Allgemeine Informationen
  • Handelsnamen: Convulex, Convulsofin, Depakine, Ergenyl, Leptilan, Orfiril, Valproat, div. Generika
  • Kategorie: Antikonvulsiva (Antiepileptika)
  • Indikation: Phasenprophylaktika gegen Manie/Hypomanie bei bipolaren Störungen und Epilepsie
  • Libidoverlust: Nein
  • Gewichtsveränderung: Zunahme (häufig)
Dosierung & Anwendung

Einnahme: 1-3x täglich unabhängig der Mahlzeiten.
Die Einnahme muss täglich erfolgen (also nicht nur bei unmittelbarem Bedarf).

Tabletten
Phasenprophylaktika bei Manie/Hypomanie: 20mg pro Kilogramm Körpergewicht, max. 3000mg

Tropfen
Phasenprophylaktika bei Manie/Hypomanie: 300g/pro ml (20mg pro Kilogramm Körpergewicht, max. 3000mg)

Sirup
Phasenprophylaktika bei Manie/Hypomanie: 300g/pro 5ml (20mg pro Kilogramm Körpergewicht, max. 3000mg)

Die Dosierung muss von einem Arzt individuel festgelegt werden. Die Dosis kann somit von der Standartdosierung abweichen. Je nachdem ist eine höhere oder tiefere Dosis erforderlich.

Mood-Stabilizers werden grundsätzlich langsam „eingeschlichen“. Das heisst, dass im Normalfall mit der niederigsten Dosis angefangen und diese (nach einigen Tagen/Wochen) schrittweise bis zur Zieldosis erhöht wird. So sollen die Nebenwirkungen minimiert werden.

Gleich verhält es sich beim Absetzen des Medikamentes. Die Dosis wird über Tage bis Wochen hinweg langsam reduziert (auch bekannt als das „Ausschleichen“). So sollen Absetzerscheinungen verhindert werden.

Wirkungseintritt & Halbwertszeit

Wirkungseintritt

Nach ca. 1-3 Wochen bei Manie/Hyptomanie und als Phasenprophylaktika

 

Halbwertszeit

Die Halbwertszeit der Valproinsäure liegt bei 5 bis 20 Stunden. Die kombinierte Einnahme gewisser Medikamente kann die Halbwertszeit verändern.

Nebenwirkungen im Detail

Sehr häufig (mehr als 10%): Tremor, Übelkeit.

Häufig (1-10%): Blutarmut, Thrombozytopenie, Gewichtszunahme, niederiger Natriumspiegel im Blut, Verwirrung, Aggressivität, Unruhe, Aufmerksamkeitsstörungen, Taubheit, Blutungen, Erbrechen, Zahnfleischerkrankungen, Entzündung der Mundschleimhaut, Hypersensibilität, Haarausfall, Veränderungen der Nägel und des Nagelbetts, Menstruationsbeschwerden.

Gelegentlich (0.1-1%): Panzytopenie, Leukopenie, Halluzinationen, Koma, krankhafte Zustände des Gehrins, Lethargie, Parkinson-Syndrom, Störungen der Bewegungskoordination, Kribbeln auf der Haut, Vaskulitis, Pleuraerguss, Pankreatitiden (zum Teil mit tödlichem Verlauf), Angioödem, Rash, Niereninsuffizienz, Amenorrhöe, Ödeme, Unterkühlung (zu tiefe Körpertemperatur).

Selten (0.01-0.1%): Myelodysplastisches Syndrom, Vitamin-Mangel, Hypothyreose, Hyperammonämie, abnormales Verhalten, psychomotorische Hyperaktivität, Lernstörungen, Demenz, kognitive Störungen, Lyell-Syndrom, Stevens-Johnson-Syndrom, gestörte Hautdurchblutung, Syndrome der Arzneimittelüberempfindlichkeit, tubulointerstitielle Nierenentzündung, unwillkürliches Urinlassen/Einnässen, Fanconi-Syndrom, Unfruchtbarkeit beim Mann, polyzystische Ovarien.

 

Menschen mit Depressionen und/oder Angststörungen gehen meist automatisch davon aus, sämtliche und/oder die schwersten Nebenwirkungen zu entwickeln. Hierbei kann ein Nocebo-Effekt (ein negativer Placebo-Effekt) entstehen.

Eine solche Annahme ist objektiv nicht begründet. Die meisten Menschen entwickeln gar keine bis nur wenige Nebenwirkungen.

Die meisten Nebenwirkungen verschwinden zudem 3-4 Wochen nach Beginn der Therapie.

Die Nebenwirkungen wurden von den medizinischen Fachbegriffen in eine für Laien möglichst verständliche Sprache übersetzt. Trotz grösster Mühe kann die medizinische Exaktheit teilweise nicht 1:1 wiedergegeben werden. Für Ärzte empfehlen wir das Arzneimittelverzeichnis bzw. Arzneimittelkompendium zu verwenden.

Altersfreigabe

Valproinsäure ist ab 18 Jahren zugelassen.

Ein Arzt darf dieses Medikament auch an jüngere Patienten verschreiben.
Die Altersfreigabe sagt nichts über die Wirksamkeit bei Minderjährigen aus.

Kontraindikationen (Gegenanzeigen)
  • akute Hepatitis, chronische Hepatitis oder schwere Hepatitis in der persönlichen oder Familienanamnese (besonders medikamentöser Art)
  • hepatische Porphyrie
  • Erkrankungen durch Mutationen im mitochondrialen Polymerase-Gamma (POLG)-Gen
  • Verdacht auf POLG-verwandte Erkrankung bei Kindern <2 J.
  • Störung des Harnstoffzyklus
  • Schwangerschaft & Stillzeit

Fragen Sie, bevor Sie Medikamente einnehmen immer Ihren Arzt oder Apotheker bezüglich Nebenwirkungen, Kontraindikationen (Gegenanzeigen) und Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten.

Schwangerschaft & Stillzeit

Die Einnahme von Valproinsäure während der Schwangerschaft ist mit einem erheblichen Risiko für Mutter und Kind verbunden. Dieses reicht von Mortalität (Tod) über schwere Missbildungen beim Neugeborenen. Valproinsäure darf keinenfalls während der Schwangerschaft eingenommen werden.

Valproinsäure tritt in die Muttermilch über. Falls Valproinsäure während der Stillzeit eingenommen werden muss, soll abgestillt werden.

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C8H16O2

2-Propylpentansäure