Fluvoxamin

Antidepressivum (SSRI) | Handelsnamen: Fevarin, Floxyfral, Luvox sowie div. Generika

Allgemeine Informationen

Fluvoxamin wurde vom Chemieunternehmen Solvay entwickelt und 1984 zunächst in der Schweiz eingeführt. Die Markteinführung in den USA und Japan erfolgte wenig später. Heute ist das Medikament auch in Deutschland und Österreich erhältlich. Fluvoxamin wird unter den Handelsnamen Fevarin, Flox-Ex und Floxyfral vertrieben. Ein weiterer Name ist Luvox, auch als Generikum ist es erhältlich.

Das Medikament ist ein Antidepressivum und gehört zur Gruppe der „selektiven Serotonin Wiederaufnahme-Hemmer“ (SSRI). Zugelassen ist es ab dem 18. Altersjahr zur Behandlung von Depressionen und bereits ab dem 8. Altersjahr zur Behandlung von Zwangsstörungen. Zwangsstörungen sind heute der häufigste Grund einer Fluvoxamin-Therapie, gegen Depressionen wird es seltener verwendet.

Bezüglich der Fahrtüchtigkeit und dem Bedienen von Maschinen gibt es keine Einschränkungen. Dennoch sollten Sie zunächst abwarten um zu sehen, wie Sie auf die Substanz reagieren. Bezüglich Alkohol sind diverse Wechselwirkungen bekannt. U.a. führt die gleichzeitige Einnahme mit Alkohol zu einer zusätzlichen Beeinträchtigung der Reaktionsbereitschaft und Psychomotorik. Folglich sollte der Alkoholkonsum während einer Fluvoxamin-Therapie vermieden werden.

Fluvoxamin unterscheidet sich durch seine chemische Struktur von den meisten anderen SSRI. Dennoch wirkt es genauso wie alle anderen Medikamente seiner Wirkstoffklasse. Es hemmt selektiv die Wiederaufnahme von Serotonin ohne andere bekannte Botenstoffe (wie z.B. Noradrenalin oder Dopamin) nennenswert zu beeinflussen. Auch hat es kaum anticholinerge oder antihistaminische Eigenschaften.

Gemäss diverser Studien treten sexuelle Funktionsstörungen bei Fluvoxamin seltener auf als bei anderen SSRI/SNRI.

Indikation
  • Depression (inkl. Rezidivprophylaxe)
  • Zwangsstörungen
Dosierung & Anwendung

Einnahme: 1-2x täglich unabhängig der Mahlzeiten (höchste Dosis vorzugsweise Morgens).
Die Einnahme muss täglich erfolgen (also nicht nur bei unmittelbarem Bedarf).

Zieldosis: 100-300mg (pro Tag)

Die hier erwähnte Dosierung bezieht sich auf Erwachsene ohne körperliche Einschränkungen im Alter zwischen 18 und 65 Jahren deren Behandlung ambulant erfolgt. Grundsätzlich muss die Dosis von einem Arzt individuell festgelegt werden. Sie kann somit von den hier erwähnten Angaben abweichen.

Antidepressiva werden langsam „eingeschlichen“. Das heisst, dass zu Beginn die niedrigste Dosis verabreicht und diese anschliessend (nach einigen Tagen/Wochen) schrittweise bis zur Zieldosis gesteigert wird. Bei einem positiven Ansprechen auf das Medikament, sollte die Einnahme mind. 6 Monate nach dem Abklingen sämtlicher Symptome weitergeführt werden. Ist anschliessend keine Rezidivprophylaxe (vorsorgliche Einnahme zur Verhütung eines Rückfalls) notwendig, kann das Antidepressivum schrittweise unter ärztlicher Kontrolle wieder abgesetzt werden.

Ändern Sie nie die Dosis im Alleingang (weder erhöhen noch reduzieren), auch wenn sich Ihr Gesundheitszustand verändert hat. Halten Sie immer zunächst Rücksprache mit Ihrem Arzt!

Pharmakokinetik

max. Plasmakonzentration: nach 4-12 Stunden

Halbwertszeit: 15-22 Stunden

Bioverfügbarkeit: ca. 53%

Wirkungseintritt: nach 2-5 Wochen täglicher Einnahme

Diese Werte sind als Durchschnittswerte anzusehen. Je nach Alter, Nahrungsaufnahme und der Kombination mit anderen Medikamenten können diese Werte (teilweise stark) variieren.

Nebenwirkungen

Sehr häufig (mehr als 10%): keine

Häufig (1-10%): Appetitverlust, Erregung, Angst, Benommenheit, Schlaflosigkeit, Zittern (Tremor), Bewusstseinsstörungen, Nervosität, Kopfschmerzen, Herzklopfen, Herzrasen, Bauchschmerzen, Verstopfung, Durchfall, Mundtrockenheit, Verdauungsstörungen, Übelkeit, Erbrechen, Schwitzen, Kraftlosigkeit, Unwohlsein.

Gelegentlich (0.1-1%): Halluzinationen, Verwirrtheit, Aggression, Störung der Bewegungskoordination und/oder von Bewegungsabläufen, niedriger Blutdruck, Überempfindlichkeitsreaktionen (wie z.B. Hautausschläge, Juckreiz oder Anigoödem), Gelenkschmerzen, Muskelschmerzen, sexuelle Funktionsstörungen (inkl. Libidoverlust).

Selten (0.01-0.1%): Manie, Krämpfe, Leberfunktionsstörungen, Lichtempfindlichkeit der Haut, Milchfluss ohne Schwangerschaft/Stillzeit.

Weitere (sehr seltene Nebenwirkungen/Einzelfälle/Häufigkeit unbekannt): Blutungen der Haut und/oder der Schleimhäute, unangemessene Sekretion des antidiuretischen Hormons, veränderte Blutwerte (Hyperprolaktinämie, Hyponatriämie), Gewichtszunahme, Gewichtsabnahme, Suizidgedanken, Missempfindungen der Haut (Kribbeln, Taubheitsgefühl etc.), psychomotorische Unruhe, Serotonin-Syndrom, verändertes Geschmacksempfinden, grüner Star, grosse Pupillen, Blutungen im Verdauungstrakt, erhöhtes Risiko von Knochenbrüchen, Absetzsymptome, Harnverhalt, spontanes Wasserlassen (Einnässen), häufiges Wasserlassen, nächtliches Wasserlassen (Bettnässen), gynäkologische Blutungen, Ausbleiben der Menstruation, verlängerte oder verkürzte Regelblutung.

Menschen mit Depressionen und/oder Angststörungen gehen oft automatisch davon aus, sämtliche und/oder die schwersten Nebenwirkungen zu entfalten. Diese Annahme ist objektiv nicht begründet. Üblicherweise lassen die meisten (nicht alle) unerwünschten Wirkungen mit der Zeit nach oder verschwinden ganz. Bei schwerwiegenden Komplikationen muss jedoch ein Arzt konsultiert werden.

Kontraindikationen & Wechselwirkungen

Fragen Sie, bevor Sie Medikamente einnehmen immer Ihren Arzt oder Apotheker bezüglich Nebenwirkungen, Kontraindikationen (Gegenanzeigen) und Wechselwirkungen mit anderen (auch frei verkäuflichen) Medikamenten.

 

Nicht einnehmen dürfen Sie Fluvoxamin:

  • Wenn Sie allergisch gegenüber einem Inhaltsstoff Ihres Fluvoxamin-Präparates sind.
  • Wenn Sie gleichzeitig MAO-Hemmer einnehmen oder in den vergangenen 14 Tagen eingenommen haben. Dazu gehören unter anderem Selegilin (zur Behandlung der Parkinson Krankheit), Moclobemid oder Tranylcypromin (zur Behandlung von Depressionen) und Linezolid (ein Antibiotikum zur Behandlung schwerster, komplizierter Infektionen).
  • Wenn Sie gleichzeitig Arzneistoffe die Tizanidin (zur Behandlung von Muskelverspannungen) enthalten einnehmen.
  • Wenn Sie gleichzeitig die Antidepressiva Agomelatin oder Duloxetin einnehmen.
  • Wenn Sie gleichzeitig Arzneimittel einnehmen, welche Ramelteon (zur Behandlung von Schlafstörungen) enthalten.

 

Bei der Einnahme von Fluvoxamin ist Vorsicht geboten…

  • Wenn Sie an einer Leber- oder Nierenfunktionsstörung leiden.
  • Wenn Sie an Anfallserkrankungen (Epilepsie) leiden oder gelitten haben.
  • Wenn Sie eine erhöhte Neigung zu Blutungen und/oder Blutergüssen haben.

 

Fluvoxamin soll mit den folgenden Arzneimitteln nur mit Vorsicht angewendet werden:

  • Arzneimittel, welche die Blutplättchenfunktion beeinflussen (z.B. atypische Antipsychotika, Acetylsalicylsäure, Entzündungshemmer). Das gleiche gilt für Patienten bzw. Patientinnen unter Antikoagulation oder mit Blutungsstörungen in der Familiengeschichte.
  • Andere Antidepressiva (inkl. Johanniskraut)
  • Benzodiazepine und Z-Drugs
  • Lithium
  • Gewisse Migränemittel (Triptane)
  • Tryptophan
  • Antiepileptika
  • Blutverdünner

Diese Liste entspricht den aktuell verfügbaren Informationen, weitere Interaktionen und Kontraindikationen sind allerdings keineswegs auszuschliessen! Sprechen Sie unbedingt Ihren Arzt auf bestehende Erkrankungen und Veränderungen Ihrer Medikation (betrifft auch rezeptfreie Präparate) an, auch wenn auf dieser Liste keine Informationen vermerkt sind.

 

Schwangerschaft & Stillzeit

Fluvoxamin sollte während der Schwangerschaft nur verabreicht werden, wenn es zwingend erforderlich ist.

Nach Einnahme von Fluvoxamin bzw. anderen SSRI’s am Ende der Schwangerschaft, traten bei einigen Neugeborenen folgende Absetzsymptome auf: Ess- und Schlafstörungen, Atmungsschwierigkeiten, bläuliche Verfärbung der Haut, Atemunterbrüche, Krampfanfälle, Temperaturschwankungen, zu niedriger Blutzuckerspiegel, Tremor, abnormale Muskelspannungen, gesteigerte Reflexbereitschaft, Erbrechen, abnormale Irritabilität, Überspanntheit, Lethargie, Schläfrigkeit und anhaltendes Weinen.

Eine SSRI-Exposition in der späten Schwangerschaft kann das Risiko für eine persistierende pulmonale Hypertonie beim Neugeborenen (PPHN) erhöhen.

Fluvoxamin tritt in die Muttermilch über. Es wird angenommen, dass das gestillte Kind ca. 5% der täglichen Dosis der Mutter erhält. Falls eine Behandlung mit Fluvoxamin notwendig ist, soll abgestillt werden.

Studien

Vergleich mit Placebo: Für die Studie wurden 128 Kinder im Alter von 6 bis 17 Jahren ausgewählt, die an einer sozialen Phobie, krankhaften Trennungsängsten oder generalisierten Ängsten litten und bei denen eine dreiwöchige psychologische Behandlung keinen Erfolg zeigte. Die Kinder erhielten randomisiert während acht Wochen Fluvoxamin (bis zu maximal 300 mg/Tag) oder ein Placebo. Zur Beurteilung der Krankheit wurden verschiedene psychiatrische Mess-Skalen wie die Pediatric Anxiety Rating Scale (0 bis 25 Punkte; die hohen Punkte zeigen die starken Ängste an) und die Clinical Global Impressions-Improvement Scale zu Grunde gelegt.

Die zweimonatige Therapie mit Fluvoxamin zeigte einen deutlichen Erfolg: So sank bei den Kindern der mit Fluvoxamin das Ausmass der Angst um 9,7 Punkte (beurteilt nach der Pediatric Anxiety Rating Scale), bei den Kindern der Vergleichsgruppe um 3,1 Punkte (p kleiner als 0,001). Beurteilte man die Therapie nach der Clinical Global Impressions-Improvement Scale, so sprachen 76% der Verumgruppe auf die Therapie an, in der Vergleichsgruppe waren es hingegen nur 29% (p kleiner als 0,001).

Vergleich mit Clomipramin: Gemäss einer 10 Wöchengen Studie von 1996 wirkt Fluvoxamin (255mg/Tag) bei Zwangsstörungen gleich gut wie Clomipramin (201mg/Tag).

Der Autor hat keine Beziehungen zu den Herstellern und ist nicht am Verkauf der erwähnten Produkte beteiligt.
Dieses Medikament ist rezeptpflichtig. Die Einnahme muss ärztlich überwacht werden.

Fluvoxamin

Antidepressivum (SSRI) | Handelsnamen: Fevarin, Floxyfral sowie div. Generika

Allgemeine Informationen

Fluvoxamin wurde vom Chemieunternehmen Solvay entwickelt und 1984 zunächst in der Schweiz eingeführt. Die Markteinführung in den USA und Japan erfolgte wenig später. Heute ist das Medikament auch in Deutschland und Österreich erhältlich. Fluvoxamin wird unter den Handelsnamen Fevarin, Flox-Ex und Floxyfral vertrieben. Ein weiterer Name ist Luvox, auch als Generikum ist es erhältlich.

Das Medikament ist ein Antidepressivum und gehört zur Gruppe der „selektiven Serotonin Wiederaufnahme-Hemmer“ (SSRI). Zugelassen ist es ab dem 18. Altersjahr zur Behandlung von Depressionen und bereits ab dem 8. Altersjahr zur Behandlung von Zwangsstörungen. Zwangsstörungen sind heute der häufigste Grund einer Fluvoxamin-Therapie, gegen Depressionen wird es seltener verwendet.

Bezüglich der Fahrtüchtigkeit und dem Bedienen von Maschinen gibt es keine Einschränkungen. Dennoch sollten Sie zunächst abwarten um zu sehen, wie Sie auf die Substanz reagieren. Bezüglich Alkohol sind diverse Wechselwirkungen bekannt. U.a. führt die gleichzeitige Einnahme mit Alkohol zu einer zusätzlichen Beeinträchtigung der Reaktionsbereitschaft und Psychomotorik. Folglich sollte der Alkoholkonsum während einer Fluvoxamin-Therapie vermieden werden.

Fluvoxamin unterscheidet sich durch seine chemische Struktur von den meisten anderen SSRI. Dennoch wirkt es genauso wie alle anderen Medikamente seiner Wirkstoffklasse. Es hemmt selektiv die Wiederaufnahme von Serotonin ohne andere bekannte Botenstoffe (wie z.B. Noradrenalin oder Dopamin) nennenswert zu beeinflussen. Auch hat es kaum anticholinerge oder antihistaminische Eigenschaften.

Gemäss diverser Studien treten sexuelle Funktionsstörungen bei Fluvoxamin seltener auf als bei anderen SSRI/SNRI.

Indikation
  • Depression (inkl. Rezidivprophylaxe)
  • Zwangsstörungen
Dosierung & Anwendung

Einnahme: 1-2x täglich (höchste Dosis Morgens).
Die Einnahme muss täglich erfolgen.

Zieldosis: 100-300mg (pro Tag)

Die hier erwähnte Dosierung bezieht sich auf Erwachsene ohne körperliche Einschränkungen im Alter zwischen 18 und 65 Jahren deren Behandlung ambulant erfolgt. Grundsätzlich muss die Dosis von einem Arzt individuell festgelegt werden. Sie kann somit von den hier erwähnten Angaben abweichen.

Antidepressiva werden langsam „eingeschlichen“. Das heisst, dass zu Beginn die niedrigste Dosis verabreicht und diese anschliessend (nach einigen Tagen/Wochen) schrittweise bis zur Zieldosis gesteigert wird. Bei einem positiven Ansprechen auf das Medikament, sollte die Einnahme mind. 6 Monate nach dem Abklingen sämtlicher Symptome weitergeführt werden. Ist anschliessend keine Rezidivprophylaxe (vorsorgliche Einnahme zur Verhütung eines Rückfalls) notwendig, kann das Antidepressivum schrittweise unter ärztlicher Kontrolle wieder abgesetzt werden.

Ändern Sie nie die Dosis im Alleingang (weder erhöhen noch reduzieren), auch wenn sich Ihr Gesundheitszustand verändert hat. Halten Sie immer zunächst Rücksprache mit Ihrem Arzt!

Pharmakokinetik

max. Plasmakonzentration: 4-12 Stunden

Halbwertszeit: 15-22 Stunden

Bioverfügbarkeit: 53%

Wirkungseintritt: 2-5 Wochen

Diese Werte sind als Durchschnittswerte anzusehen. Je nach Alter, Nahrungsaufnahme und der Kombination mit anderen Medikamenten können diese Werte (teilweise stark) variieren.

Nebenwirkungen

Sehr häufig (mehr als 10%):

  • keine

Häufig (1-10%):

  • Appetitverlust
  • Erregung
  • Angst
  • Benommenheit
  • Schlaflosigkeit
  • Zittern (Tremor)
  • Bewusstseinsstörungen
  • Nervosität
  • Kopfschmerzen
  • Herzklopfen
  • Herzrasen
  • Bauchschmerzen
  • Verstopfung
  • Durchfall
  • Mundtrockenheit
  • Verdauungsstörungen
  • Übelkeit
  • Erbrechen
  • Schwitzen
  • Kraftlosigkeit
  • Unwohlsein

Gelegentlich (0.1-1%):

  • Halluzinationen
  • Verwirrtheit
  • Aggression
  • Störung der Bewegungskoordination und/oder von Bewegungsabläufen
  • Niedriger Blutdruck
  • Überempfindlichkeitsreaktionen (wie z.B. Hautausschläge, Juckreiz oder Anigoödem)
  • Gelenkschmerzen
  • Muskelschmerzen
  • Sexuelle Funktionsstörungen (inkl. Libidoverlust)

Selten (0.01-0.1%):

  • Manie
  • Krämpfe
  • Leberfunktionsstörungen
  • Lichtempfindlichkeit der Haut
  • Milchfluss ohne Schwangerschaft/Stillzeit

Weitere (sehr seltene Nebenwirkungen / Einzelfälle / Häufigkeit unbekannt):

  • Blutungen der Haut und/oder der Schleimhäute
  • Unangemessene Sekretion des antidiuretischen Hormons
  • Veränderte Blutwerte Hyperprolaktinämie, Hyponatriämie)
  • Gewichtszunahme
  • Gewichtsabnahme
  • Suizidgedanken
  • Missempfindungen der Haut (Kribbeln, Taubheitsgefühl etc.)
  • Psychomotorische Unruhe
  • Serotonin-Syndrom
  • Verändertes Geschmacksempfinden
  • Grüner Star
  • Grosse Pupillen
  • Blutungen im Verdauungstrakt
  • Erhöhtes Risiko von Knochenbrüchen
  • Absetzsymptome
  • Harnverhalt
  • Spontanes Wasserlassen (Einnässen)
  • Häufiges Wasserlassen
  • Nächtliches Wasserlassen (Bettnässen)
  • Gynäkologische Blutungen
  • Ausbleiben der Menstruation
  • Verlängerte oder verkürzte Regelblutung

Menschen mit Depressionen und/oder Angststörungen gehen oft automatisch davon aus, sämtliche und/oder die schwersten Nebenwirkungen zu entfalten. Diese Annahme ist objektiv nicht begründet. Üblicherweise lassen die meisten (nicht alle) unerwünschten Wirkungen mit der Zeit nach oder verschwinden ganz. Bei schwerwiegenden Komplikationen muss jedoch ein Arzt konsultiert werden.

Kontraindikationen & Wechselwirkungen

Fragen Sie, bevor Sie Medikamente einnehmen immer Ihren Arzt oder Apotheker bezüglich Nebenwirkungen, Kontraindikationen (Gegenanzeigen) und Wechselwirkungen mit anderen (auch frei verkäuflichen) Medikamenten.

 

Nicht einnehmen dürfen Sie Fluvoxamin:

  • Wenn Sie allergisch gegenüber einem Inhaltsstoff Ihres Fluvoxamin-Präparates sind.
  • Wenn Sie gleichzeitig MAO-Hemmer einnehmen oder in den vergangenen 14 Tagen eingenommen haben. Dazu gehören unter anderem Selegilin (zur Behandlung der Parkinson Krankheit), Moclobemid oder Tranylcypromin (zur Behandlung von Depressionen) und Linezolid (ein Antibiotikum zur Behandlung schwerster, komplizierter Infektionen).
  • Wenn Sie gleichzeitig Arzneistoffe die Tizanidin (zur Behandlung von Muskelverspannungen) enthalten einnehmen.
  • Wenn Sie gleichzeitig die Antidepressiva Agomelatin oder Duloxetin einnehmen.
  • Wenn Sie gleichzeitig Arzneimittel einnehmen, welche Ramelteon (zur Behandlung von Schlafstörungen) enthalten.

 

Bei der Einnahme von Fluvoxamin ist Vorsicht geboten…

  • Wenn Sie an einer Leber- oder Nierenfunktionsstörung leiden.
  • Wenn Sie an Anfallserkrankungen (Epilepsie) leiden oder gelitten haben.
  • Wenn Sie eine erhöhte Neigung zu Blutungen und/oder Blutergüssen haben.

 

Fluvoxamin soll mit den folgenden Arzneimitteln nur mit Vorsicht angewendet werden:

  • Arzneimittel, welche die Blutplättchenfunktion beeinflussen (z.B. atypische Antipsychotika, Acetylsalicylsäure, Entzündungshemmer). Das gleiche gilt für Patienten bzw. Patientinnen unter Antikoagulation oder mit Blutungsstörungen in der Familiengeschichte.
  • Andere Antidepressiva (inkl. Johanniskraut)
  • Benzodiazepine und Z-Drugs
  • Lithium
  • Gewisse Migränemittel (Triptane)
  • Tryptophan
  • Antiepileptika
  • Blutverdünner

Diese Liste entspricht den aktuell verfügbaren Informationen, weitere Interaktionen und Kontraindikationen sind allerdings keineswegs auszuschliessen! Sprechen Sie unbedingt Ihren Arzt auf bestehende Erkrankungen und Veränderungen Ihrer Medikation (betrifft auch rezeptfreie Präparate) an, auch wenn auf dieser Liste keine Informationen vermerkt sind.

 

Schwangerschaft & Stillzeit

Fluvoxamin sollte während der Schwangerschaft nur verabreicht werden, wenn es zwingend erforderlich ist.

Nach Einnahme von Fluvoxamin bzw. anderen SSRI’s am Ende der Schwangerschaft, traten bei einigen Neugeborenen folgende Absetzsymptome auf: Ess- und Schlafstörungen, Atmungsschwierigkeiten, bläuliche Verfärbung der Haut, Atemunterbrüche, Krampfanfälle, Temperaturschwankungen, zu niedriger Blutzuckerspiegel, Tremor, abnormale Muskelspannungen, gesteigerte Reflexbereitschaft, Erbrechen, abnormale Irritabilität, Überspanntheit, Lethargie, Schläfrigkeit und anhaltendes Weinen.

Eine SSRI-Exposition in der späten Schwangerschaft kann das Risiko für eine persistierende pulmonale Hypertonie beim Neugeborenen (PPHN) erhöhen.

Fluvoxamin tritt in die Muttermilch über. Es wird angenommen, dass das gestillte Kind ca. 5% der täglichen Dosis der Mutter erhält. Falls eine Behandlung mit Fluvoxamin notwendig ist, soll abgestillt werden.

Studien

Vergleich mit Placebo: Für die Studie wurden 128 Kinder im Alter von 6 bis 17 Jahren ausgewählt, die an einer sozialen Phobie, krankhaften Trennungsängsten oder generalisierten Ängsten litten und bei denen eine dreiwöchige psychologische Behandlung keinen Erfolg zeigte. Die Kinder erhielten randomisiert während acht Wochen Fluvoxamin (bis zu maximal 300 mg/Tag) oder ein Placebo. Zur Beurteilung der Krankheit wurden verschiedene psychiatrische Mess-Skalen wie die Pediatric Anxiety Rating Scale (0 bis 25 Punkte; die hohen Punkte zeigen die starken Ängste an) und die Clinical Global Impressions-Improvement Scale zu Grunde gelegt.

Die zweimonatige Therapie mit Fluvoxamin zeigte einen deutlichen Erfolg: So sank bei den Kindern der mit Fluvoxamin das Ausmass der Angst um 9,7 Punkte (beurteilt nach der Pediatric Anxiety Rating Scale), bei den Kindern der Vergleichsgruppe um 3,1 Punkte (p kleiner als 0,001). Beurteilte man die Therapie nach der Clinical Global Impressions-Improvement Scale, so sprachen 76% der Verumgruppe auf die Therapie an, in der Vergleichsgruppe waren es hingegen nur 29% (p kleiner als 0,001).

Vergleich mit Clomipramin: Gemäss einer 10 Wöchengen Studie von 1996 wirkt Fluvoxamin (255mg/Tag) bei Zwangsstörungen gleich gut wie Clomipramin (201mg/Tag).

Der Autor hat keine Beziehungen zu den Herstellern und ist nicht am Verkauf der erwähnten Produkte beteiligt. Dieses Medikament ist rezeptpflichtig. Die Einnahme muss ärztlich überwacht werden.