Diese Informationen stammen nicht aus dem Schweizer Arzneimittelkompendium und können demnach unzutreffend und/oder unvollständig sein! Die Fachinformationen der Deutschen oder Österreichischen Arzneimittelkompendien sind nicht öffentlich zugänglich.

Allgemeine Hinweise
  • Handelsnamen: Jatrosom, div. Generika
  • Kategorie: MAO-Hemmer
  • Indikation: Depressionen und Angststörungen
  • Diät: Ja
  • Libidoverlust: Nein (selten)
  • Gewichtsveränderung: Zu- oder Abnahme (beides häufig)
Dosierung & Anwendung

Einnahme: 1-2x täglich (nicht nach 15h) unabhängig der Mahlzeiten.
Die Einnahme muss täglich erfolgen (also nicht nur bei unmittelbarem Bedarf).

Alle Indikationen: 20-60mg

Die Dosierung muss von einem Arzt individuel festgelegt werden. Die Dosis kann somit von der Standartdosierung abweichen. Je nachdem ist eine höhere oder tiefere Dosis erforderlich.

Antidepressiva werden grundsätzlich langsam „eingeschlichen“. Das heisst, dass im Normalfall mit der niederigsten Dosis angefangen und diese (nach einigen Tagen/Wochen) schrittweise bis zur Zieldosis erhöht wird. So sollen die Nebenwirkungen minimiert werden.

Gleich verhält es sich beim Absetzen des Medikamentes. Die Dosis wird über Tage bis Wochen hinweg langsam reduziert (auch bekannt als das „Ausschleichen“). So sollen Absetzerscheinungen verhindert werden.

Wirkungseintritt & Halbwertszeit

Wirkungseintritt

Nach ca. 1-3 Wochen bei Depressionen
Nach ca. 3-5 Wochen bei Angststörungen

 

Halbwertszeit

Die Halbwertszeit von Tranylcypromin beträgt 1-2 Stunden. Die kombinierte Einnahme gewisser Medikamente kann die Halbwertszeit verändern.

Nebenwirkungen im Detail

Sehr häufig (mehr als 10%): Schlaflosigkeit und andere Schlafstörungen, Blutdruckabfall beim Aufstehen, niedriger Blutdruck.

Häufig (1-10%): Angstzustände, motorische Unruhe, Unruhe, Schwindelgefühl, Mundtrockenheit, Müdigkeit, Herzklopfen, hoher Blutdruck, Gewichtszunahme, Gewichtsabnahme, Schwäche.

Gelegentlich (0.1-1%): Starke Blutdrucksteigerung, schneller Pulsschlag, Herzjagen, Gesichtsrötung, Kopfschmerzen (insbesondere Hinterhauptkopfschmerzen), Nackensteifigkeit, Übelkeit, Erbrechen, Lichtscheue.

Selten (0.01-0.1%): Psychische Abhängigkeit, Krampfanfälle, Ödeme, verschwommenes Sehen, Verstopfung, Durchfall, Leberfunktionsstörungen, Schwitzen, allergische Hautausschläge, Muskelkrämpfe, Muskelschmerzen, Gelenkschmerzen, Orgasmusstörungen, Potenzstörungen, Störungen der Fähigkeit zum Samenerguss, Erhöhung der Körpertemperatur.

 

Menschen mit Depressionen und/oder Angststörungen gehen meist automatisch davon aus, sämtliche und/oder die schwersten Nebenwirkungen zu entwickeln. Hierbei kann ein Nocebo-Effekt (ein negativer Placebo-Effekt) entstehen.

Eine solche Annahme ist objektiv nicht begründet. Die meisten Menschen entwickeln gar keine bis nur wenige Nebenwirkungen.

Die meisten Nebenwirkungen verschwinden zudem 3-4 Wochen nach Beginn der Therapie, die Diät muss jedoch zwingend bestehen bleiben!

Die Nebenwirkungen wurden von den medizinischen Fachbegriffen in eine für Laien möglichst verständliche Sprache übersetzt. Trotz grösster Mühe kann die medizinische Exaktheit teilweise nicht 1:1 wiedergegeben werden. Für Ärzte empfehlen wir das Arzneimittelverzeichnis bzw. Arzneimittelkompendium zu verwenden.

Altersfreigabe

Tranylcypromin ist ab 18 Jahren zugelassen.

Ein Arzt darf dieses Medikament auch an jüngere Patienten verschreiben.
Die Altersfreigabe sagt nichts über die Wirksamkeit bei Minderjährigen aus.

Kontraindikationen (Gegenanzeigen)
  • Verwirrtheitszuständen
  • akuter Vergiftung oder Überdosierungen von Alkohol, Schlafmitteln, Schmerzmitteln oder Psychopharmaka
  • schwere Nieren- oder Leberschäden
  • Schädigungen der Gehirn- oder Herzgefässe
  • Blutdruckprobleme
  • maligne Hyperthermie
  • Störungen der Harnausscheidung
  • Störung der Blutbildung
  • zusammen mit anderen Serotonin wiederaufnahme-hemmenden Arzneimitteln

Fragen Sie, bevor Sie Medikamente einnehmen immer Ihren Arzt oder Apotheker bezüglich Nebenwirkungen, Kontraindikationen (Gegenanzeigen) und Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten.

Schwangerschaft & Stillzeit

Es liegen keine ausreichenden Erfahrungen für die Anwendung von Tranylcypromin an Schwangeren vor. Tranylcypromin kann negative Auswirkungen auf das ungeborene Kind haben. Ein bestehender Bluthochdruck der Mutter kann verstärkt werden, außerdem ist eine verminderte Durchblutung des Mutterkuchens (Plazenta) möglich.

Tranylcypromin sollte nicht während der Stillzeit eingenommen werden. Wenn eine Medikation mit Tranylcypromin während der Stillzeit unausweichlich ist, sollte abgestillt werden.

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C9H11N

(±)-trans-2-Phenylcyclopropylamin