Allgemeine Informationen
  • Handelsnamen: Zoloft, Adjuvin, Gladem, Tresleen, div. Generika
  • Kategorie: Selektiver Serotonin Wiederaufnahme-Hemmer (SSRI)
  • Indikation: Depressionen, Panikstörung, Soziophobie, Posttraumatische-Belastungsstörung (PTBS) und Zwangsstörungen
  • Libidoverlust: Ja (sehr häufig)
  • Gewichtsveränderung: Zu- oder Abnahme (beides häufig)
Dosierung & Anwendung

Einnahme: 1-2x täglich unabhängig der Mahlzeiten.
Die Einnahme muss täglich erfolgen (also nicht nur bei unmittelbarem Bedarf).

Tablettenform:
Depressionen: 50-200mg (bei hoher Dosis in 2 Gaben)
Panikstörungen, Zwangsstörungen, Soziophobie & Posttraumatische-Belastungsstörung (PTBS): 25-200mg (bei hoher Dosis in 2 Gaben)

Tropfenform:
Depressionen: 2,5ml-10ml (bei hoher Dosis in 2 Gaben)
Panikstörungen, Zwangsstörungen, Soziophobie & Posttraumatische-Belastungsstörung (PTBS): 1,25-10ml (bei hoher Dosis in 2 Gaben)

Die Dosierung muss von einem Arzt individuel festgelegt werden. Die Dosis kann somit von der Standartdosierung abweichen. Je nachdem ist eine höhere oder tiefere Dosis erforderlich.

Wirkungseintritt & Halbwertszeit

Wirkungseintritt

Nach ca. 2-4 Wochen bei Depressionen
Nach ca. 4-6 Wochen bei Panikstörungen, Soziophobie, Posttraumatische-Belastungsstörung (PTBS) und Zwangsstörungen

 

Halbwertszeit

Die Halbwertszeit von Sertralin beträgt ca. 24 Stunden. Die kombinierte Einnahme gewisser Medikamente kann die Halbwertszeit verändern.

Nebenwirkungen im Detail

Sehr häufig (mehr als 10%): Libidoverlust, Übelkeit, Durchfall, Mundtrockenheit, Kopfschmerzen, Schwindel, Schläfrigkeit, Schlaflosigkeit

Häufig (1-10%): Unwohlsein, Menstruationsstörungen, häufiges Wasserlassen in kleinen Mengen, Probleme beim Entleeren der Harnblase (Urin), Gelenkschmerzen, Muskelschmerzen, vermehrtes Schwitzen, Hautausschlag, Verdauungsstörungen, Verstopfungen, Bauchschmerzen, Erbrechen, Entwicklung von Gasen im Magen und/oder Darm, Gähnen, Hitzewallungen, Herzklopfen, Tinnitus, Sehstörungen, Zittern, Kribbeln auf der Haut, angespannte Muskulatur, unwillkürliche Muskelbewegungen, Geschmacksveränderungen, Angst, Nervosität, Agitation, verminderte Libido, depressive Symptome, verminderter Appetit, gesteigerter Appetit.

Gelegentlich (0.1-1%): Kraftlosigkeit, Fieber, Gangstörungen, Ödeme an Armen und/oder Beinen, Ödeme im Gesicht, erhöhte Urinausscheidung, Probleme Urin zurückzuhalten, nächtliches Wasserlassen, Muskelkrämpfe, Knochenfrakturen, Hauttrockenheit, Juckreiz, kleinflächige Blutungen auf der Haut und/oder Schleimhaut, Nesselfieber, Haarausfall, Blutungen aus dem Verdauungstrakt, Kurzatmigkeit, Nasenbluten, Verkrampfung der Muskeln rund um die Atemwege, Hochdruck in den Schlagadern, Blutungen allgemein, Herzrasen, Ödeme rund um die Augenregion, Erweiterung der Pupillen, Sehen von Doppelbildern, Verminderung der Druck- und Berührungssensibilität der Haut, Bewegungsstörungen, Migräne, kurze spontane Bewusstlosigkeit, Krampfanfälle, Koma, Zähneknirschen, Verwirrtheit, Aggression, Halluzinationen, euphorische Stimmung, Mangel an Schilddrüsenhormonen, Überempfindlichkeitsreaktionen, asymptomatischer Anstieg der Serumtransaminasen.

Selten (0.01-0.1%): Entzündung der Bauchspeicheldrüse, Probleme beim Sprechen, Schmerzen im Brustkorb, Lichtempfindlichkeit, grüner Star, niederiger Blutzucker-Spiegel, Diabetes mellitus, hoher Cholesterinwert im Blut, vermehrtes Vorkommen von roten Blutkörperchen im Urin, Austritt von Muttermilch aus der Brust ohne Schwangerschaft/Stillzeit, Absetzsymptome,  schmerzhafte Errektion des Penis.

 

Menschen mit Depressionen und/oder Angststörungen gehen meist automatisch davon aus, sämtliche und/oder die schwersten Nebenwirkungen zu entwickeln. Hierbei kann ein Nocebo-Effekt (ein negativer Placebo-Effekt) entstehen.

Eine solche Annahme ist objektiv nicht begründet. Die meisten Menschen entwickeln gar keine bis nur wenige Nebenwirkungen. Die meisten dieser entwickelten Nebenwirkungen verschwinden innert 3-4Wochen.

Die Nebenwirkungen wurden von den medizinischen Fachbegriffen in eine für Laien möglichst verständliche Sprache übersetzt. Trotz grösster Mühe kann die medizinische Exaktheit teilweise nicht 1:1 wiedergegeben werden. Für Ärzte empfehlen wir das Arzneimittelverzeichnis bzw. Arzneimittelkompendium zu verwenden.

Altersfreigabe

Sertralin ist für Depressionen, Panikstörungen, Soziophobie und Posttraumatische-Belastungssttörung (PTBS) ab
18 Jahren zugelassen. Für Zwangsstörungen ab 6 Jahren.

Ein Arzt darf dieses Medikament auch an jüngere Patienten verschreiben.
Die Altersfreigabe sagt nichts über die Wirksamkeit bei Minderjährigen aus.

Kontraindikationen (Gegenanzeigen)
  • 14 Tage vor, während und 14 Tage nach MAO-Hemmer-Therapie
  • gleichzeitig mit Pimozid
  • instabile Epilepsie
  • schwere Leberinsuffizienz
  • Fortpflanzung bei der Frau
  • Schwangerschaft & Stillzeit

Fragen Sie, bevor Sie Medikamente einnehmen immer Ihren Arzt oder Apotheker bezüglich Nebenwirkungen, Kontraindikationen (Gegenanzeigen) und Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten.

Schwangerschaft & Stillzeit

Es liegen keine kontrollierten klinischen Studien bei schwangeren Frauen vor.

Nach Einnahme von Sertralin bzw. anderen SSRI’s am Ende der Schwangerschaft, traten bei einigen Neugeborenen folgende Absetzsymptome auf: Ess- und Schlafstörungen, Atmungsschwierigkeiten, bläuliche Verfärbung der Haut, Atemunterbrüche, Krampfanfälle, Temperaturschwankungen, zu niederiger Blutzuckerspiegel, Tremor, abnormale Muskelspannungen, gesteigerte Reflexbereitschaft, Erbrechen, abnormale Irritabilität, Überspanntheit, Lethargie, Schläfrigkeit und anhaltendes Weinen.

Eine SSRI-Exposition in der späten Schwangerschaft kann das Risiko für eine persistierende pulmonale Hypertonie beim Neugeborenen (PPHN) erhöhen.

Sertralin wird in die Muttermilch ausgeschieden. Falls eine Behandlung mit Sertralin notwendig ist, soll abgestillt werden.

Studien

Die antidepressive Wirksamkeit von Sertralin wurde in mehreren kontrollierten Studien nachgewiesen. Dabei wurden die üblichen diagnostischen Kriterien und Bewertungsskalen (z.B. «Hamilton Depression Rating Scale » und «Clinical Global Impression Scale») angewandt.

In einer nordamerikanischen Dosisfindungsstudie wurden während sechs Wochen verschiedene Sertralin-Dosen (50,100, 200 mg) mit Placebo verglichen. Bei insgesamt 289 Personen mit einer mittelschweren bis schweren Depression war Sertralin in allen Dosen signifikant wirksamer als Placebo; die höchste Dosis (200 mg/Tag) war etwas wirksamer als die kleineren Dosen.

Im Vergleich mit trizyklischen Antidepressiva zeigte sich Sertralin in verschiedenen Studien ähnlich wirksam. Grosse Vergleiche wurden mit Amitriptylin durchgeführt. In einer Doppelblindstudie bei 448 Patienten mit schwerer Depression wurde die Dosis initial titriert und so relativ hohe durchschnittliche Tagesdosen (Sertralin:159 mg, Amitriptylin: 111 mg) erreicht. Zwischen den beiden Medikamenten ergab sich kein signifikanter Unterschied in der antidepressiven Wirkung; gegenüber Placebo waren beide deutlich wirksamer.

In einer anderen Doppelblindstudie wurde Sertralin (50 bis 200 mg/Tag) bei älteren Leuten mit Amitriptylin (50 bis 150 mg/Tag) verglichen. Auch in dieser Studie waren die beiden Antidepressiva ungefähr gleich gut wirksam. Eine relevante Besserung ergab sich bei 69% der mit Sertralin und bei 63% der mit Amitriptylin behandelten Patienten. In kleineren Vergleichsstudien konnte auch eine ähnliche antidepressive Wirksamkeit von Sertralin und Imipramin (Tofranil) nachgewiesen werden.

Interessant ist ferner eine Langzeit-Doppelblindstudie, in der 295 Personen im Anschluss an eine offene Sertralin-Behandlung während 44 Wochen entweder unverändert ihre Sertralin-Dosis oder Placebo erhielten. Während der ganzen Doppelblindphase hatten die mit Sertralin Behandelten signifikant weniger Rückfälle in eine Depression.

Bisher wurde nur eine Studie publiziert, in der Sertralin mit einem anderen Serotonin-Wiederaufnahmehemmer verglichen wurde: In dieser achtwöchigen Doppelblindstudie erhielten 48 Personen Sertralin (mittlere Dosis: 72mg/Tag) und 40 Fluoxetin (mittlere Dosis: 28 mg/Tag). In beiden Gruppen konnte schon nach einer Woche eine deutliche Besserung der Depression festgestellt werden. Ein signifikanter Unterschied zwischen Fluoxetin und Sertralin fand sich während der ganzen Studie nicht.

Wie andere Serotonin-Wiederaufnahmehemmer ist Sertralin auch bei Zwangsneurosen wirksamer als Placebo. Gemäss einer kontrollierten Studie ergab Sertralin (50 bis 200 mg/Tag) bei Personen mit obsessiv-kompulsiven Störungen eine signifikante Wirkung. Nach 8 Wochen war bei 56% der mit Sertralin behandelten, aber nur bei 32% der Placebo-behandelten Patienten eine Besserung erreicht.

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C17H17Cl2N

(1S,4S)-4-(3,4-Dichlorphenyl)- 1,2,3,4-tetrahydro- N-methyl-1-naphthylamin