Allgemeine Informationen
  • Handelsnamen: Risperdal, div. Generika
  • Kategorie: Atypisches Neuroleptikum
  • Indikation: Bipolare Störungen, Manie, Psychosen, Agressivität bei Demenzerkrankungen, autistische Störungen, Rezidivprophylaxe
  • Sedierend: Möglich
  • Libidoverlust: Ja (gelegentlich)
  • Gewichtsveränderung: Zu- oder Abnahme (beides häufig)
Dosierung & Anwendung

Einnahme: 1x täglich Abends bei bipolaren Störungen, Manie/Hypomanie und als Rezidivprophylaxe.
Die Einnahme muss täglich erfolgen (also nicht nur bei unmittelbarem Bedarf).

Tablettenform
Bipolare Störungen, Manie/Hypomanie und als Rezidivprophylaxe: 2-6mg

Tropfenform
Bipolare Störungen, Manie/Hypomanie und als Rezidivprophylaxe: 2-6 Tropfen

Die Dosierung muss von einem Arzt individuel festgelegt werden. Die Dosis kann somit von der Standartdosierung abweichen. Je nachdem ist eine höhere oder tiefere Dosis erforderlich.

Neuroleptika werden meist langsam „eingeschlichen“. Das heisst, dass im Normalfall mit der niederigsten Dosis angefangen und diese (nach einigen Tagen/Wochen) schrittweise bis zur Zieldosis erhöht wird. So sollen die Nebenwirkungen minimiert werden. Selten (z.B. bei akuter Manie) wird von Anfang an die Zieldosis verabreicht.

Gleich verhält es sich beim Absetzen des Medikamentes. Die Dosis wird über Tage bis Wochen hinweg langsam reduziert (auch bekannt als das „Ausschleichen“). So sollen Absetzerscheinungen verhindert werden.

Wirkungseintritt & Halbwertszeit

Wirkungseintritt

Nach ca. 1-2 Tage bei bipolare Störungen, Manie/Hypomanie und als Rezidivprophylaxe
Sedation ca. 1-2 Stunden nach der ersten Einnahme

 

Halbwertszeit

Die Halbwertszeit von Risperidon liegt bei ca. 3 Stunden. Die kombinierte Einnahme gewisser Medikamente kann die Halbwertszeit verändern.

Nebenwirkungen im Detail

Sehr häufig (mehr als 10%): Schlaflosigkeit, Parkinsonismus, Bewusstseinsstörungen, Kopfschmerzen

Häufig (1-10%): Entzündung des Lungengewebes, Bronchitis, Infektion der oberen Atemwege, Nasennebenhöhlenentzündung, Harnwegsinfektion, Infektion des Ohrs, Grippe, Blutwert-Probleme (Hyperprolaktinämie), Gewichtszunahme, verstärkter Appetit, verminderter Appetit, motorische Unruhe, Bewegungsstörungen, Schwindel, Störungen des Bewegungsablaufes, Zittern, Verschwommensehen, Entzündung der Bindehaut, Herzrasen, hoher Blutdruck, Kurzatmigkeit, pharyngolaryngealer Schmerz, Husten, Nasenbluten, verstopfte Nase, Bauch-Beschwerden, Erbrechen, Übelkeit, Verstopfung, Durchfall, Verdauungsstörungen, trockener Mund, Zahnschmerzen, Hautausschlag, Hautrötung, Muskelkrämpfe, Schmerz in Skelett und Muskulatur, Rücken­schmerzen, Gelenkschmerzen, spontanes Wasserlassen, Ödeme, Fieber, Brustkorbbeschwerden, Kraftlosigkeit, Müdigkeit, Schmerzen, Stürze.

Gelegentlich (0.1-1%): Atemwegsinfektion, Entzündung der Harnblase, Infektion des Auges, Mandelentzündung, Nagelpilz, Cellulitis, Infektionen, Krätze, Hypersensitivität, Diabetes mellitus, erhöhter Blutzuckerspiegel, Drust, Gewichtsabnahme, Magersucht, Manie, Verwirrtheitszustand, verminderte Libido, Albträume, Durchblutungsstörungen, Bewusstseinsverlust, Krampfanfälle, kurze spontane Bewusstlosigkeit, fehlende Reaktion auf Reize, verminderung des Bewusstseinsgrades, psychomotorische Hyperaktivität, Gleichgewichtsstörungen, abnormale Koordination, Haltungsschwindel, Störung der Aufmerksamkeit, Sprechstörungen, Störung der Geschmacksempfindung, verminderte Berührungs- und Drucksensibilität der Haut, Kribbeln auf der Haut, Lichtempfindlichkeit, trockenes Auge, verstärkte Tränensekretion, okuläre übermässiges Blutangebot im Gewebe oder Organen, Schwindel, Tinnitus, Ohrenschmerzen, Vorhofflimmern, Herzrhythmusstörungen, Erregungsleitungsstörung, verlängertes QT-Intervall im Elektrokardiogramm, tiefe Herzschlagfrequenz, abnormales Elektrokardiogramm, Herzklopfen, tiefer Blutdruck, Erröten, Lungenentzündung, Lungenstauung, Verengung des Bronchialsystems, Lungenrasseln, Keuchen, Beeinträchtigung der Arktikulation, Atemprobleme, spontaner Stuhlgang, Magen-Darm Entzündung, Schluckstörungen, Blähungen, Blutwert-Probleme (Transaminasen erhöht), erhöhte Gamma-Glutamyl-Transferase-Werte, Leberenzymwerte erhöht, Nesselfieber, Juckreiz, Haarausfall, Verhornung der Haut, Ekzem, trockene Haut, Hautverfärbung, Akne, Hautauschläge, Hauterkrankungen, Hautläsion, erhöhter Kreatinphosphokinase-Wert, abnomale Haltung, Gelenksteifigkeit, Anschwellen der Gelenke, Muskelschwäche, Nackenschmerzen, häufiges Wasserlassen, Probleme beim Entleeren der Harnblase, schmerzhafte Blasenentleerung, erektile Dysfunktion, Ejakulationsstörung, Ausbleiben der Menstruation, Menstruationsstörung, Vergrösserung der Brustdrüse beim Mann, Austritt von Muttermilch ohne Schwangerschaft/Stillzeit, sexuelle Dysfunktion, Brustbeschwerden, vaginaler Ausfluss, Ödeme, Schüttelfrost, erhöhte Körpertemperatur, Gangstörung, Durst, Krankheitsgefühl, abnomale Gefühle, Unbehagen, Schmerz nach chirurgischen Eingriffen.

Selten (0.01-0.1%): Infektion, inadäquate Sekretion des antidiuretischen Hormons, diabetisches Koma, zu niederiger Blutzuckerspiegel, Triglyceride erhöht, Glukosurie, abgestumpfter Affekt, Anorgasmie, malignes neuroleptisches Syndrom, Kopfzittern, grüner Star, Störung der Augenbewegung, Augenrollen, Verkrustung des Augenlidrandes, Schwankungen der Herzfrequenz, Lungenembolie, tiefe Venenthrombose, Schlaf-Apnoe-Syndrom, Hyperventilation, Bauchspeicheldrüse-Entzündung, intestinale Obstruktion, Schwellung der Zunge, Entzündung der Lippen, Darmverschluss, Gelbsucht, Arzneimittelexanthem, Auflösung quergestreifter Muskelfasern, verspätete Menstruation, Brustdrüsenschwellung, Absonderung aus der Brustdrüse, Unterkühlung, verminderte Körpertemperatur, peripheres Kältegefühl, Arzneimittelentzugssyndrom.

Menschen mit Depressionen und/oder Angststörungen gehen meist automatisch davon aus, sämtliche und/oder die schwersten Nebenwirkungen zu entwickeln. Hierbei kann ein Nocebo-Effekt (ein negativer Placebo-Effekt) entstehen.

Eine solche Annahme ist objektiv nicht begründet. Die meisten Menschen entwickeln gar keine bis nur wenige Nebenwirkungen.

Die meisten Nebenwirkungen verschwinden zudem nach 3-4 Wochen.

Die Nebenwirkungen wurden von den medizinischen Fachbegriffen in eine für Laien möglichst verständliche Sprache übersetzt. Trotz grösster Mühe kann die medizinische Exaktheit teilweise nicht 1:1 wiedergegeben werden. Für Ärzte empfehlen wir das Arzneimittelverzeichnis bzw. Arzneimittelkompendium zu verwenden.

Altersfreigabe

Risperidon ist ab 15 Jahren zugelassen.

Ein Arzt darf dieses Medikament auch an jüngere Patienten verschreiben.
Die Altersfreigabe sagt nichts über die Wirksamkeit bei Minderjährigen aus.

Kontraindikationen (Gegenanzeigen)
  • Demenz mit Parkinsonsymptomen
  • Lewykörper-Demenz
  • Schwangerschaft & Stillzeit

Fragen Sie, bevor Sie Medikamente einnehmen immer Ihren Arzt oder Apotheker bezüglich Nebenwirkungen, Kontraindikationen (Gegenanzeigen) und Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten.

Schwangerschaft & Stillzeit

Es gibt keine kontrollierten Studien bei Schwangeren.

Bei Neugeborenen, die während des dritten Trimenons der Schwangerschaft Antipsychotika (einschliesslich Risperidon) exponiert sind, besteht nach der Geburt die Gefahr von Entzugssymptomen. Diese Symptome beim Neugeborenen können Agitation, ungewöhnlich erhöhten oder verminderten Muskeltonus, Tremor, Schläfrigkeit, Atemnot und Störungen bei der Nahrungsaufnahme/Probleme beim Füttern einschliessen.

Risperidon geht in die menschliche Muttermilch über. Während der Therapie mit Risperidon soll nicht gestillt werden.

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C23H27FN4O2

3-{2-[4-(6-Fluor-1,2- benzisoxazol-3-yl) piperidino]ethyl}- 2-methyl-6,7,8,9- tetrahydro-4H-pyrido [1,2-a]pyrimidin-4-on