Diese Informationen stammen nicht aus dem Schweizer Arzneimittelkompendium und können demnach unzutreffend und/oder unvollständig sein! Die Fachinformationen der Deutschen oder Österreichischen Arzneimittelkompendien sind nicht öffentlich zugänglich.

Allgemeine Informationen
  • Handelsnamen: Zeldox
  • Kategorie: Atypisches Neuroleptikum
  • Indikation: Bipolare Störungen, Manie, Psychosen
  • Sedierend: Nein
  • Libidoverlust: Nein (selten)
  • Gewichtsveränderung: keine
Dosierung & Anwendung

Einnahme: 2x täglich Morgens und Abends unabhängig der Mahlzeiten.
Die Einnahme sollte täglich (also nicht nur bei Bedarf) erfolgen.

Alle Indikationen 40-160mg

Die Dosierung muss von einem Arzt individuel festgelegt werden. Die Dosis kann somit von der Standartdosierung abweichen. Je nachdem ist eine höhere oder tiefere Dosis erforderlich.

Neuroleptika werden meist langsam „eingeschlichen“. Das heisst, dass im Normalfall mit der niederigsten Dosis angefangen und diese (nach einigen Tagen/Wochen) schrittweise bis zur Zieldosis erhöht wird. So sollen die Nebenwirkungen minimiert werden. Selten (z.B. bei akuter Manie) wird von Anfang an die Zieldosis verabreicht.

Gleich verhält es sich beim Absetzen des Medikamentes. Die Dosis wird über Tage bis Wochen hinweg langsam reduziert (auch bekannt als das „Ausschleichen“). So sollen Absetzerscheinungen verhindert werden.

Wirkungseintritt & Halbwertszeit

Wirkungseintritt

Nach ca. 1-4 Tagen bei allen Indikationen

 

Halbwertszeit

Die Halbwertszeit von Ziprasidon liegtbei ca 7 Stunden. Die kombinierte Einnahme gewisser Medikamente kann die Halbwertszeit verändern.

Nebenwirkungen im Detail

Sehr häufig (mehr als 10%): Benommenheit

Häufig (1-10%): Unvermögen, ruhig zu sitzen (Akathisie), Kopfschmerzen, Verdauungsstörungen, Übelkeit und Erbrechen, vermehrter Speichelfluss, gesteigerte Erregung und Reizbarkeit, Schwindelgefühl, unwillkürliche Bewegungen wie Zuckungen oder Tics (Dyskinesien), Zittern (Tremor), Muskelkrämpfe (besonders im Gesichts- und Halsbereich), Verstopfung, Mundtrockenheit, Sehstörungen.

Gelegentlich (0.1-1%): Gelenkschmerzen, Beinkrämpfe, Sprachstörungen, Taubheitsgefühl beziehungsweise Kribbeln in Händen und Füßen, Blutdruckabfall beim Aufstehen aus der liegenden Position, erniedrigter Blutdruck, Krampfanfälle, beschleunigter Herzschlag (Tachykardie), Blähungen, verstärkter Durst, Schnupfen, Erhöhung des Prolaktin-Spiegels (Hormon, das die Milchproduktion in den Brustdrüsen anregt), Überempfindlichkeitsreaktionen in Form von Hautausschlägen und Juckreiz, Schwellungen durch Flüssigkeitsaustritt aus Blutgefäßen (Angioödeme).

Selten (0.01-0.1%): Fieber, Migräne, Schwellungen der Zunge und Schluckbeschwerden, Veränderungen des Blutbilds, Muskelschmerzen, Muskelschwäche, Veränderungen im Muskelstoffwechsel, Hautausschläge (die nicht auf Überempfindlichkeit zurückzuführen sind), Alpträume, Störungen des Gangbildes und der Bewegungskoordination, Halluzinationen, Nervenerkrankungen, Lähmungen, Schuppenflechte, Bindehautentzündung, verminderte Sehschärfe, trockene Augen, Erektionsstörungen, Probleme beim Wasserlassen, Harninkontinenz.

 

Menschen mit Depressionen und/oder Angststörungen gehen meist automatisch davon aus, sämtliche und/oder die schwersten Nebenwirkungen zu entwickeln. Hierbei kann ein Nocebo-Effekt (ein negativer Placebo-Effekt) entstehen.

Eine solche Annahme ist objektiv nicht begründet. Die meisten Menschen entwickeln gar keine bis nur wenige Nebenwirkungen.

Die meisten Nebenwirkungen verschwinden zudem nach 3-4 Wochen.

Die Nebenwirkungen wurden von den medizinischen Fachbegriffen in eine für Laien möglichst verständliche Sprache übersetzt. Trotz grösster Mühe kann die medizinische Exaktheit teilweise nicht 1:1 wiedergegeben werden. Für Ärzte empfehlen wir das Arzneimittelverzeichnis bzw. Arzneimittelkompendium zu verwenden.

Altersfreigabe

Ziprasidon ist ab 18 Jahren zugelassen.

Ein Arzt darf dieses Medikament auch an jüngere Patienten verschreiben.
Die Altersfreigabe sagt nichts über die Wirksamkeit bei Minderjährigen aus.

Kontraindikationen (Gegenanzeigen)
  • QT-Intervall-Verlängerung
  • Herzrhythmusstörungen
  • Zusammen mit Arzneimitteln, welche die Erregungsleitung im Herzen verlangsamen können (beispielsweise bestimmte Antiarrhythmika, Neuroleptika wie Thioridazin, Prokinetika wie Cisaprid, Antibiotika wie Moxifloxacin oder Antimalariamittel wie Mefloquin oder Halofantrin)
  • frischer Herzinfarkt
  • Herzmuskelschwäche
  • Krampfanfälle wie Epilepsie
  • verlangsamter Herzschlag (Bradykardie)
  • Störungen des Mineralhaushalts

Fragen Sie, bevor Sie Medikamente einnehmen immer Ihren Arzt oder Apotheker bezüglich Nebenwirkungen, Kontraindikationen (Gegenanzeigen) und Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten.

Schwangerschaft & Stillzeit

Ziprasidon sollte während der Schwangerschaft nur nach strenger Nutzen-Risiko-Abwägung durch den Arzt eingesetzt werden, weil die Unbedenklichkeit der Anwendung für Mutter und Kind nicht nachgewiesen ist. Frauen im gebärfähigen Alter wird empfohlen, während der Therapie empfängnisverhütende Maßnahmen zu treffen.

Mütter, die im letzten Schwangerschaftsdrittel den Wirkstoff einnehmen, gefährden ihre Neugeborenen durch Nebenwirkungen wie Bewegungsstörungen und Entzugserscheinungen. Diese können sich in Aufregung, Muskelverspannungen oder -schlaffheit, Zittern, Schläfrigkeit, Atemnot oder Störungen bei der Nahrungsaufnahme äußern. Solche Neugeborene müssen sorgfältig ärztlich überwacht werden.

Vor Beginn der Behandlung sollte abgestillt werden.

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C21H21ClN4OS

5-{2-[4-(1,2-Benzisothiazol-3-yl)- piperazin-1-yl]ethyl}-6-chlorindolin-2-on