Sulpirid

atypisches Neuroleptikum | Handelsnamen: Dogmatil, Vertigo sowie div. Generika

Allgemeine Informationen

Sulpirid ist ein atypisches Neuroleptikum (in gewissen Texten allerdings als typisches Neuroleptikum bezeichnet), welches 1972 unter dem Handelsnamen Dogmatil auf den Markt kam. Weitere Namen sind Arminol, Meresa, Meresasul, Neogama, Sulpivert, Vertigo und Vertigo-Neogama, ebenfalls ist es als Generikum erhältlich. Ursprünglich zur Schizophrenie-Behandlung entwickelt wurde bald auch eine antidepressive Wirkung festgestellt. Bis heute ist Sulpirid jedoch nur in Deutschland bei Depression indiziert, und dies auch nur, falls der Patient auf andere Medikamente nicht angesprochen hat oder diese unverträglich sind. Grundsätzlich ist der Einsatz bei Depressionen umstritten, da das Medikament sowohl antidepressiv als auch depressions-verstärkend wirken kann.

Sulpirid ist ab 18 Jahren zugelassen. Während einer Sulpirid-Therapie ist der Konsum von Alkohol zu vermeiden, da es sonst zur Verstärkung der Nebenwirkungen (inkl. dem sedierenden Effekt) kommen kann. Das Medikament kann eine Sedierung, weitere zentrale Symptome und Übelkeit verursachen. Folglich kann die die Fähigkeit, Fahrzeuge zu führen oder Maschinen zu bedienen, beeinträchtigt sein.

Sulpirid hat im Gehirn eine starke Affinität zu den D2– und D3-Rezeptoren (Dopamin). Andere Neurotransmittersysteme werden kaum beeinflusst.

Indikation
  • Akute und chronische Schizophrenie
  • Depression bei unzureichendem Ansprechen auf andere Medikamente (Zulassung nur in Deutschland)
  • Peripherer-labyrinthärer Schwindel (Zulassung nur in Deutschland)
  • Neurotische Zustände (keine Zulassung in Deutschland)
  • Schwere Verhaltensstörungen bei Alkoholkonsum oder Geistesschwäche (keine Zulassung in Deutschland)
Dosierung & Anwendung

Einnahme: 2-3x täglich unabhängig der Mahlzeiten.
Die Einnahme muss täglich erfolgen (also nicht nur bei unmittelbarem Bedarf).

Zieldosis: 150-300mg (pro Tag)

Die hier erwähnte Dosierung bezieht sich auf Erwachsene ohne körperliche Einschränkungen im Alter zwischen 18 und 65 Jahren deren Behandlung ambulant erfolgt. Grundsätzlich muss die Dosis von einem Arzt individuell festgelegt werden. Sie kann somit von den hier erwähnten Angaben abweichen.

Das Medikament wird langsam „eingeschlichen“. Das heisst, dass zu Beginn die niedrigste Dosis verabreicht und diese anschliessend (nach einigen Tagen) schrittweise bis zur Zieldosis gesteigert wird. Bei einem positiven Ansprechen auf das Medikament, sollte die Einnahme auch nach dem Abklingen sämtlicher Symptome für einige Monate weitergeführt werden. Ist eine Rezidivprophylaxe (präventive Verhinderung von Rückfällen) erwünscht, wird die Einnahme langfristig fortgesetzt. Soll das Medikament abgesetzt werden, ist ein abruptes Weglassen der Medikation zu vermeiden bzw. muss die Dosis unter ärztlicher Kontrolle langsam reduziert werden.

Ändern Sie nie die Dosis im Alleingang (weder erhöhen noch reduzieren), auch wenn sich Ihr Gesundheitszustand verändert hat. Halten Sie immer zunächst Rücksprache mit Ihrem Arzt!

Pharmakokinetik

max. Plasmakonzentration: nach 2-6 Stunden

Halbwertszeit: 7 Stunden

Bioverfügbarkeit: 25-35%

Wirkungseintritt: nach 1-7 Tagen täglicher Einnahme

Diese Werte sind als Durchschnittswerte anzusehen. Je nach Alter, Nahrungsaufnahme und der Kombination mit anderen Medikamenten können diese Werte (teilweise stark) variieren.

Nebenwirkungen

Sehr häufig (mehr als 10%): Schläfrigkeit

Häufig (1-10%): Erhöhung des Prolaktinspiegels im Blut (als Folge können Ausbleiben der Menstruation, krankhafter Milchfluss, Brustschmerzen, sexuelle Funktionsstörungen und/oder eine Vergrösserung der Brustdrüse beim Mann auftreten), Depressionen bzw. deren Verschlechterung, Unruhe, Schlafstörungen, Parkinson ähnliche Symptome, motorische Unruhe, Zittern (Tremor), Verstopfungen, Erhöhung der Leberenzyme, allergische Reaktionen der Haut (Juckreiz, Ausschlag), Schwitzen, Erröten, Gewichtszunahme.

Gelegentlich (0.1-1%): Leukopenie (Blutwert), niedriger Blutdruck, Störungen von Bewegungsabläufen, Erkrankung des Kreislaufsystems, vermehrte Speichelbildung.

Selten (0.01-0.1%): Blickkrampf, Verlängerung des QT-Intervalls, Herzrhythmusstörungen, Herzrasen, malignes neuroleptisches Syndrom (MNS).

Weitere (sehr seltene Nebenwirkungen/Einzelfälle/Häufigkeit unbekannt): Veränderte Blutwerte (Neutropenie, Agranulozytose, Hyponatriämie), anaphylaktische Reaktionen, Verwirrtheit, epileptische Anfälle, Bewegungsarmut, Schwindel, Konzentrationsstörungen, Kopfschmerzen, verringertes Scharfsehen, SIADH, Herzklopfen, Torsade de Pointe, Herzstillstand, plötzlicher Tod, tiefe Venenthrombose, Lungenembolie, Bluthochdruck, Lungenentzündung, Mundtrockenheit, Übelkeit, Hepatitis, Schiefhals, Kieferklemme, Harnverhalt.

Warnung: Für andere atypische Neuroleptika wurde der Hinweis auf eine mögliche erhöhte Suizidgefahr vor allem zu Beginn der Einnahme oder im Zuge einer Dosiserhöhung veröffentlicht. Bei Sulpirid wurde dieser Effekt bis Dato nicht festgestellt, kann jedoch auch nicht vollständig ausgeschlossen werden. Kontaktieren Sie bei akuten Suizidgedanken immer einen Arzt!

Menschen mit Depressionen und/oder Angststörungen gehen meist automatisch davon aus, sämtliche und/oder die schwersten Nebenwirkungen zu entwickeln. Hierbei kann ein Nocebo-Effekt (ein negativer Placebo-Effekt) entstehen. Diese Annahme ist objektiv nicht begründet. Die meisten Nebenwirkungen verschwinden 3-4 Wochen nach Beginn der Therapie.

Kontraindikationen & Wechselwirkungen

Fragen Sie, bevor Sie Medikamente einnehmen immer Ihren Arzt oder Apotheker bezüglich Nebenwirkungen, Kontraindikationen (Gegenanzeigen) und Wechselwirkungen mit anderen (auch frei verkäuflichen) Medikamenten.

 

Nicht einnehmen dürfen Sie Sulpirid:

  • Wenn Sie allergisch gegenüber einem Inhaltsstoff Ihres Sulpirid-Präparates sind.
  • Wenn Sie einen prolaktinabhängigen Tumor haben.
  • Wenn Sie unter Phäochromozytom (eine Erkrankung der Nebennierendrüse mit Kopfschmerzen, Schweissausbrüchen und periodisch auftretendem Bluthochdruck) leiden.
  • Wenn Sie stillen.
  • Zusammen mit Levodopa.
  • Zusammen mit Anti-Parkinson-Medikamenten wie Ropinorol.
  • Wenn Sie akut unter Porphyrie (Stoffwechselerkrankung) leiden.

 

Bei der Einnahme von Sulpirid ist Vorsicht geboten…

  • Wenn Sie unter Parkinson leiden.
  • Wenn Sie an einer Nierenfunktionsstörung leiden.
  • Wenn Sie unter Herzbeschwerden leiden.
  • Wenn Sie unter Thrombosen leiden oder einmal gelitten haben.
  • Wenn Sie unter psychischen Erkrankungen leiden, für welche Sulpirid keine Behandlungszulassung hat.
  • Wenn Sie an Diabetes (Zuckerkrankheit) leiden.
  • Wenn Sie an Epilepsie (Anfallserkrankungen) leiden oder früher Krampfanfälle hatten.
  • Wenn Sie unter Brustkrebs leiden.
  • Wenn bei Ihnen ein erhöhter Augeninnendruck (Glaukom) festgestellt wurde.
  • Wenn Sie unter einem Damverschluss leiden oder einmal gelitten haben
  • Wenn Sie unter einer Verengung des Verdauungstrakts leiden.
  • Wenn Sie Probleme beim Wasserlassen haben (Harnverhalt)
  • Wenn bei Ihnen eine Vergrösserung der Prostata festgestellt wurde.

 

Sulpirid soll mit den folgenden Arzneimitteln nur mit Vorsicht angewendet werden (Auswahl):

  • Arzneimittel zur Behandlung von Herzrhythmusstörungen (Antiarrhythmika) wie beispielsweise Quinidin, Procainamid, Amiodaron, Sotalol oder Flecainid.
  • Andere Neuroleptika (inbesondere Risperidon, Haloperidol und Quetiapin)
  • Einige Antidepressiva (insbesondere Imipramin und Venlafaxin)
  • Cimetidin (zur Behandlung von Magen-Darm-Geschwüren)
  • Gewisse Antibiotika (z.B. Erythromycin, Spiramycin, Pentamidin oder Levofloxacin)
  • Arzneimittel die den Blutdruck verändern (Vasopressoren) wie z.B. Dobutamin oder Epinephrin
  • Arzneimittel gegen Übelkeit und Brechreiz (Antiemetika) wie z.B. Domperidon oder Ondansetron
  • Abschwellende Arzneimittel (z.B. Ephedrin) welche häufig in rezeptfreien Erkältungsmitteln und Nasensprays enthalten sind.
  • Arzneimittel, die die Bronchien weiten (Bronchodilatatoren) wie z.B. Salmeterol oder Terbutalin
  • Arzneimittel, die ein Kaliummangel (Hypokaliämie) im Blut verursachen können (z.B. Diuretika bzw. Entwässerungsmittel oder Laxantien)
  • Arzneimittel, die zu einer Verlangsamung der Herzfrequenz führen können (z.B. Beta-Blocker, Digitalis Präparate, Diltiazem)
  • Starke Schmerzmittel (z.B. Morphin und dessen Derivate)
  • Bestimmte antiallergische Arzneimittel
  • Phenobarbital (Antiepileptika)
  • Benzodiazepine und Z-Drugs
  • Lithium
  • Amantadin
  • Indapamid
  • Methadon
  • Tamoxifen)
  • Antiaziden und Sukralfat (Arzneimittel, die Aluminium und/oder Magnesium zur Behandlung von Magen-Darm-Geschwüren enthalten)
  • Barbituriate

Diese Liste entspricht den aktuell verfügbaren Informationen, weitere Interaktionen und Kontraindikationen sind allerdings keineswegs auszuschliessen! Sprechen Sie unbedingt Ihren Arzt auf bestehende Erkrankungen und Veränderungen Ihrer Medikation (betrifft auch rezeptfreie Präparate) an, auch wenn auf dieser Liste keine Informationen vermerkt sind.

Schwangerschaft & Stillzeit

Zur Anwendung beim Menschen gibt es nur sehr wenige klinische Daten zur Verabreichung von Sulpirid während der Schwangerschaft. Alternative Erklärungen können in fast allen Fällen von Störungen beim Fötus und beim Neugeborenen bei der Verabreichung von Sulpirid in der Schwangerschaft angenommen werden und erscheinen wahrscheinlicher. Die Anwendung von Sulpirid in der Schwangerschaft wird aufgrund begrenzter Erfahrungen nicht empfohlen.

In zwingenden Fällen sind mässige Dosen während einer möglichst kurzen Zeitspanne anzuwenden.

Bei schwangeren Frauen, die im dritten Schwangerschaftstrimenon Antipsychotika einnehmen (einschliesslich Sulpirid), besteht nach der Geburt das Risiko von extrapyramidalmotorischen Symptomen und/oder Entzugserscheinungen beim Neugeborenen. Zu diesen Symptomen können Unruhe, ein erhöhter oder herabgesetzter Muskeltonus, Zittern, Schläfrigkeit, Atembeschwerden oder Schwierigkeiten beim Stillen zählen.

Diese Komplikationen können in unterschiedlichen Schweregraden auftreten. In einigen Fällen waren die Symptome nur gering ausgeprägt, in anderen Fällen war eine Überwachung der Neugeborenen auf der Intensivstation oder ein längerer Krankenhausaufenthalt erforderlich.

Da Sulpirid in die Muttermilch übergeht, ist während der Behandlung auf das Stillen zu verzichten.

Der Autor hat keine Beziehungen zu den Herstellern und ist nicht am Verkauf der erwähnten Produkte beteiligt.
Dieses Medikament ist rezeptpflichtig. Die Einnahme muss ärztlich überwacht werden.

Sulpirid

atypisches Neuroleptikum | Handelsnamen: Dogmatil, Vertigo sowie div. Generika

Allgemeine Informationen

Sulpirid ist ein atypisches Neuroleptikum (in gewissen Texten allerdings als typisches Neuroleptikum bezeichnet), welches 1972 unter dem Handelsnamen Dogmatil auf den Markt kam. Weitere Namen sind Arminol, Meresa, Meresasul, Neogama, Sulpivert, Vertigo und Vertigo-Neogama, ebenfalls ist es als Generikum erhältlich. Ursprünglich zur Schizophrenie-Behandlung entwickelt wurde bald auch eine antidepressive Wirkung festgestellt. Bis heute ist Sulpirid jedoch nur in Deutschland bei Depression indiziert, und dies auch nur, falls der Patient auf andere Medikamente nicht angesprochen hat oder diese unverträglich sind. Grundsätzlich ist der Einsatz bei Depressionen umstritten, da das Medikament sowohl antidepressiv als auch depressions-verstärkend wirken kann.

Sulpirid ist ab 18 Jahren zugelassen. Während einer Sulpirid-Therapie ist der Konsum von Alkohol zu vermeiden, da es sonst zur Verstärkung der Nebenwirkungen (inkl. dem sedierenden Effekt) kommen kann. Das Medikament kann eine Sedierung, weitere zentrale Symptome und Übelkeit verursachen. Folglich kann die die Fähigkeit, Fahrzeuge zu führen oder Maschinen zu bedienen, beeinträchtigt sein.

Sulpirid hat im Gehirn eine starke Affinität zu den D2– und D3-Rezeptoren (Dopamin). Andere Neurotransmittersysteme werden kaum beeinflusst.

Indikation
  • Akute und chronische Schizophrenie
  • Depression bei unzureichendem Ansprechen auf andere Medikamente (Zulassung nur in DE)
  • Peripherer-labyrinthärer Schwindel (Zulassung nur in DE)
  • Neurotische Zustände (keine Zulassung in DE)
  • Schwere Verhaltensstörungen bei Alkoholkonsum oder Geistesschwäche (keine Zulassung in DE)
Dosierung & Anwendung

Einnahme: 2-3x täglich.
Die Einnahme muss täglich erfolgen.

Zieldosis: 150-300mg (pro Tag)

Die hier erwähnte Dosierung bezieht sich auf Erwachsene ohne körperliche Einschränkungen im Alter zwischen 18 und 65 Jahren deren Behandlung ambulant erfolgt. Grundsätzlich muss die Dosis von einem Arzt individuell festgelegt werden. Sie kann somit von den hier erwähnten Angaben abweichen.

Das Medikament wird langsam „eingeschlichen“. Das heisst, dass zu Beginn die niedrigste Dosis verabreicht und diese anschliessend (nach einigen Tagen) schrittweise bis zur Zieldosis gesteigert wird. Bei einem positiven Ansprechen auf das Medikament, sollte die Einnahme auch nach dem Abklingen sämtlicher Symptome für einige Monate weitergeführt werden. Ist eine Rezidivprophylaxe (präventive Verhinderung von Rückfällen) erwünscht, wird die Einnahme langfristig fortgesetzt. Soll das Medikament abgesetzt werden, ist ein abruptes Weglassen der Medikation zu vermeiden bzw. muss die Dosis unter ärztlicher Kontrolle langsam reduziert werden.

Ändern Sie nie die Dosis im Alleingang (weder erhöhen noch reduzieren), auch wenn sich Ihr Gesundheitszustand verändert hat. Halten Sie immer zunächst Rücksprache mit Ihrem Arzt!

Pharmakokinetik

max. Plasmakonzentration: 2-6 Stunden

Halbwertszeit: 7 Stunden

Bioverfügbarkeit: 25-35%

Wirkungseintritt: 1-7 Tage

Diese Werte sind als Durchschnittswerte anzusehen. Je nach Alter, Nahrungsaufnahme und der Kombination mit anderen Medikamenten können diese Werte (teilweise stark) variieren.

Nebenwirkungen

Sehr häufig (mehr als 10%):

  • Schläfrigkeit

Häufig (1-10%):

  • Erhöhung des Prolaktinspiegels im Blut (als Folge können Ausbleiben der Menstruation, krankhafter Milchfluss, Brustschmerzen, sexuelle Funktionsstörungen und/oder eine Vergrösserung der Brustdrüse beim Mann auftreten)
  • Depressionen bzw. deren Verschlechterung
  • Unruhe
  • Schlafstörungen
  • Parkinson ähnliche Symptome
  • Motorische Unruhe
  • Zittern (Tremor)
  • Verstopfungen
  • Erhöhung der Leberenzyme
  • Allergische Reaktionen der Haut (Juckreiz, Ausschlag)
  • Schwitzen
  • Erröten
  • Gewichtszunahme

Gelegentlich (0.1-1%):

  • Leukopenie (Blutwert)
  • Niedriger Blutdruck
  • Störungen von Bewegungsabläufen
  • Erkrankung des Kreislaufsystems
  • Vermehrte Speichelbildung

Selten (0.01-0.1%):

  • Blickkrampf
  • Verlängerung des QT-Intervalls
  • Herzrhythmusstörungen
  • Herzrasen
  • Malignes neuroleptisches Syndrom (MNS)

Weitere (sehr seltene Nebenwirkungen / Einzelfälle / Häufigkeit unbekannt):

  • Veränderte Blutwerte (Neutropenie, Agranulozytose, Hyponatriämie)
  • Anaphylaktische Reaktionen
  • Verwirrtheit
  • Epileptische Anfälle
  • Bewegungsarmut
  • Schwindel
  • Konzentrationsstörungen
  • Kopfschmerzen
  • Verringertes Scharfsehen
  • SIADH
  • Herzklopfen
  • Torsade de Pointe
  • Herzstillstand
  • Plötzlicher Tod
  • Tiefe Venenthrombose
  • Lungenembolie
  • Bluthochdruck
  • ungenentzündung
  • Mundtrockenheit
  • Übelkeit
  • Hepatitis
  • Schiefhals
  • Kieferklemme
  • Harnverhalt

Warnung: Für andere atypische Neuroleptika wurde der Hinweis auf eine mögliche erhöhte Suizidgefahr vor allem zu Beginn der Einnahme oder im Zuge einer Dosiserhöhung veröffentlicht. Bei Sulpirid wurde dieser Effekt bis Dato nicht festgestellt, kann jedoch auch nicht vollständig ausgeschlossen werden. Kontaktieren Sie bei akuten Suizidgedanken immer einen Arzt!

Menschen mit Depressionen und/oder Angststörungen gehen meist automatisch davon aus, sämtliche und/oder die schwersten Nebenwirkungen zu entwickeln. Hierbei kann ein Nocebo-Effekt (ein negativer Placebo-Effekt) entstehen. Diese Annahme ist objektiv nicht begründet. Die meisten Nebenwirkungen verschwinden 3-4 Wochen nach Beginn der Therapie.

Kontraindikationen & Wechselwirkungen

Fragen Sie, bevor Sie Medikamente einnehmen immer Ihren Arzt oder Apotheker bezüglich Nebenwirkungen, Kontraindikationen (Gegenanzeigen) und Wechselwirkungen mit anderen (auch frei verkäuflichen) Medikamenten.

 

Nicht einnehmen dürfen Sie Sulpirid:

  • Wenn Sie allergisch gegenüber einem Inhaltsstoff Ihres Sulpirid-Präparates sind.
  • Wenn Sie einen prolaktinabhängigen Tumor haben.
  • Wenn Sie unter Phäochromozytom (eine Erkrankung der Nebennierendrüse mit Kopfschmerzen, Schweissausbrüchen und periodisch auftretendem Bluthochdruck) leiden.
  • Wenn Sie stillen.
  • Zusammen mit Levodopa.
  • Zusammen mit Anti-Parkinson-Medikamenten wie Ropinorol.
  • Wenn Sie akut unter Porphyrie (Stoffwechselerkrankung) leiden.

 

Bei der Einnahme von Sulpirid ist Vorsicht geboten…

  • Wenn Sie unter Parkinson leiden.
  • Wenn Sie an einer Nierenfunktionsstörung leiden.
  • Wenn Sie unter Herzbeschwerden leiden.
  • Wenn Sie unter Thrombosen leiden oder einmal gelitten haben.
  • Wenn Sie unter psychischen Erkrankungen leiden, für welche Sulpirid keine Behandlungszulassung hat.
  • Wenn Sie an Diabetes (Zuckerkrankheit) leiden.
  • Wenn Sie an Epilepsie (Anfallserkrankungen) leiden oder früher Krampfanfälle hatten.
  • Wenn Sie unter Brustkrebs leiden.
  • Wenn bei Ihnen ein erhöhter Augeninnendruck (Glaukom) festgestellt wurde.
  • Wenn Sie unter einem Damverschluss leiden oder einmal gelitten haben
  • Wenn Sie unter einer Verengung des Verdauungstrakts leiden.
  • Wenn Sie Probleme beim Wasserlassen haben (Harnverhalt)
  • Wenn bei Ihnen eine Vergrösserung der Prostata festgestellt wurde.

 

Sulpirid soll mit den folgenden Arzneimitteln nur mit Vorsicht angewendet werden (Auswahl):

  • Arzneimittel zur Behandlung von Herzrhythmusstörungen (Antiarrhythmika) wie beispielsweise Quinidin, Procainamid, Amiodaron, Sotalol oder Flecainid.
  • Andere Neuroleptika (inbesondere Risperidon, Haloperidol und Quetiapin)
  • Einige Antidepressiva (insbesondere Imipramin und Venlafaxin)
  • Cimetidin (zur Behandlung von Magen-Darm-Geschwüren)
  • Gewisse Antibiotika (z.B. Erythromycin, Spiramycin, Pentamidin oder Levofloxacin)
  • Arzneimittel die den Blutdruck verändern (Vasopressoren) wie z.B. Dobutamin oder Epinephrin
  • Arzneimittel gegen Übelkeit und Brechreiz (Antiemetika) wie z.B. Domperidon oder Ondansetron
  • Abschwellende Arzneimittel (z.B. Ephedrin) welche häufig in rezeptfreien Erkältungsmitteln und Nasensprays enthalten sind.
  • Arzneimittel, die die Bronchien weiten (Bronchodilatatoren) wie z.B. Salmeterol oder Terbutalin
  • Arzneimittel, die ein Kaliummangel (Hypokaliämie) im Blut verursachen können (z.B. Diuretika bzw. Entwässerungsmittel oder Laxantien)
  • Arzneimittel, die zu einer Verlangsamung der Herzfrequenz führen können (z.B. Beta-Blocker, Digitalis Präparate, Diltiazem)
  • Starke Schmerzmittel (z.B. Morphin und dessen Derivate)
  • Bestimmte antiallergische Arzneimittel
  • Phenobarbital (Antiepileptika)
  • Benzodiazepine und Z-Drugs
  • Lithium
  • Amantadin
  • Indapamid
  • Methadon
  • Tamoxifen)
  • Antiaziden und Sukralfat (Arzneimittel, die Aluminium und/oder Magnesium zur Behandlung von Magen-Darm-Geschwüren enthalten)
  • Barbituriate

Diese Liste entspricht den aktuell verfügbaren Informationen, weitere Interaktionen und Kontraindikationen sind allerdings keineswegs auszuschliessen! Sprechen Sie unbedingt Ihren Arzt auf bestehende Erkrankungen und Veränderungen Ihrer Medikation (betrifft auch rezeptfreie Präparate) an, auch wenn auf dieser Liste keine Informationen vermerkt sind.

Schwangerschaft & Stillzeit

Zur Anwendung beim Menschen gibt es nur sehr wenige klinische Daten zur Verabreichung von Sulpirid während der Schwangerschaft. Alternative Erklärungen können in fast allen Fällen von Störungen beim Fötus und beim Neugeborenen bei der Verabreichung von Sulpirid in der Schwangerschaft angenommen werden und erscheinen wahrscheinlicher. Die Anwendung von Sulpirid in der Schwangerschaft wird aufgrund begrenzter Erfahrungen nicht empfohlen.

In zwingenden Fällen sind mässige Dosen während einer möglichst kurzen Zeitspanne anzuwenden.

Bei schwangeren Frauen, die im dritten Schwangerschaftstrimenon Antipsychotika einnehmen (einschliesslich Sulpirid), besteht nach der Geburt das Risiko von extrapyramidalmotorischen Symptomen und/oder Entzugserscheinungen beim Neugeborenen. Zu diesen Symptomen können Unruhe, ein erhöhter oder herabgesetzter Muskeltonus, Zittern, Schläfrigkeit, Atembeschwerden oder Schwierigkeiten beim Stillen zählen.

Diese Komplikationen können in unterschiedlichen Schweregraden auftreten. In einigen Fällen waren die Symptome nur gering ausgeprägt, in anderen Fällen war eine Überwachung der Neugeborenen auf der Intensivstation oder ein längerer Krankenhausaufenthalt erforderlich.

Da Sulpirid in die Muttermilch übergeht, ist während der Behandlung auf das Stillen zu verzichten.

Der Autor hat keine Beziehungen zu den Herstellern und ist nicht am Verkauf der erwähnten Produkte beteiligt. Dieses Medikament ist rezeptpflichtig. Die Einnahme muss ärztlich überwacht werden.