Lurasidon

atypisches Neuroleptikum | Handelsname: Latuda

Allgemeine Informationen

Lurasidon wurde erstmals 2010 in den USA zur Behandlung schizophrener Psychosen sowie depressiven Episoden im Rahmen einer bipolaren Störung zugelassen. 2014 erfolge die Zulassung in der EU, beschränkte sich jedoch auf die Therapie einer Schizophrenie.

Erst im Frühjahr 2020 erweitere die Schweiz die Zulassung bezüglich depressiver Episoden bei bipolaren Störungen. In Österreich ist das Medikament ebenfalls erhältlich, jedoch für diesen Zweck nicht indiziert. In Deutschland wurde Lurasidon 2015 wieder vom Markt genommen, da es zu keiner Preiseinigung zwischen der Arzneimittelbehörde und dem Hersteller kam. Nach Auffassung der deutschen Behörden ist ein Zusatznutzen von Lurasidon gegenüber anderen sich bereits auf dem Markt befindenden Neuroleptika nicht gegeben.

Lurasidon wird von dem japanischen Pharmaunternehmen Dainippon Sumitomo hergestellt und vermarktet. Vertrieben wird das Medikament unter dem Markennamen Latuda. Der Wirkstoff wird der chemischen Gruppe der atypischen Neuroleptika zugerechnet. Das Medikament entfaltet seine Wirkung durch die Blockade gewisser Dopamin- und Serotonin-Rezeptoren (D2, D3, 5-HT2A, 5-HT7). Auf einen anderen Serotonin-Rezeptor (5-HT1A) wirkt es hingegen als Partialagonist.

Lurasidon kann die Fahrtüchtigkeit und das Bedienen von Maschinen einschränken. Da Lurasidon dämpfend auf das zentrale Nervensystem (ZNS) wirkt, ist beim Konsum von Alkohol Vorsicht geboten. Zugelassen ist das Medikament ab dem 18. Altersjahr.

 

Indikationen
  • Depressive Episode einer bipolaren Störungen
  • Schizophrenie
Dosierung & Anwendung

Einnahme: 1x täglich mit dem Essen (mind. 350 kcal).
Die Einnahme muss täglich (also nicht nur bei unmittelbarem Bedarf) erfolgen.

Zieldosis: 20-60mg (pro Tag)

Die hier erwähnte Dosierung bezieht sich auf Erwachsene ohne körperliche Einschränkungen im Alter zwischen 18 und 65 Jahren deren Behandlung ambulant aufgrund einer depressiven Episode erfolgt. Die max. Tagesdosis bei einer Schizophrenie beträgt  bis zu 160mg. Grundsätzlich muss bei jeder Person die Dosierung individuell von einem Arzt vorgenommen werden. Sie kann somit von den hier erwähnten Angaben abweichen.

Das Medikament wird relativ zügig „eingeschlichen“. Das heisst, dass zu Beginn die niedrigste Dosis verabreicht und diese anschliessend rasch (nach einigen Tagen) schrittweise bis zur Zieldosis gesteigert wird. Bei einem positiven Ansprechen auf das Medikament, sollte die Einnahme auch nach dem Abklingen sämtlicher Symptome für einige Monate weitergeführt werden. Ist eine Rezidivprophylaxe (präventive Verhinderung von Rückfällen) erwünscht, wird die Einnahme langfristig fortgesetzt. Soll das Medikament abgesetzt werden, ist ein abruptes Weglassen der Medikation zu vermeiden bzw. muss die Dosis unter ärztlicher Kontrolle langsam reduziert werden.

Ändern Sie nie die Dosis im Alleingang (weder erhöhen noch reduzieren), auch wenn sich Ihr Gesundheitszustand verändert hat. Halten Sie immer zunächst Rücksprache mit Ihrem Arzt!

Pharmakokinetik

max. Plasmakonzentration: nach 1-3 Stunden

Halbwertszeit: 18-25 Stunden

Bioverfügbarkeit: 9-19%

Wirkungseintritt: nach 1-14 Tagen täglicher Einnahme

Diese Werte sind als Durchschnittswerte anzusehen. Je nach Alter, Nahrungsaufnahme und der Kombination mit anderen Medikamenten können diese Werte (teilweise stark) variieren.

Nebenwirkungen

Sehr häufig (mehr als 10%): keine

Häufig (1-10%): Verminderter Appetit, Agitiertheit, Angst, Schlafstörungen, Unruhe, Depressionen, Sitzunruhe, Schwindel, Bewegungsstörungen, extrapyramidale Störungen, Parkinson ähnliche Symptome, Bewusstseinsstörungen, Dyskinesie, verschwommen Sehen, Herzrasen, Bluthochdruck, Bauchschmerzen, Verstopfungen, Druchfall, Verdauungsstörungen, Übelkeit, vermehrter Speichelfluss, Erbrechen, Mundtrockenheit, Entzündung der Nasen- und Rachenschleimhaut, Grippesymptome, Rachenschmerzen, laufende Nase (Schnupfen), Harnwegsinfektionen, erhöhte Anfälligkeit für Vireninfektionen, Hautauschläge, Juckreiz, Empfindlichkeitsreaktionen des Immunsystems, Rückenschmerzen, Muskel-Skelett-Steifigkeit, Muskelschmerzen, Müdigkeit, Fieber, veränderte Blutwerte (Blutprolaktin erhöht, Bluttriglyceride erhöht), CPK-Anstieg, Gewichtszunahme, Gewichtsverlust.

Gelegentlich (0.1-1%): Veränderte Blutwerte (Blutarmut, Hyponatriämie, erhöhte Anzahl weisser Blutkörperchen, Harnsäure im Blut), abnorme Träume, Apathie, Verwirrung, Feindseligkeit, Panikattacken, Suizidalität, Spätdyskinesie, zerebrovaskulärer Insult, Verspannungen (Nerven), Sprechstörungen, verändertes Geschmacksempfinden, herabgesetzte Empfindlichkeit der Berührungs- und Drucksensibilität der Haut, Kribbeln auf der Haut (Parästhesie), Ohnmachtsanfälle, Sehbehinderung, Tinnitus, Herzbeschwerden (AV-Block 1. Grades, Angina pectoris, langsamer Herzschlag, ventrikuläre Extrasystolen, Herzrhythmusstörungen), niedriger Blutdruck, Hitzewallungen, Magenentzündung, Sodbrennen, Schluckstörungen, Erkrankungen der Zunge, starkes Schwitzen, Nesselsucht, Schmerzen beim Wasserlassen, Harninkontingenz, Ausbleiben der Menstruation, schmerzhafte Menstruation, ungregelmässige Menstruation, sexuelle Funktionsstörungen, Kurzatmigkeit, Kraftlosigkeit, Gangstörungen, Reizbarkeit, Ödeme, Leberfunktionsstörungen, Gelbsucht, Überfettung der Leber.

Selten (0.01-0.1%): Veränderte Blutwerte (Leukopenie, Neutropenie), Schlafwandeln, malignes neuroleptisches Syndrom (MNS), epileptische Anfälle, Anigoödem, Rhabdomyolyse, Nierenversagen, Vergrösserung der Brustdrüsen, Brustschmerzen, Milchfluss ohne Schwangerschaft/Stillzeit, Lungenentzündung, plötzlicher Tod, T-Wellen-Inversion im EKG.

Weitere (sehr seltene Nebenwirkungen/Einzelfälle/Häufigkeit unbekannt): Stevens-Johnson Syndrom

Üblicherweise lassen die meisten (nicht alle) unerwünschten Wirkungen mit der Zeit nach oder verschwinden ganz. Bei schwerwiegenden Komplikationen muss jedoch ein Arzt konsultiert werden.

Kontraindikationen & Wechselwirkungen

Fragen Sie, bevor Sie Medikamente einnehmen immer Ihren Arzt oder Apotheker bezüglich Nebenwirkungen, Kontraindikationen (Gegenanzeigen) und Wechselwirkungen mit anderen (auch frei verkäuflichen) Medikamenten.

 

Nicht einnehmen dürfen Sie Lurasidon:

  • Wenn Sie allergisch gegenüber einem Inhaltsstoff Ihres Lurasidon-Präparates sind.
  • Wenn Sie unter einer Demenz leiden.

 

Bei der Einnahme von Lurasidon ist Vorsicht geboten…

  • Wenn Sie unter Nieren- oder Leberfunktionsstörungen leiden.
  • Wenn bei Ihnen Diabetes diganostiziert wurde.
  • Wenn Blutuntersuchungen hohe Cholesterin- und Fettwerte aufweisen.
  • Wenn Sie unter Bluthochdruck leiden.
  • Wenn bei Ihnen Herz- und Gefässerkrankungen (insbesondere mit niedrigem Blutdruck) festgestellt wurden.
  • Wenn Sie übergewichtig sind.
  • Wenn bei Ihnen ein hormonabhängiger Tumor festgestellt wurde.
  • Wenn Sie unter einem Mangel an weissen Blutzellen leiden.
  • Wenn Sie unter epileptischen Anfällen leiden oder früher einmal Krampfanfälle hatten.
  • (Arzneimittelinduzierter) Mangel an weissen Blutzellen
  • Herz- und Gefässerkrankungen mit niedrigem Blutdruck
  • Krampfanfälle

 

Lurasidon soll mit den folgenden Arzneimitteln nur mit Vorsicht angewendet werden:

  • Anticholinerge Arzneimittel
  • L-Dopa (gegen Parkinson)
  • Ketoconazol
  • Diltiazem
  • Rifampicin
  • Lithium
  • Digoxin
  • Benzodiazepine
  • orale Kontrazeptiva (die “Pille”)
  • Grapefruitsaft

Diese Liste entspricht den aktuell verfügbaren Informationen, weitere Interaktionen und Kontraindikationen sind allerdings keineswegs auszuschliessen! Sprechen Sie unbedingt Ihren Arzt auf bestehende Erkrankungen und Veränderungen Ihrer Medikation (betrifft auch rezeptfreie Präparate) an, auch wenn auf dieser Liste keine Informationen vermerkt sind.

Überdosierung

 

Die maximal empfohlene Tagesdosis Lurasidon bei depressiven Episoden beträgt 60mg, bei schizophrenen Symptomen 160mg.

Es gibt nur wenige Erfahrungen betreffend einer Überdosierung mittels Lurasidon beim Menschen. In tierexperimentellen Studien wurden bei einer Überdosierung in erster Linie Symptome von Blutdruckabfall, Herzrhythmusstörungen bis hin zum Herz-Kreislauf-Kollaps beobachtet. Des Weitern besteht -wie bei allen Neuroleptika- die Gefahr eines malignen neuroleptischen Syndroms.

Wenden Sie sich bei einer schweren Überdosierung sofort an Ihren Arzt oder den Notruf.

 

Schwangerschaft & Stillzeit

Tierexperimentelle Studien weisen auf eine mögliche Beeintächtigung der Fertilität hin. Es liegen jedoch keine Studien über eine solche Auswirkung beim Menschen vor.

Auch liegen keine adäquaten und gut kontrollierten Studien mit Lurasidon bei Schwangeren vor. Lurasidon sollte während der Schwangerschaft nur angewendet werden, wenn der potentielle Nutzen das mögliche Risiko für den Föten rechtfertigt. Kontaktieren Sie ihren Arzt, wenn sie während der Behandlung mit Lurasidon schwanger werden oder schwanger werden möchten.

Bei Neugeborenen, die während des dritten Trimenons der Schwangerschaft Antipsychotika (einschliesslich Lurasidon) exponiert sind, besteht nach der Geburt die Gefahr von Entzugssymptomen. Diese Symptome beim Neugeborenen können Agitation, ungewöhnlich erhöhten oder verminderten Muskeltonus, Tremor, Schläfrigkeit, Atemnot und Störungen bei der Nahrungsaufnahme/Probleme beim Füttern einschliessen.

Es ist nicht bekannt, ob Lurasidon oder seine Metaboliten beim Menschen in die Muttermilch übergeht. Tierexperimentelle Studien weisen darauf hin. Ist eine Behandlung mit Lurasidon zwingend notwendig, soll abgestillt werden.

Der Autor hat keine Beziehungen zu den Herstellern und ist nicht am Verkauf der erwähnten Produkte beteiligt.
Dieses Medikament ist rezeptpflichtig. Die Einnahme muss ärztlich überwacht werden.

Stand der Information: Mai 2020

Schweiz-Oesterreich

Lurasidon

atypisches Neuroleptikum | Handelsname: Latuda

Schweiz-Oesterreich
Allgemeine Informationen

Lurasidon wurde erstmals 2010 in den USA zur Behandlung schizophrener Psychosen sowie depressiven Episoden im Rahmen einer bipolaren Störung zugelassen. 2014 erfolge die Zulassung in der EU, beschränkte sich jedoch auf die Therapie einer Schizophrenie.

Erst im Frühjahr 2020 erweitere die Schweiz die Zulassung bezüglich depressiver Episoden bei bipolaren Störungen. In Österreich ist das Medikament ebenfalls erhältlich, jedoch für diesen Zweck nicht indiziert. In Deutschland wurde Lurasidon 2015 wieder vom Markt genommen, da es zu keiner Preiseinigung zwischen der Arzneimittelbehörde und dem Hersteller kam. Nach Auffassung der deutschen Behörden ist ein Zusatznutzen von Lurasidon gegenüber anderen sich bereits auf dem Markt befindenden Neuroleptika nicht gegeben.

Lurasidon wird von dem japanischen Pharmaunternehmen Dainippon Sumitomo hergestellt und vermarktet. Vertrieben wird das Medikament unter dem Markennamen Latuda. Der Wirkstoff wird der chemischen Gruppe der atypischen Neuroleptika zugerechnet. Das Medikament entfaltet seine Wirkung durch die Blockade gewisser Dopamin- und Serotonin-Rezeptoren (D2, D3, 5-HT2A, 5-HT7). Auf einen anderen Serotonin-Rezeptor (5-HT1A) wirkt es hingegen als Partialagonist.

Lurasidon kann die Fahrtüchtigkeit und das Bedienen von Maschinen einschränken. Da Lurasidon dämpfend auf das zentrale Nervensystem (ZNS) wirkt, ist beim Konsum von Alkohol Vorsicht geboten. Zugelassen ist das Medikament ab dem 18. Altersjahr.

 

Indikationen
  • Depressive Episode einer bipolaren Störungen
  • Schizophrenie
Dosierung & Anwendung

Einnahme: 1x täglich mit dem Essen (mind. 350 kcal).
Die Einnahme muss täglich (also nicht nur bei unmittelbarem Bedarf) erfolgen.

Zieldosis: 20-60mg (pro Tag)

Die hier erwähnte Dosierung bezieht sich auf Erwachsene ohne körperliche Einschränkungen im Alter zwischen 18 und 65 Jahren deren Behandlung ambulant aufgrund einer depressiven Episode erfolgt. Die max. Tagesdosis bei einer Schizophrenie beträgt  bis zu 160mg. Grundsätzlich muss bei jeder Person die Dosierung individuell von einem Arzt vorgenommen werden. Sie kann somit von den hier erwähnten Angaben abweichen.

Das Medikament wird relativ zügig “eingeschlichen”. Das heisst, dass zu Beginn die niedrigste Dosis verabreicht und diese anschliessend rasch (nach einigen Tagen)bis zur Zieldosis erhöht wird. Bei einem positiven Ansprechen auf das Medikament sollte die Einnahme auch nach dem Abklingen sämtlicher Symptome für die Dauer einiger Monate weitergeführt werden. Ist eine Rezidivprophylaxe (präventive Verhinderung von Rückfällen) erwünscht, wird die Einnahme längerfristig fortgesetzt. Soll das Medikament abgesetzt werden, ist ein abruptes Weglassen der Medikation zu vermeiden bzw. muss die Dosis unter ärztlicher Kontrolle langsam reduziert werden.

Ändern Sie nie die Dosis im Alleingang (weder erhöhen noch reduzieren), auch wenn sich ihr Gesundheitszustand verändert hat. Halten Sie immer zunächst Rücksprache mit Ihrem Arzt!

Pharmakokinetik

max. Plasmakonzentration: nach 1-3 Stunden

Halbwertszeit: 18-25 Stunden

Bioverfügbarkeit: 9-19%

Wirkungseintritt: nach 1-14 Tagen täglicher Einnahme

Diese Werte sind als Durchschnittswerte anzusehen. Je nach Alter, Nahrungsaufnahme und der Kombination mit anderen Medikamenten können diese Werte (teilweise stark) variieren.

Nebenwirkungen

Sehr häufig (mehr als 10%):

  • keine

Häufig (1-10%):

  • Verminderter Appetit
  • Agitiertheit
  • Angst
  • Schlafstörungen
  • Unruhe
  • Depressionen
  • Sitzunruhe
  • Schwindel
  • Bewegungsstörungen
  • Extrapyramidale Störungen
  • Parkinson ähnliche Symptome
  • Bewusstseinsstörungen
  • Dyskinesie
  • Verschwommen Sehen
  • Herzrasen
  • Bluthochdruck
  • Bauchschmerzen
  • Verstopfungen
  • Druchfall
  • Verdauungsstörungen
  • Übelkeit
  • Vermehrter Speichelfluss
  • Erbrechen
  • Mundtrockenheit
  • Entzündung der Nasen- und Rachenschleimhaut
  • Grippesymptome
  • Rachenschmerzen
  • Laufende Nase (Schnupfen)
  • Harnwegsinfektionen
  • Erhöhte Anfälligkeit für Vireninfektionen
  • Hautauschläge
  • Juckreiz
  • Empfindlichkeitsreaktionen des Immunsystems
  • Rückenschmerzen
  • Muskel-Skelett-Steifigkeit
  • Muskelschmerzen
  • Müdigkeit
  • Fieber
  • Veränderte Blutwerte (Blutprolaktin erhöht, Bluttriglyceride erhöht)
  • CPK-Anstieg
  • Gewichtszunahme
  • Gewichtsverlust

Gelegentlich (0.1-1%):

  • Veränderte Blutwerte (Blutarmut, Hyponatriämie, erhöhte Anzahl weisser Blutkörperchen, Harnsäure im Blut)
  • Abnorme Träume
  • Apathie
  • Verwirrung
  • Feindseligkeit
  • Panikattacken
  • Suizidalität
  • Spätdyskinesie
  • Zerebrovaskulärer Insult
  • Verspannungen (Nerven)
  • Sprechstörungen
  • Verändertes Geschmacksempfinden
  • Herabgesetzte Empfindlichkeit der Berührungs- und Drucksensibilität der Haut
  • Kribbeln auf der Haut (Parästhesie)
  • Ohnmachtsanfälle
  • Sehbehinderung
  • Tinnitus
  • Herzbeschwerden (AV-Block 1. Grades, Angina pectoris, langsamer Herzschlag, ventrikuläre Extrasystolen, Herzrhythmusstörungen)
  • Niedriger Blutdruck
  • Hitzewallungen
  • Magenentzündung
  • Sodbrennen
  • Schluckstörungen
  • Erkrankungen der Zunge
  • Starkes Schwitzen
  • Nesselsucht
  • Schmerzen beim Wasserlassen
  • Harninkontingenz
  • Ausbleiben der Menstruation
  • Schmerzhafte Menstruation
  • Ungregelmässige Menstruation
  • Sexuelle Funktionsstörungen
  • Kurzatmigkeit
  • Kraftlosigkeit
  • Gangstörungen
  • Reizbarkeit
  • Ödeme
  • Leberfunktionsstörungen
  • Gelbsucht
  • Überfettung der Leber

Selten (0.01-0.1%):

  • Veränderte Blutwerte (Leukopenie, Neutropenie)
  • Schlafwandeln
  • Malignes neuroleptisches Syndrom (MNS)
  • Epileptische Anfälle
  • Anigoödem
  • Rhabdomyolyse
  • Nierenversagen
  • Vergrösserung der Brustdrüsen
  • Brustschmerzen
  • Milchfluss ohne Schwangerschaft/Stillzeit
  • Lungenentzündung
  • Plötzlicher Tod
  • T-Wellen-Inversion im EKG.

Weitere (sehr seltene Nebenwirkungen/Einzelfälle/Häufigkeit unbekannt):

  • Stevens-Johnson Syndrom

Üblicherweise lassen die meisten (nicht alle) unerwünschten Wirkungen mit der Zeit nach oder verschwinden ganz. Bei schwerwiegenden Komplikationen muss jedoch ein Arzt konsultiert werden.

Kontraindikationen & Wechselwirkungen

Fragen Sie, bevor Sie Medikamente einnehmen immer Ihren Arzt oder Apotheker bezüglich Nebenwirkungen, Kontraindikationen (Gegenanzeigen) und Wechselwirkungen mit anderen (auch frei verkäuflichen) Medikamenten.

 

Nicht einnehmen dürfen Sie Lurasidon:

  • Wenn Sie allergisch gegenüber einem Inhaltsstoff Ihres Lurasidon-Präparates sind.
  • Wenn Sie unter einer Demenz leiden.

 

Bei der Einnahme von Lurasidon ist Vorsicht geboten…

  • Wenn Sie unter Nieren- oder Leberfunktionsstörungen leiden.
  • Wenn bei Ihnen Diabetes diganostiziert wurde.
  • Wenn Blutuntersuchungen hohe Cholesterin- und Fettwerte aufweisen.
  • Wenn Sie unter Bluthochdruck leiden.
  • Wenn bei Ihnen Herz- und Gefässerkrankungen (insbesondere mit niedrigem Blutdruck) festgestellt wurden.
  • Wenn Sie übergewichtig sind.
  • Wenn bei Ihnen ein hormonabhängiger Tumor festgestellt wurde.
  • Wenn Sie unter einem Mangel an weissen Blutzellen leiden.
  • Wenn Sie unter epileptischen Anfällen leiden oder früher einmal Krampfanfälle hatten.
  • (Arzneimittelinduzierter) Mangel an weissen Blutzellen
  • Herz- und Gefässerkrankungen mit niedrigem Blutdruck
  • Krampfanfälle

 

Lurasidon soll mit den folgenden Arzneimitteln nur mit Vorsicht angewendet werden:

  • Anticholinerge Arzneimittel
  • L-Dopa (gegen Parkinson)
  • Ketoconazol
  • Diltiazem
  • Rifampicin
  • Lithium
  • Digoxin
  • Benzodiazepine
  • orale Kontrazeptiva (die “Pille”)
  • Grapefruitsaft

Diese Liste entspricht den aktuell verfügbaren Informationen, weitere Interaktionen und Kontraindikationen sind allerdings keineswegs auszuschliessen! Sprechen Sie unbedingt Ihren Arzt auf bestehende Erkrankungen und Veränderungen Ihrer Medikation an (dies betrifft auch frei erhältliche Präparate), auch wenn auf dieser Liste keine entsprechenden Informationen vermerkt sind.

 

Überdosierung

 

Die maximal empfohlene Tagesdosis Lurasidon bei depressiven Episoden beträgt 60mg, bei schizophrenen Symptomen 160mg.

Es gibt nur wenige Erfahrungen betreffend einer Überdosierung mittels Lurasidon beim Menschen. In tierexperimentellen Studien wurden bei einer Überdosierung in erster Linie Symptome von Blutdruckabfall, Herzrhythmusstörungen bis hin zum Herz-Kreislauf-Kollaps beobachtet. Des Weitern besteht -wie bei allen Neuroleptika- die Gefahr eines malignen neuroleptischen Syndroms.

Wenden Sie sich bei einer schweren Überdosierung sofort an Ihren Arzt oder den Notruf.

 

Schwangerschaft & Stillzeit

Tierexperimentelle Studien weisen auf eine mögliche Beeintächtigung der Fertilität hin. Es liegen jedoch keine Studien über eine solche Auswirkung beim Menschen vor.

Auch liegen keine adäquaten und gut kontrollierten Studien mit Lurasidon bei Schwangeren vor. Lurasidon sollte während der Schwangerschaft nur angewendet werden, wenn der potentielle Nutzen das mögliche Risiko für den Föten rechtfertigt. Kontaktieren Sie ihren Arzt, wenn sie während der Behandlung mit Lurasidon schwanger werden oder schwanger werden möchten.

Bei Neugeborenen, die während des dritten Trimenons der Schwangerschaft Antipsychotika (einschliesslich Lurasidon) exponiert sind, besteht nach der Geburt die Gefahr von Entzugssymptomen. Diese Symptome beim Neugeborenen können Agitation, ungewöhnlich erhöhten oder verminderten Muskeltonus, Tremor, Schläfrigkeit, Atemnot und Störungen bei der Nahrungsaufnahme/Probleme beim Füttern einschliessen.

Es ist nicht bekannt, ob Lurasidon oder seine Metaboliten beim Menschen in die Muttermilch übergeht. Tierexperimentelle Studien weisen darauf hin. Ist eine Behandlung mit Lurasidon zwingend notwendig, soll abgestillt werden.

Der Autor hat keine Beziehungen zu den Herstellern und ist nicht am Verkauf der erwähnten Produkte beteiligt. Dieses Medikament ist rezeptpflichtig. Die Einnahme muss ärztlich überwacht werden.

Stand der Information: Mai 2020