Botulinumtoxin (Botox)

NeurotoxineHandelsnamen: Xeomin, Bocouture, Azzalure etc.

Allgemeine Informationen

Botulinumtoxin (Typ A), auch unter dem Namen Botox bekannt, ist ein Nervengift und wird primär zur Behandlung von Falten im Gesicht angewendet. Des weiteren finden es Anwendung bei medizinischen Beschwerden wie Spasmen, Blepharospasmus (krampfartiger Lidschluss), Torticollis (Schiefhals) usw. Das Medikament wird in die betreffenden Muskeln injiziert, so dass diese erschlaffen. Die Giftwirkung von Botulinumtoxin beruht auf der Hemmung der Erregungsübertragung von Nervenzellen.

In Anlehnung an die Facial-Feedback-Hypothese kam 2012 die Vermutung auf, eine Verminderung der vertikalen Hautfalten zwischen den Augenbrauen (Glabella-Region) durch Botox-Injektion sei wirksam gegen Depressionen. Die Facial-Feedback-Hypothese besagt, dass die Mimik nicht nur Emotionen gegen aussen ausdrückt, sondern auch das emotionale Innenleben beeinflusst. Zwischen 2012 und 2017 wurden mehrere Placebo kontrollierte Studien mit Botulinumtoxin und dessen Auswirkung auf depressive Erkrankungen durchgeführt. Die Resultate ergaben eine signifikant besseren Wirkung von Botox, dennoch konnte die Wirksamkeit nie eindeutig nachgewiesen werden. Dies hat primär damit zu tun, dass die Probanden im Spiegel erkannten, ob sie mit Placebo oder Botulinumtoxin behandelt wurden.

Botulinumtoxin besitzt keine Zulassung zur Behandlung von Depressionen (off-label use) und wird faktisch nur bei therapieresistenten Erkrankungen eingesetzt.

Indikation
  • Zusatztherapie bei Depressionen (off-label use)
  • Faltenbehandlung
  • Krampfartiger Lidschluss (Blepharospasmus)
  • Schiefhals (Torticollis)
  • Spastik der oberen Extremitäten nach einem Schlaganfall
Dosierung & Anwendung

Anwendung: Injektion durch Facharzt alle 3-6 Monate

Dosierung: ca. 0,1ml in jede der 5 Injektionsstellen

Die Dosierung muss von einem Arzt individuell festgelegt werden. Die Dosis kann somit von der Standartdosierung abweichen. Je nachdem ist eine höhere oder tiefere Dosis erforderlich.

Botulinumtoxin muss weder langsam aufdosiert noch langsam abgesetzt werden.

Pharmakokinetik

max. Plasmakonzentration: keine Angaben (wird direkt in den Muskel injiziert)

Halbwertszeit: keine Angaben (wird direkt in den Muskel injiziert)

Bioverfügbarkeit: keine Angaben (wird direkt in den Muskel injiziert)

Wirkungseintritt: nach wenigen Sekunden (Muskel) bzw. nach ca. 1 Woche (Depression) bei einmaliger Injektion

Wirkdauer: ca. 3-6 Monate

 

Nebenwirkungen

Sehr häufig (mehr als 10%): keine

Häufig (1-10%): Kopfschmerzen, Muskelerkrankungen (Erhöhung der Augenbraue), Lidödem, trockenes Auge, Bluterguss an der Injektionsstelle.

Gelegentlich (0.1-1%): Verschwommenes Sehen, Herabhängen der Augenlider, Juckreiz, Gesichtsasymmetrie (Augenbrauenasymmetrie), Muskelkrämpfe (oberhalb der Augenbraue), Schmerzen an der Injektionsstelle, Grippeähnliche Erkrankung, Druckschmerz, Müdigkeit, Schweregefühl von Augenlid/Augenbraue.

Selten (0.01-0.1%): Entzündung der Nasen- und Rachenschleimhaut

Weitere (sehr seltene Nebenwirkungen/Einzelfälle/Häufigkeit unbekannt): Überempfindlichkeitsreaktionen (wie Schwellungen, Ödeme, Hautrötung, Juckreiz, Hautausschlag, Nesselfieber, Atemnot, Anaphylaxie, Serumkrankheit, Weichteilödem), Muskelschwäche, Schluckstörungen, Lungenentzündung.

Menschen mit Depressionen gehen oft automatisch davon aus, sämtliche und/oder die schwersten Nebenwirkungen zu entfalten. Diese Annahme ist objektiv nicht begründet. Üblicherweise lassen die meisten (nicht alle) unerwünschten Wirkungen mit der Zeit nach oder verschwinden ganz. Bei schwerwiegenden Komplikationen muss jedoch ein Arzt konsultiert werden.

Kontraindikationen & Wechselwirkungen

Fragen Sie vor der Injektion immer Ihren Arzt bezüglich Nebenwirkungen, Kontraindikationen (Gegenanzeigen) und Wechselwirkungen mit anderen (auch frei verkäuflichen) Medikamenten.

 

Nicht verwenden darf Ihr Facharzt Botulinumtoxin:

  • Wenn Sie allergisch gegenüber einem Inhaltsstoff des Botulinumtoxin-Präparates sind.
  • Bei einer generalisierten Störungen der Muskelaktivität (z.B. Myasthenia gravis oder Lambert-Eaton-Syndrom)
  • Wenn Sie eine Infektion oder Entzündung an der vorgesehenen Injektionsstelle aufweisen.

 

Bei der Injektion von Botulinumtoxin ist Vorsicht geboten…

  • Im Falle des Auftretens von Gerinnungsstörungen aller Arten.
  • Im Falle einer Behandlung mit Antikoagulantien oder Einnahme von anderen Substanzen in gerinnungshemmenden Dosen.
  • Im Falle von amyotropher Lateralsklerose.
  • Im Falle von anderen Erkrankungen, die zu peripheren neuromuskulären Dysfunktionen führen.
  • Im Falle einer ausgeprägten Schwäche oder Atrophie des zu injizierenden Muskels.
  • Wenn die Injektionsstelle zuvor mit einem normalen Stift markiert wurde (Tattoo-Effekt).
  • Im Falle zuvor erfolgter chirurgischer Eingriffe.

 

Botulinumtoxin soll mit den folgenden Arzneimitteln nur mit Vorsicht angewendet werden:

Es wurden keine Interaktionsstudien durchgeführt.

Theoretisch kann die Wirkung von Botulinum Neurotoxin Typ A durch Aminoglykosidantibiotika oder andere Arzneimittel, die auf die neuromuskuläre Reizleitung wirken, z.B. Muskelrelaxantien des Tubocurarin-Typs, potenziert werden. Die gleichzeitige Anwendung von Botox mit diesen Substanzen erfordert deshalb besondere Vorsicht.

Periphere Muskelrelaxantien sollten mit Vorsicht eingesetzt werden, gegebenenfalls sollte die Initialdosis des Relaxans verringert oder eine mittellangwirksame Substanz, wie Vercuronium oder Atracurium, anstelle von einer langwirksamen Substanz eingesetzt werden.

4-Aminochinoline können die Wirkung von Botulinumtoxin abschwächen.

Dies sind die aktuell verfügbaren Informationen. Weitere Interaktionen und Kontraindikationen sind allerdings keineswegs auszuschliessen! Sprechen Sie unbedingt Ihren Arzt auf bestehende Erkrankungen und Veränderungen Ihrer Medikation (betrifft auch rezeptfreie Präparate) an, auch wenn hier keine Informationen vermerkt sind.

Schwangerschaft & Stillzeit

Es liegen keine hinreichenden Daten für die Verwendung von Botulinum Neurotoxin Typ A bei Schwangeren vor. Tierexperimentelle Studien haben eine Reproduktionstoxizität gezeigt. Das potentielle Risiko für den Menschen ist nicht bekannt. Botox darf daher während der Schwangerschaft nicht angewendet werden, es sei denn, dies ist eindeutig erforderlich und der potentielle Nutzen rechtfertigt das Risiko.

Es ist nicht bekannt, ob Botulinum Neurotoxin Typ A in die Muttermilch übergeht. Daher sollte Botox in der Stillzeit nicht angewendet werden.

Der Autor hat keine Beziehungen zu den Herstellern und ist nicht am Verkauf der erwähnten Produkte beteiligt.
Botulinumtoxin ist rezeptpflichtig und muss von einem Facharzt in die betreffende Muskulatur injiziert werden.

Botox

NeurotoxineHandelsnamen: Xeomin, Bocouture, Azzalure etc.

Allgemeine Informationen

Botulinumtoxin (Typ A), auch unter dem Namen Botox bekannt, ist ein Nervengift und wird primär zur Behandlung von Falten im Gesicht angewendet. Des weiteren finden es Anwendung bei medizinischen Beschwerden wie Spasmen, Blepharospasmus (krampfartiger Lidschluss), Torticollis (Schiefhals) usw. Das Medikament wird in die betreffenden Muskeln injiziert, so dass diese erschlaffen. Die Giftwirkung von Botulinumtoxin beruht auf der Hemmung der Erregungsübertragung von Nervenzellen.

In Anlehnung an die Facial-Feedback-Hypothese kam 2012 die Vermutung auf, eine Verminderung der vertikalen Hautfalten zwischen den Augenbrauen (Glabella-Region) durch Botox-Injektion sei wirksam gegen Depressionen. Die Facial-Feedback-Hypothese besagt, dass die Mimik nicht nur Emotionen gegen aussen ausdrückt, sondern auch das emotionale Innenleben beeinflusst. Zwischen 2012 und 2017 wurden mehrere Placebo kontrollierte Studien mit Botulinumtoxin und dessen Auswirkung auf depressive Erkrankungen durchgeführt. Die Resultate ergaben eine signifikant besseren Wirkung von Botox, dennoch konnte die Wirksamkeit nie eindeutig nachgewiesen werden. Dies hat primär damit zu tun, dass die Probanden im Spiegel erkannten, ob sie mit Placebo oder Botulinumtoxin behandelt wurden.

Botulinumtoxin besitzt keine Zulassung zur Behandlung von Depressionen (off-label use) und wird faktisch nur bei therapieresistenten Erkrankungen eingesetzt.

Indikation
  • Zusatztherapie bei Depressionen (off-label use)
  • Faltenbehandlung
  • Krampfartiger Lidschluss (Blepharospasmus)
  • Schiefhals (Torticollis)
  • Spastik der oberen Extremitäten nach einem Schlaganfall
Dosierung & Anwendung

Anwendung: Injektion durch Facharzt alle 3-6 Monate

Dosierung: ca. 0,1ml in jede der 5 Injektionsstellen

Die Dosierung muss von einem Arzt individuell festgelegt werden. Die Dosis kann somit von der Standartdosierung abweichen. Je nachdem ist eine höhere oder tiefere Dosis erforderlich.

Botulinumtoxin muss weder langsam aufdosiert noch langsam abgesetzt werden.

Pharmakokinetik

max. Plasmakonzentration: keine Angaben (wird direkt in den Muskel injiziert)

Halbwertszeit: keine Angaben (wird direkt in den Muskel injiziert)

Bioverfügbarkeit: keine Angaben (wird direkt in den Muskel injiziert)

Wirkungseintritt: nach wenigen Sekunden (Muskel) bzw. nach ca. 1 Woche (Depression)

Nebenwirkungen

Sehr häufig (mehr als 10%):

  • keine

Häufig (1-10%):

  • Kopfschmerzen
  • Muskelerkrankungen (Erhöhung der Augenbraue)
  • Lidödem
  • Trockenes Auge
  • Bluterguss an der Injektionsstelle

Gelegentlich (0.1-1%):

  • Verschwommenes Sehen
  • Herabhängen der Augenlider
  • Juckreiz
  • Gesichtsasymmetrie (Augenbrauenasymmetrie)
  • Muskelkrämpfe (oberhalb der Augenbraue)
  • Schmerzen an der Injektionsstelle
  • Grippeähnliche Erkrankung
  • Druckschmerz
  • Müdigkeit
  • Schweregefühl von Augenlid/Augenbraue

Selten (0.01-0.1%):

  • Entzündung der Nasen- und Rachenschleimhaut

Weitere (sehr seltene Nebenwirkungen / Einzelfälle / Häufigkeit unbekannt):

  • Überempfindlichkeitsreaktionen (wie Schwellungen, Ödeme, Hautrötung, Juckreiz, Hautausschlag, Nesselfieber, Atemnot, Anaphylaxie, Serumkrankheit, Weichteilödem)
  • Muskelschwäche
  • Schluckstörungen
  • Lungenentzündung

Menschen mit Depressionen gehen oft automatisch davon aus, sämtliche und/oder die schwersten Nebenwirkungen zu entfalten. Diese Annahme ist objektiv nicht begründet. Üblicherweise lassen die meisten (nicht alle) unerwünschten Wirkungen mit der Zeit nach oder verschwinden ganz. Bei schwerwiegenden Komplikationen muss jedoch ein Arzt konsultiert werden.

Kontraindikationen & Wechselwirkungen

Fragen Sie vor der Injektion immer Ihren Arzt bezüglich Nebenwirkungen, Kontraindikationen (Gegenanzeigen) und Wechselwirkungen mit anderen (auch frei verkäuflichen) Medikamenten.

 

Nicht verwenden darf Ihr Facharzt Botulinumtoxin:

  • Wenn Sie allergisch gegenüber einem Inhaltsstoff des Botulinumtoxin-Präparates sind.
  • Bei einer generalisierten Störungen der Muskelaktivität (z.B. Myasthenia gravis oder Lambert-Eaton-Syndrom)
  • Wenn Sie eine Infektion oder Entzündung an der vorgesehenen Injektionsstelle aufweisen.

 

Bei der Injektion von Botulinumtoxin ist Vorsicht geboten…

  • Im Falle des Auftretens von Gerinnungsstörungen aller Arten.
  • Im Falle einer Behandlung mit Antikoagulantien oder Einnahme von anderen Substanzen in gerinnungshemmenden Dosen.
  • Im Falle von amyotropher Lateralsklerose.
  • Im Falle von anderen Erkrankungen, die zu peripheren neuromuskulären Dysfunktionen führen.
  • Im Falle einer ausgeprägten Schwäche oder Atrophie des zu injizierenden Muskels.
  • Wenn die Injektionsstelle zuvor mit einem normalen Stift markiert wurde (Tattoo-Effekt).
  • Im Falle zuvor erfolgter chirurgischer Eingriffe.

 

Botulinumtoxin soll mit den folgenden Arzneimitteln nur mit Vorsicht angewendet werden:

Es wurden keine Interaktionsstudien durchgeführt.

Theoretisch kann die Wirkung von Botulinum Neurotoxin Typ A durch Aminoglykosidantibiotika oder andere Arzneimittel, die auf die neuromuskuläre Reizleitung wirken, z.B. Muskelrelaxantien des Tubocurarin-Typs, potenziert werden. Die gleichzeitige Anwendung von Botox mit diesen Substanzen erfordert deshalb besondere Vorsicht.

Periphere Muskelrelaxantien sollten mit Vorsicht eingesetzt werden, gegebenenfalls sollte die Initialdosis des Relaxans verringert oder eine mittellangwirksame Substanz, wie Vercuronium oder Atracurium, anstelle von einer langwirksamen Substanz eingesetzt werden.

4-Aminochinoline können die Wirkung von Botulinumtoxin abschwächen.

Dies sind die aktuell verfügbaren Informationen. Weitere Interaktionen und Kontraindikationen sind allerdings keineswegs auszuschliessen! Sprechen Sie unbedingt Ihren Arzt auf bestehende Erkrankungen und Veränderungen Ihrer Medikation (betrifft auch rezeptfreie Präparate) an, auch wenn hier keine Informationen vermerkt sind.

Schwangerschaft & Stillzeit

Es liegen keine hinreichenden Daten für die Verwendung von Botulinum Neurotoxin Typ A bei Schwangeren vor. Tierexperimentelle Studien haben eine Reproduktionstoxizität gezeigt. Das potentielle Risiko für den Menschen ist nicht bekannt. Botox darf daher während der Schwangerschaft nicht angewendet werden, es sei denn, dies ist eindeutig erforderlich und der potentielle Nutzen rechtfertigt das Risiko.

Es ist nicht bekannt, ob Botulinum Neurotoxin Typ A in die Muttermilch übergeht. Daher sollte Botox in der Stillzeit nicht angewendet werden.

Der Autor hat keine Beziehungen zu den Herstellern und ist nicht am Verkauf der erwähnten Produkte beteiligt. Botulinumtoxin ist rezeptpflichtig und muss von einem Facharzt in die betreffende Muskulatur injiziert werden.