Allgemeine Hinweise
  • Handelsnamen: Thombran, Trittico, div. Generika
  • Kategorie: SRI, Antagonist der 5-HT2-Rezeptoren
  • Indikation: Depressionen
  • Sedierend: Ja
  • Libidoverlust: Ja (gelegentlich)
  • Gewichtsveränderung: Zu- oder Abnahme (beides gelegentlich)
Dosierung & Anwendung

Die Einnahme: 1x täglich Abens nach den Mahlzeiten.
Die Einnahme muss täglich erfolgen (also nicht nur bei unmittelbarem Bedarf).

Depressionen: 75-600mg

Die Dosierung muss von einem Arzt individuel festgelegt werden. Die Dosis kann somit von der Standartdosierung abweichen. Je nachdem ist eine höhere oder tiefere Dosis erforderlich.

Antidepressiva werden grundsätzlich langsam „eingeschlichen“. Das heisst, dass im Normalfall mit der niederigsten Dosis angefangen und diese (nach einigen Tagen/Wochen) schrittweise bis zur Zieldosis erhöht wird. So sollen die Nebenwirkungen minimiert werden.

Gleich verhält es sich beim Absetzen des Medikamentes. Die Dosis wird über Tage bis Wochen hinweg langsam reduziert (auch bekannt als das „Ausschleichen“). So sollen Absetzerscheinungen verhindert werden.

Wirkungseintritt & Halbwertszeit

Wirkungseintritt

Nach ca. 2-4 Wochen bei Depressionen
Sedation ca. 1-2 Stunden nach der ersten Einnahme

 

Halbwertszeit

Die Halbwertszeit von Trazodon beträgt 9 bis 11 Stunden. Die kombinierte Einnahme gewisser Medikamente kann die Halbwertszeit verändern.

Nebenwirkungen im Detail

Sehr häufig (mehr als 10%): Mundtrockenheit

Häufig (1-10%): Gliederschmerzen, Rückenschmerzen, Muskelschmerzen, Gelenkschmerzen, Schläfrigkeit.

Gelegentlich (0.1-1%): Schwächegefühl, Ödem, grippale Symptome, Müdigkeit, Schmerzen im Brustraum, Fieber, Miktionsstörungen, Hautausschläge (Rash), Hitzewallungen, Juckreiz, vermehrtes Schwitzen, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Magenschmerzen, Verdauungsstörungen, Magen-Darm-Entzündung, Nasenkongestion, Kurzatmigkeit, orthostatische Hypotonie, Hypertonie, kurze spontane Bewusstlosigkeit, Sehstörungen, Serotonin-Syndrom, Konvulsionen, Benommenheit, Schwindel, Kopfschmerzen, beeinträchtigte Konzentrationsfähigkeit, Unruhe, Zittern, Gedächtnisstörungen, Muskelzuckungen, Sprachstörungen, Bewegungsstörungen, Geschmacksstörungen, Suizidgedanken und Suizidverhalten, Verwirrung, Schlaflosigkeit, Desorientierung, Manie, Ängstlichkeit, Nervosität, Unruhe, Illusionen, aggressives Verhalten, Halluzinationen, Alpträume, Libidoverminderung, Entzugserscheinungen, Gewichtsverlust, Hyponatriämie, Appetitlosigkeit, verstärkter Appetit.

Selten (0.01-0.1%): Verstopfung, vermehrter Speichelfluss, Darmverschluss, Herzarrhythmusstörungen, tiefe Herzschlagfrequenz, Herzrasen, Anomalien im EKG, Kribbeln auf der Haut, Blutbildveränderungen, Leberfunktionsstörungen, intrahepatische Cholestase, Erhöhung der Leberenzymwerte.

 

Menschen mit Depressionen und/oder Angststörungen gehen meist automatisch davon aus, sämtliche und/oder die schwersten Nebenwirkungen zu entwickeln. Hierbei kann ein Nocebo-Effekt (ein negativer Placebo-Effekt) entstehen.

Eine solche Annahme ist objektiv nicht begründet. Die meisten Menschen entwickeln gar keine bis nur wenige Nebenwirkungen.

Die meisten Nebenwirkungen verschwinden zudem 3-4 Wochen nach Beginn der Therapie.

Die Nebenwirkungen wurden von den medizinischen Fachbegriffen in eine für Laien möglichst verständliche Sprache übersetzt. Trotz grösster Mühe kann die medizinische Exaktheit teilweise nicht 1:1 wiedergegeben werden. Für Ärzte empfehlen wir das Arzneimittelverzeichnis bzw. Arzneimittelkompendium zu verwenden.

Altersfreigabe

Trazodon ist ab 18 Jahren zugelassen.

Ein Arzt darf dieses Medikament auch an jüngere Patienten verschreiben.
Die Altersfreigabe sagt nichts über die Wirksamkeit bei Minderjährigen aus.

Kontraindikationen (Gegenanzeigen)
  • akuter Herzinfarkt
  • Alkoholintoxikation
  • Hypnotika-Intoxikation
  • Galaktosämie
  • Laktasemangel
  • Glucose-Galaktose-Malabsorption
  • Schwangerschaft & Stillzeit

Fragen Sie, bevor Sie Medikamente einnehmen immer Ihren Arzt oder Apotheker bezüglich Nebenwirkungen, Kontraindikationen (Gegenanzeigen) und Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten.

Schwangerschaft & Stillzeit

Die Analyse einer begrenzten Anzahl von Schwangerschaften zeigte keine unerwünschten Wirkungen von Trazodon auf die Schwangerschaft.

Während der Schwangerschaft sollte Trazodon nicht angewendet werden, es sei denn, die Behandlung ist absolut notwendig. Wenn Trazodon bis zur Entbindung eingenommen wird, muss das Neugeborene überwacht werden, da das Risiko von Entzugserscheinungen besteht.

Beschränkte Daten zeigen, dass Trazodon nur in geringem Mass in die Muttermilch übergeht. Aufgrund des Mangels an Daten sollte Trazodon während der Stillzeit nicht eingenommen werden bzw. sollte abgestillt werden.

Weitere Informationen

In einer sechswöchigen placebokontrollierten Doppelblindstudie wurde Venlafaxin mit Trazodon verglichen. Von 225 depressiven Patienten beendeten 149 die Studie, die durchschnittlichen Tagesdosen betrugen 160 mg Venlafaxin und 300 mg Trazodon. Obwohl sich am Ende der Studie kein signifikanter Unterschied zwischen Venlafaxin-, Trazodon- und Placebo-Gruppe zeigen liess, ergab sich gesamthaft ein eindeutiger Vorteil der beiden (etwa gleichwertigen) aktiven Medikamente.

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C19H22ClN5O

2-{3-[4-(3-Chlorphenyl) piperazin-1-yl]propyl} [1,2,4]triazolo [4,3-a]pyridin-3-on