Bitte lesen!

 

Warnung!

Alle hier aufgeführten Medikamente sind rezeptpflichtig. Bestellen Sie auf keinen Fall Medikamente im Internet. Diese sind häufig gefälscht, die Dosisangaben stimmen nicht und sie können unkontrollierbare Nebenwirkungen hervorrufen bzw. Ihren Zustand verschlimmern! Diese Seite ist zudem keine Anleitung zur Selbstmedikation. Sie ist als allgemeine Informationsquelle gedacht und ersetzt keinen Arzt und/oder Psychologen.

 

Serotonin-Syndrom

Ein Serotonin-Syndrom ist potenziell tödlich. Achten Sie daher immer auf die Dosisvorgaben des Arztes! Das erwähnte Syndrom ist vor allem bei der kombinierten Einnahme diverser Arzneimittel eine Gefahr. Allen voran die Kombination zwischen Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmern und MAO-Hemmern. Auch eine massive Überdosis serotonerg wirkender Antidepressiva kann zu einem Serotonin-Syndrom führen. Des weiteren kann das opioide Schmerzmittel „Tramadol“ sowie das gegen Migräne verwendete Medikament „Triptane“ potenziell tödliche Interaktionen (Wechselwirkungen) verursachen. Fragen Sie daher bei der kombinierten Einnahme verschiedener Arzneimittel (auch rezeptfreien) immer zuerst Ihren Arzt oder Apotheker. Weiterführende Informationen finden Sie hier.

 

Abhängigkeit, Toleranzentwicklung und Missbrauchspotenzial

Antidepressiva, Phasenprophylaktika (mood-stabilizers) und Neuroleptika machen weder abhängig noch ergibt sich eine Toleranzentwicklung. Ein Missbrauchspotenzial liegt ebenfalls nicht vor, da diese Medikamente keine rauscherzeugende Wirkung besitzen. Benzodiazepine und Z-Drugs hingegen machen nach längerem und regelmässigem Konsum (nach 4-8 Wochen) abhängig und es tritt mit der Zeit auch eine Toleranzentwicklung auf.

 

Quellen

Wir haben weder Verbindungen zur Pharmaindustrie noch andere Interessenbindungen. Für alle Angaben haben wir in den Fachinformationen des Arzneimittelkompendiums der Schweiz recherchiert (sofern in der Schweiz vertrieben), da dieses direkt von der behördlichen Medikamentenzulassungs-Stelle (swissmedic) betrieben wird und somit immer auf dem neusten Stand ist. Die Fachinformationen für Ärzte der Arzneimittelbehörden Deutschlands und Österreichs sind hingegen nicht öffentlich zugänglich.

Bei der Indikation wurde nur die offizielle Zulassung gemäss den Fachinformationen des Arzneimittelkompendiums der Schweiz angegeben. Fast alle Medikamente werden auch im off-label use bei anderen Störungen eingesetzt.

 

Häufigkeitsangaben

Nebenwirkungen werden in Häufigkeitsangaben gegliedert. Die Eingliederung entsteht durch medizinische Studien. Diese Gliederung sieht auf den ersten Blick oft ein wenig kompliziert aus. Wir haben uns erlaubt, etwas zu rechnen und somit zur Verständlichkeit beizutragen:

  • Sehr häufig heisst mehr als 10%
  • Häufig heisst  1%-10%
  • Gelegentlich heisst 0.1%-1%
  • Selten heisst 0.01%-0.1%

Auf der Übersichts-Seite sind nur die Nebenwirkungen der Kategorie „sehr häufig“ aufgeführt. Dies bedeutet nicht, dass bei allen Personen automatisch die erwähnten unerwünschten Wirkungen auftreten, es bedeutet jedoch auch nicht, dass keine anderen Nebenwirkungen auftreten können. Menschen reagieren sehr individuell auf Psychopharmaka. In den Fachinformationen finden Sie ausführlicheres betreffend Nebenwirkungen.

Die Häufigkeit sagt zudem nichts über die Stärke und Ausgeprägtheit der Nebenwirkungen aus. Die Angaben zu Gewichtsveränderungen beinhalten auch Anorexie, Wassereinlagerungen (Ödeme) und verminderter bzw. verstärkter Appetit.

 

Weitere Hinweise

Für Medikamente gibt es verschiedenste Handelsnamen. Deshalb sind hier primär die Wirk- bzw. Inhaltsstoffe aufgelistet. Falls der Inhaltsstoff nicht bereits im Namen des Medikamentes enthalten ist, finden Sie ihn meist auf der Packungsbeschriftung in unmittelbarer Nähe zum Handelsnamen. Eine Übersicht von A-Z wo alle Handelsnamen und Inhaltsstoffe aufgelistet sind finden Sie hier.

Die Reihenfolge der Medikamente ist alphabetisch geordnet und hat weder mit der Häufigkeit der Verordnungen, noch mit der Wirksamkeit etwas zu tun.

Es ist unmöglich vorherzusagen, welche Person auf welches Medikament anspricht. Sie sind kein Einzelfall, wenn Sie mehrere Medikamente durchprobieren müssen bis eines wirklich hilft. Sprechen Sie Ihren Arzt auf Nutzen und Risiken an und wechseln Sie wenn nötig das Medikament. Im Zentrum steht dabei immer Ihre Gesundheit.

Amitriptylin
  • Handelsnamen: Saroten, Tryptizol etc.
  • Kategorie: trizyklische Antidepressiva – Serotonin und Noradrenalin Wiederaufnahme-Hemmer
  • Indikation: Depression, chronische Schmerzen, Bettnässen
  • Sexuelle Funktionsstörungen: Ja (häufig)
  • Gewichtsveränderung: Zunahme (sehr häufig) oder Abnahme (selten)
  • Sehr häufige Nebenwirkungen: Kopfschmerzen, Tremor, Schwindel, Schläfrigkeit, Akkommodationsstörungen (Probleme bei Anpassen der Sehschärfe), Mundtrockenheit, Verstopfungen, Durchfall, Schwitzen, erhöhte Wahrnehmung des eigenen Herzschlages, schneller Puls, tiefer Blutdruck, Gewichtszunahme.
  • Fachinformationen
Clomipramin
  • Handelsname: Anafranil etc.
  • Kategorie: trizyklische Antidepressiva – Serotonin und Noradrenalin Wiederaufnahme-Hemmer
  • Indikation: Depression, Panikstörung, Phobien, Zwangsstörung, chronische Schmerzen, Kataplexie bei Narkolepsie, Bettnässen
  • Sexuelle Funktionsstörungen: Ja (häufig)
  • Gewichtsveränderung: Zunahme (sehr häufig)
  • Sehr häufige Nebenwirkungen: Mundtrockenheit, Schweissausbrüche, Benommenheit, vorübergehende Müdigkeit, innere Unruhe, Schwindel, Tremor, Kopfschmerzen, Probleme bei Anpassen der Sehschärfe, verschwommenes Sehen, verzögerte Entleerung der Blase (Urin), neurologische Beschwerden, Verstopfungen, Gewichtszunahme.
  • Fachinformationen
Doxepin
  • Handelsnamen: Aponal, Sinquan etc.
  • Kategorie: trizyklische Antidepressiva – Serotonin und Noradrenalin Wiederaufnahme-Hemmer
  • Indikation: Depression, Angstzustände, leichte Entzugserscheinungen
  • Sexuelle Funktionsstörungen: Nein (selten)
  • Gewichtsveränderung: Zunahme (häufig) oder Abnahme (gelegentlich)
  • Sehr häufige Nebenwirkungen: Schläfrigkeit, Mundtrockenheit.
  • Fachinformationen
Imipramin
  • Handelsname: Tofranil etc.
  • Kategorie: trizyklische Antidepressiva – Serotonin und Noradrenalin Wiederaufnahme-Hemmer
  • Indikation: Depression, nächtliche Angstanfälle, Bettnässen
  • Sexuelle Funktionsstörungen: Ja (häufig)
  • Gewichtsveränderung: Zunahme (sehr häufig) oder Abnahme (häufig)
  • Sehr häufige Nebenwirkungen: Tremor, EKG-Veränderungen, Hitzewallungen/Schwitzen, Mundtrockenheit, erhöhter Herzschlag, tiefer Blutdruck, Verstopfungen, Gewichtszunahme.
  • Fachinformationen
Maprotilin
  • Handelsnamen: Ludiomil und Maprolu
  • Kategorie: tetrazyklische Antidepressiva – Noradrenalin Wiederaufnahme-Hemmer
  • Indikation: Depression
  • Sexuelle Funktionsstörungen: Ja (häufig)
  • Gewichtsveränderung: Zunahme (gelegentlich)
  • Sehr häufige Nebenwirkungen: Benommenheit, Kopfschmerzen, Zittern (Tremor), Muskelzuckungen, Mundtrockenheit, Schläfrigkeit, Müdigkeit.
  • Fachinformationen
Mianserin
  • Handelsnamen: Tolvin und Tolvon
  • Kategorie: tetrazyklische Antidepressiva – noradrenerge und spezifisch serotonerge Antidepressiva (NaSSA)
  • Indikation: Depression
  • Sexuelle Funktionsstörungen: Nein
  • Gewichtsveränderung: Zunahme (häufig)
  • Sehr häufige Nebenwirkungen: keine
  • Fachinformationen
Mirtazapin
  • Handelsnamen: Remergil, Remeron etc.
  • Kategorie: tetrazyklische Antidepressiva – noradrenerge und spezifisch serotonerge Antidepressiva (NaSSA)
  • Indikation: Depression
  • Sexuelle Funktionsstörungen: Nein
  • Gewichtsveränderung: Zunahme (sehr häufig)
  • Sehr häufige Nebenwirkungen: Schläfrigkeit, Kopfschmerzen, Mundtrockenheit, Gewichtszunahme.
  • Fachinformationen
Opipramol
  • Handelsname: Insidon etc.
  • Kategorie: trizyklische Antidepressiva – Wirkmechanismus nicht abschliessend erforscht
  • Indikation: Angststörungen, psychosomatische Erkrankungen, leichte Depression, Nervosität mit Schlafstörungen
  • Sexuelle Funktionsstörungen: Ja (gelegentlich)
  • Gewichtsveränderung: Zunahme oder Abnahme (beides gelegentlich)
  • Sehr häufige Nebenwirkungen: keine
  • Fachinformationen
Trimipramin
  • Handelsnamen: Herphonal, Stangyl, Surmontil etc.
  • Kategorie: trizyklische Antidepressiva – Wirkmechanismus nicht abschliessend erforscht
  • Indikation: Depression, schwere chronische Schmerzen
  • Sexuelle Funktionsstörungen: Nein (selten)
  • Gewichtsveränderung: Zunahme (gelegentlich)
  • Sehr häufige Nebenwirkungen: Müdigkeit
  • Fachinformationen
Melitracen/Flupentixol

Melitracen ist ein trizyklisches Antidepressivum, welches jedoch nur noch unter dem Handelsnamen Deanxit als fixes Kombinationspräparat mit dem klassischen Neuroleptikum Flupentixol erhältlich ist. Hier finden Sie genauere Informationen über Deanxit.

Tianeptin

Tianeptin (Tianeurax/Stablon) hat zwar Anteile eines trizyklischen Antidepressivums, entfaltet seine Wirkung jedoch über den Botenstoff Glutamat und ist somit eher der Gruppe der Atypika zu zurechnen. Detailinformationen über Tianeptin finden Sie hier.

Trazodon

Trazodon (Thombran/Trittico) hat zwar Anteile eines trizyklischen Antidepressiums, ist jedoch ebenfalls ein Antagonist der 5-HT2-Rezeptoren und somit ein SARI (Serotonin Antagonist and Reuptake Inhibitor). Mit diesem Wirkmechanismus unterscheidet es sich von den anderen Trizyklika und ist demnach ein atypisches Antidepressivum. Fachinformationen zu Trazodon finden Sie hier.

ausser Handel
  • Amineptin (Trizyklika)
  • Amoxapin (Trizyklika)
  • Butriptylin (Trizyklika)
  • Cianopramin (Trizyklika)
  • Desipramin (Trizyklika)
  • Dibenzepin (Trizyklika)
  • Dosulepin (Trizyklika)
  • Iprindol (Trizyklika)
  • Lofepramin (Trizyklika)
  • Nortriptylin (Trizyklika)
  • Protriptylin (Trizyklika)

Nehmen Sie nie Medikamente ohne ärztliche Aufsicht ein!

Auf dieser Seite sind die Inhaltsstoffe aufgelistet. Eine komplette Übersicht (inkl. Handelsnamen) finden Sie hier.

Tri- und tetrazyklische Antidepressiva werden auch als „ältere Antidepressiva“ bezeichnet und werden vor allem dann verordnet, wenn Medikamente der Klasse der selektiven Wiederaufnahme-Hemmer (z.B. SSRI) unwirksam waren.

Im Vergleich zu den selektiven Wiederaufnahme-Hemmern sind die Nebenwirkungen jedoch meist stärker ausgeprägt und um einiges vielfältiger.

Tri- und Tetrazyklika hemmen grösstenteils die Wiederaufnahme der Botenstoffe Serotonin, Noradrenalin und ferner auch Dopamin, jedoch nicht selektiv.

Unter den tri- bzw. tetrazyklischen Antidepressiva gibt es auch Medikamente, welche als sedierend (also schlafanstossend) gelten und somit vorwiegend bei Depressionen und Angststörungen eingesetzt werden, welche mit starken Schlafstörungen verbunden sind.