Für viele Menschen, die nicht auf Medikamente und/oder eine Elektrokrampftherapie (EKT) reagieren, erweist sich die Vagusnervstimulation (VNS) als wirksam bei der Verringerung schwerwiegender Depressionssymptome. Forscher medizinische Fakultät der Universität Washington (USA) haben erste Ergebnisse vorzuweisen, wie diese implantierten elektrischen Stimulatoren die Depressionen verringern.

Die Studie wurde mit 13 Menschen mit therapieresistenter Depression durchgeführt. Ihre Symptome waren nach mehreren Monaten nicht besser geworden; obwohl fünf verschiedene Antidepressiva eingesetzt worden waren. Die meisten waren mindestens zwei Jahre depressiv und einige hatten sogar mehr als 20 Jahre klinische Depressionen hinter sich.

Allen Patienten wurde in einer Operation ein Gerät eingesetzt, das elektronisch gesteuert den linken Vagusnerv stimuliert, der seitlich im Körper vom Gehirnstamm zum Unterleib hinunterläuft. Sobald der Stimulator eingeschaltet wurde, reizte das Gerät den Vagusnerv für 30 Sekunden lang mit einem elektrischen Stimulus und dies alle fünf Minuten.

Neun der 13 Teilnehmer*innen erfuhren Verbesserungen bezüglich ihrer Depression um Zuge der Behandlung. Jedoch dauerte es in den meisten Fällen mehrere Monate bis die Wirkung auftrat. Bei denjenigen, die über eine Verbesserung berichteten, zeigten die Scans nach drei Monaten der Stimulation bedeutende Änderungen im Gehirnstoffwechsel.

Viele von denen, die auf die VNS reagierten, waren schließlich in der Lage, ihre Antidepressiva abzusetzen, sagt der Studienleiter Conway.

„Manchmal wirkten die Medikamente mit der elektrischen Stimulation gut zusammen, aber es schien uns, dass die VNS hauptverantwortlich für den antidepressiven Effekt war.“

Weiterhin zeigten die PET-Scans, dass Strukturen tiefer im Gehirn ebenfalls begannen, sich mehrere Monate nach dem Beginn der Nervenstimulation zu verändern. Viele dieser Strukturen wiesen hohe Konzentrationen von Gehirnzellen auf, die Dopamin freigeben.

Quelle: Universität Washington (USA)

Zur Werkzeugleiste springen