwangerschaft Antipsychotika (einschliesslich Quetiapin) einnahmen, besteht nach der Geburt das Risiko für Entzugssymptome. Diese Symptome bei Neugeborenen können Agitation, ungewöhnlich erhöhten oder verminderten Muskeltonus, Tremor, Schläfrigkeit, Schwierigkeit beim Atmen oder Probleme beim Füttern einschliessen. Diese Komplikationen können einen unterschiedlichen Schweregrad aufweisen. Bei einigen Fällen waren sie selbst limitierend, in anderen Fällen benötigten die Neugeborenen eine Überwachung auf der Intensivstation oder eine längere Hospitalisation.

Publizierten Berichten ist zu entnehmen, dass Quetiapin in die Muttermilch ausgeschieden wird, belegt werden konnte dies jedoch nicht. Während einer Behandlung mit Quetiapin sollten Mütter vorsichtshalber nicht stillen.

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C21H25N3O2S

2-{2-[4-(Dibenzo[b,f][1,4]thiazepin-11-yl)-piperazin-1-yl]ethoxy}ethanol