Valproinsäure

Mood-Stabilizer (Antiepileptikum) | Handelsnamen: Orfiril, Depakine, Ergenyl sowie div. Generika

Allgemeine Informationen

Beverly Burton synthetisierte 1881 erstmals die Valproinsäure, diese wurde zunächst jedoch als Lösungsstoff verwendet. Bis zur Entdeckung, dass die Substanz einen direkten Einfluss auf die Psyche hat verging fast ein Jahrhundert. Medikamente mit Valproinsäure bzw. dessen Salze (Valproate) wurden zu Beginn der 1970er Jahre in Europa zugelassen.

Valproinsäure ist ein Phasenprophylaktikum (Mood-Stabilizer) bzw. Antiepileptikum mit antimanischer Wirkung. Meist wird heute eine Kombination von Valproinsäure und Natriumvalproat verwendet. Vertrieben wird sie unter diversen Handelsnamen, dazu gehören Convulex, Convulsofin, Depakine, Ergenyl, Leptilan und Orfiril, auch als Generikum ist sie erhältlich. Zugelassen sind diese Medikamente zur Prophylaxe und Therapie manischer Episoden (vor allem bei Unwirksamkeit oder Unverträglichkeit von Lithium) sowie zur Behandlung epileptischer Anfälle. Freigegeben ist die Valproinsäure ab dem 18. Altersjahr. Die Fahrtüchtigkeit und das Bedienen von Maschinen kann durch Valproinsäure beeinträchtigt werden. Auf den Konsum von Alkohol ist während der Einnahme des dieser Medikamente zu verzichten (Leberschädigung).

Falls Sie sich in gebärfähigem Alter befinden, dürfen Sie keine Valproinsäure und kein Natirumvalproat einnehmen. Dies könnte sich negativ auf eine zukünftige Schwangerschaft auswirken. Eine Ausnahme besteht dann, wenn Sie über die gesamte Dauer Ihrer Behandlung mit Valproaten mindestens eine wirksame Empfängnisverhütungsmethode anwenden. Ihr Arzt wird Sie näher dazu beraten.

Die Einnahme von Valproinsäure während der Schwangerschaft ist mit einem erheblichen Risiko für Mutter und Kind verbunden. Dieses reicht von Mortalität (Tod) über schwere Missbildungen beim Neugeborenen. Das Medikament darf keinesfalls während der Schwangerschaft eingenommen werden!

Valproinsäure wirkt u.a. durch die Blockade von erregenden Ionenkanälen (spannungsabhängige Natrium-Kanäle und Calcium-Kanäle) sowie eine Verstärkung der Wirkung des hemmenden Neurotransmitters GABA.

Indikationen
  • Therapie und Prophylaxe manischer Episoden (bei Kontraindikation oder Unverträglichkeit von Lithium)
  • Epilepsie
Dosierung & Anwendung

Einnahme: 1-2x täglich unabhängig der Mahlzeiten.
Die Einnahme muss täglich erfolgen (also nicht nur bei unmittelbarem Bedarf).

Zieldosis: 1000-3000mg (pro Tag)

Die hier erwähnte Dosierung bezieht sich auf Erwachsene ohne körperliche Einschränkungen im Alter zwischen 18 und 65 Jahren deren Behandlung ambulant erfolgt. Grundsätzlich muss die Dosis von einem Arzt individuell festgelegt werden. Sie kann somit von den hier erwähnten Angaben abweichen.

Valproat wird relativ zügig „eingeschlichen“. Das heisst, dass zu Beginn die niedrigste Dosis verabreicht und diese anschliessend rasch (nach einigen Tagen) schrittweise bis zur Zieldosis gesteigert wird. Bei einem positiven Ansprechen auf das Medikament, sollte die Einnahme auch nach dem Abklingen sämtlicher Symptome längerfristig weitergeführt werden um Rückfälle präventiv zu verhindern (Phasenprophylaxe). Falls Valproat zu einem späteren Zeitpunkt abgesetzt werden kann, ist ein abruptes Weglassen des Medikaments zu vermeiden bzw. sollte die Dosis unter ärztlicher Kontrolle langsam reduziert werden.

Ändern Sie nie die Dosis im Alleingang (weder erhöhen noch reduzieren), auch wenn sich Ihr Gesundheitszustand verändert hat. Halten Sie immer zunächst Rücksprache mit Ihrem Arzt!

Pharmakokinetik

maximale Plasmakonzentration: nach 1-4 Stunden

Halbwertszeit: 5-20 Stunden

Bioverfügbarkeit: nahe zu 100%

Wirkungseintritt: nach 1-3 Wochen täglicher Einnahme

Diese Werte sind als Durchschnittswerte anzusehen. Je nach Alter, Nahrungsaufnahme und der Kombination mit anderen Medikamenten können diese Werte (teilweise stark) variieren.

Nebenwirkungen

Sehr häufig (mehr als 10%): Zittern (Tremor), Übelkeit.

Häufig (1-10%): Veränderte Blutwerte (Blutarmut, Thrombozytopenie, Hyponatriämie, niedriger Natriumspiegel), Gewichtszunahme, Verwirrung, Aggressivität, Unruhe, Aufmerksamkeitsstörungen, Gehörverlust/Taubheit (teilweise bleibend), Blutungen allgemein, Erbrechen, Zahnfleischerkrankungen, Entzündung der Mundschleimhaut, Hypersensibilität der Haut, Veränderungen der Nägel und des Nagelbetts, Menstruationsbeschwerden, Störungen in Bewegungsabläufen, Starrezustand, Bewusstseinsstörungen, Krämpfe, Gedächtnisstörungen, Kopfschmerzen, Nystagmus, Benommenheit, spontanes Wasserlassen (Einnässen), bleibender Haarausfall.

Gelegentlich (0.1-1%): Veränderte Blutwerte (Panzytopenie, Leukopenie, SIADH), vermehrte Behaarung bei Frauen, Vermännlichung der Körper- und Geschlechtsmerkmale der Frau, Akne, Halluzinationen, Koma, krankhafte Zustände des Gehirns, Lethargie, Parkinson ähnliche Symptome, Missempfindungen der Haut (Kribbeln, Taubheitsgefühl etc.), Vaskulitis, Pleuraerguss, Bauchspeicheldüsenentzündung, Angioödem, Hautausschläge, Niereninsuffizienz, Nierenentzündung, gehäuftes Auftreten der Monatsblutung, Ödeme, Unterkühlung, Knochenschäden, Störung der Bewegungskoordination, epileptische Anfälle (Neuauftreten oder Zunahme der bestehenden Anfälle).

Selten (0.01-0.1%): Veränderte Blutwerte (Erythroblastopenie, Agranulozytose, Makrozytose, Hyperammonämie, Verringerung der Anzahl von Gerinnungsfaktoren), myelodysplastisches Syndrom, Vitamin-Mangel, Schilddrüsenfunktionsstörungen (Hypothyreose, Unterfunktion), abnormales Verhalten, psychomotorische Unruhe, Lernstörungen, Demenz (vorübergehend), kognitive Störungen, Lyell-Syndrom, Stevens-Johnson-Syndrom, gestörte Hautdurchblutung, Nierenentzündung, Fanconi-Syndrom, Unfruchtbarkeit beim Mann, polyzystische Ovarien, Fettsucht (Adipositas).

Weitere (sehr seltene Nebenwirkungen/Einzelfälle/Häufigkeit unbekannt): Tinnitus, Bauchschmerzen, Durchfall, schwere Leberschäden und Leberversagen, Unruhe, Reizbarkeit, Doppelbilder, Suizidgedanken.

Üblicherweise lassen die meisten (nicht alle) unerwünschten Wirkungen mit der Zeit nach oder verschwinden ganz. Bei schwerwiegenden Komplikationen muss jedoch ein Arzt konsultiert werden.

Kontraindikationen & Wechselwirkungen

Fragen Sie, bevor Sie Medikamente einnehmen immer Ihren Arzt oder Apotheker bezüglich Nebenwirkungen, Kontraindikationen (Gegenanzeigen) und Wechselwirkungen mit anderen (auch frei verkäuflichen) Medikamenten.

 

Nicht einnehmen dürfen Sie Valproate:

  • Wenn Sie allergisch gegenüber einem Inhaltsstoff Ihres Valproat-Präparates sind.
  • Wenn Sie schwanger sind oder stillen.
  • Wenn Sie in gebärfähigem Alter sind. Eine Ausnahme besteht dann, wenn Sie über die gesamte Dauer Ihrer Behandlung mit Valproat mindestens eine wirksame Empfängnisverhütungsmethode anwenden. Ihr Arzt wird Sie näher dazu beraten.
  • Wenn Sie an einer Leberfunktionsstörung oder Lebererkrankung leiden.
  • Wenn bei Ihnen eine Funktionsstörung oder Erkrankung der Bauchspeicheldrüse festgestellt wurde.
  • Wenn Sie in früherer Zeit selbst und/oder im Familienkreis eine medikamentenbedingte Leberentzündung hatten.
  • Wenn Sie an hepatischer Porphyrie (eine seltene Stoffwechselkrankheit) leiden.
  • Wenn Sie an einer genetischen Erkrankung mitochondrialen Ursprungs leiden (beispielsweise am Alpers-Huttenlocher-Syndrom).
  • Wenn Sie acetylsalicylsäurehaltigen Mittel (z.B. Aspirin) einnehmen.

Bei der Einnahme von Valproaten ist Vorsicht geboten…

  • Im Falle eines systemischen Lupus erythematodes.
  • Wenn Sie an Malaria erkrankt sind oder eine Reise in eine malariabetroffene Region planen.
  • Wenn Sie an einer Nierenfunktionsstörung leiden.
  • Wenn bei Ihnen eine Störung des Stoffwechsels, vor allem mit erblich bedingtem Enzymmangel, festgestellt wurde.
  • Wenn Sie einen Carnitin-Palmitoyl-Transferase-II-Mangel aufweisen.
  • Falls Ihnen bekannt ist, dass eine genetischen Erkrankung mitochondrialen Ursprungs in Ihrer Familie vorkommt bzw. vorgekommen ist.

 

Valproate sollten mit den folgenden Arzneimitteln nur mit Vorsicht angewendet werden:

  • Sumatriptan und ähnliche Wirkstoffe zur Migränebehandlung (Triptane).
  • Neuroleptika
  • Alle Arten von Antidepressiva
  • Benzodiazepine
  • Propofol (ein Narkosemittel, welches u.a. häufig im Zuge einer EKT verwendet wird).
  • Andere Antiepileptika wie Phenobarbital, Primidon, Phenytoin, Carbamazepin, Lamotrigin, Felbamat und Topiramat.
  • Zidovudin
  • Blutverdünner
  • Cimetidin (zur Behandlung von Magen-Darmgeschwüren)
  • Die Antibiotika Erythromycin, Rifampicin und aus der Gruppe der Carbapeneme (Imipenem, Panipenem, Meropenem)
  •  Nimodipin (Verwendung zur Verbesserung des Blutflusses nach einem Schlaganfall).
  • Orale Empfängnisverhütung (“Pille”)
  • Codein (häufig in Hustenstiller enthalten)

Diese Liste entspricht den aktuell verfügbaren Informationen, weitere Interaktionen und Kontraindikationen sind allerdings keineswegs auszuschliessen! Sprechen Sie unbedingt Ihren Arzt auf bestehende Erkrankungen und Veränderungen Ihrer Medikation (betrifft auch rezeptfreie Präparate) an, auch wenn auf dieser Liste keine Informationen vermerkt sind.

Schwangerschaft & Stillzeit

Falls Sie sich in gebärfähigem Alter befinden, dürfen Sie keine Valproate einnehmen. Dies könnte sich negativ auf eine zukünftige Schwangerschaft auswirken. Eine Ausnahme besteht dann, wenn Sie über die gesamte Dauer Ihrer Behandlung mit Valproaten mindestens eine wirksame Empfängnisverhütungsmethode anwenden. Ihr Arzt wird Sie näher dazu beraten.

Die Einnahme von Valproaten während der Schwangerschaft ist mit einem erheblichen Risiko für Mutter und Kind verbunden. Dieses reicht von Mortalität (Tod) über schwere Missbildungen beim Neugeborenen. Valproate dürfen keinesfalls während der Schwangerschaft eingenommen werden!

Valproate treten in die Muttermilch über. Falls Valproate während der Stillzeit eingenommen werden müssen, soll abgestillt werden.

Der Autor hat keine Beziehungen zu den Herstellern und ist nicht am Verkauf der erwähnten Produkte beteiligt.
Dieses Medikament ist rezeptpflichtig. Die Einnahme muss ärztlich überwacht werden.

Stand der Information: August 2018

Valproate

Mood-Stabilizer (Antiepileptikum) | Handelsnamen: Orfiril, Depakine, Ergenyl sowie div. Generika

Allgemeine Informationen

Beverly Burton synthetisierte 1881 erstmals die Valproinsäure, diese wurde zunächst jedoch als Lösungsstoff verwendet. Bis zur Entdeckung, dass die Substanz einen direkten Einfluss auf die Psyche hat verging fast ein Jahrhundert. Medikamente mit Valproinsäure bzw. dessen Salze (Valproate) wurden zu Beginn der 1970er Jahre in Europa zugelassen.

Valproinsäure ist ein Phasenprophylaktikum (Mood-Stabilizer) bzw. Antiepileptikum mit antimanischer Wirkung. Meist wird heute eine Kombination von Valproinsäure und Natriumvalproat verwendet. Vertrieben wird sie unter diversen Handelsnamen, dazu gehören Convulex, Convulsofin, Depakine, Ergenyl, Leptilan und Orfiril, auch als Generikum ist sie erhältlich. Zugelassen sind diese Medikamente zur Prophylaxe und Therapie manischer Episoden (vor allem bei Unwirksamkeit oder Unverträglichkeit von Lithium) sowie zur Behandlung epileptischer Anfälle. Freigegeben ist die Valproinsäure ab dem 18. Altersjahr. Die Fahrtüchtigkeit und das Bedienen von Maschinen kann durch Valproinsäure beeinträchtigt werden. Auf den Konsum von Alkohol ist während der Einnahme des dieser Medikamente zu verzichten (Leberschädigung).

Falls Sie sich in gebärfähigem Alter befinden, dürfen Sie keine Valproinsäure und kein Natirumvalproat einnehmen. Dies könnte sich negativ auf eine zukünftige Schwangerschaft auswirken. Eine Ausnahme besteht dann, wenn Sie über die gesamte Dauer Ihrer Behandlung mit Valproaten mindestens eine wirksame Empfängnisverhütungsmethode anwenden. Ihr Arzt wird Sie näher dazu beraten.

Die Einnahme von Valproinsäure während der Schwangerschaft ist mit einem erheblichen Risiko für Mutter und Kind verbunden. Dieses reicht von Mortalität (Tod) über schwere Missbildungen beim Neugeborenen. Das Medikament darf keinesfalls während der Schwangerschaft eingenommen werden!

Valproinsäure wirkt u.a. durch die Blockade von erregenden Ionenkanälen (spannungsabhängige Natrium-Kanäle und Calcium-Kanäle) sowie eine Verstärkung der Wirkung des hemmenden Neurotransmitters GABA.

Indikationen
  • Therapie und Prophylaxe manischer Episoden (bei Kontraindikation oder Unverträglichkeit von Lithium)
  • Epilepsie
Dosierung & Anwendung

Einnahme: 1-2x täglich.
Die Einnahme muss täglich erfolgen.

Zieldosis: 1000-3000mg (pro Tag)

Die hier erwähnte Dosierung bezieht sich auf Erwachsene ohne körperliche Einschränkungen im Alter zwischen 18 und 65 Jahren deren Behandlung ambulant erfolgt. Grundsätzlich muss die Dosis von einem Arzt individuell festgelegt werden. Sie kann somit von den hier erwähnten Angaben abweichen.

Valproat wird relativ zügig „eingeschlichen“. Das heisst, dass zu Beginn die niedrigste Dosis verabreicht und diese anschliessend rasch (nach einigen Tagen) schrittweise bis zur Zieldosis gesteigert wird. Bei einem positiven Ansprechen auf das Medikament, sollte die Einnahme auch nach dem Abklingen sämtlicher Symptome längerfristig weitergeführt werden um Rückfälle präventiv zu verhindern (Phasenprophylaxe). Falls Valproat zu einem späteren Zeitpunkt abgesetzt werden kann, ist ein abruptes Weglassen des Medikaments zu vermeiden bzw. sollte die Dosis unter ärztlicher Kontrolle langsam reduziert werden.

Ändern Sie nie die Dosis im Alleingang (weder erhöhen noch reduzieren), auch wenn sich Ihr Gesundheitszustand verändert hat. Halten Sie immer zunächst Rücksprache mit Ihrem Arzt!

Pharmakokinetik

max. Plasmakonzentration: 1-4 Stunden

Halbwertszeit: 5-20 Stunden

Bioverfügbarkeit: 99%

Wirkungseintritt: 1-3 Wochen

Diese Werte sind als Durchschnittswerte anzusehen. Je nach Alter, Nahrungsaufnahme und der Kombination mit anderen Medikamenten können diese Werte (teilweise stark) variieren.

Nebenwirkungen

Sehr häufig (mehr als 10%):

  • Zittern (Tremor)
  • Übelkeit

Häufig (1-10%):

  • Veränderte Blutwerte (Blutarmut, Thrombozytopenie, Hyponatriämie, niedriger Natriumspiegel)
  • Gewichtszunahme
  • Verwirrung
  • Aggressivität
  • Unruhe
  • Aufmerksamkeitsstörungen
  • Gehörverlust/Taubheit (teilweise bleibend)
  • Blutungen allgemein
  • Erbrechen
  • Zahnfleischerkrankungen
  • Entzündung der Mundschleimhaut
  • Hypersensibilität der Haut
  • Veränderungen der Nägel und des Nagelbetts
  • Menstruationsbeschwerden
  • Störungen in Bewegungsabläufen
  • Starrezustand
  • Bewusstseinsstörungen
  • Krämpfe
  • Gedächtnisstörungen
  • Kopfschmerzen
  • Nystagmus
  • Benommenheit
  • Spontanes Wasserlassen (Einnässen)
  • Bleibender Haarausfall

Gelegentlich (0.1-1%):

  • Veränderte Blutwerte (Panzytopenie, Leukopenie, SIADH)
  • Vermehrte Behaarung bei Frauen
  • Vermännlichung der Körper- und Geschlechtsmerkmale der Frau
  • Akne
  • Halluzinationen
  • Koma
  • Krankhafte Zustände des Gehirns
  • Lethargie
  • Parkinson ähnliche Symptome
  • Missempfindungen der Haut (Kribbeln, Taubheitsgefühl etc.)
  • Vaskulitis
  • Pleuraerguss
  • Bauchspeicheldüsenentzündung
  • Angioödem
  • Hautausschläge
  • Niereninsuffizienz
  • Nierenentzündung
  • Gehäuftes Auftreten der Monatsblutung
  • Ödeme
  • Unterkühlung
  • Knochenschäden
  • Störung der Bewegungskoordination
  • Epileptische Anfälle (Neuauftreten oder Zunahme der bestehenden Anfälle)

Selten (0.01-0.1%):

  • Veränderte Blutwerte (Erythroblastopenie Agranulozytose, Makrozytose, Hyperammonämie, Verringerung der Anzahl von Gerinnungsfaktoren)
  • Myelodysplastisches Syndrom
  • Vitamin-Mangel
  • Schilddrüsenfunktionsstörungen (Hypothyreose, Unterfunktion)
  • Abnormales Verhalten
  • Psychomotorische Unruhe
  • Lernstörungen
  • Demenz (vorübergehend)
  • Kognitive Störungen
  • Lyell-Syndrom
  • Stevens-Johnson-Syndrom
  • Gestörte Hautdurchblutung
  • Nierenentzündung
  • Fanconi-Syndrom
  • Unfruchtbarkeit beim Mann
  • Polyzystische Ovarien
  • Fettsucht (Adipositas)

Weitere (sehr seltene Nebenwirkungen / Einzelfälle / Häufigkeit unbekannt):

  • Tinnitus
  • Bauchschmerzen
  • Durchfall
  • Schwere Leberschäden und Leberversagen
  • Unruhe
  • Reizbarkeit
  • Doppelbilder
  • Suizidgedanken

Üblicherweise lassen die meisten (nicht alle) unerwünschten Wirkungen mit der Zeit nach oder verschwinden ganz. Bei schwerwiegenden Komplikationen muss jedoch ein Arzt konsultiert werden.

Kontraindikationen & Wechselwirkungen

Fragen Sie, bevor Sie Medikamente einnehmen immer Ihren Arzt oder Apotheker bezüglich Nebenwirkungen, Kontraindikationen (Gegenanzeigen) und Wechselwirkungen mit anderen (auch frei verkäuflichen) Medikamenten.

 

Nicht einnehmen dürfen Sie Valproate:

  • Wenn Sie allergisch gegenüber einem Inhaltsstoff Ihres Valproat-Präparates sind.
  • Wenn Sie schwanger sind oder stillen.
  • Wenn Sie in gebärfähigem Alter sind. Eine Ausnahme besteht dann, wenn Sie über die gesamte Dauer Ihrer Behandlung mit Valproat mindestens eine wirksame Empfängnisverhütungsmethode anwenden. Ihr Arzt wird Sie näher dazu beraten.
  • Wenn Sie an einer Leberfunktionsstörung oder Lebererkrankung leiden.
  • Wenn bei Ihnen eine Funktionsstörung oder Erkrankung der Bauchspeicheldrüse festgestellt wurde.
  • Wenn Sie in früherer Zeit selbst und/oder im Familienkreis eine medikamentenbedingte Leberentzündung hatten.
  • Wenn Sie an hepatischer Porphyrie (eine seltene Stoffwechselkrankheit) leiden.
  • Wenn Sie an einer genetischen Erkrankung mitochondrialen Ursprungs leiden (beispielsweise am Alpers-Huttenlocher-Syndrom).
  • Wenn Sie acetylsalicylsäurehaltigen Mittel (z.B. Aspirin) einnehmen.

Bei der Einnahme von Valproaten ist Vorsicht geboten…

  • Im Falle eines systemischen Lupus erythematodes.
  • Wenn Sie an Malaria erkrankt sind oder eine Reise in eine malariabetroffene Region planen.
  • Wenn Sie an einer Nierenfunktionsstörung leiden.
  • Wenn bei Ihnen eine Störung des Stoffwechsels, vor allem mit erblich bedingtem Enzymmangel, festgestellt wurde.
  • Wenn Sie einen Carnitin-Palmitoyl-Transferase-II-Mangel aufweisen.
  • Falls Ihnen bekannt ist, dass eine genetischen Erkrankung mitochondrialen Ursprungs in Ihrer Familie vorkommt bzw. vorgekommen ist.

 

Valproate sollten mit den folgenden Arzneimitteln nur mit Vorsicht angewendet werden:

  • Sumatriptan und ähnliche Wirkstoffe zur Migränebehandlung (Triptane)
  • Neuroleptika
  • Alle Arten von Antidepressiva
  • Benzodiazepine
  • Propofol (ein Narkosemittel, welches u.a. häufig im Zuge einer EKT verwendet wird)
  • Andere Antiepileptika wie Phenobarbital, Primidon, Phenytoin, Carbamazepin, Lamotrigin, Felbamat und Topiramat
  • Zidovudin
  • Blutverdünner
  • Cimetidin (zur Behandlung von Magen-Darmgeschwüren)
  • Die Antibiotika Erythromycin, Rifampicin und aus der Gruppe der Carbapeneme (Imipenem, Panipenem, Meropenem)
  •  Nimodipin (Verwendung zur Verbesserung des Blutflusses nach einem Schlaganfall).
  • Orale Empfängnisverhütung (“Pille”)
  • Codein (häufig in Hustenstiller enthalten)

Diese Liste entspricht den aktuell verfügbaren Informationen, weitere Interaktionen und Kontraindikationen sind allerdings keineswegs auszuschliessen! Sprechen Sie unbedingt Ihren Arzt auf bestehende Erkrankungen und Veränderungen Ihrer Medikation (betrifft auch rezeptfreie Präparate) an, auch wenn auf dieser Liste keine Informationen vermerkt sind.

Schwangerschaft & Stillzeit

Falls Sie sich in gebärfähigem Alter befinden, dürfen Sie keine Valproate einnehmen. Dies könnte sich negativ auf eine zukünftige Schwangerschaft auswirken. Eine Ausnahme besteht dann, wenn Sie über die gesamte Dauer Ihrer Behandlung mit Valproaten mindestens eine wirksame Empfängnisverhütungsmethode anwenden. Ihr Arzt wird Sie näher dazu beraten.

Die Einnahme von Valproaten während der Schwangerschaft ist mit einem erheblichen Risiko für Mutter und Kind verbunden. Dieses reicht von Mortalität (Tod) über schwere Missbildungen beim Neugeborenen. Valproate dürfen keinesfalls während der Schwangerschaft eingenommen werden!

Valproate treten in die Muttermilch über. Falls Valproate während der Stillzeit eingenommen werden muss, soll abgestillt werden.

Der Autor hat keine Beziehungen zu den Herstellern und ist nicht am Verkauf der erwähnten Produkte beteiligt. Dieses Medikament ist rezeptpflichtig. Die Einnahme muss ärztlich überwacht werden.

Stand der Information: August 2018