Allgemeine Informationen
  • Handelsnamen: Herphonal, Stangyl, Surmontil, div. Generika
  • Kategorie: Trizyklisches Antidepressivum
  • Indikation: Depressionen und chronischen Schmerzen
  • Sedierend: Ja
  • Libidoverlust: Nein (selten)
  • Gewichtsveränderung: Zuname (gelegentlich)
Dosierung & Anwendung

Einnahme: 1x täglich ca. 1-2 Stunden vor dem Schlafengehen während oder nach dem Essen.
Die Einnahme muss täglich erfolgen (also nicht nur bei unmittelbarem Bedarf).

Tablettenform
Depressionen: 25-400mg

Tropfenform
Depressionen: 25-400 Tropfen

Die Dosierung muss von einem Arzt individuel festgelegt werden. Die Dosis kann somit von der Standartdosierung abweichen. Je nachdem ist eine höhere oder tiefere Dosis erforderlich.

Antidepressiva werden grundsätzlich langsam „eingeschlichen“. Das heisst, dass im Normalfall mit der niederigsten Dosis angefangen und diese (nach einigen Tagen/Wochen) schrittweise bis zur Zieldosis erhöht wird. So sollen die Nebenwirkungen minimiert werden.

Gleich verhält es sich beim Absetzen des Medikamentes. Die Dosis wird über Tage bis Wochen hinweg langsam reduziert (auch bekannt als das „Ausschleichen“). So sollen Absetzerscheinungen verhindert werden.

Wirkungseintritt & Halbwertszeit

Wirkungseintritt

Nach ca. 2-4 Wochen bei Depressionen
Sedation ca. 1-2 Stunden nach der ersten Einnahme

 

Halbwertszeit

Die Halbwertszeit von Trimipramin beträgt ca. 24 Stunden. Die kombinierte Einnahme gewisser Medikamente kann die Halbwertszeit verändern.

Nebenwirkungen im Detail

Sehr häufig (mehr als 10%): Müdigkeit

Häufig (1-10%): Mundtrockenheit, Schwindel.

Gelegentlich (0.1-1%): Schweissausbrüche, Wallungen, Beschwerden bei der Entleerung der Harnblase, Harnverhaltung, Oberbauchbeschwerden, Entzündung der Mundschleimhaut, Verstopfungen, Darmverschluss, Akkommodationsstörungen, Erweiterung der Pupillen, Benommenheit, Zittern, Unruhe, Schlafstörungen, Kopfschmerz, Gewichtszunahme.

Selten (0.01-0.1%): Allergische Reaktionen, Hautausschlag, Nesselfieber, Jucken, Lichtempfindlichkeit, Gesichtsödem, Gelbsucht, Hepatitis, Leberfunktionswerte, Blutdruck-Probleme, Herzrasen, Herzklopfen, Herzrhythmusstörungen, Reizleitungsstörungen, Erhöhung der Krampfbereitschaft, Störungen der Bewegungskoordination, periphere Neuropathie, Libidoverlust, Verwirrtheitszustände.

 

Menschen mit Depressionen und/oder Angststörungen gehen meist automatisch davon aus, sämtliche und/oder die schwersten Nebenwirkungen zu entwickeln. Hierbei kann ein Nocebo-Effekt (ein negativer Placebo-Effekt) entstehen.

Eine solche Annahme ist objektiv nicht begründet. Die meisten Menschen entwickeln gar keine bis nur wenige Nebenwirkungen.

Die meisten Nebenwirkungen verschwinden zudem 3-4 Wochen nach Beginn der Therapie.

Die Nebenwirkungen wurden von den medizinischen Fachbegriffen in eine für Laien möglichst verständliche Sprache übersetzt. Trotz grösster Mühe kann die medizinische Exaktheit teilweise nicht 1:1 wiedergegeben werden. Für Ärzte empfehlen wir das Arzneimittelverzeichnis bzw. Arzneimittelkompendium zu verwenden.

Altersfreigabe

Trimipramin ist ab 18 Jahren zugelassen.

Ein Arzt darf dieses Medikament auch an jüngere Patienten verschreiben.
Die Altersfreigabe sagt nichts über die Wirksamkeit bei Minderjährigen aus.

Kontraindikationen (Gegenanzeigen)
  • 7 Tage vor, während und bis 14 Tage nach MAO-Hemmer-Therapie
  • BPH mit Restharn
  • Harnverhaltung
  • Engwinkelglaukom
  • AV-Block III
  • frischer Herzinfarkt
  • Schwangerschaft & Stillzeit

Fragen Sie, bevor Sie Medikamente einnehmen immer Ihren Arzt oder Apotheker bezüglich Nebenwirkungen, Kontraindikationen (Gegenanzeigen) und Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten.

Schwangerschaft & Stillzeit

Es liegen keine Daten der Anwendung bei Schwangeren vor. Trimipramin soll nicht während einer Schwangerschaft verabreicht werden, ausser wenn es eindeutig erforderlich ist.

Bei Neugeborenen, deren Mütter über längere Zeit mit hohen Dosen anderer Antidepressiva behandelt worden sind, wurde über die folgenden Symptome berichtet: Erhöhte Reizbarkeit, Bauchdehnungen, verzögerter Stuhlgang, Ernährungsschwierigkeiten, Herzrasen, neurologische Störungen und Atemstörungen. Deshalb sollte die Dosierung dieser Antidepressiva gegen Ende der Schwangerschaft wenn möglich reduziert werden und eine Überwachung der neurologischen und gastrointestinalen Funktionen des Neugeborenen kann während einer gewissen Periode erforderlich sein.

Trimipramin tritt in die Muttermilch über, deshalb sollte abgestillt oder das Medikament während der Stillzeit abgesetzt werden.

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C20H26N2

(RS)-3-(10,11-Dihydro-5H-dibenzo[b,f]azepin-5-yl)-N,N,2-trimethylpropan-1-amin